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Coronavirus in Kliniken, Pflege und Praxen - Technische Regeln, Abstrichtests und Schutzmaßnahmen

Schutz für Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege: So gehen Kliniken, ärztliche Praxen und Pflegeeinrichtungen in der Zeit der Coronavirus-Pandemie vor. Maßnahmen beim Umgang mit Verdachtsfällen und bestätigen Fällen von Covid-19.

Technische Regeln und Schutzmaßnahmen

Das Ansteckungsrisiko für Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege sowie in Laboratorien wird durch Arbeitsschutzmaßnahmen zum Infektionsschutz minimiert. Diese Maßnahmen sind in "Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA)" festgelegt:

 

Covid-19: Abstrichtests (aktualisiert: 26.03.2020)

Das Robert-Koch-Institut hat die Empfehlungen aktualisiert, was bei Verdacht auf Covid-19 zu tun ist. Das Vorgehen ist übersichtlich als Flussschema dargestellt und kann zudem in einer mobilen App genutzt werden.

Covid-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen - Orientierungshilfe für Ärzte (Stand: 24.3.2020)

Infografik: Flussschema zur Verdachtsabklärung und Maßnahmen - als PDF zum Selbstausdrucken. Auch als interaktive Anwendung für Smartphones und Tablets. | mehr

Wichtig für Beschäftigte im Gesundheitsdienst:
Ab sofort sollen Abstrichtests bei Beschäftigten im Gesundheitsdienst mit akuten Atemwegserkrankungen auch dann durchgeführt werden, wenn bei ihnen kein Kontakt zu Covid-19-Patienten nachgewiesen werden konnte.

 

Schutzmaßnahmen bei Verdachtsfällen und möglichem Kontakt mit SARS-CoV-2 (aktualisiert: 02.04.2020)

Bereits bei Tätigkeiten mit Verdachtsfällen greifen die Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2 des Robert-Koch-Instituts.

Daneben sind Maßnahmen gemäß TRBA 250 und Beschluss 609 unter besonderer Beachtung einer Gefährdung durch luftübertragbare Krankheitserreger zu ergreifen. Die Maßnahmen des Beschlusses 609 sind analog auf SARS-CoV-2 übertragbar.

 

  • Konsequente Einhaltung der Basishygienemaßnahmen (siehe hierzu die in der TRBA 250 genannten Schutzmaßnahmen der Schutzstufe 2).
  • Patientinnen und Patienten sollten einen mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz mit korrektem Sitz tragen
  • Die Unterbringung in einem Isolierzimmer möglichst mit Vorraum/Schleuse, wenn dies nicht möglich ist in einem Einzelzimmer mit eigener Nasszelle
  • Die Zahl der Beschäftigten ist auf ein Mindestmaß zu beschränken.
  • Den Beschäftigten sind ausreichend Kittel, Handschuhe (tätigkeitsbezogen DIN EN 455 bzw. DIN EN 374), eine Schutzbrille, partikelfiltrierende Halbmasken mindestens der Klasse FFP2 oder FFP3 (zum Beispiel für Tätigkeiten an Patientinnen und Patienten, die stark Husten oder zum Husten provoziert werden) in ausreichender Zahl zur Verfügung zu stellen.
  • Auf das korrekte Tragen und Ablegen der Schutzkleidung ist zu achten.
  • Ein Hygieneplan zur Vermeidung von Verschleppung ist aufzustellen.
  • Zutrittsbeschränkungen sind festzulegen.
  • Raumlufttechnische Anlagen sind abzustellen, sofern durch diese luftgetragene Erreger auf andere Räume übertragen werden können.
  • Abfälle, die mit Sekreten oder Exkrementen von Patienten mit SARS-CoV-2 kontaminiert sind, sind zu entsorgen nach den Vorgaben aus dem LAGA-Merkblatt über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen aus öffentlichen und privaten Einrichtungen des Gesundheitsdienstes.
  • Das Desinfektionsmittel muss mindestens "begrenzt viruzid" sein.

(aktualisiert: 19.03.2020)

 

Schutzmaßnahmen bei bestätigten Fällen von Covid-19 (aktualisiert: 02.04.2020)

Das Robert-Koch-Institut verweist auf seine Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2.

Das Vorgehen lehnt sich an das Vorgehen bei offener Lungentuberkulose an. Bei dieser sind die Schutzmaßnahmen der Schutzstufe 3 der TRBA 250 zu berücksichtigen.

Eine Gefährdungsbeurteilung zu Covid-19 muss im konkreten Fall immer vor Ort durch die Arbeitgeberin oder den Arbeitgeber mit entsprechender Fachexpertise für eine spezielle Tätigkeit erfolgen.

 

Generell müssen die Basishygiene und die Händehygiene beachtet werden.

Patienten und Patientinnen mit bestätigter Infektion müssen einzeln in einem Isolierzimmer mit eigener Nasszelle untergebracht werden. Die Nutzung eines Isolierzimmers mit Schleuse/Vorraum ist grundsätzlich zu bevorzugen.

Sofern eine raumlufttechnische Anlage betrieben wird, über die eine Verbreitung von Luft auf andere Räume möglich ist, ist diese abzustellen.

Aktualisiert: 12.03.2020

Regelungen zu Besuchsmöglichkeiten können von Ort zu Ort unterschiedlich ausfallen - etwa durch unterschiedliche Ausgangsbeschränkungen der Länder.

  • Die Besuchenden sind über die persönlichen Schutzmaßnahmen zu unterweisen und haben diese einzuhalten.
  • Es werden Personalmaßnahmen abhängig von der Versorgungslage empfohlen. Anzustreben ist, dass das Personal, das für die Versorgung der Patienten und Patientinnen eingesetzt wird, möglichst von der Versorgung anderer Patientinnen und Patienten freizustellen ist.
  • Die Anzahl der Kontaktpersonen soll definiert und begrenzt werden.

Für die stationäre und ambulante Altenpflege gilt:

Bund und Länder haben sich deshalb darauf geeinigt, dass für Pflegeheime spezielle Besuchsregelungen vorzusehen sind. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt: "Besuchsregelungen sollten ggf. mit den Gesundheitsbehörden abgestimmt werden."

Robert-Koch-Institut: Hinweise für ambulante Pflegedienste im Rahmen der Covid-19-Pandemie

Vorbeugung der Verbreitung des Coronavirus, Einsatz von Schutzmasken, Referenzen und weiterführende Links. | mehr

Robert Koch Institut: Prävention und Management von Covid-19 in Alten- und Pflegeeinrichtungen

Die Empfehlungen gelten auch für Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen sowie für den öffentlichen Gesundheitsdienst. | mehr

Aktualisiert: 30.04.2020

 

Das richtet sich nach der TRBA 250 (Schutzstufe 3) und wird im Beschluss 609 spezifiziert.

  • Schutzkittel
  • Einweghandschuhe (DIN EN 455 bzw. DIN EN 374 tätigkeitsspezifisch)
  • dicht anliegende Atemschutzmaske (Geräteklasse FFP2; FFP3 oder Respirator insbesondere bei ausgeprägter Exposition, zum Beispiel Bronchoskopie oder bei anderen Tätigkeiten, bei denen große Mengen Aerosole entstehen können)
  • Schutzbrille
  • langärmlige, wasserdichte Einwegschürze bei entsprechenden pflegerischen, diagnostischen oder therapeutischen Tätigkeiten am Patienten
    Siehe hierzu auch die Empfehlung "Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten".

Aktualisiert: 12.03.2020

Zur Umsetzung der Händehygiene und der Verwendung persönlicher Schutzausrüstung gelten folgende Empfehlungen:

  • Die bekannten Indikationen für Händedesinfektion auch in Verbindung mit dem Handschuhwechsel gemäß den 5 Momenten der Händehygiene beachten.
  • Persönliche Schutzausrüstung vor Betreten des Patientenzimmers anlegen, und vor Verlassen der Schleuse/des Zimmers dort belassen.
  • Einweghandschuhe bzw. -kittel vor Verlassen des Zimmers bzw. der Schleuse in einem geschlossenen Behältnis entsorgen (siehe Vollzugshilfe zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes der LAGA).
  • Händedesinfektion mit einem Desinfektionsmittel mit nachgewiesener, mindestens begrenzt viruzider Wirksamkeit nach Ausziehen der Handschuhe und vor Verlassen des Zimmers.
  • Dauer der Maßnahmen: muss individuell nach Dauer der Virusausscheidung entschieden werden. Das RKI hat mögliche Kriterien zur Aufhebung der Isolierung bzw. Entlassung erarbeitet.

Aktualisiert: 12.03.2020

 

Unsere Bitte: Bleiben Sie auf dem Laufenden

Informieren Sie sich bitte laufend über relevante Aktualisierungen der Infos von Robert-Koch-Institut (RKI), Landesbehörden, Unfallkassen und BGW – und geben Sie diese weiter. Als Vorgesetzte oder Führungskraft sorgen Sie bitte dafür getroffene Schutzmaßnahmen gegebenenfalls anzupassen.
Angaben von Landesbehörden und anderen Behörden: Beachten Sie bitte landesspezifische Unterschiede, etwa Vorgaben von Hygieneplänen.

 

29.04.2020

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