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Coronavirus: Handlungsempfehlungen und Hygienemaßnahmen für die Schädlingsbekämpfung

Die Handlungsempfehlungen für die Schädlingsbekämpfung dienen dem Schutz der Beschäftigten vor Infektionserregern in Einrichtungen, in denen sich erkrankte Personen aufhalten. Allgemeines präventives Handeln soll verhindern, dass Infektionserreger verbreitet und Dritte gefährdet werden.

Schädlingsbekämpfer in Schutzkleidung mit Spritzgerät

(Foto: AdobeStock/Uwe Annas)

Potenzielle Risiken beim Umgang mit Kundinnen und Kunden

  • Persönliche Auftragsverhandlung
  • Vor-Ort-Begehung mit Begleitpersonen
  • Tätigkeiten bei Unternehmen
  • Aufsuchen von privaten Haushalten

Handlungsempfehlung - Generelle Verhaltensregeln

Maßnahmen zur Reduzierung des Risikos zur Übertragung von Coronaviren durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion:

  • Kundengespräche telefonisch oder über digitale Medien durchführen. Wenn vor Ort notwendig, ggf. Kundengespräch im Freien führen.
  • Folgebelehrung/Unterweisung aller Außendienstmitarbeiter zum Thema Infektionsschutz durch den Unternehmer bzw. einer beauftragten fachkundigen Person (z.B. Betriebsarzt)
  • Gegebenfalls Einführung von Früh- und Spätschichten, um die zeitlich verschobenen Kundenaufträge auch bearbeiten zu können.
  • Empfehlenswert ist die Aufteilung in unabhängig voneinander arbeitende Teams, die keinerlei persönlichen Kontakte mehr pflegen: weder dienstlich noch privat, sondern ausschließlich telefonisch oder über Chat- oder Messenger-Systeme miteinander kommunizieren.
  • Risikoeinschätzung für den Außendienst: Erstellen Sie unter Mithilfe Ihrer Kunden vorab eine Objekt-bezogene Gefährdungsbeurteilung zum Schutz Ihrer Beschäftigten und zum Schutz von Dritten.
  • Teamarbeit nach Möglichkeit vermeiden.
  • Falls Begleitperson erforderlich, nur mit Mindestabstand von mindestens 2 Metern. Gespräche in dieser Situation sollten auf ein Minimum begrenzt werden. Von beiden Personen sollte als mechanische Barriere ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) getragen werden.
  • Kontaktfreies arbeiten: Im Kundenkontakt ist auf ein Händeschütteln zu verzichten.
  • Arbeit beim Unternehmenskunden: Möglichst publikumsfreie Zeit nutzen und Einsatzpläne entsprechend anpassen. Den Einsatzort absperren sowie den Durchgangsverkehr verhindern/begrenzen. Falls möglich, lassen Sie die Räume vor dem Einsatz belüften.
  • Andere Personen aus dem Raum bitten, indem der Einsatz erfolgen soll.
  • Verhaltensregeln - Hygiene beim Husten und Niesen:

    • Niesen oder husten Sie, wenn möglich, in Einweg-Taschentücher.
    • Entsorgen Sie diese anschließend in einem verschließbaren Mülleimer.
    • Sollten Sie kein Taschentuch zur Hand haben, dann Husten oder Niesen Sie in die Armbeuge und drehen sich von anderen Personen weg.
    • Vermeiden Sie es in kritischen Fällen, sich mit den Händen ins Gesicht zu fassen.
    • Waschen Sie sich nach dem Husten und Niesen gründlich die Hände. Generell sollten die Hände regelmäßig und gründlich mit Seife und Wasser für 20 Sekunden gewaschen werden. Sofern keine Waschgelegenheit vor Ort möglich, sollte eine hygienische Händedesinfektion durchgeführt werden.
  • Benutzen Sie nur eigene Ess-, Trink- und Wasch-Utensilien. Gegenstände, wie Tassen oder anderes Geschirr sollten nicht geteilt werden.
  • Nur eigene Arbeitsmaterialien wie z.B. Stifte/Papier verwenden und nicht mit anderen Personen teilen.

Schutzmaßnahmen in Einrichtungen mit höherem Risiko

Bereits bei Tätigkeiten mit Verdachtsfällen greifen die Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2 des Robert-Koch-Instituts.

Daneben sind Maßnahmen gemäß TRBA 250 und Beschluss 609 unter besonderer Beachtung einer Gefährdung durch luftübertragbare Krankheitserreger zu ergreifen. Die Maßnahmen des Beschlusses 609 sind analog auf SARS-CoV-2 übertragbar.

Neben den oben beschriebenen Maßnahmen ist folgendes zu beachten:

  • Einen Mindestabstand zu potenziell erkrankten Personen von mind. 2 Metern einhalten.
  • Vor dem Betreten der Einrichtung sowie beim Verlassen des Gebäudes ist mindestens eine gründliche Händereinigung (Wasser und Seife > 20 Sekunden), besser eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen. Das verwendete Desinfektionsmittel muss mindestens als "begrenzt viruzid" eingestuft sein.
  • Als mechanische Barriere sind Einweghandschuhe (tätigkeitsbezogen DIN EN 455 bzw. DIN EN 374) während des Aufenthalts beim Kunden oder bei der Kundin zu tragen.
  • Der Hautschutzplan (Muster: siehe BGW Hautschutzplan für die Schädlingsbekämpfung) ist entsprechend anzupassen. Bei möglicher Feuchtarbeit ist eine Hautschutz- und eine Hautpflegecreme zur Verfügung zu stellen. Pausenzeiten zur Regeneration der Haut sind durchzuführen und einzuhalten.

Not-Einsätze an Orten mit bestätigter SARS-Cov-2-Infektion oder Covid-19-Erkrankungen:

  • Dienstleistungs-Service nur dann anbieten, wenn der Einsatz zwingend notwendig ist.
  • Folgende Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist vom Arbeitgeber für die Außendienstmitarbeiter bereitzustellen:

    • Atemschutzmaske zum Schutz vor Bio-Aerosolen: partikelfiltrierende Halbmasken mindestens der Klasse FFP2 oder FFP3
    • Einweg-Handschuhe (tätigkeitsbezogen DIN EN 455 bzw. DIN EN 374)
    • Einweg-Schutzkittel (langärmlige, wasserdichte Einwegschürze) oder Overall
    • Schutzbrille (geschlossen)

Auf das korrekte Tragen (z.B. dicht anliegende Atemschutzmaske) und Ablegen der Schutzkleidung ist zu achten. Die Beschäftigten sind entsprechend einzuweisen und schriftlich zum korrekten Tragen zu unterweisen. Bei verschmutzter Umgebung könnte das zusätzliche Tragen von Einweg-Überschuhen sinnvoll sein. Allerdings ist es hier wichtig die Mitarbeitenden entsprechend zu unterweisen, um das Risiko von Stolper- und Rutschunfällen zu reduzieren. Die Einweg-Schutzkleidung ist nach dem Verlassen des Einsatzortes in einem verschlossenen Behältnis zu entsorgen.

 

03.04.2020

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