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Das Krankenhaus im Ausnahmezustand: Vorbereitung der Beschäftigten auf die Krisensituation

Die Corona-Pandemie stellt Krankenhäuser vor erhebliche neue Herausforderungen. Sie sind im Ausnahmezustand, Arbeitsabläufe werden geändert, Operationen verschoben, Stationen als Intensivstationen umgewandelt. Man bereitet sich auf eine vergleichbare Situation wie in Italien, Spanien oder den USA vor. Das ärztliche und pflegerische Personal arbeitet seit Wochen an der Belastungsgrenze.

Pflegerin, die den Kopf in die Hände stützt und grübelnd auf ein Handy schaut, das auf dem Tisch liegt

Professionelle therapeutische Unterstützung kann notwendig werden.
(Foto: Fotolia/Miriam Dörr)

Wie können sich Krankenhäuser vorbereiten? Was können Sie in der Situation tun? Wir als BGW unterstützen Sie beim Umgang mit den Herausforderungen dieser schwer planbaren Arbeitssituation.

Arbeitsorganisatorische Maßnahmen der Einrichtung

Wegen des schwer planbaren Aufkommens an Patientinnen und Patienten kann es im Krankenhaus zu einer Überschreitung der Behandlungskapazitäten kommen, sodass schwerkranke Personen mit leichter Erkrankten um vorgehaltene Ressourcen konkurrieren. Dabei kommt das Instrument der Triage zum Einsatz: Es hilft, die Behandlungsdringlichkeit nach festgelegten Regeln einzuschätzen. Die Regeln und der Umgang damit sollten gut geplant, abgestimmt und kommuniziert werden, damit alle Beteiligten, auch über die Notaufnahme hinaus, Handlungssicherheit haben. Diese Sicherheit kann entlasten. Dabei können vorbereitend auch Fallkonferenzen für kritische Entscheidungen unterstützen.

Persönliche, individuelle Maßnahmen

Die skizzierten Situationen und Entscheidungen sind mit einem hohen moralischen Stressempfinden verknüpft: mit Sorgen moralisch nicht richtig gehandelt und gegen die (persönliche und gesellschaftliche) Integrität verstoßen zu haben. Wenn in solchen Entscheidungssituationen mehrere Handlungen gleichzeitig geboten sind, die sich gegenseitig ausschließen, kann das ein Extremerlebnis für die Betroffenen sein.

Häufig "funktionieren" Beschäftigte in Krisensituation und solchen außergewöhnlichen Belastungssituationen gut. Die Reaktion auf das Erlebte, die sogenannte psychische Belastungsreaktion, kann später auftreten. Sie ist ganz normal nach einer außergewöhnlich belastenden Erfahrung.

Wenn nach einem solchen Extremerlebnis psychische Symptome auftreten, bietet die BGW ihren Versicherten schnelle Unterstützung an.

  • In unseren Informationen zur Hilfe nach Extremerlebnissen lesen Sie, was Menschen nach Extremerlebnissen innerlich erleben können, wie Betroffene aufgefangen werden können und was die BGW in solchen Fällen tun kann. Sie finden dort auch unseren Flyer "Extremerlebnisse bewältigen - Hilfen der BGW".
  • Telefonische Krisenberatung: Wir vermitteln bundesweit und unbürokratisch eine telefonische Beratung durch Psychotherapeutinnen und -therapeuten. Bis zu fünf Telefontermine à 50 Minuten sind möglich. So lässt sich zeitnah und ortsunabhängig weiterer Unterstützungsbedarf klären.
  • Therapiesitzungen ohne Wartezeit: Wir vermitteln Betroffene bei Bedarf innerhalb einer Woche an ärztliche oder psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten. Ohne weitere Prüfung oder Genehmigung sind fünf ambulant durchgeführte probatorische Sitzungen möglich, um die psychische Stabilisierung zu unterstützen. Wenn anschließend aufgrund des erlittenen oder miterlebten Vorfalls eine psychotherapeutische Weiterbehandlung erforderlich ist, wird diese ebenfalls gewährt.


    Weitere Informationen zum Ablauf des Psychotherapeutenverfahrens

    Aufgrund der aktuellen Situation zur Eindämmung der Verbreitung des neuartigen Coronavirus ist es bis auf Weiteres zulässig und gewünscht, die psychotherapeutischen Behandlungen im Rahmen des Psychotherapeutenverfahrens mit Einverständnis der Betroffenen auch im Rahmen sogenannten Videosprechstunden durchzuführen.

 

01.04.2020

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