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Coronavirus: Kinderbetreuung und Kindertagesstätten - Arbeitsschutz, Antworten auf häufige Fragen und Infos

Von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gibt es ein Konzept für zeitlich befristete Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege. Außerdem: eine Muster-Gefährdungsbeurteilung, Antworten auf häufige Fragen und Tipps.

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DGUV: Schutzstandard Kindertagesbetreuung in der Coronavirus-Pandemie (Stand 25.09.2020)

Technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheit in Kindertageseinrichtungen/ Kitas und in der Kindertagespflege. | mehr

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DGUV: Schutzstandard Kindertagesbetreuung in der Coronavirus-Pandemie

Technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheit in Kindertageseinrichtungen/ Kitas und in der Kindertagespflege. | mehr

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Ergänzend dazu: DGUV: Hintergrundinfos zum Schutzstandard Kindertagesbetreuung in der Coronavirus-Pandemie

Muster-Gefährdungsbeurteilung "Kinderbetreuung/ Kitas" (aktualisiert: 02.07.2020)

Tätigkeiten, Gefährdungen und Maßnahmen als Beispiele. Dieses Muster muss auf eine bestehende Gefährdungsbeurteilung aufsetzen und betriebsspezifisch angepasst werden. | Download

Verhaltensregeln für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege in Corona-Zeiten (aktualisiert: 09.10.2020)

Elterninfo mit den wichtigsten Regeln für den Kitabesuch – zum Ausdrucken und Aufhängen. | mehr

 

Antworten auf häufige Fragen

Um die Kontakte innerhalb der Einrichtung zu reduzieren und die Beschäftigten sowie die Kinder vor einer erhöhten Ansteckungsgefahr zu schützen, sollten die Kinder beim Bringen und Abholen an der Eingangstür übergeben bzw. in Empfang genommen werden. Wenn dies organisatorisch ungünstig ist, beispielsweise aufgrund von Personenansammlungen oder knapper, personeller Ressourcen, empfiehlt es sich, dass die Kinder von einzelnen Erziehungsberechtigten gebracht und abgeholt werden.

Generell besteht die Vorgabe, dass Personen mit Symptomen einer Atemwegserkrankung mit Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion die Einrichtung nicht betreten dürfen. Dies gilt auch für diejenigen, die vom jeweiligen Gesundheitsamt behördliche Maßnahmen (wie Absonderung oder Quarantäne) angeordnet bekommen haben.

Soweit es der Entwicklungsstand des Kindes und die emotionale Situation zulässt, sollte auch bei der Übergabe der Kinder der Mindestabstand von den Erziehungsberechtigten zu den Beschäftigten eingehalten werden. Die Erziehungsberechtigten sollen sich beim Bringen und Holen der Kinder nicht länger als notwendig in der Einrichtung aufhalten. Auf eine gute Belüftung der Räume muss geachtet werden. Eine Markierung der einzuhaltenden Sicherheitsabstände (zum Beispiel im Garderobenbereich) ist nicht zwingend gefordert. Eine solche Markierung kann jedoch sinnvoll sein, um die Einhaltung der Abstände zu gewährleisten.

Weiterhin soll der empfohlene Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Erziehungsberechtigten und den Beschäftigten sowie den bereits anwesenden Kindern eingehalten werden (dies gilt nicht für die eigenen Kinder). Kann der Mindestabstand ausnahmsweise nicht eingehalten werden, sollen Erziehungsberechtigte sowie Beschäftigte Mund-Nasen-Bedeckungen bzw. Mund-Nasen-Schutz tragen. Wir empfehlen, dass die bringenden und abholenden Erziehungsberechtigten in der Einrichtung generell eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Sollte es Gesprächsbedarf zwischen Erziehungsberechtigten und Fachkräften geben, können unter Beachtung der empfohlenen Abstandsregelungen, kurze Gespräche in der Einrichtung geführt werden. Für den Bedarfsfall nach einem ausführlicheren Gespräch empfehlen wir, Telefontermine oder Gespräche im geschützten Außenraum zu vereinbaren.

(Aktualisiert 19.10.2020)

 

olEine "Einbahnstraßen-Regelung“ mit geführten Bring- und Abholrichtungen kann sinnvoll sein. Auf diese Weise lässt sich die Übergabe von Kindern gezielt steuern und gegenläufiger Personenverkehr mit geringen Sicherheitsabständen wird vermieden.

Schaffen Sie, wenn möglich, beispielsweise mehrere Zutrittsbereiche, um das Personenaufkommen räumlich zu entzerren. Auch könnte eine zeitliche Staffelung in den einzelnen Bereichen sinnvoll sein, um das Aufeinandertreffen von Personen zu reduzieren.

Generell muss darauf geachtet werden, dass die Erziehungsberechtigten den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern zu Beschäftigten sowie zu bereits anwesenden Kindern einhalten. Sollte dies nicht möglich sein, ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bzw. eines Mund-Nasen-Schutzes zwingend. Wir empfehlen, wenn immer möglich, in den Innenräumen der Einrichtung eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Die Erziehungsberechtigten sollten sich generell nicht länger als notwendig in der Einrichtung aufhalten. Die Kinder sollten, wenn möglich, nur von einzelnen Personen gebracht und abgeholt werden.

(Aktualisiert: 16.10.2020)

 

Es wird empfohlen, die Kinder unter Berücksichtigung der landesspezifischen Regelungen möglichst in festen Gruppen zu betreuen. Zur Vermeidung von Infektionsketten sollte möglichst kein Personalwechsel innerhalb der einzelnen Gruppen stattfinden. Die Kinder sollten unter Beibehaltung der Gruppenaufteilung häufig und so lange wie möglich an der frischen Luft, zum Beispiel im Außengelände der Einrichtung, betreut werden.

(Aktualisiert 16.10.2020) 

Beschäftigte sollen bei Kontakt untereinander oder zu anderen Erwachsenen in den Innenräumen der Einrichtung immer eine Mund-Nasen-Bedeckung bzw. einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Wenn der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, ist dies zwingend.

Das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen bzw. Mund-Nasen-Schutz soll bei Kontakt der Beschäftigten mit den Kindern situationsbedingt erfolgen. Insbesondere wenn das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern zu einem Kind vorhersehbar und planbar nicht eingehalten werden kann. Zudem sollte die emotionale Situation berücksichtigt werden. Dies liegt im pädagogischen Ermessen der jeweiligen Betreuungsperson und kann beispielsweise beim Wickeln, Trösten oder bei Erste-Hilfe-Maßnahmen der Fall sein.

Die benutzte Mund-Nasen-Bedeckung muss in einer verschlossenen Tüte oder in einem verschlossen Behältnis für die Kinder unzugänglich abgelegt und anschließend entsorgt bzw. aufbereitet (Waschen bei mind. 60 °C) werden.

(Aktualisiert: 16.10.2020)

 

Beschäftigte, Kinder sowie externe Personen mit Symptomen einer Atemwegserkrankung mit Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion haben der Kindertagesstätte fernzubleiben und dürfen die Einrichtung nicht betreten.

Zeigt sich ein Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion, welcher sich insbesondere durch Fieber, Husten, Atemnot sowie Geruchs- und Geschmacksverlust ergeben kann, ist die Arbeitstätigkeit so zeitnah wie möglich zu beenden bzw. sind die Kinder so schnell wie möglich von ihren Erziehungsberechtigten oder sonstigen befugten Personen aus der Einrichtung abzuholen.

Der weitere Umgang mit Verdachtsfällen in den Einrichtungen hat unter Berücksichtigung landesspezifischer Regelungen und in Abstimmung oder auf Veranlassung des vor Ort zuständigen Gesundheitsamtes zu erfolgen.

(Aktualisiert: 20.10.2020)

 

Sollte ein Beschäftigter bzw. eine Beschäftigte oder ein Kind an Covid-19 erkranken, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihr zuständiges Gesundheitsamt. Hier melden Sie die Erkrankung und besprechen auch, welche weiteren Maßnahmen notwendig sind.

(Aktualisiert 16.10.2020)

Nur wenn die geltenden allgemeinen Regelungen der Länder bzw. der Kommunen zum Schutz vor SARS-CoV-2-Infektionen beachtet werden, können Veranstaltungen und Feste mit externen Personen durchgeführt werden.

Gruppeninterne Veranstaltungen können stattfinden. Hier sollte möglichst auf die Anwesenheit von externen Personen (Eltern, Großeltern, Geschwister, Pädagogen, Künstler, Caterer etc.) verzichtet werden, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. In Zweifelsfällen soll mit dem zuständigen Gesundheitsamt Rücksprache gehalten oder auf die Veranstaltung verzichtet werden.

(Aktualisiert 16.10.2020)

Ausflüge können unter Beachtung der in den Ländern bzw. in den jeweiligen Kommunen geltenden Regelungen zum Infektionsschutz durchgeführt werden. Naturnahe Gebiete, wie zum Beispiel Wiesen und Wälder, bieten sich an. Dort lassen sich, zum Schutz der Beschäftigten sowie der Kinder, Ansammlungen von Personen und somit mögliche weitere Kontakte gut vermeiden.

(Aktualisiert: 16.10.2020)

 

Ventilatoren einzusetzen ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber es gilt zu bedenken:

  • Der Einsatz von Geräten im Umluftbetrieb wie Ventilatoren (z. B. Standventilatoren), Anlagen zur Kühlung (z.B. mobile und Split-Klimaanlagen) oder Heizung (z.B. Heizlüfter) soll nur in Räumen mit Einzelbelegung erfolgen.
  • Der Luftstrom sollte nicht direkt auf Personen gerichtet sein, da dies zu einer schnelleren und weiteren Ausbreitung etwaiger Aerosole beitragen kann. 
  • Eine bessere Wirkung wird erzielt durch allgemeine Maßnahmen zur Raumkühlung wie z. B. Raumlüftung über Nacht, Außenjalousien und Ähnliches. 
  • Zur Reduktion der Aerosolkonzentration in Innenräumen ist ein Luftwechsel durch Öffnen von Fenstern oder Einsatz von Lüftungsanlagen die wirksamere Maßnahme.

Aktualisiert: 09.07.2020

Am Arbeitsplatz ist es verpflichtend eine Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) zu tragen, wenn der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann. Dieses kann in den Sommermonaten zu einer zusätzlichen Belastung führen. Folgende Tipps können hilfreich sein:

  • Achten Sie auf Tragepausen, dieses kann z.B. bei der Terminplanung mit beachtet werden. Die Kurzpausen sollten am besten an der frischen Luft verbracht werden.
  • Tätigkeiten mit und ohne Maske sollen sich möglichst abwechseln.
  • Maske ist nicht gleich Maske! Es gibt sie aus verschiedenen Stoffen und (Einweg-)Materialien. Dabei kann sich der Tragekomfort unterscheiden.
  • Achten Sie auf einen Wechsel der Masken. Bei Durchfeuchtung sind die Masken sofort zu wechseln.
  • Lassen Sie die Räume über Nacht oder am Morgen gut durchlüften. Das sorgt für eine kühlere Raumluft.
  • Häufiges Querlüften führt zudem zu einer geringeren Konzentration von vorhandenen virenbelastenden Aerosolen.
  • Eine direkte Sonneneinstrahlung auf den Arbeitsplatz ist zu vermeiden, beispielsweise durch außenliegende Jalousien oder Markisen. So heizen sich die Räume nicht unnötig auf.
  • Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie ausreichend trinken. Insbesondere in den Sommermonaten ist dies wichtig und sollte beim Tragen einer Maske nicht vergessen werden.

09.07.2020

Grundsätzlich sind Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung gesetzlich verpflichtet. Eine bereits erstellte Gefährdungsbeurteilung muss bei neuen Gefährdungen, wie beispielsweise die SARS-CoV-2-Infektionsgefahr, aktualisiert werden.

Hinsichtlich der derzeitigen SARS-CoV-2-Infektionsgefahr wurden zudem Standards, Regelungen und konkretisierende Empfehlungen und Hilfestellungen zum Schutz von Beschäftigten und Versicherten entwickelt.

Vorrangig sind der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard sowie die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard ist zu berücksichtigen und wird durch die konkretisierende SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel auf eine rechtlich verbindliche Ebene gehoben. Hält der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin die Maßnahmen der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel ein, so sind die Anforderungen erfüllt.

Der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard sowie auch die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS sind branchenübergreifend, das heißt sie legen keine branchenspezifischen Regelungen fest. Daher ist die gesetzliche Unfallversicherung - so auch die BGW - durch das BMAS aufgefordert, den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel durch entsprechende SARS-CoV-2-Branchenstandards für die jeweilige Branche zu konkretisieren. Die SARS-CoV-2-Branchenstandards der BGW sollen als Hilfestellung zur Gefährdungsbeurteilung von Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen hinzugezogen werden. Sie enthalten wichtige branchenbezogene Empfehlungen zur Erfüllung des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS. Sie sind somit eine wichtige Hilfestellung für die Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen.

Weitere, teilweise branchenbezogene Empfehlungen zum Infektionsschutz finden Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen in den Veröffentlichungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Regelungen der Länder sind immer verpflichtend und sind ebenfalls von Arbeitgebern sowie Arbeitgeberinnen umzusetzen.

Es ist nicht auszuschließen, dass Regelungen der Länder zum Infektionsschutz höhere Anforderungen festlegen, als der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard bzw. die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS, oder umgekehrt. Hier sollte jeweils die höhere Anforderung von Arbeitgebern sowie Arbeitgeberinnen erfüllt werden.

Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) regeln nicht spezifisch den Arbeitsschutz, legen jedoch wichtige Hygieneregeln, insbesondere zum Schutz der Bevölkerung fest. Diese sind ebenfalls zu berücksichtigen.

Aktualisiert: 08.10.2020

Unser Tipp: Auch auf andere Vorgaben achten

Ergänzend - oder über die Standards der gesetzlichen Unfallversicherung hinausgehend - gibt es zu vielen Themen rechtliche Vorgaben, beispielsweise von Bundesländern oder Kreisen, die einzuhalten sind. Bitte informieren Sie sich umfassend, was für Ihren Betrieb gilt, etwa Vorgaben von Hygieneplänen oder zulässige Größen der betreuten Kindergruppen.

Informieren Sie sich bitte auch über relevante Aktualisierungen der Infos des Robert-Koch-Instituts (RKI) – und geben Sie diese an Beschäftigte weiter. Als Träger, Trägerin oder Führungskraft sorgen Sie bitte dafür getroffene Schutzmaßnahmen gegebenenfalls anzupassen.

 

09.10.2020

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