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Coronavirus: Kinderbetreuung und Kindertagesstätten - Arbeitsschutz, Antworten auf häufige Fragen und Infos

Von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gibt es ein Konzept für zeitlich befristete Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege. Außerdem: eine Muster-Gefährdungsbeurteilung, Antworten auf häufige Fragen und Tipps.

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DGUV: Schutzstandard Kindertagesbetreuung in der Coronavirus-Pandemie (Stand 05.06.2020)

Technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheit in Kindertageseinrichtungen/ Kitas und in der Kindertagespflege. | mehr

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DGUV: Schutzstandard Kindertagesbetreuung in der Coronavirus-Pandemie

Technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheit in Kindertageseinrichtungen/ Kitas und in der Kindertagespflege. | mehr

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Ergänzend dazu: DGUV: Hintergrundinfos zum Schutzstandard Kindertagesbetreuung in der Coronavirus-Pandemie

Muster-Gefährdungsbeurteilung "Kinderbetreuung/ Kitas" (aktualisiert: 02.07.2020)

Tätigkeiten, Gefährdungen und Maßnahmen als Beispiele. Dieses Muster muss auf eine bestehende Gefährdungsbeurteilung aufsetzen und betriebsspezifisch angepasst werden. | Download

Verhaltensregeln für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege in Corona-Zeiten (Stand: 03.07.2020)

Elterninfo mit den wichtigsten Regeln für den Kitabesuch – zum Ausdrucken und Aufhängen. | mehr

 

Antworten auf häufige Fragen

Um die Kontakte innerhalb der Einrichtung möglichst weit zu reduzieren und die Beschäftigten sowie die Kinder zu schützen, sollten die Kinder wenn möglich beim Bringen und Abholen an der Eingangstür übergeben bzw. in Empfang genommen werden bzw. übergeben werden. Wenn dies organisatorisch ungünstig ist, da es z. B. zu Personenansammlungen vor dem Eingangsbereich kommen könnte oder nicht ausreichend personelle Ressourcen vorhanden sind, empfiehlt es sich, dass die Kinder von einzelnen Erziehungsberechtigten in die Einrichtung gebracht und von dort wieder abgeholt werden.

Generell besteht dabei die Vorgabe, dass Personen mit Symptomen einer Atemwegserkrankung und / oder Fieber und diejenigen, für die behördliche Quarantäne angeordnet ist, die Einrichtung nicht betreten dürfen. Die Kinder sowie die Erziehungsberechtigten sollen sich gründlich die Hände waschen, wenn sie Räumlichkeiten für einen längeren Aufenthalt betreten. Zudem empfehlen wir, dass die bringenden und abholenden Erziehungsberechtigten in der Einrichtung eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Weiterhin soll der empfohlene Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Erziehungsberechtigten und den Beschäftigten sowie den bereits anwesenden und betreuten Kindern eingehalten werden (dies gilt nicht für die eigenen Kinder). Soweit es der Entwicklungsstand des Kindes und die emotionale Situation zulässt, sollte auch bei der Übergabe der Kinder der Mindestabstand von den Erziehungsberechtigten zu den Beschäftigten eingehalten werden.

Eine Markierung der einzuhaltenden Sicherheitsabstände (z. B. im Garderobenbereich) kann sinnvoll sein, um die Einhaltung dieser Abstände zu gewährleisten, ist aber nicht zwingend gefordert. Kann der Mindestabstand dennoch ausnahmsweise nicht eingehalten werden, sollen von den Erziehungsberechtigten sowie von den Beschäftigten Mund-Nasen-Bedeckungen bzw. Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die Erziehungsberechtigten sollen sich beim Bringen und Holen der Kinder nicht länger als notwendig in der Einrichtung aufhalten.

Sollte es Gesprächsbedarf zwischen Erziehungsberechtigten und Fachkräften geben, können unter Beachtung der empfohlenen Abstandsregelungen kurze Gespräche in der Einrichtung geführt werden. Bei Bedarf nach ausführlicheren Gesprächen empfehlen wir, Telefontermine zu vereinbaren.

(20.05.2020)

 

Eine "Einbahnstraßen-Regelung" mit geführten Bring- und Abholrichtungen kann sinnvoll sein, um die Übergabe von Kindern gezielt zu steuern und gegenläufigen Personenverkehr mit zu geringen Sicherheitsabständen an Ein- und Ausgängen zu vermeiden.

Schaffen Sie, wenn möglich, z. B. mehrere Zutrittsbereiche, um das Personenaufkommen räumlich zu entzerren. Auch könnte eine zeitliche Staffelung in den einzelnen Bereichen sinnvoll sein, um das Aufeinandertreffen von Personen weiter zu reduzieren.

Generell muss darauf geachtet werden, dass die Erziehungsberechtigten den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 m zu Beschäftigten sowie zu bereits anwesenden Kindern einhalten und während des Aufenthalts eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Kann der Mindestabstand nicht eingehalten werden, müssen die Erziehungsberechtigten sowie die Beschäftigten Mund-Nasen-Bedeckungen tragen.

Die Erziehungsberechtigten sollten sich generell beim Bringen und Holen der Kinder nicht länger als notwendig in der Einrichtung aufhalten. Die Kinder sollen nur von einzelnen Personen gebracht und abgeholt werden.

(Aktualisiert: 03.06.2020)

 

Um die Anzahl der Kontakte zwischen den Kindern sowie zu den Beschäftigten möglichst gering zu halten, ist von offenen bzw. teiloffenen Gruppenkonzepten während der Pandemiezeit abzusehen.

Es wird empfohlen, die Kinder in festen Gruppen zu betreuen. Zur Vermeidung von Infektionsketten sollte auch ein Personalwechsel innerhalb der einzelnen Gruppen möglichst vermieden werden. Die länderspezifischen Vorgaben sind hierbei zu beachten.

Wenn die Möglichkeit besteht, ist es empfehlenswert, dass sich die Kinder mit ihren Betreuungspersonen unter Beibehaltung der Gruppenaufteilung häufig und lange im Außengelände der Einrichtung aufhalten.

(20.05.2020) 

Beschäftigte sollen bei Kontakt untereinander oder zu anderen Erwachsenen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wenn der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann.

Das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen soll bei Kontakt der Beschäftigten mit den Kindern situationsbedingt erfolgen, wenn das Abstandsgebot (mindestens 1,5 m) zu einem Kind vorhersehbar und planbar nicht eingehalten werden kann. Zudem sollte die emotionale Situation berücksichtigt werden. Dies liegt im pädagogischen Ermessen der jeweiligen Betreuungsperson und kann z. B. beim Wickeln, Trösten oder bei Erste-Hilfe-Maßnahmen der Fall sein.

Die benutzte Mund-Nasen-Bedeckung muss in einer verschlossenen Tüte entsorgt oder bis zur Aufbereitung durch Waschen (mind. 60 °C mit Vollwaschmittel) unzugänglich gelagert werden.

(Aktualisiert: 03.06.2020)

 

Sollte ein Beschäftigter oder eine Beschäftigte oder ein Kind an Covid-19 erkranken, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihr zuständiges Gesundheitsamt, um die Erkrankung zu melden und zu besprechen, welche weiteren Maßnahmen notwendig sind.

(20.05.2020)

Nur wenn die geltenden allgemeinen Regelungen der Länder bzw. der Kommunen zum Schutz vor SARS-CoV-2-Infektionen beachtet werden, können Veranstaltungen und Feste mit externen Personen durchgeführt werden.

Gruppeninterne Veranstaltungen können stattfinden, wobei auch hier auf die Anwesenheit von externen Personen (Eltern, Großeltern, Geschwister, Pädagogen, Künstler, Caterer etc.) zu verzichten ist, um die Anzahl der Kontakte zum Schutz der Beschäftigten sowie Kinder soweit wie möglich zu reduzieren.

(20.05.2020)

Ausflüge, zum Beispiel in naturnahe Gebiete wie Wiesen und Wälder, bieten sich an, um zum Schutz der Beschäftigten sowie der Kinder Ansammlungen von Personen und damit mögliche Kontakte zu vermeiden.

Es wird empfohlen, die Ausflüge zu Fuß durchzuführen und auf öffentliche Verkehrsmittel zu verzichten. Falls doch die öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden, beachten Sie bitte die DGUV Handlungshilfe Coronavirus – Hinweise für den Kita-und Schulweg. Die Nutzung von öffentlichen Toiletten sollte vermieden werden.

Die geltenden allgemeinen Regelungen der Länder bzw. der Kommunen zum Schutz vor SARS-CoV-2-Infektionen sind zu beachten.

(Aktualisiert: 29.05.2020)

 

Da beim Singen potenzielle Aerosole über eine größere Entfernung transportiert werden können und daher das Infektionsrisiko erhöht ist, ist vom angeleiteten Singen in der Kita in geschlossenen Räumen derzeit generell abzuraten.

Hinweis zu Chören: Bei Chören ist ein Infektionsrisiko bei steigender Gruppengröße erhöht. Deshalb ist derzeit vom Chorsingen in geschlossenen Räumen abzuraten. Hierauf weist zum Beispiel die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin e.V. vom 26.05.2020 hin. Dennoch können bei großem Abstand der Chormitglieder Proben und Darstellungen möglich sein. Hierzu ist in Singrichtung ein Abstand von mindestens 6 m und seitlich von mindestens 3 m einzuhalten.

Nähere Informationen:

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für die Branche Bühnen und Studios; Bereich: Proben- und Vorstellungsbetrieb (Verwaltungs-Berufsgenossenschaft; Neues Fenster/ Tab).

(Veröffentlicht: 13.07.2020)

 

Beschäftigte, Kinder und andere externe Personen mit Krankheitssymptomen, vor allem Fieber und / oder Symptomen einer Atemwegserkrankung sowie Störungen des Gehör-, Geschmacks- oder Geruchssinns, sind aufzufordern, die Einrichtung nicht zu betreten.

Zeigen sich die Krankheitssymptome während der Betreuungszeit, ist die Arbeitstätigkeit so zeitnah wie möglich zu beenden bzw. sind die Kinder (sowie gegebenenfalls symptomfreie Geschwisterkinder) so schnell wie möglich von ihren Erziehungsberechtigten aus der Einrichtung abzuholen. Bis zur ärztlichen Abklärung der aufgetretenen Symptome darf die Einrichtung von den betroffenen Beschäftigten, Kindern oder anderen Personen nicht betreten werden.

Bei Beschäftigten ist bis zur ärztlichen Abklärung des Verdachts von Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die betroffenen Personen sollten sich umgehend zunächst telefonisch zur Abklärung an eine Arztpraxis wenden.

Die Einrichtung sollte im betrieblichen Pandemieplan Regelungen treffen, um bei bestätigten Infektionen diejenigen Personen (Beschäftigte, Kinder und externe Personen) zu ermitteln und zu informieren, bei denen durch Kontakt mit der infizierten Person ebenfalls ein Infektionsrisiko besteht.

(20.05.2020)

 

Ventilatoren einzusetzen ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber es gilt zu bedenken:

  • Der Einsatz von Geräten im Umluftbetrieb wie Ventilatoren (z. B. Standventilatoren), Anlagen zur Kühlung (z.B. mobile und Split-Klimaanlagen) oder Heizung (z.B. Heizlüfter) soll nur in Räumen mit Einzelbelegung erfolgen.
  • Der Luftstrom sollte nicht direkt auf Personen gerichtet sein, da dies zu einer schnelleren und weiteren Ausbreitung etwaiger Aerosole beitragen kann. 
  • Eine bessere Wirkung wird erzielt durch allgemeine Maßnahmen zur Raumkühlung wie z. B. Raumlüftung über Nacht, Außenjalousien und Ähnliches. 
  • Zur Reduktion der Aerosolkonzentration in Innenräumen ist ein Luftwechsel durch Öffnen von Fenstern oder Einsatz von Lüftungsanlagen die wirksamere Maßnahme.

Aktualisiert: 09.07.2020

Am Arbeitsplatz ist es verpflichtend eine Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) zu tragen, wenn der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann. Dieses kann in den Sommermonaten zu einer zusätzlichen Belastung führen. Folgende Tipps können hilfreich sein:

  • Achten Sie auf Tragepausen, dieses kann z.B. bei der Terminplanung mit beachtet werden. Die Kurzpausen sollten am besten an der frischen Luft verbracht werden.
  • Tätigkeiten mit und ohne Maske sollen sich möglichst abwechseln.
  • Maske ist nicht gleich Maske! Es gibt sie aus verschiedenen Stoffen und (Einweg-)Materialien. Dabei kann sich der Tragekomfort unterscheiden.
  • Achten Sie auf einen Wechsel der Masken. Bei Durchfeuchtung sind die Masken sofort zu wechseln.
  • Lassen Sie die Räume über Nacht oder am Morgen gut durchlüften. Das sorgt für eine kühlere Raumluft.
  • Häufiges Querlüften führt zudem zu einer geringeren Konzentration von vorhandenen virenbelastenden Aerosolen.
  • Eine direkte Sonneneinstrahlung auf den Arbeitsplatz ist zu vermeiden, beispielsweise durch außenliegende Jalousien oder Markisen. So heizen sich die Räume nicht unnötig auf.
  • Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie ausreichend trinken. Insbesondere in den Sommermonaten ist dies wichtig und sollte beim Tragen einer Maske nicht vergessen werden.

09.07.2020

Verantwortlich für die Umsetzung notwendiger Arbeits- und Infektionsschutzmaßnahmen sind Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen entsprechend dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung. Die gesetzliche Pflicht dazu ergibt sich aus § 2 und § 3 DGUV Vorschrift 1.

Die Pandemie-Arbeitsschutzstandards konkretisieren diese Maßnahmen. Allerdings sind daneben auch die zwingenden Vorgaben im Infektionsschutzrecht, vor allem in den Rechtsverordnungen und Allgemeinverfügungen der Länder, zu beachten und umzusetzen. Diese können im Einzelfall höhere Anforderungen enthalten als die Pandemie-Arbeitsschutzstandards. Das heißt: Sie müssen die Maßnahmen umsetzen, die weitreichender sind.

Die Regelungen können in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich ausfallen.
Ob eine Einrichtung bzw. ein Betrieb wieder öffnen darf, ist auch Entscheidung der Bundesländer.

Aktualisiert: 03.06.2020

 

Unser Tipp: Auch auf andere Vorgaben achten

Ergänzend - oder über die Standards der gesetzlichen Unfallversicherung hinausgehend - gibt es zu vielen Themen rechtliche Vorgaben, beispielsweise von Bundesländern oder Kreisen, die einzuhalten sind. Bitte informieren Sie sich umfassend, was für Ihren Betrieb gilt, etwa Vorgaben von Hygieneplänen oder zulässige Größen der betreuten Kindergruppen.

Informieren Sie sich bitte auch über relevante Aktualisierungen der Infos des Robert-Koch-Instituts (RKI) – und geben Sie diese an Beschäftigte weiter. Als Träger, Trägerin oder Führungskraft sorgen Sie bitte dafür getroffene Schutzmaßnahmen gegebenenfalls anzupassen.

 

03.07.2020

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