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Coronavirus: Pflege und Betreuung – Arbeitsschutzstandards

Wegen der Corona-Pandemie gelten zurzeit besondere Auflagen für ambulante Pflege sowie für stationäre Alten- und Pflegeheime und Einrichtungen zur Betreuung von Menschen mit Behinderungen. Damit sich niemand mit dem Coronavirus ansteckt, hat die BGW zwei Arbeitsschutzstandards für die Pflege entwickelt: sowohl für ambulante Pflege- und Betreuungsleistungen als auch für stationäre.

Außerdem bieten wir eine Hilfe zur Gefährdungsbeurteilung mit Fokus auf das Thema Atemschutz - ebenfalls für ambulante und stationäre Tätigkeiten. Die Hilfestellungen basieren auf Abstimmungen der BGW mit den Bundesministerien für Arbeit und Soziales sowie für Gesundheit, der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sowie dem Robert Koch-Institut (RKI). Antworten auf häufige Fragen ergänzen diese Seite.

Auch auf andere Vorgaben achten

Ergänzend – oder über die BGW-Standards hinausgehend – gibt es zu vielen Themen rechtliche Vorgaben, beispielsweise von Bundesländern oder Bund, die einzuhalten sind. Bitte informieren Sie sich umfassend, was für Ihren Betrieb/Ihre Institution gilt.


+++ Aktuelle Pandemielage: Atemschutzvorgaben (08.02.2021) +++

Eine Atemschutzmaske, vor der vergrößerte Viren schweben

(Foto: AdobeStock)

Atemschutz in Einrichtungen im Gesundheitsdienst

Aufgrund der aktuellen Pandiemielage gelten zurzeit strengere Vorgaben für den Atemschutz. | mehr

Ambulante Pflege

BGW: SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für die ambulante Pflege
(Stand: 01.12.2020)

Wie schützen sich Beschäftigte bei der ambulanten Pflege vor dem Coronavirus? Was gilt es, während der Pandemie zu beachten? Im neuen Arbeitsschutzstandard rückt die Gefährdungsbeurteilung mehr in den Fokus, wenn Pflegebedürftige keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können. | Download

Hilfe zur Ermittlung/Bewertung des SARS-CoV-2-Infektionsrisikos bei der Gefährdungsbeurteilung hinsichtlich Atemschutz in der ambulanten Pflege (Stand: 01.12.2020)

In welchen Situationen ist bei der ambulanten Pflege welcher Atemschutz nötig? Das Einschätzen und Abwägen verschiedener Risikofaktoren steht bei dieser Hilfestellung im Mittelpunkt: Wie ist z. B. das Infektionsrisiko im regionalen Einzugsbereich der Wohnung? Gibt es viele Kontakte der Beschäftigten oder der Pflegebedürftigen zur Außenwelt? Gibt es Pflegebedürftige mit COVID-19-typischen Symptomen? Liegt nach Bewertung der Risikofaktoren ein erhöhtes Infektionsrisiko vor, müssen Beschäftigte eine FFP2-Maske oder gleichwertige Atemschutzmaske tragen. | Download


Stationäre Pflege und Einrichtungen für die Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen

BGW: SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für Alten- und Pflegeheime und Einrichtungen für die Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen (aktualisiert: 06.10.2020)

Wie schützen sich Beschäftigte in der Pflege vor dem Coronavirus? Was gilt es, während der Pandemie zu beachten? Im aktualisierten Arbeitsschutzstandard rückt die Gefährdungsbeurteilung mehr in den Fokus, wenn Pflegebedürftige keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können. | Download

Hilfe zur Ermittlung/Bewertung des SARS-CoV-2-Infektionsrisikos bei der Gefährdungsbeurteilung hinsichtlich Atemschutz bei Pflege- und Betreuungstätigkeiten (Stand: 06.10.2020)

In welchen Situationen ist welcher Atemschutz nötig? Das Einschätzen und Abwägen verschiedener Risikofaktoren steht bei dieser Hilfestellung im Mittelpunkt: Wie ist z. B. das lokale Infektionsrisiko im Einzugsgebiet der Einrichtung? Gibt es viele Kontakte der Beschäftigten oder der Pflegebedürftigen zur Außenwelt? Setzt die Einrichtung Konzepte zur Infektionsvermeidung um, die das Infektionsrisiko auf ein möglichst geringes Niveau eingrenzen? Gibt es Bewohnerinnen oder Bewohner mit COVID-19-typischen Symptomen? Liegt nach Bewertung der Risikofaktoren ein erhöhtes Infektionsrisiko vor, müssen Beschäftigte eine FFP2-Maske oder gleichwertige Atemschutzmaske tragen.
| Download


Hautschutz- und Händehygiene 

Hautschutz- und Händehygieneplan für Pflegeberufe
(Stand: 06/2018)

Hautschutz ist aufgrund der aktuellen Infektionsrisiken besonders wichtig. Bitte beachten Sie unseren Hautschutzplan. | Download

 

+++ Personal testen mit Antigen-Tests (26.03.2021) +++

Eine Frau hält einen COVID-19-Antigentest in der ausgestreckten Hand

(Foto: AdobeStock/EstanisBS)

Informationen zu Corona-Schnelltests im Betrieb

Die BGW empfiehlt ihren Mitgliedsbetrieben, dem Personal regelmäßig Schnell- oder Selbsttests anzubieten - zum Schutz der Beschäftigten und aller weiteren Personen, mit denen sie beruflich Kontakt haben. | mehr


ANTWORTEN AUF HÄUFIGE FRAGEN

Unter Einrichtungen für die Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen sind hauptsächlich besondere Wohnformen zu fassen. (Betreute) Wohngemeinschaften oder Leistungserbringungen im Rahmen des Persönlichen Budgets sind im Branchenstandard nicht gemeint. Wichtige einzelne Konkretisierungen sind aber ebenfalls für diese Bereiche mittels Gefährdungsbeurteilung abzuleiten und umzusetzen.

Der Arbeitsschutz in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen ist im Branchenstandard "SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM)" beschrieben.

Die erstellten SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards der BGW konkretisieren den branchenunabhängigen Arbeitsschutzstandard COVID 19 des BMAS und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel. Sie sind damit eine branchenspezifische Hilfestellung für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zur Erstellung der Gefährdungsbeurteilung.

Für alle weiteren Einrichtungen der Eingliederungshilfe konkretisiert die allgemeingültige SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel für den gemäß § 5 Infektionsschutzgesetz festgestellten Zeitraum der epidemischen Lage von nationaler Tragweite die Anforderungen an den Arbeitsschutz in Hinblick auf SARS-CoV-2.

(15.09.2020)

In der Gefährdungsbeurteilung müssen für das Tragen von FFP-Masken sowohl die Tragezeiten als auch Erholungszeiten geplant werden. Empfehlungen dazu werden in der DGUV Regel 112–190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" gegeben.

Für das bestimmungsgemäße Tragen von medizinischen Gesichtsmasken im Gesundheitsdienst gibt es keine Empfehlungen zu Trage- und Erholungszeiten. Bei der Gefährdungsbeurteilung sind auch Maßnahmen zur Vorbeugung von Hautbeschwerden im Gesicht zu berücksichtigen.

Erholungsdauer ist dabei der Zeitraum zwischen aufeinanderfolgenden Gebrauchsintervallen eines Atemschutzgerätes, der zur Erholung dient. Die Erholungszeit schließt eine leichte körperliche Arbeit nicht aus. Erholungszeiten können auch dadurch erreicht werden, dass Tätigkeiten mit Maske und Tätigkeiten ohne Maske im Wechsel geplant werden. Unabhängig davon sind die Pausenregelungen nach Arbeitszeitgesetz (ArbZG) zu beachten.

Im Klinikalltag und in Arztpraxen ist die Verwendung von medizinischen Gesichtsmasken nach EN 14683:2019-10 für viele Anwendungen eine etablierte Routine. Medizinische Gesichtsmasken werden oft auch Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder OP-Masken genannt. Zum Schutz der Patienten und Patientinnen sind medizinische Gesichtsmasken in diversen Hygienevorgaben wie z. B. den Empfehlungen für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) als Fremdschutz verbindlich festgelegt.

Medizinische Gesichtsmasken sind Medizinprodukte und schützen das Gegenüber vor abgegebenen infektiösen Tröpfchen des Trägers. Der Dichtsitz von medizinischen Gesichtsmasken am Gesicht des Trägers ist keine Anforderung der europäischen Norm EN 14683:2019-10, ebenso sind keine Anforderungen bezüglich des Atemwiderstandes festgelegt. Bedingt durch Form und Sitz strömt ein Teil der Atemluft an den Maskenrändern vorbei. Bei der Einatmung kann durch diese offenen Bereiche ungefilterte Atemluft angesogen werden. Medizinische Gesichtsmasken gelten nicht wie FFP-Masken als „belastend“ im Sinne der AMR 14.2, Tragezeitbegrenzungen werden deshalb im Arbeitsschutz-Regelwerk nicht festgelegt.

Partikelfiltrierende Halbmasken (sog. „FFP-Masken“, Englisch für: „Filtering Face Piece“) stellen als Atemschutzgeräte eine Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) dar und unterliegen bei beruflicher Verwendung dem Arbeitsschutzgesetz und der PSA-Benutzungsverordnung. Die Empfehlungen zu den Tragezeiten, der Erholungsdauer und den nötigen Pausen bei der Nutzung von FFP2/FFP3-Masken beruhen auf der Eingruppierung der Atemschutzgeräte in Gruppen gemäß AMR 14.2. In der DGUV Regel 112–190 wird für FFP-Masken mit Ausatemventil eine maximale Tragezeit von zwei Stunden mit anschließender Erholungsdauer von 30 Minuten bei mittlerer Arbeitsschwere und normalen Umgebungsbedingungen empfohlen. Bei einer FFP-Maske ohne Ausatemventil wird als maximale Tragezeit 75 Minuten mit einer anschließenden Erholungsdauer von 30 Minuten empfohlen.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ist gemäß DGUV Regel 112–190 zu berücksichtigen, ob aufgrund der Arbeitsschwere, durch Umgebungseinflüsse (wie z. B. Lufttemperatur, Luftfeuchte, Wärmestrahlung) sowie aufgrund der Bekleidungseigenschaften (wie beispielsweise schwere Schutzkleidung) eine geänderte maximale Tragedauer angezeigt ist. Möglich ist natürlich auch nach kürzerer Tragezeit entsprechend eine kürzere Erholungsdauer einzuplanen. Bei der Festlegung sollte der arbeitsmedizinische Sachverstand des Betriebsarztes bzw. der Betriebsärztin hinzugezogen werden.

Mögliche Alternativen zur Verwendung von Partikelfiltrierenden Halbmasken generell sowie auch bei Überschreitung der Tragedauerempfehlung sind in der TRBA 255 „Arbeitsschutz beim Auftreten von nicht impfpräventablen respiratorischen Viren mit pandemischem Potential im Gesundheitsdienst“ aufgeführt.

Die BGW empfiehlt dies nicht nur für den Gesundheitsdienst, sondern für alle Mitgliedsbetriebe.

(abgestimmt zwischen dem Koordinierungskreis für biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) und dem Sachgebiet Atemschutz der DGUV)

Aktualisiert: 16.02.2021

 

Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin oder die Beschäftigten wollen, dass der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin zum Beispiel für eine chronisch kranke, immunsupprimierte Person wegen besonders hohem individuellem Infektionsrisiko ein Beschäftigungsverbot ausspricht. Das fällt nicht in die Befugnis des Betriebsarztes oder der Betriebsärztin, weil es im Rahmen der betriebsärztlichen Tätigkeit und deren gesetzlichen Grundlagen nicht möglich ist (ASiG, ArbSchG und ArbMedVV).

Es empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  • Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin macht eine Gefährdungsbeurteilung für besondere Gruppen (zum Beispiel immunsupprimierte Beschäftigte) und bietet in dieser Situation den Beschäftigten eine betriebsärztliche Wunschvorsorge nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) an.
  • Der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin gibt den Beschäftigten nach der Beratung auf deren Wunsch persönlich ein Empfehlungsschreiben für Home-office, Versetzung in andere Tätigkeitsbereiche mit positivem und negativem Tätigkeitsprofil oder Ähnliches in die Hand (ohne Diagnosen). Die Beschäftigten können diese Bescheinigung dem Betrieb aushändigen.

Es ist keine gesetzliche Handhabe für Beschäftigungsverbote für chronisch Kranke analog zum Mutterschutzgesetz bekannt. Es handelt sich um innerbetriebliche Regelungen aus Fürsorge gegenüber den Beschäftigten. Die Kosten für den Arbeitsausfall trägt im Regelfall die Firma.

Robert-Koch-Institut: Arbeitshilfe zur Beurteilung der Immundefizienz durch betriebsärztliches Personal.

(27.03.2020)

Bundesfamilienministerium: Aufsichtsbehörden für Mutterschutz und Kündigungsschutz: Informationen der Länder

Für jedes Bundesland: Liste der für den Mutterschutz zuständigen Behörden und Institutionen | mehr

Aktualisiert: 29.04.2020

 

Zum Vorbeugen von Hautbeschwerden im Gesicht, die im Zusammenhang mit dem Tragen von medizinischem Mund-Nasen-Schutz (MNS, OP-Masken) oder FFP2-Masken auftreten können, ist Folgendes ratsam:

  • Wechseln Sie den Mund-Nasen-Schutz (MNS, OP-Maske) oder die FFP2-Masken regelmäßig. Tun Sie dies insbesondere dann, wenn Sie merken, dass die Maske feucht wird. Eine feuchte Maske kann die Gesichtshaut reizen und darüber hinaus ihre Schutzwirkung verlieren.
  • Halten Sie die in der Gefährdungsbeurteilung festgelegten Pausen zum Tragen einer Maske ein. Wenn möglich, sollten sich Tätigkeiten, die das Tragen einer Maske erfordern, mit Tätigkeiten ohne diese Anforderung abwechseln. Legen Sie die Masken jedoch nur ab, wenn dies ohne Gefährdung möglich ist. Die Tätigkeiten und Bedingungen, bei denen auf das Tragen von Masken verzichtet werden kann, sollten in der Gefährdungsbeurteilung festgelegt werden.
  • Reinigen Sie Ihr Gesicht schonend mit pH-hautneutralen, duftstofffreien Hautreinigungspräparaten.
  • Achten Sie auf einen zurückhaltenden Einsatz von Make-up oder verzichten Sie während der Arbeitszeit darauf.

Sollten sich trotz dieser Maßnahmen Hautbeschwerden entwickeln und/oder fortbestehen, gehen Sie wie folgt vor:

  • Testen Sie, ob durch die Verwendung anderer Modelle der gleichen Schutzklasse eine bessere Hautverträglichkeit erreicht werden kann. Verschiedene Fabrikate desselben Maskentyps werden durchaus individuell unterschiedlich gut vertragen. Hier spielen Faktoren wie Passform und Verarbeitung eine Rolle.
  • Stellen Sie sich bei Ihrem Betriebsarzt/Ihrer Betriebsärztin vor und/oder lassen Sie Ihre Hautbeschwerden durch einen Hautarzt/eine Hautärztin abklären. So erhalten Sie eine individuelle Beratung und Therapie und es kann entschieden werden, ob eine Meldung an die BGW wegen einer beruflich bedingten Hauterkrankung angezeigt ist. In diesem Fall erhalten Sie von der BGW weitere Unterstützung, z.B. im Rahmen einer Vorstellung in unserer berufsdermatologischen Hautsprechstunde. Sie können Ihre Hautbeschwerden auch eigenständig bei der BGW melden. Die Sachbearbeitung Ihrer Bezirksverwaltung bespricht dann mit Ihnen das weitere Vorgehen.
  • Falls bei Ihnen schon seit der Zeit vor der Corona-Pandemie eine Hauterkrankung im Gesicht bekannt ist, kontaktieren Sie frühzeitig Ihren behandelnden Hautarzt/Ihre behandelnde Hautärztin. Besprechen Sie, welche Maßnahmen unter den aktuellen Bedingungen in Ihrem individuellen Fall hilfreich sein können.

15.01.2021

 

08.02.2021

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