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Coronavirus: Kinderbetreuung und Kindertagesstätten - Arbeitsschutz, Antworten auf häufige Fragen und Infos

Von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gibt es ein Konzept für zeitlich befristete Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege. Außerdem: Antworten auf häufige Fragen und Tipps.

DGUV: SARS-CoV-2 – Schutzstandard Kindertagesbetreuung (Stand 22.05.2020)

Technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheit in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege. Der DGUV-Arbeitsschutzstandard konkretisiert die Vorgaben des Bundesarbeitsministeriums. | mehr

 

In den Kindertageseinrichtungen kommt es mitunter zu engem Kontakt der Beschäftigten zu den Kindern, aber auch zwischen den Kindern untereinander. Empfohlene Schutzmaßnahmen wie z. B. das Abstandsgebot können hier oft nicht oder nur unzureichend eingehalten werden.

Die Beschäftigten und die Kinder sind unter diesen Umständen angemessen vor einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Gerade in dieser Notbetreuung soll es nicht zu einer Verbreitung des Erregers (SARS-CoV-2) kommen.

gestapelte Bauklötze

Mindest-Maßnahmen: Wer ist verantwortlich?

Hier finden Sie Mindest-Maßnahmen, die jeweils unter Berücksichtigung der Gegebenheiten vor Ort in den Betrieb integriert und angepasst werden sollten. Darüber hinaus können weitere Maßnahmen erforderlich und sinnvoll sein.

Diese Maßnahmen sind vom Träger oder der Trägerin der Kindertageseinrichtung bzw. von der für die Sicherheit und Gesundheit verantwortlichen Führungskraft zu ermitteln und umzusetzen. Die Fachkraft für Arbeitssicherheit und der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin können hierbei unterstützen.

Wenn Betriebe eine eigene Kinderbetreuung organisieren

In einigen Betrieben werden betriebseigene Kinderbetreuungen für die Mitarbeitenden angeboten. Dabei sollte auf eine strikte räumliche Trennung zwischen den Räumlichkeiten des Geschäftsbetriebes und der Betreuung geachtet werden. Unter Umständen ist es sinnvoll, die betreuten Kleingruppen nach Abteilungen, Arbeits- bzw. Funktionsbereichen der mitarbeitenden Eltern zu trennen.

 

Antworten auf häufige Fragen

Verantwortlich für die Umsetzung notwendiger Arbeits- und Infektionsschutzmaßnahmen sind Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen entsprechend dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung. Die gesetzliche Pflicht dazu ergibt sich aus § 2 und § 3 DGUV Vorschrift 1.

Die Pandemie-Arbeitsschutzstandards der BGW konkretisieren diese Maßnahmen. Allerdings sind daneben auch die zwingenden Vorgaben im Infektionsschutzrecht, vor allem in den Rechtsverordnungen und Allgemeinverfügungen der Länder, zu beachten und umzusetzen. Diese können im Einzelfall höhere Anforderungen enthalten als die Pandemie-Arbeitsschutzstandards. Das heißt: Sie müssen die Maßnahmen umsetzen, die weitreichender sind.

Aktualisiert: 25.05.2020

 

Um die Kontakte innerhalb der Einrichtung möglichst weit zu reduzieren und die Beschäftigten sowie die Kinder zu schützen, sollten die Kinder wenn möglich beim Bringen und Abholen an der Eingangstür übergeben bzw. in Empfang genommen werden. Wenn dies organisatorisch ungünstig ist, da es z. B. zu Personenansammlungen vor dem Eingangsbereich kommen könnte oder nicht ausreichend personelle Ressourcen vorhanden sind, empfiehlt es sich, dass die Kinder von einzelnen Erziehungsberechtigten in die Einrichtung gebracht und von dort wieder abgeholt werden.

Generell besteht dabei die Vorgabe, dass Personen mit Symptomen einer Atemwegserkrankung und / oder Fieber und diejenigen, für die behördliche Quarantäne angeordnet ist, die Einrichtung nicht betreten dürfen. Die Kinder sowie die Erziehungsberechtigten sollen sich gründlich die Hände waschen, wenn sie Räumlichkeiten für einen längeren Aufenthalt betreten. Zudem empfehlen wir, dass die bringenden und abholenden Erziehungsberechtigten in der Einrichtung eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Weiterhin soll der empfohlene Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Erziehungsberechtigten und den Beschäftigten sowie den bereits anwesenden und betreuten Kindern eingehalten werden (dies gilt nicht für die eigenen Kinder). Soweit es der Entwicklungsstand des Kindes und die emotionale Situation zulässt, sollte auch bei der Übergabe der Kinder der Mindestabstand von den Erziehungsberechtigten zu den Beschäftigten eingehalten werden.

Eine Markierung der einzuhaltenden Sicherheitsabstände (z. B. im Garderobenbereich) kann sinnvoll sein, um die Einhaltung dieser Abstände zu gewährleisten, ist aber nicht zwingend gefordert. Kann der Mindestabstand dennoch ausnahmsweise nicht eingehalten werden, sollen von den Erziehungsberechtigten sowie von den Beschäftigten Mund-Nasen-Bedeckungen bzw. Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die Erziehungsberechtigten sollen sich beim Bringen und Holen der Kinder nicht länger als notwendig in der Einrichtung aufhalten.

Sollte es Gesprächsbedarf zwischen Erziehungsberechtigten und Fachkräften geben, können unter Beachtung der empfohlenen Abstandsregelungen kurze Gespräche in der Einrichtung geführt werden. Bei Bedarf nach ausführlicheren Gesprächen empfehlen wir, Telefontermine zu vereinbaren.

Aktualisiert: 20.05.2020

 

Um die Anzahl der Kontakte zwischen den Kindern sowie zu den Beschäftigten möglichst gering zu halten, ist von offenen bzw. teiloffenen Gruppenkonzepten während der Pandemiezeit abzusehen.

Es wird empfohlen, die Kinder in festen Gruppen zu betreuen. Zur Vermeidung von Infektionsketten sollte auch ein Personalwechsel innerhalb der einzelnen Gruppen möglichst vermieden werden. Die länderspezifischen Vorgaben sind hierbei zu beachten.

Wenn die Möglichkeit besteht, ist es empfehlenswert, dass sich die Kinder mit ihren Betreuungspersonen unter Beibehaltung der Gruppenaufteilung häufig und lange im Außengelände der Einrichtung aufhalten.

Aktualisiert: 20.05.2020

 

Sollte ein Beschäftigter oder eine Beschäftigte oder ein Kind an Covid-19 erkranken, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihr zuständiges Gesundheitsamt, um die Erkrankung zu melden und zu besprechen, welche weiteren Maßnahmen notwendig sind.

Aktualisiert: 20.05.2020

 

Nur wenn die geltenden allgemeinen Regelungen der Länder bzw. der Kommunen zum Schutz vor SARS-CoV-2-Infektionen beachtet werden, können Veranstaltungen und Feste mit externen Personen durchgeführt werden.

Gruppeninterne Veranstaltungen können stattfinden, wobei auch hier auf die Anwesenheit von externen Personen (Eltern, Großeltern, Geschwister, Pädagogen, Künstler, Caterer etc.) zu verzichten ist, um die Anzahl der Kontakte zum Schutz der Beschäftigten sowie Kinder soweit wie möglich zu reduzieren.

Aktualisiert: 20.05.2020

 

Ausflüge, zum Beispiel in naturnahe Gebiete wie Wiesen und Wälder, bieten sich an, um zum Schutz der Beschäftigten sowie der Kinder Ansammlungen von Personen und damit mögliche Kontakte zu vermeiden.

Es wird empfohlen, die Ausflüge zu Fuß durchzuführen und auf öffentliche Verkehrsmittel zu verzichten. Die Nutzung von öffentlichen Toiletten sollte vermieden werden.

Die geltenden allgemeinen Regelungen der Länder bzw. der Kommunen zum Schutz vor SARS-CoV-2-Infektionen sind zu beachten.

Aktualisiert: 20.05.2020

 

Beschäftigte, Kinder und andere externe Personen mit Krankheitssymptomen, vor allem Fieber und / oder Symptomen einer Atemwegserkrankung sowie Störungen des Gehör-, Geschmacks- oder Geruchssinns, sind aufzufordern, die Einrichtung nicht zu betreten.

Zeigen sich die Krankheitssymptome während der Betreuungszeit, ist die Arbeitstätigkeit so zeitnah wie möglich zu beenden bzw. sind die Kinder (sowie gegebenenfalls symptomfreie Geschwisterkinder) so schnell wie möglich von ihren Erziehungsberechtigten aus der Einrichtung abzuholen. Bis zur ärztlichen Abklärung der aufgetretenen Symptome darf die Einrichtung von den betroffenen Beschäftigten, Kindern oder anderen Personen nicht betreten werden.

Bei Beschäftigten ist bis zur ärztlichen Abklärung des Verdachts von Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die betroffenen Personen sollten sich umgehend zunächst telefonisch zur Abklärung an eine Arztpraxis wenden.

Die Einrichtung sollte im betrieblichen Pandemieplan Regelungen treffen, um bei bestätigten Infektionen diejenigen Personen (Beschäftigte, Kinder und externe Personen) zu ermitteln und zu informieren, bei denen durch Kontakt mit der infizierten Person ebenfalls ein Infektionsrisiko besteht.

Aktualisiert: 20.05.2020

 

Ventilatoren einzusetzen ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber es gilt zu bedenken:

  • Der Luftstrom sollte nicht direkt auf Personen gerichtet sein, da dies zu einer schnelleren und weiteren Ausbreitung etwaiger Aerosole beitragen kann. 
  • Eine bessere Wirkung wird erzielt durch allgemeine Maßnahmen zur Raumkühlung wie z. B. Raumlüftung über Nacht, Außenjalousien und Ähnliches. 
  • Grundsätzlich ist Luftwechsel durch Öffnen von Fenstern oder Einsatz von Lüftungsanlagen die wirksamere Maßnahme, da dadurch ein tatsächlicher Transport von Partikel nach außen erfolgt. 

Aktualisiert: 25.05.2020

Unser Tipp: Auch auf andere Vorgaben achten

Ergänzend - oder über die Standards der gesetzlichen Unfallversicherung hinausgehend - gibt es zu vielen Themen rechtliche Vorgaben, beispielsweise von Bundesländern oder Kreisen, die einzuhalten sind. Bitte informieren Sie sich umfassend, was für Ihren Betrieb gilt, etwa Vorgaben von Hygieneplänen oder zulässige Größen der betreuten Kindergruppen.

Informieren Sie sich bitte auch über relevante Aktualisierungen der Infos des Robert-Koch-Instituts (RKI) – und geben Sie diese an Beschäftigte weiter. Als Träger, Trägerin oder Führungskraft sorgen Sie bitte dafür getroffene Schutzmaßnahmen gegebenenfalls anzupassen.

 

25.05.2020

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