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Coronavirus: Arbeitsschutz, Hygiene, Antworten auf häufige Fragen für Tattoo- und Piercingstudios

Damit sich beim Tätowieren oder Piercen weder Beschäftigte noch Kunden oder Kundinnen mit dem Coronavirus anstecken, bietet die BGW den aktualisierten Arbeitsschutzstandard für Tattoo- und Piercingstudios sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen.


BGW: SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für Tattoo- und Piercingstudios
(Stand: 05.03.2021)

Der neue Branchenstandard wurde an die aktuelle SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung sowie an die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS angepasst. Die wichtigsten Änderungen für diese Berufsgruppe gegenüber der Version vom 19.05.2020:

  • Eine Mindestfläche von 10 Quadratmetern pro Person darf nicht unterschritten werden, befinden sich mehrere Personen im Raum.
  • Pausenräume müssen durchgängig gelüftet werden, wenn sich mehrere Personen darin aufhalten.
  • Beschäftigte tragen immer mindestens Mund-Nasen-Schutz (medizinische Gesichtsmaske).
  • Für Kundinnen und Kunden gilt die vorgeschriebene Bedeckung von Mund und Nase nach den jeweiligen Verordnungen der Länder.
  • Die Verwendung von FFP2-Masken beim Bedienen von Kundinnen und Kunden, die keine vorgeschriebene Bedeckung von Mund und Nase tragen können, ist präzisiert. | mehr


Bitte achten Sie auf gesetzliche Forderungen laut Infektionsschutzgesetz sowie auf die Länderverordnungen. Das Infektionsschutzgesetz sowie die Länderverordnungen regeln u.a.

  • ob Ihr Betrieb geöffnet haben darf,
  • welche Behandlungen angeboten werden dürfen,
  • welche ggf. zusätzlichen Schutzmaßnahmen für Beschäftigte und für Kunden notwendig sind.

Dies hängt maßgeblich von der Pandemielage (Neuinfektionen) in der Region Ihres Betriebes ab. Beratung und Informationen bzgl. des Infektionsschutzgesetzes erhalten Sie durch die zuständigen Behörden wie beispielsweise Gesundheitsämter.

Der BGW-Arbeitsschutzstandard gilt unabhängig davon weiter.


+++ Personal testen mit Antigen-Tests (27.04.2021) +++

Eine Frau hält einen COVID-19-Antigentest in der ausgestreckten Hand

(Foto: AdobeStock/EstanisBS)

Informationen zu Corona-Schnelltests im Betrieb

Arbeitgebende sind verpflichtet, Beschäftigten, die nicht im Homeoffice arbeiten, mindestens zweimal pro Woche ein Schnelltest-Angebot zu machen - zum Schutz der Beschäftigten und aller weiteren Personen, mit denen sie beruflich Kontakt haben. | mehr

Ein Stapel Zeitschriften

(Foto: freepik/Racool_studio)

Informationen zur Auslage von Zeitungen und Zeitschriften
(08.02.2021)

Welche Hygienemaßnahmen die BGW beim Anbieten von Zeitungen und Zeitschriften als erforderlich benennt, erfahren Sie in diesem Artikel. | mehr

Titel: Hautschutz- und Händehygieneplan für Tattoo- und Piercingstudios

Hautschutz- und Händehygieneplan für Tattoo- und Piercingstudios
(Stand: 06/2018)

Hautschutz ist aufgrund der aktuellen Infektionsrisiken besonders wichtig. Bitte beachten Sie unseren Hautschutzplan. | Download


Auch auf andere Vorgaben achten

Ergänzend – oder über die BGW-Standards hinausgehend – gibt es zu vielen Themen rechtliche Vorgaben, beispielsweise von Bundesländern oder Bund, die einzuhalten sind. Bitte informieren Sie sich umfassend, was für Ihren Betrieb/Ihre Institution gilt.



Antworten auf häufige Fragen

In der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung wird unter § 3 ein betriebliches Hygienekonzept gefordert. Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin hat basierend auf der gesetzlich geforderten Gefährdungsbeurteilung (Arbeitsschutzgesetz) in einem Hygienekonzept alle betrieblichen Infektionsschutzmaßnahmen in Zeiten der Pandemie festzulegen und umzusetzen. Darüber hinaus sind die Beschäftigten zum Hygienekonzept zu unterweisen.

Das Hygienekonzept sollte die staatlichen Vorgaben der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel enthalten. Als weitere branchenspezifische Hilfestellung zur Erstellung des Hygienekonzepts können die aktuellen Branchenstandards der BGW herangezogen werden.

Ein Hygienekonzept muss für alle Betriebe vorliegen und es muss den Beschäftigten zur Verfügung gestellt werden. Das schafft Transparenz im Unternehmen über die durchzuführenden Infektionsschutzmaßnahmen – und gleichzeitig Rechtssicherheit. Das Hygienekonzept kann z. B. digital oder durch Aushänge im Unternehmen veröffentlicht werden.

26.04.2021

Die SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung mit ihren Regelungen ist zunächst befristet bis zum 30. Juni 2021.

Aktualisiert: 19.04.2021

Nein. Die Mindestfläche von 10 m² pro Person darf nicht unterschritten werden.

Beispiel: Ein Studio hat insgesamt eine Grundfläche von 50 m². Auf den Behandlungsraum fallen davon 40 m². Die restlichen 10 m² verteilen sich auf Sanitärräume, Lagerflächen, Sozial-/Pausenräume u. a. In diesem Beispiel dürfen sich im Behandlungsraum - zur gleichen Zeit höchstens 4 Personen aufhalten, unabhängig davon, ob es sich hier um Person des Studios oder Kundschaft handelt.

Darüber hinaus sind weitergehende Regelungen in den Landesverordnungen zu beachten.

Weitere Hinweise zur Umsetzung der SARS-CoV-2Arbeitsschutzverordnung finden Sie auf den Seiten des BMAS.

15.02.2021
Bestätigt: 04.03.2021

Grundsätzlich ist der geschlossene Raum mit seiner Fläche zu betrachten, in dem die Tätigkeit am Kunden, an der Kundin erfolgt. Für die Bedienung der Kundschaft ist das folglich der eigentliche Behandlungsraum ohne weitere zum Studio/zu den Geschäftsräumen gehörende Räume, wie Sanitärräume, Lagerflächen, Sozial-/Pausenräume u. a.

Sind die Räumlichkeiten jedoch baulich so gestaltet, dass z. B. der Behandlungsraum durch eine breite Öffnung mit einem benachbarten Raum verbunden ist – etwa durch einen breiten Durchbruch der Wand – und sind beide Räume lüftungstechnisch ausreichend mit Frischluft versorgt, so kann die Gesamtfläche dieser beiden Räume in die Berechnung der verfügbaren Mindestfläche von 10 m² pro Person einbezogen werden.

15.02.2021
Bestätigt: 04.03.2021

Wenn ein Behandlungsraum kleiner als 20 m² ist, muss die Unternehmensleitung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung weitergehende Schutzmaßnahmen ermitteln und umsetzen. Dabei sind mindestens folgende Aspekte zu beachten:

  • Es darf jeweils immer nur eine Person des Unternehmens (z.B. Studiomitarbeiter oder Studiomitarbeiterin) eine Kundin oder einen Kunden in den Geschäftsräumen bedienen: D. h. maximal zwei Personen befinden sich im Raum.
  • Die Personen tragen bei Anwesenheit der zweiten Person im Raum durchgängig Mund-Nasen-Schutz (medizinische Gesichtsmaske) oder FFP2-Masken bzw. vergleichbare Atemschutzmasken. Die BGW empfiehlt für Personen des Unternehmens aufgrund der aktuellen Pandemielage das ständige Tragen von FFP2-Masken oder vergleichbaren Atemschutzmasken bei Anwesenheit der zweiten Person im Raum.
  • Ausreichendes Lüften ist nötig, um einen ständigen Luftwechsel im Salons zu garantieren.

Darüber hinaus sind weitergehende Regelungen in den Landesverordnungen zu beachten.

15.02.2021
Bestätigt: 04.03.2021

Durch versetzte Arbeits- und Pausenzeiten oder Schichtbetrieb (z. B. Teams, die möglichst keinen Kontakt zueinander haben) kann die Belegungsdichte im Salon und an gemeinsam genutzten Einrichtungen zeitlich entzerrt und Personenkontakte können weiter verringert werden. Auch bei den Schichtwechseln sollten die Mitarbeitenden ausreichend Abstand halten können.

Die Vorgaben durch das Ladenschlussgesetz und das Arbeitszeitgesetz sind aber weiterhin zu beachten.

03.06.2020
Bestätigt: 04.03.2021

Grundsätzlich sind Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung gesetzlich verpflichtet. Eine bereits erstellte Gefährdungsbeurteilung muss bei neuen Gefährdungen, wie beispielsweise die SARS-CoV-2-Infektionsgefahr, aktualisiert werden.

Hinsichtlich der SARS-CoV-2-Infektionsgefahr wurden zudem Standards, Regelungen und konkretisierende Empfehlungen und Hilfestellungen zum Schutz von Beschäftigten und Versicherten entwickelt.

Vorrangig sind der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard sowie die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard ist zu berücksichtigen und wird durch die konkretisierende SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel auf eine rechtlich verbindliche Ebene gehoben. Hält der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin die Maßnahmen der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel ein, so sind die Anforderungen erfüllt.

Der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard sowie auch die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS sind branchenübergreifend, das heißt sie legen keine branchenspezifischen Regelungen fest. Daher ist die gesetzliche Unfallversicherung - so auch die BGW - durch das BMAS aufgefordert worden, den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel durch entsprechende SARS-CoV-2-Branchenstandards für die jeweilige Branche zu konkretisieren.

Die SARS-CoV-2-Branchenstandards der BGW sollen als Hilfestellung zur Gefährdungsbeurteilung von Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen hinzugezogen werden. Sie enthalten wichtige branchenbezogene Empfehlungen zur Erfüllung des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS. Sie sind somit eine wichtige Hilfestellung für die Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen.

Weitere, teilweise branchenbezogene Empfehlungen zum Infektionsschutz finden Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen in den Veröffentlichungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Regelungen des Bundes und der Länder sind immer verpflichtend und sind ebenfalls von Arbeitgebern sowie Arbeitgeberinnen umzusetzen.

Es ist nicht auszuschließen, dass Regelungen des Bundes und der Länder zum Infektionsschutz höhere Anforderungen festlegen, als der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard sowie die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS, oder umgekehrt. Hier sollte jeweils die höhere Anforderung von Arbeitgebern sowie Arbeitgeberinnen erfüllt werden.

Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) regeln nicht spezifisch den Arbeitsschutz, legen jedoch wichtige Hygieneregeln, insbesondere zum Schutz der Bevölkerung fest. Diese sind ebenfalls zu berücksichtigen.

Aktualisiert: 29.04.2021

Ein Gesichtsschutzschild oder Visier kann nicht als Ersatz einer Mund-Nasen-Bedeckung bzw. eines Mund-Nasen-Schutzes verwendet werden.

Sie dienen in Verbindung mit einer FFP2-Maske als zusätzlichen Schutz, wenn mit direkten (infektiösen) Tröpfchen oder Spritzern zu rechnen ist: Anniesen oder Anhusten. Ein Schutz vor potenziell virenbelastetem Aerosol (Schwebetröpfchen) in der Atemluft bietet ein solches Visier nicht.

Weitere Informationen und Empfehlungen finden Sie in der Übersichtsliste der BAuA zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2.

Aktualisiert: 09.02.2021
Bestätigt: 04.03.2021

Wenn der Kunde oder die Kundin bei der Behandlung am Gesicht Mund und Nase nicht bedecken kann, muss der bzw. die Beschäftigte eine FFP2 Maske oder eine gleichwertige Atemschutzmaske sowie eine Schutzbrille oder ein Gesichtsschutz tragen.

Die Masken müssen nach Herstellerangaben verwendet und gewechselt werden.

Aktualisiert: 10.03.2021

Ja, denn Viren können auch über die Schleimhäute in den Körper gelangen. Deshalb darf auf einen zusätzlichen Gesichtsschutz, wie z.B. Visier oder Korbbrille, bei gesichtsnahen Behandlungen nicht verzichtet werden. Diese Maßnahme ist auch für Brillenträger/innen notwendig.

15.02.2021
Bestätigt: 04.03.2021

Die Information und Unterweisung der Beschäftigten über Maßnahmen des Arbeitsschutzes ist Aufgabe der Unternehmensleitung bzw. des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin. Die Unternehmensleitung hat die Beschäftigten über die Gefährdungen bei der Arbeit und die Maßnahmen zu deren Verhütung regelmäßig zu unterweisen (§4 DGUV Vorschrift 1). Dies gilt insbesondere hinsichtlich der besonderen, verschärften Hygieneregelungen im Umgang mit dem SARS-CoV-2. Die Unterweisung muss bei Bedarf, regelmäßig wiederholt werden. Denn regelmäßige Unterweisungen aller Beschäftigten sind Voraussetzung für eine sichere Arbeitsweise. Zur Unterweisung gehört auch eine Überprüfung, ob die Botschaften verstanden worden sind.

Grundlage bildet der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für Tattoo- und Piercingstudios.

04.03.2021

Jeder Arbeitgeber und jede Arbeitgeberin ist verpflichtet, sich durch einen Betriebsarzt und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit beraten zu lassen. Auch Teilnehmende der "alternativen, bedarfsorientierten Betreuung" nach DGUV Vorschrift 2 haben über Kooperationspartner der BGW Zugang zu diesen Arbeitsschutzexperten und -expertinnen.

15.02.2021
Bestätigt: 04.03.2021

Sollte ein Beschäftigter oder eine Beschäftigte oder aber eine Kundin oder ein Kunde an Covid-19 erkranken, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihr zuständiges Gesundheitsamt und besprechen, welche Maßnahmen erforderlich sind. Im Zuge der Nachverfolgung der Infektionsketten wird gegebenenfalls das Gesundheitsamt auf Sie zukommen.

15.02.2021
Bestätigt: 04.03.2021

Die Wäsche muss nach Verschmutzung sofort und ansonsten regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden.

15.02.2021
Bestätigt: 04.03.2021

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden.

Mittel mit erweitertem Wirkbereich gegen Viren wie "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" können ebenfalls verwendet werden.

Einrichtungen außerhalb des Gesundheitsdienstes sollen sich vor dem zusätzlichen, breiten Einsatz von Desinfektionsmitteln unbedingt vom zuständigen Gesundheitsamt über deren Notwendigkeit und das aktuelle Infektionsgeschehen beraten lassen.

Infos über geeignete Desinfektionsmittel:

Aktualisiert: 16.04.2020
Bestätigt: 09.02.2021 

27.04.2021

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