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Coronavirus: Arbeitsschutz, Datenschutz, Antworten auf häufige Fragen für physiotherapeutische Praxen und medizinische Massagepraxen

Beim Arbeiten während der Corona-Pandemie gilt es aktuell einige besondere Auflagen zu beachten. Damit sich bei physiotherapeutischen Behandlungen weder Beschäftigte noch Patienten oder Patientinnen mit dem Coronavirus anstecken, bietet die BGW den Arbeitsschutzstandard für physiotherapeutische Praxen und medizinische Massagepraxen, eine Datenschutzinformation für die Kundschaft sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Unser Tipp: Auch auf andere Vorgaben achten

Ergänzend - oder über die BGW-Standards hinausgehend - gibt es zu vielen Themen rechtliche Vorgaben, beispielsweise von Bundesländern oder Kreisen, die einzuhalten sind. Bitte informieren Sie sich umfassend, was für Ihren Betrieb gilt.


BGW: SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für physiotherapeutische Praxen und medizinische Massagepraxen
(Stand 20.05.2020)

Worauf müssen physiotherapeutische Praxen aktuell achten? Wie schützen sie ihre Beschäftigten möglichst gut vor der Infektionsgefahr durch das Coronavirus? Der Arbeitsschutzstandard gibt die Regeln vor. | mehr

Hand auf Computermaus


(Foto: pixabay)

Wir bitten Sie um Ihre Mithilfe!

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Datenschutzinformation für die Kundschaft in Corona-Zeiten

Die Praxis muss Kontaktdaten der Patientinnen und Patienten dokumentieren, um bei Bedarf die Infektionskette nachverfolgen zu können. Unsere Info hilft, dem Patientenkreis die Maßnahme nach Art. 13 DSGVO zu erklären. | mehr                        

Antworten auf häufige Fragen

Verantwortlich für die Umsetzung notwendiger Arbeits- und Infektionsschutzmaßnahmen sind Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen entsprechend dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung. Die gesetzliche Pflicht dazu ergibt sich aus § 2 und § 3 DGUV Vorschrift 1.

Die Pandemie-Arbeitsschutzstandards der BGW konkretisieren diese Maßnahmen. Allerdings sind daneben auch die zwingenden Vorgaben im Infektionsschutzrecht, vor allem in den Rechtsverordnungen und Allgemeinverfügungen der Länder, zu beachten und umzusetzen. Diese können im Einzelfall höhere Anforderungen enthalten als die Pandemie-Arbeitsschutzstandards. Das heißt: Sie müssen die Maßnahmen umsetzen, die weitreichender sind.

Aktualisiert: 25.05.2020

 

Es ist möglich, die Mund-Nasen-Bedeckung während der Einwirkzeit einer Behandlung abzunehmen, wenn keine weitere Person im Therapieraum ist. Die BGW empfiehlt es jedoch nicht. Beim An- und Ablegen der Mund-Nasen-Bedeckung sollten entsprechende Hygienemaßnahmen, wie das Händewaschen vor und nach dem Berühren der Mund-Nasen-Bedeckung, eingehalten werden. Diese Hygienemaßnahmen kann man jedoch während des ruhigen Verweilens auf dem Therapiegerät nicht umsetzen. Somit besteht durch eine unsachgemäße Handhabung der Mund-Nase-Bedeckung für die Patientin oder den Patienten ein erhöhtes Infektionsrisiko.

(Aktualisiert: 20.05.2020)

Für Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB, Communitymasken) gibt es offiziell keine festgelegten Tragezeiten, sie erfüllen nicht die Normen für persönliche Schutzausrüstung. Die Toleranz und damit die Tragezeit richtet sich daher nach persönlichem Empfinden, der körperlichen Aktivität beim Tragen und individueller Konstitution (Vorerkrankungen wie z. B. Asthma, Allergien wie Heuschnupfen etc.). Sie sollten mindestens nach Durchfeuchtung oder möglicher Kontamination gewechselt werden.

Informationen zur Tragedauer und notwendigen Pausen für FFP2/FFP3-Masken finden sich in der Tabelle in Anhang 2 (Tragezeitbegrenzung) der DGUV Regel 112–190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" und bei der BAuA. Weiterhin finden sich Informationen in der Betriebsanleitung des Herstellers. Die maximale Tragezeit beträgt grundsätzlich längstens 2 Stunden mit anschließender Mindestserholungsdauer von 30 Minuten. Bei einer FFP-Maske ohne Ausatemventil beträgt die maximale Tragezeit längstens 75 Minuten mit anschließender Mindesterholungsdauer von 30 Minuten.

(Aktualisiert: 20.05.2020)

Begleitpersonen sollten möglichst nicht mitgebracht werden. Anders verhält es sich mit Personen, die zur Betreuung oder Aufsicht oder für Hilfestellungen unbedingt notwendig sind. Ihre zwingende Anwesenheit ist eine Einzelfallentscheidung, die die Praxisleitung jeweils zusammen mit den Therapeutinnen und Therapeuten sorgsam abwägen muss. Anwesende Begleitpersonen müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und wenn möglich auf den nötigen Abstand achten.

(Aktualisiert: 20.05.2020)

Wenn Patientinnen oder Patientinnen keine Mund-Nasen-Bedeckung während des Praxisaufenthaltes tolerieren, sollten Sie zunächst die Notwendigkeit der Behandlung sorgfältig abwägen: Verschlimmert sich die Grunderkrankung, wenn die Therapie ausfällt? Auch bei der Kinderphysiotherapie müssen die Kinder keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wenn sie dies nicht können oder es massiv die Therapie stören würde.

Ist die Behandlung medizinisch notwendig, müssen Therapeuten und Therapeutinnen in diesem Fall Atemschutzmasken tragen (mindestens FFP2-Masken, auch Masken mit der Bezeichnung N95 oder KN95), ergänzt von einer Schutzbrille oder einem Gesichtsschild.

(Aktualisiert: 20.05.2020)

Ja, wenn die Möglichkeit besteht, können therapeutische Anleitungen via Tele-Angebot durchgeführt werden. Hierfür bieten u. a. die Berufsverbände umfangreiche Informationen an.

Eine Übersicht über zertifizierte Videodienstanbieter finden Sie auf der Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV zum Download.

(Aktualisiert: 20.05.2020)

Die Patienten und Patientinnen müssen beim Betreten der Praxis die Möglichkeit haben, ihre Hände zu waschen oder zu desinfizieren; es ist darauf zu achten, dass sie dies auch tun.

(Aktualisiert: 20.05.2020)

Bedenken Sie bitte, dass die Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten und für Sie selbst getroffen wurden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie die Maßnahmen im häuslichen Umfeld des Patienten oder der Patientin einhalten können und der Termin aufgrund des Gesundheitszustands verschoben werden kann, sollten Sie dies auch tun und einen neuen Termin, möglichst in der Praxis vereinbaren.

In jedem Fall absagen und verschieben sollen Sie Termine bei bestätigt an COVID-19 Erkrankten. Auch bei Personen, die unter Quarantäne stehen, soll der Termin verschoben werden.

(Aktualisiert: 13.05.2020)

Physiotherapeutische Praxen sind aus Sicht der BGW verpflichtet, eine Liste mit Kontaktdaten der Patientinnen und Patienten zu führen, damit Infektionsketten lückenlos nachverfolgt und die betreffenden Personen schnell informiert werden können.

Die Erhebung dieser Daten ist nach Art. 6 Abs. 1 lit. f) Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zulässig. Es bestehen Informationspflichten nach Art. 13 DSGVO.

Wir haben eine Datenschutzinfo dazu vorbereitet.

(Aktualisiert: 20.05.2020)

Bei allen therapeutischen Tätigkeiten im Kopf- bzw. Ausatembereich tragen Beschäftigte immer mindestens FFP2-Masken oder Masken mit der Bezeichnung N95 und KN95, ergänzt von einer Schutzbrille oder einem Gesichtsschild, um sich vor Kontaktinfektionen zu schützen. Zum Schutz der Patientinnen und Patienten dürfen Atemschutzmasken kein Ausatemventil enthalten.

Das richtige sichere Auf- und Absetzen der Atemschutzmasken sollte den Beschäftigten dringend demonstriert und von diesen geübt werden.

(Aktualisiert: 20.05.2020)

Im Empfangsbereich sollte ein Schutzschild zwischen Patientinnen und Patienten und Kasse/Empfang aufgestellt werden. Kontaktloses Bezahlen ist zu bevorzugen.

(Aktualisiert: 20.05.2020)

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden.

Mittel mit erweitertem Wirkbereich gegen Viren wie "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" können ebenfalls verwendet werden.

Einrichtungen außerhalb des Gesundheitsdienstes sollen sich vor dem zusätzlichen, breiten Einsatz von Desinfektionsmitteln unbedingt vom zuständigen Gesundheitsamt über deren Notwendigkeit und das aktuelle Infektionsgeschehen beraten lassen.

Infos über geeignete Desinfektionsmittel:

Aktualisiert: 16.04.2020

 

Das zeigt außer dem Video unten auch die Seite: Schonende Händehygiene: Desinfizieren statt waschen

 

 

Aktualisiert: 16.04.2020

 

Wenn keine Waschmaschine in der Praxis zur Verfügung steht, muss dennoch zum Schutz der Beschäftigten und ihrer Angehörigen verhindert werden, dass Viren durch Wäsche in den privaten Bereich verschleppt werden. Das muss bei alternativen Maßnahmen gewährleistet sein.

(Aktualisiert: 20.05.2020)

Ventilatoren einzusetzen ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber es gilt zu bedenken:

  • Der Luftstrom sollte nicht direkt auf Personen gerichtet sein, da dies zu einer schnelleren und weiteren Ausbreitung etwaiger Aerosole beitragen kann. 
  • Eine bessere Wirkung wird erzielt durch allgemeine Maßnahmen zur Raumkühlung wie z. B. Raumlüftung über Nacht, Außenjalousien und Ähnliches. 
  • Grundsätzlich ist Luftwechsel durch Öffnen von Fenstern oder Einsatz von Lüftungsanlagen die wirksamere Maßnahme, da dadurch ein tatsächlicher Transport von Partikel nach außen erfolgt. 

Aktualisiert: 25.05.2020

Unser Ansinnen ist es, Ihren Betrieb bei der Schaffung sicherer Arbeitsbedingungen zu unterstützen und Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

Dazu führen wir Vor-Ort-Überwachungen in Form von Betriebsbegehungen durch. Diese finden sowohl angemeldet als auch unangemeldet statt. Anhand des branchenspezifischen Arbeitsschutzstandards prüfen wir die Arbeitsbedingungen in Ihrem Betrieb. Beim ersten Termin findet eine Prüfung sowie eine Beratung statt. Jeder Betrieb hat die Chance nachzubessern, es werden nicht sofort Bußgelder oder Zwangsgelder verhängt. Eine sogenannte Nachbesichtigung führen wir nur bei gravierenden Mängeln durch.

Außerdem bieten wir Ihnen die Möglichkeit der telefonischen Nachfrage bzw. Beratung an. Hierbei sollen offene Fragen geklärt werden und es wird sicher gestellt, dass Ihr Betrieb mit dem Standard zurecht kommt.

Aktualisiert: 19.05.2020

20.05.2020

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