Navigation und Service

Coronavirus: Rehakliniken und Hotels für Covid-19-Betroffene geeignet?

In besonders vom Coronavirus betroffenen Regionen könnte sich die Frage stellen: Wie lassen sich Kliniken und Krankenhäuser entlasten, wenn sie wegen SARS-CoV-2 überfüllt sind? Hier sind Reha-Kliniken sowie Hotels als mögliche Aufnahmestätten im Gespräch. Ihre Eignung ist im Einzelfall zu prüfen - und der Arbeitsschutz muss beachtet werden.

Eignen sich Reha-Kliniken für die Versorgung von Covid-19 infizierten Patienten?

In Gebieten, in denen Krankenhäuser und Kliniken aufgrund erhöhter Zahl an Infektionen geschlossen werden, werden Alternativen gesucht für die Versorgung der Covid-19-Patienten und Patientinnen mit mittelschweren bis schweren Symptomen.

Für die Erweiterung der Behandlungskapazitäten sind auch Reha-Kliniken im Gespräch. Ob eine Reha-Klinik an die notwendigen technischen, organisatorischen sowie personellen Anforderungen angepasst werden kann, muss im Einzelfall überprüft werden.

Handlungshilfe: Handbuch Krankenhausalarm- und -einsatzplanung

Als Unterstützung für Krankenhäuser in der aktuellen Covid-19-Situation stellte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Teile des geplanten Handbuchs Krankenhausalarm- und -einsatzplanung (KAEP) vorab zum Download bereit. Die Vorabversion des Handbuches fokussiert auf die aktuelle epidemische Lage. Auf der Seite finden Sie zudem den Auszug des Handbuchs, Planungsempfehlungen der DAKEP sowie eine Pandemie-Checkliste für Krankenhäuser.

Arbeitsschutz muss gewährleistet sein

Es ist unbedingt darauf zu achten, dass der Arbeitsschutz seinen wichtigen Stellenwert beibehält. So sind die Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes und dessen Arbeitsschutzverordnungen - inklusive der technischen Regeln sowie der Unfallverhütungsvorschriften - auch in Zeiten der Pandemie zu erfüllen.

 

Eignen sich Hotels als Unterkunft für Covid-19-infizierte Patientinnen?

Für Patientinnen und Patienten, die mit COVID-19 infiziert sind, aber keine oder nur leichte Symptome aufweisen, werden Überlegungen angestellt, diese in Hotels unterzubringen. Dies bezieht sich insbesondere auf Situationen, in denen eine Isolierung von nicht infizierten Familienmitgliedern in häuslicher Umgebung nicht möglich oder nicht gewährleistet werden kann. Hierzu zählen beispielsweise Bewohner kleiner Wohnungen, meist sozial schwache Familien oder auch Personen aus Flüchtlingsunterkünften.

Besondere, wichtige Aspekte aus Sicht des Arbeitsschutzes

  • Hotels sind meist mit Teppichböden ausgestattet, die nicht zu desinfizieren sind. Derartige Hotels sind nicht für die Unterbringung von infizierten Personen geeignet.
  • Die Böden derjenigen Hotels, die keine Teppichböden aufweisen, sind nicht auf die Desinfektionsmittel geprüft, welche zum Einsatz kommen müssen. Beim Hersteller müssten Informationen über die Stoffverträglichkeit eingeholt werden.
  • Auch muss geprüft werden, ob die Oberflächen von Möbeln in Hotelzimmern auf die hohen Anforderungen der Desinfizierbarkeit infektiöser Bereiche ausgerichtet sind. Aus hygienischer Sicht sollten Vorhänge und Jalousien abgenommen werden.
  • Es müssen Umkleide-, Sanitär- und Bereitsschaftsräume für zusätzliches Personal - beispielsweise für medizinische Versorgung, Reinigung, Sicherheit, psychologische Betreuung - vorhanden sein.
  • Es müssen eigene Müllbehältnisse in separaten Räumen für kontaminierte Schutzkleidung des Personals und andere Abfälle vorhanden sein.
  • Es muss bedacht werden, wie sich gesund fühlende Patienten, dazu bewegen lassen, ihr Zimmer nicht zu verlassen. Somit müsste Wachpersonal eingesetzt werden, für welches ebenfalls die arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften einzuhalten ist.
  • Des Weiteren müsste für Krisengespräche geschultes Personal zur Verfügung stehen, welches den Patienten seelische Unterstützung bieten kann.
  • Für die Überwindung möglicher Sprachbarrieren, in der Kommunikation des Personals untereinander aber vor allem in der Kommunikation mit den Patienten, müssen Dolmetscher zur Verfügung stehen.
  • Für die Unterbringung von Patienten mit körperlichen Einschränkungen werden spezielle Anforderungen an die Räumlichkeiten gestellt. Es muss geprüft werden, ob in den Aufzügen, Fluren, Zimmern entsprechende Hilfsmittel vorhanden sind beziehungsweise verwendet werden können.
  • Die Zuständigkeiten und Schnittstellen des Personals in den verschiedenen Bereichen müssen klar geregelt werden. Regelmäßige Unterweisungen und Teamgespräche sind notwendig, um Gefährdungen und psychische Belastungen für die Mitarbeitenden zu verringern.
  • Alle Beschäftigte in einer Ersatzunterkunft müssen im Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung unterwiesen werden. Hierzu muss verstärkt auch das Augenmerk auf das richtige Ausziehen kontaminierter Kleidung gelegt werden.
  • Es ist in jedem Einzelfall eine detaillierte und spezifische Gefährdungsbeurteilung zu erstellen.

 

Unsere Bitte: Bleiben Sie auf dem Laufenden

Informieren Sie sich bitte laufend über relevante Aktualisierungen der Infos von Robert-Koch-Institut (RKI), Landesbehörden, Unfallkassen und BGW – und geben Sie diese weiter. Als Vorgesetzte oder Führungskraft sorgen Sie bitte dafür getroffene Schutzmaßnahmen gegebenenfalls anzupassen.
Angaben von Landesbehörden und anderen Behörden: Beachten Sie bitte landesspezifische Unterschiede, etwa Vorgaben von Hygieneplänen.

 

21.04.2020

Diese Seite

BGW online (Link zur Startseite)

Neu­ar­ti­ges Co­ro­na­vi­rus