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Coronavirus und Friseurhandwerk – Arbeitsschutz, Hygiene, Antworten auf häufige Fragen

Für Friseursalons gilt der branchenspezifische BGW-Arbeitsschutzstandard, um das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus zu minimieren. Daneben finden Sie hier einen Reinigungs- und Desinfektionsplan sowie den Hautschutz- und Hygieneplan für Friseursalons – beide angepasst für die Pandemie-Bedingungen.

BGW: SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk
(aktualisiert: 19.02.2021)

Der neue Branchenstandard für das Friseurhandwerk wurde an die aktuelle SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung sowie an die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS angepasst. Die grundsätzlichen Anforderungen an Reinigung und Hygiene in Friseursalons und Barbershops werden vorausgesetzt und nicht gesondert ausgeführt. Die wichtigsten Änderungen gegenüber der Version vom 30.12.2020:

  • Eine Mindestfläche von 10 Quadratmetern pro Person darf nicht unterschritten werden, befinden sich mehrere Personen im Raum.
  • Pausenräume müssen durchgängig gelüftet werden, wenn sich mehrere Personen darin aufhalten.
  • Beschäftigte tragen immer mindestens Mund-Nasen-Schutz (medizinische Gesichtsmaske), auch bei Hausbesuchen.
  • Für Kundinnen und Kunden gilt die vorgeschriebene Bedeckung von Mund und Nase nach den jeweiligen Verordnungen der Länder.
  • Die Verwendung von FFP2-Masken beim Bedienen von Kundinnen und Kunden, die keine vorgeschriebene Bedeckung von Mund und Nase tragen können, ist präzisiert.
  • Die Salonleitung muss Beschäftigten für Büroarbeit oder vergleichbare Tätigkeiten Homeoffice anbieten, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe dagegenstehen. | mehr


Bitte achten Sie auf die Länderverordnungen
Da uns immer wieder Anfragen erreichen, geben wir einige Hinweise zur aktuellen Situation:

  • In einigen Bundesländern dürfen körpernahe Dienstleistungen wieder durchgeführt werden. Die Länderverordnungen regeln, welche Behandlungen angeboten werden dürfen.
  • Wenn eine Behandlung nach jeweiliger Landesverordnung möglich ist, dann muss der entsprechende BGW-Arbeitsschutzstandard umgesetzt werden.
  • Die BGW empfiehlt, die Beschäftigten regelmäßig zu testen. Für Testungen der Kundschaft gelten die speziellen Regelungen der Länder, diese sind zu beachten!

+++ Personal testen mit Antigen-Tests (26.03.2021) +++

Eine Frau hält einen COVID-19-Antigentest in der ausgestreckten Hand

(Foto: AdobeStock/EstanisBS)

Informationen zu Corona-Schnelltests im Betrieb

Die BGW empfiehlt ihren Mitgliedsbetrieben, dem Personal regelmäßig Schnell- oder Selbsttests anzubieten - zum Schutz der Beschäftigten und aller weiteren Personen, mit denen sie beruflich Kontakt haben. | mehr

Ein Stapel Zeitschriften

(Foto: freepik/Racool_studio)

Informationen zur Auslage von Zeitungen und Zeitschriften
(08.02.2021)

Welche Hygienemaßnahmen die BGW beim Anbieten von Zeitungen und Zeitschriften als erforderlich benennt, erfahren Sie in diesem Artikel. | mehr

+++ Hilfe für Salonleitungen: Muster-Gefährdungsbeurteilung (Stand: 24.02.2021) +++

Muster-Gefährdungsbeurteilung "Friseurhandwerk" (aktualisiert: 24.02.2021)

Tätigkeiten, Gefährdungen und Maßnahmen als Beispiele. Dieses Muster muss auf eine bestehende Gefährdungsbeurteilung aufsetzen und betriebsspezifisch angepasst werden. | Download

Cover des Aushangs: Pandemie – Infektionsrisiken reduzieren. Schutzmaßnahmen im Friseursalon

Pandemie – Infektionsrisiken reduzieren. Schutzmaßnahmen im Friseursalon
(aktualisiert 18.02.2021)

Unsere Planungshilfe fasst die notwendigen Maßnahmen zusammen, die Sie im Salon umsetzen sollten. | mehr

Cover der Handlungsempfehlung für Gesellenprüfungen während der Corona-Pandemie

Handlungsempfehlung für Gesellenprüfungen
(aktualisiert: 18.02.2021)

Prüfungssituationen sicher gestalten trotz Corona: Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks und die BGW empfehlen diese Maßnahmen. | Download

Reinigungs- und Desinfektionsplan für den Friseursalon

Reinigungs- und Desinfektionsplan für den Friseursalon
(aktualisiert: 29.01.2021)

Hygiene ist beim Arbeiten während der Corona-Pandemie besonders wichtig. Der Plan ist angepasst an die aktuellen Infektionsrisiken. | Download

Hautschutz- und Händehygieneplan für das Friseurhandwerk in Pandemie-Zeiten (barrierefrei)
(aktualisiert: 26.01.2021)

Unser Plan ist angepasst an die speziellen Anforderungen der aktuellen Infektionsrisiken und ersetzt zurzeit den üblichen Hautschutzplan. | Download

Screenshot aus dem Video "Arbeitsschutzstandards im Friseurbetrieb in Zeiten von Corona"

Video: Arbeitsschutzstandards im Friseurbetrieb in Zeiten von Corona
(aktualisiert 24.02.2021)

Dieser kurze Film fasst die wichtigsten Maßnahmen für Friseursalons im Zusammenhang mit dem Coronavirus mithilfe von anschaulichen Bildern und Texttafeln zusammen. | mehr

Kampagne #friseuregegencorona
Zentralverband und Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel und die BGW stärken Salons
(veröffentlicht 24.02.2021)

Schließen Sie sich der Aktion #friseuregegencorona an. Werden Sie Hygiene-Botschafter. Klären Sie Ihre Kunden auf, warum die Schutzmaßnahmen so wichtig sind. | mehr

Auch auf andere Vorgaben achten

Ergänzend – oder über die BGW-Standards hinausgehend – gibt es zu vielen Themen rechtliche Vorgaben, beispielsweise von Bundesländern oder Bund, die einzuhalten sind. Bitte informieren Sie sich umfassend, was für Ihren Betrieb/Ihre Institution gilt.



Antworten auf häufig gestellte Fragen

Raumgröße (aktualisiert: 12.03.2021)

Die SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung mit ihren Regelungen ist zunächst befristet bis zum 30. Juni 2021.

Aktualisiert: 19.04.2021

Nein. Die Mindestfläche von 10 m² pro Person darf nicht unterschritten werden. Beispiel: Ein Friseursalon hat insgesamt eine Grundfläche von 100 m². Auf den Behandlungsraum (Salon) fallen davon 60 m². Die restlichen 40 m² verteilen sich auf Sanitärräume, Lagerflächen, Sozial-/Pausenräume u. a. In diesem Beispiel dürfen sich im Behandlungsraum zur gleichen Zeit höchstens sechs Personen aufhalten, unabhängig davon, ob es sich hier um Friseurinnen bzw. Friseure oder Kundschaft handelt.

Darüber hinaus sind weitergehende Regelungen in den Landesverordnungen zu beachten.

Weitere Hinweise zur Umsetzung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung finden Sie auf den Seiten des BMAS.

12.02.2021

Grundsätzlich ist der geschlossene Raum mit seiner Fläche zu betrachten, in dem die Friseurtätigkeit am Kunden, an der Kundin erfolgt. Für die Bedienung der Kundschaft ist das folglich der eigentliche Behandlungsraum ohne weitere zum Friseurunternehmen gehörende Räume, wie Sanitärräume, Lagerflächen, Sozial-/Pausenräume u.a.

Sind die Räumlichkeiten des Friseursalons jedoch baulich so gestaltet, dass z. B. der Behandlungsraum durch eine breite Öffnung mit einem benachbarten Raum verbunden ist – etwa durch einen breiten Durchbruch der Wand – und sind beide Räume lüftungstechnisch ausreichend mit Frischluft versorgt, so kann die Gesamtfläche dieser beiden Räume in die Berechnung der verfügbaren Mindestfläche von 10 m² pro Person einbezogen werden.

12.02.2021

.Durch versetzte Arbeits- und Pausenzeiten oder Schichtbetrieb (z. B. Teams, die möglichst keinen Kontakt zueinander haben) kann die Belegungsdichte im Salon und an gemeinsam genutzten Einrichtungen (z. B. Haarwaschplätzen) zeitlich entzerrt und Personenkontakte können weiter verringert werden. Auch bei den Schichtwechseln sollten die Mitarbeitenden ausreichend Abstand halten können.

Die Vorgaben durch das Ladenschlussgesetz und das Arbeitszeitgesetz sind aber weiterhin zu beachten.

03.06.2020
Bestätigt: 09.02.2021

Wenn ein Behandlungsraum kleiner als 20 m² ist, muss die Salonleitung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung weitergehende Schutzmaßnahmen ermitteln und umsetzen. Dabei sind mindestens folgende Aspekte zu beachten:

  • Es darf jeweils immer nur ein Beschäftigter/eine Beschäftigte eine Kundin oder einen Kunden im Friseursalon bedienen: D. h. maximal zwei Personen befinden sich im Raum.
  • Die Friseurin oder der Friseur tragen bei Anwesenheit der zweiten Person im Raum durchgängig Mund-Nasen-Schutz (medizinische Gesichtsmaske) oder FFP2-Masken bzw. vergleichbare Atemschutzmasken. Die BGW empfiehlt für Beschäftigte aufgrund der aktuellen Pandemielage das ständige Tragen von FFP2-Masken oder vergleichbaren Atemschutzmasken bei Anwesenheit der zweiten Person im Raum.
  • Ausreichendes Lüften des Friseursalons ist nötig, um einen ständigen Luftwechsel im Salons zu garantieren.

Darüber hinaus sind weitergehende Regelungen in den Landesverordnungen zu beachten.

12.02.2021

Ausnahmen zur 10 m² pro Person-Regel sind nur in Einzelfällen und kurzzeitig zulässig, z. B. wenn eine Begleitperson bei Kindern oder Erkrankten während der Friseurtätigkeit/Bartpflege erforderlich ist. Die Begleitpersonen haben sich an die geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen im Salon zu halten. Zusätzliche Lüftungsmaßnahmen sind umzusetzen.

12.02.2021

Ist die Anwesenheit einer Auszubildenden oder eines Auszubildenden für den Ausbildungszweck im Behandlungsraum (Salon) erforderlich und wird dadurch die Personenzahl (1 Person pro 10 m²) zweitweise überschritten, sind zusätzliche Schutzmaßnahmen geboten. Diese sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln und umzusetzen. Die BGW empfiehlt in dieser Situation für die Friseurin oder den Friseur sowie die Auszubildende oder den Auszubildenden aufgrund der aktuellen Pandemielage das ständige Tragen von FFP2-Masken oder vergleichbaren Atemschutzmasken.

12.02.2021

Mund-Nasen-Bedeckungen/Atemschutzmasken (aktualisiert: 09.02.2021)

Während einer Gesichtsbehandlung, wie Make-up, Rasur und Bartpflege, müssen Beschäftigte eine Atemschutzmaske (mindestens FFP2-Masken, alternativ auch Masken mit der Bezeichnung N95 oder KN95) tragen, ergänzt durch eine Schutzbrille oder einen Gesichtsschild zum Schutz vor Kontaktinfektionen bei gesichtsnahen Tätigkeiten.

Zum Schutz der Kundschaft dürfen Atemschutzmasken kein Ausatemventil enthalten.

Aktualisiert: 27.11.2020
Bestätigt: 09.02.2021

Ein Gesichtsschutzschild oder Visier kann nicht als Ersatz einer Mund-Nasen-Bedeckung bzw. eines Mund-Nasen-Schutzes verwendet werden.

Sie dienen in Verbindung mit einer FFP2-Maske als zusätzlichen Schutz, wenn mit direkten (infektiösen) Tröpfchen oder Spritzern zu rechnen ist: Anniesen oder Anhusten. Ein Schutz vor potenziell virenbelastetem Aerosol (Schwebetröpfchen) in der Atemluft bietet ein solches Visier nicht.

Weitere Informationen und Empfehlungen finden Sie in der Übersichtsliste der BAuA zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2.

Aktualisiert: 09.02.2021

Aufgrund der vielfältigen Formen von Behinderungen und Beeinträchtigungen können wir keine grundsätzliche Regelung treffen, wie die Bedienung im Salon durchgeführt werden soll. Im Zweifelsfall sollte in Rücksprache mit den Betroffenen vorab geklärt werden, ob und welche Schutzmaßnahmen ggf. erforderlich sind und wie diese jeweils eingehalten werden können.

Wir empfehlen, Kunden und Kundinnen mit besonderen Anforderungen an die Schutzmaßnahmen, organisatorisch auf den ersten oder letzten Termin des Arbeitstages zu planen.

Aktualisiert: 19.01.2021
Bestätigt: 09.02.2021




Allgemeine Regeln (aktualisiert: 08.04.2021)

In der angepassten SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (gültig bis 30.4.2021) wird unter § 3 ein betriebliches Hygienekonzept gefordert. Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin hat basierend auf der gesetzlich geforderten Gefährdungsbeurteilung (Arbeitsschutzgesetz) in einem Hygienekonzept alle betrieblichen Infektionsschutzmaßnahmen in Zeiten der Pandemie festzulegen und umzusetzen. Darüber hinaus sind die Beschäftigten zum Hygienekonzept zu unterweisen.
Das Hygienekonzept sollte die staatlichen Vorgaben der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel enthalten. Als weitere branchenspezifische Hilfestellung zur Erstellung des Hygienekonzepts können die aktuellen Branchenstandards der BGW herangezogen werden.


Ein Hygienekonzept muss für alle Betriebe vorliegen und es muss den Beschäftigten zur Verfügung gestellt werden. Das schafft Transparenz im Unternehmen über die durchzuführenden Infektionsschutzmaßnahmen – und gleichzeitig Rechtssicherheit. Das Hygienekonzept kann z. B. digital oder durch Aushänge im Unternehmen veröffentlicht werden.

06.04.2021

Grundsätzlich sind Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung gesetzlich verpflichtet. Eine bereits erstellte Gefährdungsbeurteilung muss bei neuen Gefährdungen, wie beispielsweise die SARS-CoV-2-Infektionsgefahr, aktualisiert werden.

Hinsichtlich der SARS-CoV-2-Infektionsgefahr wurden zudem Standards, Regelungen und konkretisierende Empfehlungen und Hilfestellungen zum Schutz von Beschäftigten und Versicherten entwickelt.

Vorrangig sind der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard sowie die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard ist zu berücksichtigen und wird durch die konkretisierende SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel auf eine rechtlich verbindliche Ebene gehoben. Hält der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin die Maßnahmen der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel ein, so sind die Anforderungen erfüllt.

Der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard sowie auch die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS sind branchenübergreifend, das heißt sie legen keine branchenspezifischen Regelungen fest. Daher ist die gesetzliche Unfallversicherung - so auch die BGW - durch das BMAS aufgefordert, den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel durch entsprechende SARS-CoV-2-Branchenstandards für die jeweilige Branche zu konkretisieren.

Die SARS-CoV-2-Branchenstandards der BGW sollen als Hilfestellung zur Gefährdungsbeurteilung von Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen hinzugezogen werden. Sie enthalten wichtige branchenbezogene Empfehlungen zur Erfüllung des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS. Sie sind somit eine wichtige Hilfestellung für die Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen.

Weitere, teilweise branchenbezogene Empfehlungen zum Infektionsschutz finden Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen in den Veröffentlichungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Regelungen der Länder sind immer verpflichtend und sind ebenfalls von Arbeitgebern sowie Arbeitgeberinnen umzusetzen.

Es ist nicht auszuschließen, dass Regelungen der Länder zum Infektionsschutz höhere Anforderungen festlegen, als der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard sowie die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS, oder umgekehrt. Hier sollte jeweils die höhere Anforderung von Arbeitgebern sowie Arbeitgeberinnen erfüllt werden.

Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) regeln nicht spezifisch den Arbeitsschutz, legen jedoch wichtige Hygieneregeln, insbesondere zum Schutz der Bevölkerung fest. Diese sind ebenfalls zu berücksichtigen.

Aktualisiert: 02.02.2021
Bestätigt: 04.03.2021

Friseurräume müssen ausreichend belüftet werden, um die Virenkonzentration und Infektionsgefährdung zu verringern. Regelmäßiges Lüften ist eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen!

Aktualisiert: 19.01.2021
Bestätigt: 09.02.2021

Lesen Sie alles rund um das Thema Lüften: Richtig Lüften in Corona-Zeiten

Ja! Der Arbeitsschutzstandard gilt auch für Barbershops.

Aktualisiert: 09.02.2021

Die aktuelle Pandemie erfordert ein hohes Maß an Rücksichtnahme zum Schutz aller Beschäftigten und Kunden.

Präventive Maßnahmen orientieren sich an den Informationen, die nach und nach zum Virus bekannt werden und an den Verhaltensempfehlung für alle Bürgerinnen und Bürger, die daraus resultieren:

  • Wie wird das Virus übertragen? (Tröpfchen und Aerosole, weniger über Schmier-/ Kontaktinfektion)
  • Wann wird das Virus übertragen? (wenige Tage vor sichtbaren Erkrankungszeichen bis eine Woche nach Erkrankungsbeginn)
  • Wer ist besonders gefährdet? (vor allem Personen mit Vorerkrankungen in allen Altersgruppen)
  • Wie lange bleiben Viren auf verschiedensten Oberflächen und auf Menschen aktiv? (bis zum Austrocknen der Viren, Zeitraum abhängig von Umgebungsbedingungen)

Um die Weitergabe des Virus zu verhindern (unter Beschäftigten, im Kontakt zu Kunden und unter Kunden), muss / müssen

  • die Viruslast in der Raumluft möglichst gering sein
  • Oberflächen (auch von Kämmen, Bürsten etc.) frei von Viren sein
  • Übertragungen von Viren über direkte Kontakte verhindert werden

Beschäftigte und Kunden sind im Friseursalon für geraume Zeit in intensivem Kontakt miteinander, anders als z.B. im Einzelhandel. Deshalb muss der Aufenthalt dort möglichst sicher gestaltet werden. Vieles wird von der Anzahl der anwesenden Menschen und ihrem Verhalten dort abhängen. Hieraus hat die BGW Schutzmaßnahmen entwickelt, die für Friseursalons ein hohes Maß an Infektionskontrolle versprechen. Dabei wurden Augenmaß und Verhältnismäßigkeit immer berücksichtigt, sowie die Umfeldbedingungen während der Pandemie.

Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber den Versicherten während der SARS-CoV-2 Pandemie bewusst und wissen gleichzeitig, dass die Umsetzung der Maßnahmen für viele Salons eine große Herausforderung darstellt. Die Maßnahmen sollen deshalb abhängig von veränderten Umfeldbedingungen regelmäßig überprüft und angepasst werden.

Aktualisiert: 20.05.2020
Bestätigt: 09.02.2021

Die Information und Unterweisung der Beschäftigten über Maßnahmen des Arbeitsschutzes ist Aufgabe der Salonleitung bzw. des Arbeitgebers. Der Unternehmer oder die Salonleitung hat die Beschäftigten über die Gefährdungen bei der Arbeit und die Maßnahmen zu deren Verhütung regelmäßig zu unterweisen (§4 DGUV Vorschrift 1). Dies gilt insbesondere hinsichtlich der besonderen, verschärften Hygieneregelungen im Umgang mit dem SARS-CoV-2-Virus. Die Unterweisung muss bei Bedarf, regelmäßig wiederholt werden. Denn regelmäßige Unterweisungen aller Beschäftigten sind Voraussetzung für eine sichere Arbeitsweise. Zur Unterweisung gehört auch eine Überprüfung, ob die Botschaften verstanden worden sind.

Grundlage bildet der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk.

Aktualisiert: 19.01.2021
Bestätigt: 09.02.2021

Jeder Arbeitgeber und jede Arbeitgeberin ist verpflichtet, sich durch einen Betriebsarzt und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit beraten zu lassen. Auch Teilnehmende der "alternativen, bedarfsorientierten Betreuung" nach DGUV Vorschrift 2 haben über Kooperationspartner der BGW Zugang zu diesen Arbeitsschutzexperten und -expertinnen. Viele Friseurbetriebe haben die verpflichtenden Unternehmerschulungen hierzu bei einer Innung absolviert. Bitte erfragen Sie dort, wer Ihre Ansprechpersonen vor Ort sind.

Aktualisiert: 29.04.2020
Bestätigt: 09.02.2021

Das Waschen der Haare wird zu Beginn der Dienstleistung empfohlen.

Ausnahmen sind beispielsweise die Haarwäsche vor Haarbehandlungen, nach denen die Haare grundätzlich gewaschen werden (wie Farbbehandlungen) sowie die Regelungen für Menschen mit Behinderungen.

Die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Übertragungswegen von SARS-CoV-2 deuten darauf hin, dass die Übertragung größtenteils (wahrscheinlich 90%) über Tröpfchen aus den Atemwegen (schwere Tropfen und „Bioaerosole“, sog. Tröpfcheninfektion) stattfindet. Andere Übertragungswege über Oberflächen und Haare (sog. Kontaktinfektionen) können jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Aktualisiert: 18.02.2021

Sollte ein Beschäftigter oder eine Beschäftigte oder aber eine Kundin oder ein Kunde an Covid-19 erkranken, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihr zuständiges Gesundheitsamt und besprechen, welche Maßnahmen erforderlich sind. Im Zuge der Nachverfolgung der Infektionsketten wird gegebenenfalls das Gesundheitsamt auf Sie zukommen.

Aktualisiert: 29.04.2020
Bestätigt: 09.02.2021

Pflichtvorsorge ist arbeitsmedizinische Vorsorge, die bei bestimmten besonders gefährdenden Tätigkeiten veranlasst werden muss (zum Beispiel Krankenhäuser, Labore). Eine Pflichtvorsorge ist dann vorgesehen, wenn die Infektionsgefährdung im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung besonders hoch ist. Diese Situation besteht bei kundennahen Tätigkeiten im Friseursalon nicht.

05.06.2020
Bestätigt: 09.02.2021



Infektionswege, Desinfektion, Reinigung, Händehygiene (aktualisiert: 09.02.2021)

Eine Desinfektion nach jeder Benutzung ist nur für Geräte vorgeschrieben, die mit Blut in Kontakt gekommen sind. Geräte, die nicht desinfizierbar sind, dürfen nicht verwendet werden oder müssen nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden.

Eine Reinigung der übrigen Geräte nach jeder Benutzung/jedem Kunden mit fettlösendem Haushaltsreiniger ist ausreichend. Bürsten und Pinsel müssen den bisherigen Standards entsprechend gereinigt werden. Sinnvoll ist es, mehrere Gerätesets vorzuhalten. Auf keinen Fall darf man elektrische Geräte wie Föhne in Desinfektionsmittelbäder einlegen oder mit alkoholischen Sprühdesinfektionsmittel behandeln. Es besteht Brand- und Explosionsgefahr und die Gefahr eines elektrischen Schlages. Daher dürfen Sie Griffe und Flächen z. B. von Föhnen nur mit Einmaltüchern und fettlösendem Reinigungsmittel abreiben.

Die tägliche Desinfektion von Geräten muss mit geeigneten Desinfektionssystemen (z. B. Desinfektionsbox) und mit geeigneten Desinfektionsmitteln vorgenommen werden (Desinfektionsmittellisten des Robert-Koch-Institutes, des Industrieverbandes Hygiene und Oberflächenschutz (IHO) oder des Verbundes für angewandte Hygiene (VAH)). Geräte, die nicht desinfizierbar sind, dürfen nicht verwendet werden.

Ansonsten sind die bisherigen Vorgaben zur Gerätedesinfektion weiterhin gültig. Sie sind teilweise in den entsprechenden Hygieneverordnungen der Länder festgelegt.

Aktualisiert: 19.01.2021
Bestätigt: 09.02.2021

Corona-Viren können auf Oberflächen eine gewisse Zeit überleben und wahrscheinlich von dort verschleppt werden. Deshalb müssen Sie derzeit die Flächen, mit denen Kunden in Kontakt kommen, zwischen jedem Kundenkontakt mit fettlösendem Haushaltsreiniger reinigen. Bitte verwenden Sie stets frische Wischlappen. Eine Desinfektion ist nicht notwendig.

Bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln

Beachten Sie das Sprühverbot für Desinfektionsmittel. Flächendesinfektionsmittel dürfen Sie nur mit Wischtüchern auftragen. Flächendesinfektionsmittel auf alkoholischer Basis dürfen Sie auf größeren Flächen nicht anwenden. Werden größere Flächen benetzt (>2qm), besteht Explosionsgefahr, sobald Sie eine Zündquelle (zum Beispiel Fön) anschalten.

Die Verwendung von Überzügen oder ein Abdecken der Friseurstühle mit Handtüchern ist nicht erforderlich.

Aktualisiert: 19.01.2021
Bestätigt: 09.02.2021

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden.

Mittel mit erweitertem Wirkbereich gegen Viren wie "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" können ebenfalls verwendet werden.

Einrichtungen außerhalb des Gesundheitsdienstes sollen sich vor dem zusätzlichen, breiten Einsatz von Desinfektionsmitteln unbedingt vom zuständigen Gesundheitsamt über deren Notwendigkeit und das aktuelle Infektionsgeschehen beraten lassen.

Infos über geeignete Desinfektionsmittel:

Aktualisiert: 16.04.2020
Bestätigt: 09.02.2021 

Das zeigt außer dem Video unten auch die Seite: Schonende Händehygiene: Desinfizieren statt waschen

 

 

(16.04.2020)

 

Für die Reinigung der Salonwäsche richten Sie sich bitte nach dem Reinigungs- und Desinfektionsplan für den Friseursalon.

Aktualisiert: 19.01.2021
Bestätigt: 09.02.2021

Alkoholische Desinfektionsmittel sollten nur zu Händedesinfektion verwendet werden.

Gebräuchliche Hände- und Flächendesinfektionsmittel bestehen meist zu ca. 70-80% aus Ethanol oder Propanol. Da beide Alkohole leicht entzündbar sind (Gefahrenhinweis H225), geht von ihnen in Friseursalons eine Brand- und Explosionsgefahr aus.

Deshalb müssen unbedingt folgende Schutzmaßnahmen bei der Verwendung von Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis berücksichtigt werden:

  • Größere Oberflächen wie Friseurstühle und Ablagen nicht desinfizieren, sondern mit fettlösendem Haushaltsreiniger abwaschen
  • Flächendesinfektionsmittel darf nur für kleine Flächen verwendet und nicht versprüht werden: ausschließlich Wischdesinfektion
  • Hände und Flächen nicht in unmittelbarer Nähe von Zündquellen (zum Beispiel eingeschalteter Föhn) desinfizieren, für ausreichende Belüftung (Querlüften) sorgen und vor Inbetriebnahme elektrischer Geräte warten, bis Hände und alle Oberflächen vollständig abgetrocknet sind
  • Halten Sie in allen Räumen des Salons, auch im Personalraum, ein striktes Rauchverbot ein
  • Desinfektionsmittel (auch Händedesinfektionsmittel) nicht in der prallen Sonne stehen lassen

Zusätzlich sind für die Aufbewahrung / Lagerung der Desinfektionsmittel folgende Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen:

  • Nur die für die Händedesinfektion am Arbeitstag erforderliche Menge im Kundenbereich aufbewahren, darüber hinausgehende Mengen in separatem Bereich lagern
  • Keine Lagerung in unmittelbarer Nähe von Arzneimitteln oder Lebensmitteln
  • Nicht in unmittelbarer Nähe zu Zünd- und Wärmequellen (z.B. heiße Oberflächen, Halogenstrahler, Heizkörper) aufbewahren
  • Desinfektionsmittel nur bis zur Schulterhöhe lagern
  • Im geschlossenen, sauberen und gekennzeichneten Originalbehälter aufbewahren; auf keinen Fall umfüllen (z.B. in Trinkflaschen)
  • Die Aufbewahrung in Treppenräumen, Fluren, Flucht- und Rettungswegen, Pausenräumen, Sanitär- und Sanitätsräumen ist verboten
  • Die maximale Menge an extrem entzündbaren Flüssigkeiten (H224) und leicht entzündbaren Flüssigkeiten (H225) darf im gesamten Friseursalon 20 kg nicht überschreiten. Anderenfalls müssen sie im Gefahrstofflager (z.B. Sicherheitsschrank für Chemikalien) unter Einhaltung der Vorgaben gemäß TRGS 510 aufbewahrt werden.
  • Kunststoff- oder Metallkanister mit Desinfektionsmittel dürfen ein Fassungsvermögen von maximal zehn Liter haben. Behälter aus Kunststoff dürfen maximal fünf Jahre gelagert werden (siehe Prägestempel mit Herstellungsdatum).
  • Gebinde mit flüssigen Gefahrstoffen sind in Auffangwannen zu lagern, die mindestens den Inhalt des größten Gebindes aufnehmen können.
  • Vorsicht mit entleerten Gebinden; bei Entzündung ist Explosion möglich.

Aktualisiert: 19.01.2021
Bestätigt: 09.02.2021

 

30.03.2021

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