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Coronavirus: Pflege und Betreuung – Arbeitsschutzstandards

Wegen der Corona-Pandemie gelten zurzeit besondere Auflagen für ambulante Pflege sowie für stationäre Alten- und Pflegeheime und Einrichtungen zur Betreuung von Menschen mit Behinderungen. Damit sich niemand mit dem Coronavirus ansteckt, hat die BGW zwei Arbeitsschutzstandards für die Pflege entwickelt: sowohl für ambulante Pflege- und Betreuungsleistungen als auch für stationäre Pflege. Antworten auf häufige Fragen ergänzen diese Seite.

Auch auf andere Vorgaben achten

Ergänzend – oder über die BGW-Standards hinausgehend – gibt es zu vielen Themen rechtliche Vorgaben, beispielsweise von Bundesländern oder Bund, die einzuhalten sind. Bitte informieren Sie sich umfassend, was für Ihren Betrieb/Ihre Institution gilt.


+++ Ambulante Pflege (aktualisiert: 07.06.2021) +++

BGW: SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für die ambulante Pflege
(aktualisiert: 07.06.2021)

Die Vorgaben im SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für die ambulante Pflege sind nun gleichgezogen mit den Vorgaben für stationäre Pflege. Grundlage für die Vorgaben im Standard ist
u. a. die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung des BMAS. Die wichtigsten Änderungen gegenüber der Vorgängerversionen:

  • Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen müssen ein betriebliches Hygienekonzept erstellen und umsetzen. Darin müssen alle betrieblichen Infektionsschutzmaßnahmen für die Pandemiezeit festgelegt sein.
  • Beschäftigte tragen immer mindestens Mund-Nasen-Schutz.
  • Bei unmittelbarem, engem Kontakt mit einem Abstand unter 1,5 Meter zu pflegebedürftigen Menschen ist eine FFP2-Maske oder eine gleichwertige Atemschutzmaske – ohne Ausatemventil – zu tragen.
  • Wenn Beschäftigte sowie zu versorgende Pflegebedürftige über einen vollständigen Immunschutz durch Impfung/Genesung nach COVID-19-Erkrankung verfügen, kann auf das Tragen der Atemschutzmasken bei Pflegetätigkeiten verzichtet werden.
  • Pausenräume müssen durchgängig gelüftet werden, wenn sich mehrere Personen darin aufhalten.
  • Zum Schutz der Beschäftigten sowie der zu Pflegenden sind die Beschäftigten regelmäßig vorsorglich auf SARS-CoV-2 zu testen. | Download

Stationäre Pflege und Einrichtungen für die Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen (aktualisiert: 12.05.2021)

BGW: SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für Alten- und Pflegeheime und Einrichtungen für die Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen (aktualisiert: 12.05.2021)

Wie schützen sich Beschäftigte in der Pflege vor dem Coronavirus? Der aktualisierte Branchenstandard wurde an die aktuelle SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung sowie an die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS angepasst. Die wichtigsten Änderungen gegenüber den Versionen vom 06.10.2020:

  • Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen müssen ein betriebliches Hygienekonzept erstellen und umsetzen. Darin müssen alle betrieblichen Infektionsschutzmaßnahmen für die Pandemiezeit festgelegt sein.
  • Eine Mindestfläche von 10 Quadratmetern pro Person darf nicht unterschritten werden, befinden sich mehrere Personen im Raum. Lassen die Tätigkeiten dies nicht zu, zum Beispiel in den Zimmern der Bewohner und Bewohnerinnen, so ist durch andere geeignete Schutzmaßnahmen ein gleichwertiger Schutz der Beschäftigten sicherzustellen.
  • Beschäftigte tragen immer mindestens Mund-Nasen-Schutz.
  • Bei unmittelbarem, engem Kontakt mit einem Abstand unter 1,5 Meter zu Bewohnerinnen oder Bewohnern ist eine FFP2-Maske oder eine gleichwertige Atemschutzmaske – ohne Ausatemventil – zu tragen.
  • Wenn Beschäftigte sowie zu versorgende Pflegebedürftige über einen vollständigen Immunschutz durch Impfung/Genesung nach COVID-19-Erkrankung verfügen, kann auf das Tragen der Atemschutzmasken bei Pflegetätigkeiten verzichtet werden.
  • Pausenräume müssen durchgängig gelüftet werden, wenn sich mehrere Personen darin aufhalten.
  • Die Empfehlungen zum Lüften sind insgesamt konkretisiert.
  • Ein Hinweis auf die neue „TRBA 255 – Arbeitsschutz beim Auftreten von nicht impfpräventablen respiratorischen Viren mit pandemischem Potenzial im Gesundheitsdienst“.
  • Zum Schutz der Beschäftigten sowie der Bewohnerinnen und Bewohner sind die Beschäftigten regelmäßig vorsorglich auf SARS-CoV-2 zu testen. | Download

+++ Personal testen mit Antigen-Tests (27.04.2021) +++

Eine Frau hält einen COVID-19-Antigentest in der ausgestreckten Hand

(Foto: AdobeStock/EstanisBS)

Informationen zu Corona-Schnelltests im Betrieb

Arbeitgebende sind verpflichtet, Beschäftigten, die nicht im Homeoffice arbeiten, mindestens zweimal pro Woche ein Schnelltest-Angebot zu machen - zum Schutz der Beschäftigten und aller weiteren Personen, mit denen sie beruflich Kontakt haben. | mehr

Hautschutz- und Händehygiene 

Hautschutz- und Händehygieneplan für Pflegeberufe
(Stand: 06/2018)

Hautschutz ist aufgrund der aktuellen Infektionsrisiken besonders wichtig. Bitte beachten Sie unseren Hautschutzplan. | Download

 

ANTWORTEN AUF HÄUFIGE FRAGEN

Raumgröße / Mindestfläche (12.05.2021)

Die SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung mit ihren Regelungen ist zunächst befristet bis zum 30. Juni 2021.

Aktualisiert: 19.04.2021

Die Mindestfläche von 10 m² pro Person (Beschäftigte, Patientin oder Patient, Bewohner oder Bewohnerin, Begleitpersonen) darf nicht unterschritten werden. Dies gilt für alle benutzten geschlossenen Räume, z. B. Behandlungsräume, Empfangsbereich, Büroräume, weitere Räume zur Vor- oder Nachbereitung. Auch in Pausenräumen müssen die Mindestfläche von 10 m² pro Person und das Abstandsgebot von mindestens 1,5 m eingehalten werden.

Ist in beruflich genutzten Räumen die Mindestfläche von 10 m² pro notwendig anwesender Person durch betriebliche Gründe - wie z. B. bauliche Gegebenheiten (Räume kleiner 20 Quadratmeter) oder das notwendige Zusammenarbeiten von mehreren Personen - nicht gegeben, muss die Leitung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung weitergehende Schutzmaßnahmen ermitteln und umsetzen. Neben dem Tragen von FFP2-Masken bzw. vergleichbaren Atemschutzmasken durch die Beschäftigten sind insbesondere weitere Lüftungsmaßnahmen umzusetzen. Wirtschaftliche Aspekte sind keine ausreichenden Gründe, die Mindestfläche nicht einzuhalten.

Darüber hinaus sind weitergehende Regelungen in den Landesverordnungen zu beachten.

Weitere Hinweise zur Umsetzung der SARS-CoV-2Arbeitsschutzverordnung finden Sie auf den Seiten des BMAS.

06.04.2021

Ist die Anwesenheit einer Auszubildenden oder eines Auszubildenden für den Ausbildungszweck im Raum erforderlich und wird dadurch die Personenzahl (1 Person pro 10 m²) zeitweise überschritten, sind zusätzliche Schutzmaßnahmen geboten. Diese sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln und umzusetzen. Dazu gehören neben dem generellen Tragen von FFP2-Masken insbesondere auch Lüftungsmaßnahmen.

06.04.2021

Durch versetzte Arbeits- und Pausenzeiten oder Schichtbetrieb, z. B. Teams, die möglichst keinen Kontakt zueinander haben, kann die Belegungsdichte in der Praxis/Einrichtung zeitlich entzerrt und Personenkontakte können weiter verringert werden. Auch bei den Schichtwechseln sollten die Mitarbeitenden ausreichend Abstand halten können. Die Ausweitung von Öffnungszeiten (z. B. ambulante Praxen, Apotheken) kann eine weitere Maßnahme sein, die Zahl der gleichzeitig anwesenden Personen in den Räumen zu reduzieren.

Die Vorgaben durch das Arbeitszeitgesetz sind aber weiterhin zu beachten.

06.04.2021

Allgemeine Regeln (aktualisiert: 12.05.2021)

Geimpfte Person:

Eine vollständig gegen COVID-19 geimpfte Person ist eine durch Impfung geschützte Person 14 Tage nach einer kompletten Corona-Impfung.

Laut §2 Nr. 2 und 3 der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung sind dies Personen ohne Krankheitssymptome, die im Besitz eines auf sie ausgestellten Impfnachweises sind. Dies ist der Nachweis über eine vollständige Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache in verkörperter oder digitaler Form auf. Die Corona-Schutzimpfung muss mit einem oder mehreren vom Paul-Ehrlich-Institut genannten Impfstoffen erfolgt sein.

Zusätzlich muss die Impfung:

Zudem müssen seit der letzten erforderlichen Einzelimpfung mindestens 14 Tage vergangen sein.

Genesene Person:

Eine genesene Person ist nach §2 Nr. 4 und 5 der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung eine Person ohne Krankheitssymptome, die einen auf sie ausgestellten Genesenennachweis hat. Dies ist der Nachweis über eine durchgemachte Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache in verkörperter oder digitaler Form. Das zugrundeliegende Testergebnis muss durch eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) erfolgt sein und muss mindestens 28 Tage sowie darf maximal sechs Monate zurückliegen.

12.05.2021

Die Arbeitsschutzmaßnahmen und Hygieneregeln auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung gelten für alle Beschäftigten weiter. Auch Beschäftigte, die gemäß COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung als genesene oder geimpfte Personen gelten, müssen weiterhin die AHA+L Regeln in ihren Einrichtungen einhalten.

Vollständig gegen COVID-19 geimpfte sowie genesene Personen haben im Vergleich zu ungeimpften Personen ein stark vermindertes Risiko, schwer zu erkranken oder eine SARS-CoV-2-Infektion weiterzugeben. Dies beeinflusst die Risikobeurteilung für geimpfte oder genesene Beschäftigte in Einrichtungen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung und die Wahl der persönlichen Schutzmaßnahmen. Es wird als vertretbar beurteilt, dass vollständig geimpfte oder genesene Beschäftigte im Kontakt zu vollständig geimpften oder genesenen weiteren Personen auf das Tragen der Atemschutzmaske (FFP2-Maske oder gleichwertige Atemschutzmaske) zugunsten eines Mund-Nasen-Schutzes verzichten können. Gegebenenfalls strengere Regelungen der Länder oder des Bundes sind jedoch verpflichtend umzusetzen.

Zur Minimierung des Restrisikos für Übertragungen von SARS-CoV-2 sind von den gegen COVID-19 geimpften oder genesenen Beschäftigten weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz in der Einrichtung zu tragen. Die Arbeitgeber sowie Arbeitgeberinnen haben die entsprechenden Maßnahmen vorzuhalten, anzuwenden und den Beschäftigten zu ermöglichen. Die Beschäftigten haben diese zu befolgen und anzuwenden. Entscheiden sich Beschäftigte für ein höheres Schutzniveau (FFP2-Masken oder gleichwertige Atemschutzmasken) müssen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber diese zur Verfügung stellen.

25.05.2021

In der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung wird unter § 3 ein betriebliches Hygienekonzept gefordert. Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin hat basierend auf der gesetzlich geforderten Gefährdungsbeurteilung (Arbeitsschutzgesetz) in einem Hygienekonzept alle betrieblichen Infektionsschutzmaßnahmen in Zeiten der Pandemie festzulegen und umzusetzen. Darüber hinaus sind die Beschäftigten zum Hygienekonzept zu unterweisen.

Das Hygienekonzept sollte die staatlichen Vorgaben der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel enthalten. Als weitere branchenspezifische Hilfestellung zur Erstellung des Hygienekonzepts können die aktuellen Branchenstandards der BGW herangezogen werden.

Ein Hygienekonzept muss für alle Betriebe vorliegen und es muss den Beschäftigten zur Verfügung gestellt werden. Das schafft Transparenz im Unternehmen über die durchzuführenden Infektionsschutzmaßnahmen – und gleichzeitig Rechtssicherheit. Das Hygienekonzept kann z. B. digital oder durch Aushänge im Unternehmen veröffentlicht werden.

26.04.2021

Darunter fallen hauptsächlich besondere Wohnformen. (Betreute) Wohngemeinschaften oder Leistungserbringungen im Rahmen des Persönlichen Budgets sind in diesem Branchenstandard nicht gemeint. Wichtige einzelne Konkretisierungen sind aber ebenfalls für diese Bereiche mittels Gefährdungsbeurteilung abzuleiten und umzusetzen.

Der Arbeitsschutz in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen ist im "SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM)" beschrieben.

Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards der BGW konkretisieren den branchenunabhängigen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des BMAS und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel. Sie sind damit eine branchenspezifische Hilfestellung für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zur Erstellung der Gefährdungsbeurteilung. Gelten durch die aktuelle SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung höhere Anforderungen, sind diese zu erfüllen.

Für alle weiteren Einrichtungen der Eingliederungshilfe konkretisiert die allgemeingültige SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel für den gemäß § 5 Infektionsschutzgesetz festgestellten Zeitraum der epidemischen Lage von nationaler Tragweite die Anforderungen an den Arbeitsschutz in Hinblick auf SARS-CoV-2.

Aktualisiert: 23.02.2021
Bestätigt: 12.05.2021

In der Gefährdungsbeurteilung müssen für das Tragen von FFP-Masken sowohl die Tragezeiten als auch Erholungszeiten geplant werden. Empfehlungen dazu werden in der DGUV Regel 112–190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" gegeben.

Für das bestimmungsgemäße Tragen von medizinischen Gesichtsmasken im Gesundheitsdienst gibt es keine Empfehlungen zu Trage- und Erholungszeiten. Bei der Gefährdungsbeurteilung sind auch Maßnahmen zur Vorbeugung von Hautbeschwerden im Gesicht zu berücksichtigen.

Erholungsdauer ist dabei der Zeitraum zwischen aufeinanderfolgenden Gebrauchsintervallen eines Atemschutzgerätes, der zur Erholung dient. Die Erholungszeit schließt eine leichte körperliche Arbeit nicht aus. Erholungszeiten können auch dadurch erreicht werden, dass Tätigkeiten mit Maske und Tätigkeiten ohne Maske im Wechsel geplant werden. Unabhängig davon sind die Pausenregelungen nach Arbeitszeitgesetz (ArbZG) zu beachten.

Im Klinikalltag und in Arztpraxen ist die Verwendung von medizinischen Gesichtsmasken nach EN 14683:2019-10 für viele Anwendungen eine etablierte Routine. Medizinische Gesichtsmasken werden oft auch Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder OP-Masken genannt. Zum Schutz der Patienten und Patientinnen sind medizinische Gesichtsmasken in diversen Hygienevorgaben wie z. B. den Empfehlungen für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) als Fremdschutz verbindlich festgelegt.

Medizinische Gesichtsmasken sind Medizinprodukte und schützen das Gegenüber vor abgegebenen infektiösen Tröpfchen des Trägers. Der Dichtsitz von medizinischen Gesichtsmasken am Gesicht des Trägers ist keine Anforderung der europäischen Norm EN 14683:2019-10, ebenso sind keine Anforderungen bezüglich des Atemwiderstandes festgelegt. Bedingt durch Form und Sitz strömt ein Teil der Atemluft an den Maskenrändern vorbei. Bei der Einatmung kann durch diese offenen Bereiche ungefilterte Atemluft angesogen werden. Medizinische Gesichtsmasken gelten nicht wie FFP-Masken als „belastend“ im Sinne der AMR 14.2, Tragezeitbegrenzungen werden deshalb im Arbeitsschutz-Regelwerk nicht festgelegt.

Partikelfiltrierende Halbmasken (sog. „FFP-Masken“, Englisch für: „Filtering Face Piece“) stellen als Atemschutzgeräte eine Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) dar und unterliegen bei beruflicher Verwendung dem Arbeitsschutzgesetz und der PSA-Benutzungsverordnung. Die Empfehlungen zu den Tragezeiten, der Erholungsdauer und den nötigen Pausen bei der Nutzung von FFP2/FFP3-Masken beruhen auf der Eingruppierung der Atemschutzgeräte in Gruppen gemäß AMR 14.2. In der DGUV Regel 112–190 wird für FFP-Masken mit Ausatemventil eine maximale Tragezeit von zwei Stunden mit anschließender Erholungsdauer von 30 Minuten bei mittlerer Arbeitsschwere und normalen Umgebungsbedingungen empfohlen. Bei einer FFP-Maske ohne Ausatemventil wird als maximale Tragezeit 75 Minuten mit einer anschließenden Erholungsdauer von 30 Minuten empfohlen.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ist gemäß DGUV Regel 112–190 zu berücksichtigen, ob aufgrund der Arbeitsschwere, durch Umgebungseinflüsse (wie z. B. Lufttemperatur, Luftfeuchte, Wärmestrahlung) sowie aufgrund der Bekleidungseigenschaften (wie beispielsweise schwere Schutzkleidung) eine geänderte maximale Tragedauer angezeigt ist. Möglich ist natürlich auch nach kürzerer Tragezeit entsprechend eine kürzere Erholungsdauer einzuplanen. Bei der Festlegung sollte der arbeitsmedizinische Sachverstand des Betriebsarztes bzw. der Betriebsärztin hinzugezogen werden.

Mögliche Alternativen zur Verwendung von Partikelfiltrierenden Halbmasken generell sowie auch bei Überschreitung der Tragedauerempfehlung sind in der TRBA 255 „Arbeitsschutz beim Auftreten von nicht impfpräventablen respiratorischen Viren mit pandemischem Potential im Gesundheitsdienst“ aufgeführt.

Die BGW empfiehlt dies nicht nur für den Gesundheitsdienst, sondern für alle Mitgliedsbetriebe.

(abgestimmt zwischen dem Koordinierungskreis für biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) und dem Sachgebiet Atemschutz der DGUV)

Aktualisiert: 16.02.2021

 

Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin oder die Beschäftigten wollen, dass der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin zum Beispiel für eine chronisch kranke, immunsupprimierte Person wegen besonders hohem individuellem Infektionsrisiko ein Beschäftigungsverbot ausspricht. Das fällt nicht in die Befugnis des Betriebsarztes oder der Betriebsärztin, weil es im Rahmen der betriebsärztlichen Tätigkeit und deren gesetzlichen Grundlagen nicht möglich ist (ASiG, ArbSchG und ArbMedVV).

Es empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  • Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin macht eine Gefährdungsbeurteilung für besondere Gruppen (zum Beispiel immunsupprimierte Beschäftigte) und bietet in dieser Situation den Beschäftigten eine betriebsärztliche Wunschvorsorge nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) an.
  • Der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin gibt den Beschäftigten nach der Beratung auf deren Wunsch persönlich ein Empfehlungsschreiben für Home-office, Versetzung in andere Tätigkeitsbereiche mit positivem und negativem Tätigkeitsprofil oder Ähnliches in die Hand (ohne Diagnosen). Die Beschäftigten können diese Bescheinigung dem Betrieb aushändigen.

Es ist keine gesetzliche Handhabe für Beschäftigungsverbote für chronisch Kranke analog zum Mutterschutzgesetz bekannt. Es handelt sich um innerbetriebliche Regelungen aus Fürsorge gegenüber den Beschäftigten. Die Kosten für den Arbeitsausfall trägt im Regelfall die Firma.

Robert-Koch-Institut: Arbeitshilfe zur Beurteilung der Immundefizienz durch betriebsärztliches Personal.

(27.03.2020)

Bundesfamilienministerium: Aufsichtsbehörden für Mutterschutz und Kündigungsschutz: Informationen der Länder

Für jedes Bundesland: Liste der für den Mutterschutz zuständigen Behörden und Institutionen | mehr

Schaue Sie sich auch gerne unsere Seite zum Mutterschutz an.

Aktualisiert: 07.06.2021

 

Zum Vorbeugen von Hautbeschwerden im Gesicht, die im Zusammenhang mit dem Tragen von medizinischem Mund-Nasen-Schutz (MNS, OP-Masken) oder FFP2-Masken auftreten können, ist Folgendes ratsam:

  • Wechseln Sie den Mund-Nasen-Schutz (MNS, OP-Maske) oder die FFP2-Masken regelmäßig. Tun Sie dies insbesondere dann, wenn Sie merken, dass die Maske feucht wird. Eine feuchte Maske kann die Gesichtshaut reizen und darüber hinaus ihre Schutzwirkung verlieren.
  • Halten Sie die in der Gefährdungsbeurteilung festgelegten Pausen zum Tragen einer Maske ein. Wenn möglich, sollten sich Tätigkeiten, die das Tragen einer Maske erfordern, mit Tätigkeiten ohne diese Anforderung abwechseln. Legen Sie die Masken jedoch nur ab, wenn dies ohne Gefährdung möglich ist. Die Tätigkeiten und Bedingungen, bei denen auf das Tragen von Masken verzichtet werden kann, sollten in der Gefährdungsbeurteilung festgelegt werden.
  • Reinigen Sie Ihr Gesicht schonend mit pH-hautneutralen, duftstofffreien Hautreinigungspräparaten.
  • Achten Sie auf einen zurückhaltenden Einsatz von Make-up oder verzichten Sie während der Arbeitszeit darauf.

Sollten sich trotz dieser Maßnahmen Hautbeschwerden entwickeln und/oder fortbestehen, gehen Sie wie folgt vor:

  • Testen Sie, ob durch die Verwendung anderer Modelle der gleichen Schutzklasse eine bessere Hautverträglichkeit erreicht werden kann. Verschiedene Fabrikate desselben Maskentyps werden durchaus individuell unterschiedlich gut vertragen. Hier spielen Faktoren wie Passform und Verarbeitung eine Rolle.
  • Stellen Sie sich bei Ihrem Betriebsarzt/Ihrer Betriebsärztin vor und/oder lassen Sie Ihre Hautbeschwerden durch einen Hautarzt/eine Hautärztin abklären. So erhalten Sie eine individuelle Beratung und Therapie und es kann entschieden werden, ob eine Meldung an die BGW wegen einer beruflich bedingten Hauterkrankung angezeigt ist. In diesem Fall erhalten Sie von der BGW weitere Unterstützung, z.B. im Rahmen einer Vorstellung in unserer berufsdermatologischen Hautsprechstunde. Sie können Ihre Hautbeschwerden auch eigenständig bei der BGW melden. Die Sachbearbeitung Ihrer Bezirksverwaltung bespricht dann mit Ihnen das weitere Vorgehen.
  • Falls bei Ihnen schon seit der Zeit vor der Corona-Pandemie eine Hauterkrankung im Gesicht bekannt ist, kontaktieren Sie frühzeitig Ihren behandelnden Hautarzt/Ihre behandelnde Hautärztin. Besprechen Sie, welche Maßnahmen unter den aktuellen Bedingungen in Ihrem individuellen Fall hilfreich sein können.

15.01.2021

 

Weitere Informationsquellen

02.06.2021

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