Navigation und Service

Coronavirus: Schutzmaßnahmen in therapeutischen Praxen

Empfehlungen zu Schutzmasken, Händedesinfektionsmitteln und zur Beschaffung persönlicher Schutzausrüstung. Maßnahmen für die Arbeitsorganisation, den Umgang mit Patientinnen und Patienten, Hausbesuche und Hygiene.

Grundsätzlich muss der Praxisinhaber oder die Praxisinhaberin alle Anstrengungen unternehmen, Schutzkleidung und Desinfektionsmittel zu beziehen.

Müssen Schutzmasken getragen werden?

Wenn die Abstandsregel von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (sowohl vom Therapeuten als auch von der Patientin) verbindlich.

Bitte beachten Sie, dass bei allen therapeutischen Tätigkeiten im Kopf- bzw. Ausatembereich der Patienten aus präventiven Gründen die Verwendung einer höherwertigen Atemschutzmaske (FFP2 ohne Ausatemventil) dringend erforderlich ist.

VDB Physiotherapieverband: Informationen für Praxen zur Arbeit und Corona-Pandemie

Aktuelle Meldungen: Bezug von persönlicher Schutzausrüstung; Schutzschirm und Wirtschaftshilfe für therapeutische Praxen, Links | mehr

Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK): Infos für physiotherapeutische Praxen rund um Corona

Behandlung und digitalen Angeboten während der Corona-Pandemie, Übersicht zu Finanzhilfen, Hygiene und Organisation bei geöffneter Praxis, Handlungsschemas beim Patientenmanagement, Antworten auf häufige Fragen (FAQ) und Links. | mehr

 

Wo kann man Händedesinfektionsmittel beziehen?

Händedesinfektionsmittel können neben den üblichen Bezugsquellen auch über Apotheken bezogen werden. Diese dürfen aktuell die Produktion aufnehmen.

Desinfektionsmittel-Spender wird benutzt

Händedesinfektionsmittel sollte im Spender bereit gehalten werden.
(Foto: BGW/Florian Arvanitopoulos)

Was gilt, wenn Schutzausrüstung nicht erhältlich ist?

Die Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) wie Mund-Nasen-Schutz und insbesondere Händedesinfektionsmittel ist aktuell schwierig. Die Berufsverbände arbeiten aktuell daran, die Versorgung der therapeutischen Praxen zu regeln.

Wenn Sie trotz aller Bemühungen keine PSA, insbesondere Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel bekommen, dokumentieren Sie bitte, wo und wie häufig Sie versucht haben, entsprechende Nachlieferungen zu bekommen.

Eine Behandlung ohne erforderliche PSA (z.B. bei Risikopatienten) oder Desinfektionsmittel darf grundsätzlich nur in Notfällen erfolgen. Kann ein hygienischer Betrieb der Praxis unter diesen Umständen nicht mehr gewährleistet werden, so ist es auch möglich, dass die Praxis durch das Gesundheitsamt geschlossen wird.

Welche Schutzmaßnahmen sind in der therapeutischen Praxis zu empfehlen?

  • Anpassung des Schichtplans, um den Kontakt unter den Mitarbeitenden zu reduzieren
  • Praxisauslastung herunterfahren, in dem z.B. nicht ärztlich verordnete Behandlungen oder Wellnessbehandlungen ausgesetzt werden. Hierdurch wird auch der direkte Kontakt der Patientinnen untereinander reduziert. Verband Physikalische Therapie: Antworten auf häufige Fragen.
  • Patienten und Patientinnen, wenn möglich nacheinander und nicht gleichzeitig in die Praxisräume hereinlassen
  • Verdachtsfälle und erkrankte Personen (insbesondere mit Erkältungssymptomen) nicht behandeln. Siehe hierzu das Handlungsschema Patientenmanagement, abzurufen auf der Seite des ZVK.
  • Bei ärztlich verordneten Hausbesuchen ist im Vorfeld abzuklären, ob es sich bei der Patientin um einen bestätigten Fall oder Verdachtsfall handelt und/ oder der Patient Erkältungssymptome zeigt. Ist dies nicht der Fall, kann, sofern die Behandlung nicht verschoben werden kann, der Hausbesuch unter strikter Einhaltung der Hygienemaßnahmen stattfinden.
  • Hausbesuchspatienten sollten Sie generell als Risikopatienten einstufen und nach dem Handlungsschema Patientenmanagement vorgehen!

Zusätzlich zu diesen organisatorischen Maßnahmen im Praxisablauf ist insbesondere auf eine ausreichende Hygiene zu achten.

  • Verstärkte Handhygiene durchführen: Hautschutz- und Händehygienepläne der BGW.
  • Husten- und Nies-Etikette beachten.
  • Abstand von 1,5 bis 2m, soweit wie möglich, einhalten.
  • Viruzides oder begrenzt viruzides Desinfektionsmittel nutzen. Bitte beachten Sie hierzu die Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren.
  • Mengenangaben und Einwirkzeit beachten
  • Mehrfach tägliche Desinfektion bzw. Reinigung von Kontakt- und Berührungsflächen, z.B. auf Trainingsgeräten, in Toiletten, Waschräumen, Türklinken (am besten nach jeder Patientin)
  • Bei Hausbesuchen auch mitgebrachte Materialien, Auto oder Fahrrad desinfizieren.
  • Mehrmals am Tag die Praxis- und Aufenthaltsräume mehrere Minuten lüften.

Ergänzend können zu den therapeutischen Angeboten in der Praxis auch Verfahren der Telemedizin angewandt werden. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem jeweiligen Berufsverband, welche Möglichkeiten es aktuell gibt und wie ggf. die Abrechnungsmodalitäten sind.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) stellt eine Liste zertifizierter Videodienstanbieter zur Verfügung. Viele dieser Dienste sind kostenlos. Über die Unterschiede bei der datenschutzrechtlichen Bewertung dieser Dienste sollten Sie sich beraten lassen.

Welche Schutzmaßnahmen sind bei Hausbesuchen zu empfehlen?

Im Vorfeld muss abgeklärt werden, ob es sich bei dem Patienten selbst oder bei in der Häuslichkeit wohnenden Angehörigen um einen bestätigten Fall oder Verdachtsfall handelt bzw. die Patientin Erkältungssymptome zeigt. Ist dies nicht der Fall, kann, sofern die Behandlung nicht verschoben werden kann und eine medizinische Notwendigkeit der Behandlung gegeben ist, der Hausbesuch unter strikter Einhaltung der Hygienemaßnahmen stattfinden.

Erforderlich sind grundsätzlich die Schutzmaßnahmen, die auch während der noch laufenden Grippewelle nötig sind. Das medizinische Personal muss stets sicherstellen, dass es seine Patienten nicht gefährdet (IfSG).

Konkret können Sie folgende Maßnahmen durchführen:

  • geeignetes Händedesinfektionsmittel (mind. begrenzt viruzid) mitnehmen und regelmäßig nutzen
  • Husten- und Niesetikette befolgen,
  • Händeschütteln vermeiden,
  • geschlossene Räume regelmäßig lüften,
  • Sofern möglich sollten Sie Abstand zu Klienten und Angehörigen halten,
  • Händewaschen bei Bedarf (mindestens 20 Sekunden),
  • Hautschutz und -pflege anwenden,
  • Tragen von Mund-Nasen-Schutz bei Ihnen selbst und der Klientin

 

27.04.2020

Diese Seite

BGW online (Link zur Startseite)

Neu­ar­ti­ges Co­ro­na­vi­rus