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Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel in der Coronavirus-Pandemie: Hinweise zu Beschaffung, Verwendung, Transport

Wegen der aktuellen Pandemie besteht deutschlandweit eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach zum Beispiel Schutzmasken, Händedesinfektionsmittel und anderen Produkten. Aktuelle Neuigkeiten für Betriebe zum Thema.

Person mit Mund-Nasen-Schutz, Desinfektionsmittelspender und Einweghandschuh

Allgemein: Mangel an Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln

Betriebe stehen vor der Frage, wie Sie dem aktuellen Mangel an Schutzausrüstung begegnen.

In den Betrieben ist auch zu klären, ob und wie die Arbeit bei Fehlen von Schutzausrüstung stattfindet.

Antworten auf häufige Fragen zum Thema:

Diese Frage treibt in der jetzigen Mangelsituation bei persönlicher Schutzausrüstung (PSA) viele Beschäftigte im Gesundheitsdienst um. Die BGW ist jedoch nicht zuständig für arbeitsrechtliche Anfragen, sondern nur für den Arbeitsschutz.

Das Arbeitsschutzrecht definiert die Aufgaben der Arbeitgeberin oder des Arbeitgebers an diesem Punkt eindeutig, sagt aber nichts aus, welche rechtlichen Konsequenzen bei höherer Gewalt, Naturkatastrophen oder globalem PSA-Mangel auf die Arbeitgeberin oder den Arbeitgeber zukommen.

Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin hat nach Arbeitsschutzgesetz grundsätzlich die Verpflichtung die Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit für seine Beschäftigten am Arbeitsplatz zu beurteilen und Maßnahmen hieraus abzuleiten – dies geschieht durch die Gefährdungsbeurteilung. Im Rahmen der Pandemieplanung (Bevölkerungsschutz) sind gegebenenfalls weitere Maßnahmen zu ermitteln und durchzuführen. Konkrete Hinweise hierzu finden sich zum Beispiel beim Robert-Koch-Institut: Ergänzung zum Nationalen Pandemieplan – Covid-19.

Für den Arbeitsschutz gilt, wenn eine beschäftigte Person aufgrund ihrer Arbeit mit biologischen Arbeitsstoffen umgeht, ist die Biostoffverordnung anzuwenden (§ 4 BioStoffV). Biostoffe wie Viren, Bakterien etc. müssen in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden. Aus den Gefährdungen muss die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten ableiten und umsetzen. Die Maßnahmen können technisch und organisatorisch sein, wie etwa die Abtrennung der Arbeitsbereiche oder die Beschränkung der Beschäftigtenzahl.

Bei entsprechender Gefährdung hat die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber außerdem PSA wie beispielsweise Schutzhandschuhe oder Atemschutz zur Verfügung zu stellen. Zu den Gefährdungen sind die Beschäftigten über eine Unterweisung allgemein sowie über eine arbeitsmedizinische Vorsorge individuell zu beraten. Konkretisierungen enthalten beispielsweise die Technische Regel "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege" (TRBA 250) oder der Beschluss 609 "Arbeitsschutz beim Auftreten einer nicht ausreichend impfpräventablen humanen Influenza", welcher derzeit in der Prävention von Covid-19 analog Anwendung findet.

Allerdings ist die BGW nur zuständig für Fragen zum Arbeitsschutzrecht. Für arbeitsrechtliche Fragestellungen müssen wir Sie auf andere Stellen verweisen, zum Beispiel an das Bundesarbeitsministerium: Arbeits- und arbeitsschutzrechtliche Fragen zum Coronavirus.

Aktualisiert: 14.04.2020

 

Wir empfehlen den Betrieben, weitere Beschaffungswegen in Kooperation mit Gesundheitsbehörden, Kassenärztlichen Vereinigungen sowie anderen Dach- und Standesorganisationen zu erschließen.

Wir unterstützen die Betriebe durch unsere Veröffentlichungen und Mitarbeit in verschiedenen Gremien. Dort setzen wir uns auch dafür ein, die Versorgungslage mit PSA und Desinfektionsmittel vor allem in Senioren- und Pflegeheimen zu verbessern.

Aktualisiert: 07.04.2020

 

Nein. Ein Visier oder Gesichtsschild kann als zusätzlicher Schutz vor allem dann dienen, wenn mit direkten (infektiösen) Tröpfchen oder Spritzern zu rechnen ist: anniesen oder anhusten oder medizinische Probenahmen wie z. B. beim Rachenabstrich. Ein Schutz vor potenziell virenbelastetem Aerosol (Schwebetröpfchen) in der Atemluft bietet ein solches Visier nicht. Gesichtsschilde werden üblicherweise in medizinischen Einrichtungen wie z. B. Krankenhäusern als zusätzlicher Schutz des Gesichts vor direkten Spritzern (z. B. Blut) eingesetzt. Sie ersetzen dann eine Schutzbrille, aber weder medizinische Gesichtsmasken noch Atemschutzmasken. Als Ersatz für die Mund-Nasen-Bedeckung (= Fremdschutz) ist ein Gesichtsschild (Visier) abzulehnen, als zusätzliche Schutzmaßnahme jedoch möglich - etwa während einer Gesichtsbehandlung.

Aktualisiert: 15.05.2020

Offizielle Vorschriften zu Tragedauer und Pausen für Mund-Nasen-Bedeckung gibt es bislang nicht. Kommerziell und privat hergestellte Mund-Nasen-Bedeckungen bestehen meist aus unterschiedlich eng gewebten Baumwollstoffen. Bei der Materialauswahl sollte darauf geachtet werden, dass das Atmen möglichst wenig behindert wird. Wer eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt, sollte regelmäßige Pausen machen - am besten an der frischen Luft ohne diesen Schutz.

Aktualisiert: 15.05.2020

Der Krisenstab der Bundesregierung hat am 03.03.2020 mitgeteilt, dass das Bundesgesundheitsministerium persönliche Schutzausrüstung zentral für Arztpraxen, Krankenhäuser sowie Behörden beschaffen wird.

Über die Umsetzung werden vermutlich die Kassenärztlichen Vereinigungen informieren. Ähnliches äußert sich die Bundeszahnärztekammer.

Wichtig ist es, sich fortlaufend zu informieren.

Aktualisiert: 07.04.2020

 

Die BGW ist Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung, die Aufgaben der BGW sind im Sozialgesetzbuch (SGB) Siebtes Buch (VII) - Gesetzliche Unfallversicherung festgelegt. Ein zentraler Einkauf von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) oder Desinfektionsmitteln und Weitergabe an die einzelnen Mitgliedsbetriebe gehört nicht zu den gesetzlich zugewiesenen Aufgaben der BGW und liegt daher außerhalb der Möglichkeiten der BGW.

Die Pflicht zur Beschaffung geeigneter PSA sowie von Desinfektionsmitteln liegt ausschließlich beim jeweiligen Unternehmer oder der Unternehmerin.
Jedoch werden die Mitgliedsbetriebe der BGW bei der Beschaffung von PSA und Desinfektionsmitteln durch koordinierende Stellen, wie z. B. von Kassenärztlichen Vereinigungen, Innungen sowie anderen Dach- und Standesorganisationen unterstützt.

Die BGW würde es daher begrüßen, wenn eventuelle Angebote zum Verkauf von PSA direkt an die koordinierenden Stellen oder Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Wohlfahrtspflege gerichtet werden.

Aktualisiert: 23.04.2020

 

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da wir keine Einblicke über Ihre konkreten Tätigkeiten und mögliche Defizite im Arbeits- und Gesundheitsschutz aus der Ferne haben können und wir grundsätzlich keine Aussage über eine Unzumutbarkeit der Tätigkeit treffen können.

Grundsätzlich hat jede und jeder Beschäftigte ein Recht auf körperliche Unversehrtheit, auch auf der Arbeit.

Weiterführende Hinweise, insbesondere zu Rechten und Pflichten bei der Arbeit im Zusammenhang mit dem Coronavirus, finden Sie beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales und bei ver.di.

Aktualisiert: 14.04.2020

 

 

Mund-Nase-Maske

Schutzmasken, Mund-Nasen-Schutz, Mund-Nasen-Bedeckung (Community-Masken)

Maske ist nicht gleich Maske. Deshalb gibt es hier Orientierung über die verschiedenen Masken-Typen sowie Hinweise auf weitere Informationsquellen.

Zum Beispiel bietet die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin eine Tabelle mit Empfehlungen zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2.

Antworten auf häufige Fragen zum Thema:

Wir unterscheiden zum einen Mund-Nasen-Bedeckung, die als Behelfs-Mund-Nasen-Masken aus handelsüblichen Stoffen hergestellt werden ("Community-Masken", selbstgenähter Gesichtsschutz) und zum anderen solche, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben und technischer Normen Schutzmasken mit definierter Schutzwirkung darstellen:

  1. Medizinischer Mund-Nasen-Schutz
  2. Partikelfiltrierende Schutzmasken

Medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS) und medizinische Atemschutzmasken, z.B. FFP-Masken, sollen derzeit medizinischem und pflegerischem Personal vorbehalten bleiben.

Mund-Nasen-Bedeckung

Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) sollen nicht den Träger schützen, sondern dienen vorwiegend dem Fremdschutz. Die Bezeichnung Mund-Nase-Bedeckung wird inzwischen für jegliche Bedeckung des Mund-Nasen Bereiches verwendet, auch den zum Teil selbst genähten Mundschutz. Mund-Nase-Bedeckungen haben keine Zulassung als persönliche Schutzausrüstung oder als Patientenschutz.

 

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Unterschiede, Anwendung und Schutzwirkung von Mund-Nasen-Bedeckung

Siehe die Frage: "Was ist beim Umgang mit Mund-Nase-Bedeckungen und selbst hergestellten Gesichts- und Behelfsmasken zu beachten?" | mehr

 

Medizinischer Mund-Nasen-Schutz

Auch: Operations- oder OP-Masken oder chirurgische Masken. Sie bedecken Mund und Nase, dichten diesen Bereich aber nicht ab. Sie schützen die tragende Person vor Flüssigkeiten wie Spritzern und Tröpfchen und versehentliche Berührung von Mund und Nase. Da sie nicht dicht anliegen, schützen sie den Träger nicht ausreichend vor einer luftgetragenen Infektion. Sie dienen vorrangig dem Patientenschutz und sind für diese Schutzwirkung zertifiziert (DIN EN 14683).

Schutzmasken

Dem gegenüber bieten filtrierende Halbmasken vom Typ FFP2 und FFP3-Masken auch weitergehenden Schutz vor luftübertragenen Partikeln. Sie sind für den Arbeitsschutz als persönliche Schutzausrüstung (PSA) zugelassen.

 

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Hinweise zur Verwendung von Schutzmasken

Unterschiede und Verwendung von Schutzmasken sowie filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3) einerseits und Mund-Nasen-Bedeckung/ "Community-Masken" andererseits im Zusammenhang mit dem Coronavirus. | mehr

 

Aktualisiert: 04.05.2020

Im Kontakt zwischen Beschäftigten und Kundinnen/ Kunden (Klienten/Klientinnen, Patientinnen/Patienten), bei denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht sicher eingehalten werden kann, sind zusätzliche Schutzmaßnahmen nötig.

Kann der Kunde oder die Kundin während der Behandlung am Gesicht keinen Mund-Nasen-Schutz (MNS) tragen, muss von den Beschäftigten eine FFP2-Maske getragen werden. Es wird zusätzlich ein Gesichtsschild oder eine Schutzbrille empfohlen.

Aktualisiert: 29.04.2020

Beim beruflichen Umgang mit dem SARS-CoV-2-Virus oder Personen mit Covid-19-Erkrankung müssen die Beschäftigten nach der TRBA 250 und dem Beschluss 609 des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe Partikelschutzmasken vom Typ FFP2 oder FFP3-Masken tragen.

Wann diese zu tragen sind, richtet sich nach den Tätigkeiten und dem Ausmaß der Exposition. Dies ist durch eine erregerspezifische Gefährdungsbeurteilung festzulegen.

Gleichwertige Alternativen während der Corona Pandemie:

Sogenannter Mund-Nasen-Schutz (MNS) bedeckt Mund und Nase, dichtet am Gesicht aber nicht ab. MNS schützen die tragende Person vor Flüssigkeiten wie Spritzern und großen Tröpfchen, ersetzen aber nicht den Atemschutz (FFP2/ FFP3).

Hinweis: FFP-Masken mit Ausatemventil bieten keinen Fremdschutz. Das Ventil hat den Zweck, dem Träger das Atmen zu erleichtern. Wenn die Maske also sowohl den Träger als auch der Patient /Klient schützten soll, müssen FFP2/ FFP3 Masken ohne Ventil verwendet werden

Aktualisiert: 04.05.2020

 

Für die Schutzwirkung von Atemschutzmasken und Schutzbrillen ist die korrekte Anwendung von großer Bedeutung. Anleitungen hierzu und Hinweise zu häufigen Fehlern finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts.

Aktualisiert: 14.05.2020

Kohlendioxid (CO2) ist ein Atemgas und wird über die Lunge an die Ausatemluft abgegeben, es darf nicht mit Kohlenmonoxid (CO) verwechselt werden. Ob durch das Maskentragen tatsächlich CO2 in den Atemwegen mehr als üblich angereichert wird, kann im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden. Bei hohen Konzentrationen in der Atemluft bzw. im Körper kann CO2 zu Müdigkeit und Konzentrationsschwäche führen. Dieser Effekt ist auch aus überfüllten, ungelüfteten Räumen bekannt (zum Beispiel Konferenzräume oder Klassenzimmer).

Grundsätzlich kann jeder Atemschutz das Ein- und Ausatmen erschweren, da er eine Barriere zur Außenluft darstellt. Diese Barriere ist unterschiedlich stark je nach Filterleistung, nach Ausstattung der Maske mit oder ohne Ventil oder nach Art des Materials bei individuell hergestellten Mund-Nasen-Bedeckungen.

Gerade das Tragen von mehrlagigen, sehr dichten und eng anliegenden Mund-Nasen-Bedeckungen oder Atemschutzmasken kann unter bestimmten Bedingungen sehr anstrengend sein. Deshalb sollte das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung, Mund-Nasen-Schutz und Schutzmasken auf das notwendige Maß beschränkt bleiben. Für Personen mit Vorerkrankungen wie zum Beispiel Heuschnupfen, Panikattacken, chronischen Lungen- oder Herzkrankheiten kann das Schutzmaskentragen durch die Behinderung der Atmung eine Überforderung sein, auch wenn das erschwerte Abatmen von CO2 nicht nachgewiesen werden kann. Sollen Beschäftigte Atemschutz tragen, müssen deshalb unter besonderen Voraussetzungen betriebsärztliche Beratungen/ Vorsorge angeboten werden.

Wenn sich Beschäftigte mit Vorerkrankungen darüber hinaus bereits durch das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung oder Mund-Nasen-Schutz am Arbeitsplatz in ihrer Gesundheit gefährdet sehen, können sie über den Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin eine Wunschvorsorge bei der Betriebsärztin oder beim Betriebsarzt beantragen. In der betriebsärztlichen Beratung wird die individuelle gesundheitliche Situation und Wechselwirkungen mit Anforderungen am Arbeitsplatz sowie mögliche weitere Schutzmaßnahmen besprochen.

Aktualisiert: 07.05.2020

FFPx Masken können vor Viren schützen. Sie sind für den industriellen Eigenschutz gemäß DIN 149 genormt, nicht für den medizinischen Bereich. Die FFPx werden mit steigender Ziffer für kleinere Partikel immer undurchlässiger, jedoch nur wenn die Schutzmasken korrekt hergestellt und normiert werden.

Die FFP3 ist noch etwas "dichter" als FFP2, wenn der Luftstrom/ die Atemluft durch den Filter geführt wird, nicht aber bei undichtem Sitz. Der Tragekomfort nimmt mit steigender Ziffer (1,2,3) durch den höheren Widerstand/ Barriere deutlich ab. Auch Viren werden von FFP1 oder FFP2 bei gutem Sitz gut aber nicht vollständig zurückgehalten, auch nicht bei FFP3 oder anderen noch höherwertigen Systemen.

Allerdings ist für eine Infektion eine Mindestmenge an Viren nötig und deshalb in der Regel eine gute Schutzfunktion bei korrektem dichten Sitz der Maske (mindestens FFP2) zu erwarten.

Der Mund-Nasen-Schutz ist dagegen ein medizinisches Produkt gem. DIN 14683, der im Prinzip "keinen" Eigenschutz bietet, sondern die Ausbreitung von Tröpfchen der Atemluft des Trägers oder der Trägerin verhindert und somit den Fremdschutz die Mund-Nasen-Partie abdeckt.

Aktualisiert: 25.05.2020

Da FFP2- und FFP3-Masken derzeit nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen, können für die Dauer der Corona-Pandemie ausnahmsweise auch Schutzmasken verwendet werden, die kein CE-Zeichen aufweisen.

Dies betrifft zum Beispiel Schutzmasken, die mindestens dem NIOSH-Standard N95 oder dem Standard nach KN95 entsprechen. NIOSH steht für National Institute for Occupational Safety and Health, eine Einrichtung in den USA.

Diese Ausnahme ist auf medizinisch und pflegerisches Fachkräfte bis derzeit zum 31.08.2020 beschränkt.

Es können Masken, die in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Australien oder Japan verkehrsfähig wären, derzeit auch in Deutschland als verkehrsfähig angesehen werden.

 

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Kennzeichnung von Masken

Hinweise zur Kennzeichnung von Schutzmasken aus USA, Kanada, Australien/Neuseeland, Japan. | mehr

Sollte die Verkehrsfähigkeit nicht vorliegen, muss im Einzelfall, zum Beispiel durch eine notifizierte Stelle überprüft werden, ob die Masken den EU-Schutzstandards entsprechen.

 

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Antworten auf häufige Fragen zu Schutzmasken

Hinweise zur Verwendung und zum Inverkehrbringen von filtrierenden Halbmasken/ Atemschutzmasken und weiterer Persönlicher Schutzausrüstung. | mehr

Aktualisiert: 06.04.2020

 

Für niedergelassene Arztpraxen, Krankenhäuser und Kliniken gibt es bauliche, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeitenden. Diese beinhalten auch Empfehlungen zur ressourcenschonenden Einsatz von Atemschutzmasken und medizinischen Mund-Nasen-Schutz (MNS).

Siehe hierzu:

Weiterhin ist der Einsatz von Gebläse unterstütztem Atemschutz als Alternative für Schutzmasken möglich und sinnvoll. Voraussetzung für den Einsatz dieses Atemschutzes ist, dass

  • diese Geräte gemäß der DIN EN 12 941 oder DIN EN 12942 zertifiziert sind und
  • die verwendeten Filtereinheiten mit P2 oder P3 gekennzeichnet sein (entspricht FFP2 oder FFP3).

Aktualisiert: 04.05.2020

 

Außerhalb des medizinisch/pflegerischen Bereichs wird Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) in verschiedenen Situationen empfohlen, um das Infektionsrisiko zusätzlich zu vermindern.

Dies trifft vor allem auf Umgebungen und Arbeitsbereiche zu, in denen die Distanzierungsregel von Minimum 1,5 Meter nur schwierig einzuhalten ist.
Wo immer möglich muss jedoch das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden!

Siehe hierzu auch die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards der BGW, die für verschiedene Branchen erarbeitet wurden (Friseurhandwerk etc.) und werden.

Aktualisiert: 04.05.2020

 

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat dazu Antworten auf häufige Fragen veröffentlich.

Beispiele:

  • Welche Atemschutzmasken schützen vor SARS-CoV-2?
  • Gibt es Empfehlungen zum ressourcenschonenden Einsatz von Mund-NasenSchutz (MNS) und FFP-Masken bei Materialknappheit?
  • Dürfen Masken aufbereitet oder nach dem angegebenen Ablaufdatum verwendet werden?
  • Wie gestaltet sich die vereinfachte Prüfmöglichkeit für Corona-Pandemie Atemschutzmasken?
  • Wie ist im Zusammenhang mit COVID-19 mit weiteren Produkten (Schutzbrillen, Vollgesichtsmasken, FFP2, FFP3, OP-Masken und Schutzkittel) ohne CE/NE-Kennzeichnung umzugehen?
    Hierzu bietet die BAuA eine "Übersicht für die Beurteilung der Verkehrsfähigkeit von Schutzgütern und -ausrüstungen".

Aktualisiert: 02.04.2020

 

Darüber gibt die DGUV Regel 112-190 Auskunft.

Aktualisiert: 23.03.2020

 

Im Rahmen der individuellen Gefährdungsbeurteilung muss geprüft werden, ob bei dem Tragen einer FFP2- oder FFP-3 Maske eine entsprechende arbeitsmedizinische Vorsorge angeboten werden muss. FFP-Masken weisen nur einen geringfügig erhöhten Atemwiderstand sowie ein geringes Gewicht auf. Sie gehören nach der Einteilung der AMR 14.2 der Atemschutzgerätegruppe 1 an.

Laut Teil 4 Absatz 2 Nr. 2 der ArbMedVV ist für Maskentragende bei Tätigkeiten, die das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 1 erfordern, eine Angebotsvorsorge vorzusehen.

In Einrichtungen des Gesundheitsdienstes kann davon ausgegangen werden, dass sich die Maskenfilter beim Tragen nicht durch Stäube zusetzen, damit bleibt der Einatemwiderstand nahezu unverändert im Normbereich.

Bei Geräten der Gruppe 1 (Gerätegewicht bis 3 kg und Atemwiderstand bis 5 mbar) muss den Beschäftigten eine arbeitsmedizinische Vorsorge angeboten werden. Die Teilnahme ist nicht verpflichtend..

Beispiele:

  • Filtergeräte mit Partikelfilter der Partikelfilterklassen P1 und P2
  • partikelfiltrierende Halbmasken, FFP 1, FFP 2 oder FFP 3 (Herstellerangaben beachten)
  • gebläseunterstützte Filtergeräte mit Voll- oder Halbmaske
  • Druckluft-Schlauchgeräte und Frischluft-Druckschlauchgeräte, jeweils mit Atemanschlüssen mit Ausatemventilen

Siehe:

Aktualisiert: 04.05.2020

Lediglich bei sehr schwerer körperlicher Arbeit oder ungünstigen klimatischen Verhältnissen kann es in sehr wenigen Einzelfällen erforderlich sein, dass das Tragen einer FFP3-Maske der Atemschutzgerätegruppe 2 zugeordnet werden muss. Dann muss der Träger oder die Trägerin der FFP3-Maske vor Beginn der Tätigkeit an einer Pflichtvorsorge gemäß Teil 4 Absatz 1 Nummer 1 Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) teilnehmen.

Informationen zur einer Arbeitsmedizinischen Pflicht-Vorsorge finden sich in der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) und der Arbeitsmedizinischen Regel (AMR) Nummer 14.2

Weitere Hinweise zur Nutzung von Atemschutz finden sich in der DGUV Regel 112-190 Benutzung von Atemschutzgeräten.

Aktualisiert: 04.05.2020

 

Informationen zur Tragedauer und notwendigen Pausen finden sich in der Tabelle in Anhang 2 (Tragezeitbegrenzung) der DGUV Regel 112–190 "Benutzung von Atemschutzgeräten". und bei der BAuA. Weiterhin finden sich Informationen in der Betriebsanleitung des Herstellers.

Nach diesen Angaben müssen FFP-Masken zur einmaligen Verwendung (Partikelfiltrierende Halbmaske "NR" (non reusable)) nach einer Schicht (8 Stunden) oder bei Durchfeuchtung entsorgt werden. Die ununterbrochene Tragedauer beträgt grundsätzlich 2 Stunden mit anschließender Erholungsdauer von 30 Minuten. Bei einer FFP-Maske ohne Ausatemventil beträgt die unterbrochene Tragedauer grundsätzlich 75 min mit anschließender Erholungsdauer von 30 Minuten.

Für Wiederverwendbare FFP-Halbmasken (partikelfiltrierende Halbmaske) mit der Kennzeichnung "R" (reusable) gelten dieselben Zeiten bis eine Aufbereitung der Maske erforderlich ist.

Diese Trage- und Erholungszeiten sowie Schichtanzahlen wurden aus langjährigen Erfahrungen abgeleitet. Die Zahlen beruhen auf der Annahme, dass die Person eine mittelschwere Tätigkeit unter "normalen" klimatischen Umgebungsbedingungen ausführen muss. Bei einem Einsatz im Gesundheitsdienst kann die Durchfeuchtung aus der eingeatmeten Umgebungsluft und der Staubauftrag auf die Filter vernachlässigt werden.

Das RKI führt unter diesen Bedingungen aus, dass Partikelfilter i.d.R. aus Glasfasermaterial bestehen und deshalb beständig sind. Besitzt der Maskenkörper neben dem Einatemventil ein Ausatemventil, so wird verhindert, dass feuchte Ausatemluft durch die Filter abgeatmet wird. Eine Anreicherung von Viren durch Vermehrung auf/in dem Filtermaterial als Argument gegen den Mehrfachgebrauch kann ausgeschlossen werden.

Trockene Filter dieser Masken können deshalb personenbezogen auch über eine Schicht hinaus jeweils nach äußerlicher Dekontamination verwendet werden. Die Herstellerangaben sind hierbei zu berücksichtigen.

Weitere Hinweise zur Nutzung von Atemschutz finden sich in der DGUV Regel 112-190 Benutzung von Atemschutzgeräten.

Aktualisiert: 04.05.2020

 

Medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS) dient hier nicht als Atemschutz für den Patienten oder die Patientin, sondern reduziert die Verbreitung erregerhaltiger Tröpfchen. .Er trägt zum Schutz der der Umgebung bei, an Arbeitsplätzen zum Schutz der Beschäftigten. Diese Maßnahme ist nur ein Teil des gesamten Arbeitsschutzkonzeptes.

Bei allen Tätigkeiten der Beschäftigten, die in der Nähe von ansteckungsfähigen Patienten oder Patientinnen stattfinden, sollte von der zu behandelnden Person ein MNS getragen werden, soweit er toleriert werden kann.

Siehe hierzu die Anlage 1 des Beschlusses 609 des ABAS, der analog auf Covid-19 zu übertragen ist.

Voraussetzung hierfür ist selbstverständlich, dass der Gesundheitszustand des Patienten oder der Patientin dies zulässt und er oder sie damit einverstanden ist.

Das muss im Einzelfall sowohl mit dem zuständigen Arzt oder der zuständigen Ärztin abgesprochen werden und der Patientin/ dem Patienten ausreichend erklärt werden (Gefährdungsbeurteilung).

Aktualisiert: 04.05.2020

 

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) durch den ansteckungsfähigen Patienten oder die ansteckungsfähige Patientin kann zur Reduzierung der abgegebenen Aerosolmenge und damit zur Verringerung der Gefährdung der Beschäftigten beitragen, sofern die zu behandelnde Person ausreichende Kooperationsbereitschaft zeigt und bereit ist, den MNS zu tragen. Letztere wird vor allem durch ein empathisches, persönliches Beratungsgespräch erreicht.

Quelle: Ausschuss für Arbeitsmedizin (AfAMed)

Aktualisiert: 04.05.2020

 

 

 

Desinfektionsmittel-Spender wird benutzt

Desinfektionsmittel: Auswahl, Herstellung, Verwendung, Transport

Wegen der aktuellen Knappheit von Desinfektionsmitteln in der Coronavirus-Pandemie gelten Ausnahmen für die Herstellung solcher Produkte.

Jedoch ist bei der Produktion, beim Transport sowie bei der Verwendung von Händedesinfektionsmitteln und ähnlichen Erzeugnissen auf Sicherheit und Gesundheit zu achten.

Informieren Sie sich bitte auch über das sichere Umfüllen von Desinfektionsmitteln.

Antworten auf häufige Fragen zum Thema:

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden.

Mittel mit erweitertem Wirkbereich gegen Viren wie "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" können ebenfalls verwendet werden.

Einrichtungen außerhalb des Gesundheitsdienstes sollen sich vor dem zusätzlichen, breiten Einsatz von Desinfektionsmitteln unbedingt vom zuständigen Gesundheitsamt über deren Notwendigkeit und das aktuelle Infektionsgeschehen beraten lassen.

Infos über geeignete Desinfektionsmittel:

Aktualisiert: 16.04.2020

 

Geeignete Händedesinfektionsmittel können über die unten aufgeführten Listen ausgesucht werden.

Wenn keine Händedesinfektionsmittel am Markt erhältlich sind, muss auf gründliches Händewaschen ausgewichen werden. Die Hautpflege ist dann besonders wichtig, damit die Haut gesund bleibt.

Aktualisiert: 14.04.2020

 

Das zeigt außer dem Video unten auch die Seite: Schonende Händehygiene: Desinfizieren statt waschen

 

 

Aktualisiert: 16.04.2020

 

Auch für nicht im Gesundheitsdienst Beschäftigte gilt:

Die richtig durchgeführte Händedesinfektion der trockenen Haut ist hautschonender als das Händewaschen. Eine Händedesinfektion vor und nach jedem Kunden sollte mit einem geeigneten Händedesinfektionsmittel durchgeführt werden.

Alternativ und wenn keine Händedesinfektionsmittel verfügbar sind, müssen die Hände entsprechend den allgemein gültigen Hygieneregeln vor und nach jedem Kunden gründlich mit einem Hautreinigungsmittel gewaschen werden.

Bei sichtbarer Verschmutzung oder Sekretresten auf der Haut müssen die Hände immer gewaschen werden.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Händewaschen - Wann? Wie?

Seite infektionsschutz.de: Tipps, eine Anleitung in Bildern und Antworten auf häufige Fragen. | mehr

 

Aktualisiert: 21.04.2020

 

Ausnahmezulassungen für Händedesinfektionsmittel

Angaben zur Herstellung durch Apotheken, pharmazeutische Industrie, chemische Industrie sowie juristische Personen des öffentlichen Rechts. Rezepturen und Antworten auf häufige Fragen. Stand: 24.03.2020 | mehr

Aktualisiert: 30.03.2020

 

BGW: Händedesinfektionsmittel selbst herstellen - Brände und Explosionen in Apotheken vermeiden

Erlaubnis zum Herstellen von Desinfektionsmittel (bis 31.08.2020). Sicher umfüllen, herstellen und konfektionieren - so sorgen Sie für Sicherheit. | mehr

Aktualisiert: 31.03.2020

 

Zu dieser Fragestellung gibt es eine Antwort der BAuA zum Stand 24.03.2020. Die Frage lautet dort: Dürfen die nach den Allgemeinverfügungen vom 4. und vom 20. März 2020 hergestellten Mittel auch für die Desinfektion von Flächen verwendet werden?

Als Antwort wird am oben angegeben Ort folgende gegeben: "Diese Allgemeinverfügungen beziehen sich ausschließlich auf die Zulassung der dort genannten Biozidprodukte zur hygienischen Händedesinfektion, um mögliche Schmierinfektionen durch die Berührung von Mund, Nase und Augen durch kontaminierte Hände zu unterbinden. Die Desinfektion von Flächen ist aktuell nur mit zugelassenen oder auf Grund der nationalen Übergangsvorschriften verkehrsfähigen Produkten möglich."

Aktualisiert: 14.04.2020

Zur Verwendung von alkoholhaltigen Desinfektionsmitteln gilt in ärztlichen Praxen grundsätzlich Folgendes:

Generell sollte im Rahmen der gemäß § 3 DGUV Vorschrift 1 und § 5 Arbeitsschutzgesetz zu erstellenden Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden, welche Bereiche der Praxis auf welche Weise gereinigt bzw. desinfiziert werden sollten. Dieses sollte im Hygieneplan der Praxis abgebildet sein.

Die Arztpraxis sollte die Bereiche, in denen sich potentielle Covid-19 Patienten und Patientinnen aufhalten und diese behandelt werden, von den anderen Bereichen abtrennen. In diesem Zusammenhang sind unter anderem organisatorische Aspekte der Lenkung von Patienten mit respiratorischen Symptomen vor Besuch der Praxis bzw. innerhalb der Praxis wichtig. Diese Prinzipien empfiehlt auch das Robert-Koch-Institut auf seiner Internetseite unter dem Punkt C) Ambulante Versorgung/Arztpraxis, Fall unter differentialdiagnostischer Abklärung.

In welchen Bereichen Reinigungs- bzw. Desinfektionsarbeiten vorzunehmen sind, ist entsprechend zu definieren.

Für Bereiche ohne COVID-19 Patientinnen oder Patienten gilt der bisherige Hygieneplan der Praxis, d.h. Flächendesinfektion nur dort wo notwendig.

Aufgrund der erhöhten Brandgefahr bei der Verwendung alkoholhaltiger Desinfektionsmittel sollte eine Flächendesinfektion nur mit kleinen Mengen und bei kleinen Flächen durchgeführt werden.

Aktualisiert: 14.04.2020

Für den Transport gefährlicher Güter gelten im Straßenverkehr die Vorschriften des ADR (ADR - Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße). Für die Unternehmen, die kleinere Mengen transportieren möchten, gibt es gem. Kapitel 1.1.3.6 ADR eine 1000-Punkte-Regelung. Werden gemäß dieser Regelung 1000 Punkte für die Gesamtmenge an gefährlichen Gütern nicht überschritten, ist der Transport von bestimmten Vorschriften befreit.

Folgende Erleichterungen bestehen nach Anwendung der 1000-Punkte-Regelung:

  • Die Fahrer benötigen keine ADR Bescheinigung,
  • keine Weisung notwendig für unfallbedingte Notsituationen,
  • das Fahrzeug benötigt keinen orangefarbene Warntafel oder Großzettel (Placards),
  • keinen Forderung nach einer Ausrüstung für den persönlichen und allgemeinen Schutz,
  • es muss kein zweiter Feuerlöscher mitgeführt werden,
  • ein Tunnelbeschränkungsverbot wird nicht angewendet.

Die Berechnung der Gesamtmenge bezieht sich auf das Fahrzeug oder auf die "Beförderungseinheit", bestehend aus Fahrzeug und Anhänger.

Zur Berechnung der 1000-Punkte-Regelung braucht man die Masse (Kg)/Volumen(l) des jeweiligen Gefahrguts. Gefährliche Güter sind einer Beförderungskategorie, siehe Tabelle A, Spalte 15 im Kapitel 3.2 ADR, zugeordnet. Es gibt die Beförderungskategorien 0, 1, 2, 3 und 4. Für jede Beförderungskategorie gibt es einen stoffspezifischen Faktor, siehe Kapitel 1.1.3.6 der ADR. Dieser stoffspezifische Faktor wird mit der Masse (Kg)/Volumen(l) des jeweiligen Gefahrguts multipliziert. Die Ergebnisse über jeweiligen Gefahrgut werden zusammen addiert. Wenn die Zahl die Summe 1000 Punkte nicht überschreitet, dürfen die bereits aufgeführte Erleichterungen genutzt werden.

Beispiel: Es sollen 200 l Isopropylalkohol (2-Propanol) UN 1219 zur Herstellung des Desinfektionsmittels transportiert werden

Aus der Tabelle A, Spalte 15 im Kapitel 3.2 ADR unter UN 1219 für Isopropylalkohol steht Beförderungskategorie 2. Sie entspricht gem. Kapitel 1.1.3.6 der ADR dem stoffspezifischen Faktor 3. Berechnung 200 l x 3 =600 Punkte < 1000 Punkte (Erleichterungen in Bezug auf Transport, siehe oben). Insgesamt sind es maximal 333 l (1000 / 3), die gemäß 1000-Punkte-Regelung transportiert werden können.

Falls gefährliche Güter transportiert werden, müssen die Versandstücke korrekt gekennzeichnet sein. In der Regel durch Kennzeichnung mit UN-Nummer, Gefahrzettel, eventuell Kennzeichen für umweltgefährdende Stoffe und Ausrichtungspfeilen.

Detaillierte Hinweise dazu leistet z.B. die Schrift "Gefahrgut im Pkw und Kleintransporter" der BG RCI. Die Broschüre liefert auch eine einfache Checkliste zu den Transportbedingungen: Ladungssicherung, Verpackung, Lüftung, Rauchverbot etc.

Aktualisiert: 14.04.2020

 

 

 

Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) minimiert Infektionsrisiken.

Schutzbrillen, Handschuhe, sonstige Themen

Auch bei anderer Schutzausrüstung wie etwa Brillen oder Schutzhandschuhen aus Nitril oder anderen Materialien kommt es derzeit aufgrund der Coronavirus-Pandemie derzeit immer wieder zu Engpässen.

Hier sind Betriebe gefragt, sich zum Beispiel über die Möglichkeit der Desinfektion von Handschuhen zum einmaligen Gebrauch Gedanken zu machen. Hier erfahren Sie mehr.

Antworten auf häufige Fragen zum Thema:

Weil handelsübliche Korrektionsbrillen keine Schutzwirkung haben, muss die Unternehmerin oder der Unternehmer auch fehlsichtigen Versicherten geeigneten Augenschutz zur Verfügung stellen. Für kurzfristige Arbeiten über wenige Minuten können zum Beispiel Korb-, Überbrillen oder Visiere getragen werden.

Siehe: DGUV Regel 112-192 Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz

Kombinationen mit Korb- oder Überbrillen neigen zum Beschlagen, können dadurch zu zusätzlichen Gefährdungen führen und werden deshalb erfahrungsgemäß oft abgelehnt. Verschiedene Marken bieten durch unterschiedliche Verfahren der Oberflächengestaltung bzw. Beschichtung der Sichtscheiben "beschlagarmen" Augen- und Gesichtsschutz.

Beschlagarme Scheiben sind mit dem Symbol "N" gekennzeichnet.

Aktualisiert: 15.04.2020

 

Bereits bei Tätigkeiten mit Verdachtsfällen greifen die Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2 des Robert-Koch-Instituts. Die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung werden in der TRBA 250 und im ABAS-Beschluss 609 unter besonderer Beachtung einer Gefährdung durch luftübertragbare Krankheitserreger spezifiziert. Die Maßnahmen des Beschlusses 609 sind analog auf SARS-CoV-2 übertragbar.

Entsprechend Ziff. 6.2 des ABAS-Beschlusses 609 sind Schutzbrillen mindestens Gestellbrillen mit Seitenschutz zu tragen, wenn die Gefahr besteht, dass Spritzer oder makroskopische Tröpfchen, die Infektionserreger enthalten, auf die Augenschleimhäute gelangen. Das ist der Fall, wenn Tätigkeiten nicht weiter als ein Meter vom Patienten oder von der Patienten entfernt ausgeübt werden. Nach der DGUV Regel 112-192 Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz bieten sich Korbbrillen oder Gesichtsschutzschirme mit Schutz gegen Tröpfchen bzw. Spritzer an, um die Kontamination mit infektiösen Material zu verhindern.

Zu beachten ist, dass Korbbrillen die Tragenden belasten können, da der Innenraum der Brille weitgehend von der Außenluft abgeschlossen ist, auch wenn moderne Brillen spezielle Belüftungen haben. Das ganzschichtige Tragen dieser Brillen ist daher zu vermeiden.

  • Bei längere Tragezeit kann aus ergonomischer Sicht ein Gesichtsschutzschirme eine Verbesserung darstellen.
  • Achtung: Gesichtsschutzschirme ersetzen nicht den erforderlichen Atemschutz

Aktualisiert: 14.04.2020

Behandschuhte Hände sollten nur in speziellen Fällen desinfiziert werden, z. B. in Situationen, in denen ein häufiger Handschuhwechsel erforderlich, aber erfahrungsgemäß schwierig realisierbar ist bzw. der Wechsel zu einer Unterbrechung des Arbeitsflusses führt. Hierzu hat das RKI auf seiner Homepage eine Stellungnahme veröffentlicht. Weitere Informationen geben das Positionspapier der "Aktion saubere Hände" und eine Stellungnahme durch den Arbeitskreis "Krankenhaus- & Praxishygiene" der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.).

Für die Desinfektion des Handschuhes müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Handschuh muss chemikalienbeständig gemäß EN 374 sein, wobei die Prüfung der sog. Durchbruchzeit von 30 min (Schutzindex Klasse 2) mindestens einen Alkohol einschließen soll.
  • Vom Hersteller der Handschuhe und vom Hersteller des Händedesinfektionsmittels darf es keine Angaben geben, die einer Desinfizierbarkeit des Handschuhs entgegenstehen.
  • Der Handschuh soll nur während der Versorgung an ein und demselben Patienten verwendet werden und ist nach Beendigung der jeweiligen Tätigkeit abzulegen.
  • Sofern es der Arbeitsablauf zulässt, sollte der Wechsel von Einmalhandschuhen parallel zu den Indikationen der Händedesinfektion erfolgen, d. h. immer dann, wenn die Indikation für eine Händedesinfektion gegeben ist, aber Handschuhe getragen werden. Im Ausnahmefall können behandschuhte Hände anstelle eines Handschuhwechsels desinfiziert werden, wenn andernfalls der Arbeitsablauf nicht gewährleistet werden kann, z. B. bei Tätigkeiten an derselben Patientin aber zwischenzeitlichem Kontakt mit unterschiedlich kontaminierten Körperbereichen.
  • Werden bei unterschiedlichen Patientinnen oder Patienten lediglich Blutentnahmen durchgeführt, so dass es zu keiner weiteren Kontamination der Handschuhe kommt, kann ebenfalls auf einen Handschuhwechsel verzichtet und stattdessen eine Desinfektion vorgenommen werden.
  • Der Handschuh darf keine sichtbare Perforation aufweisen und nicht mit Blut, Sekreten oder Exkreten erkennbar kontaminiert sein.

Kriterium für die Entscheidung ist, dass der spezifische Arbeitsablauf keine Zeitspanne für die Lufttrocknung der desinfizierten Hände nach der Desinfektion vor dem Anlegen der neuen Handschuhe gewährt.

Aktualisiert: 14.04.2020

Die hygienische Händedesinfektion und das Tragen von Schutzhandschuhen sind die wichtigsten infektionsprophylaktischen Maßnahmen in der Medizin und in der Pflege. Schutzhandschuhe dienen hier sowohl dem Schutz der Patientinnen und Patienten und Bewohnerinnen und Bewohner als auch dem Schutz der Beschäftigten.

Nach den Empfehlungen des RKI sind bei vorhersehbarer Verunreinigung mit Blut, Körperausscheidungen, Sekreten und Exkreten Pathogenfreie medizinische Einmalhandschuhe zu tragen um Infektionsketten zu unterbrechen. Ein Handschuhwechsel ist insbesondere dann indiziert, wenn die erwarteten Erreger unempfindlich gegen Alkohol basierte Händedesinfektionsmittel sind, z. B. C. difficile.

Aufgrund des direkten Kontaktes medizinischer Handschuhe mit dem Patienten oder der Patientin sind diese Handschuhe Medizinprodukte nach Medizinproduktegesetz (MPG). Schutzhandschuhe, die als Medizinprodukte eingestuft wurden, müssen neben der CE-Kennzeichnung den Hinweis auf die EU-Richtlinie 93/42/EWG auf der Verpackung tragen. Im Weiteren muss dann auf der Verpackung aufgeführt werden, welche Prüfanforderungen einzelner Normen (z.B. DIN EN 455 Teil 1-4 für Schutzhandschuhe als Medizinprodukte) erfüllt werden. Wichtig ist, dass die Dichtigkeit der Handschuhe über einen AQL von mindestens 1,5 nachgewiesen ist.

Aus Sicht des Arbeitsschutzes muss der Schutzhandschuh nicht nur Beständigkeit gegenüber dem Eindringen von Mikoorganismen sondern auch gegenüber den eingesetzten Chemikalien (z.B. Flächendesinfektionsmitteln) aufweisen. Die Eigenschaften von Handschuhen zum Schutz des Anwendenden vor Chemikalien und/oder Mikroorganismen werden in der Norm DIN EN ISO 374 festgelegt. Hier wird zwischen den Typen A, B und C unterschieden. Ein Schutzhandschuh der in der Pflege eingesetzt wird sollte mindestens die Qualifikation Typ C haben.

Der Einsatz von "Handschuhen zum mehrmaligen Gebrauch",die zwischen zwei Einsätzen gewaschen und mit Händedesinfektionsmittel desinfiziert würden, widerspricht weniger den Anforderungen an den Mitarbeitendenschutz als den Empfehlungen des RKI zum Infektionsschutz gegenüber Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Klientinnen und Klienten.

Der Wechsel von Handschuhen korreliert nach den Vorgaben des RKI mit den Indikationen der Händedesinfektion. Das heißt, ein Wechsel der Handschuhe ist sowohl nach direktem Körperkontakt zu Patientinnen bzw. Bewohnern, als auch nach Handkontakten zu potentiell infektiösen Materialien bzw. Flächen erforderlich. Dies beinhaltet auch die Körperpflege oder das Lagern.

Ausnahmen hiervon sind nur unter besonderen Voraussetzungen möglich. Diese Ausnahmen beschreibt das RKI in einer Empfehlung zur Desinfektion von Handschuhen.

Ein weiteres Problem sind die besonderen Anforderungen an die Feinfühligkeit und das Tastempfinden, das häufig nur durch den Einsatz von Einmalhandschuhen gewährleistet werden kann.

Der Einsatz von gewaschenen und desinfizierten Mehrweghandschuhen in der Pflege aufgrund von Versorgungsengpässen in Zeiten der Covid-19-Pandemie, stellt eine gravierende Abweichung von den bisherigen RKI-Empfehlungen dar. Über die Möglichkeit Mehrweghandschuhe einzusetzen trifft das RKI bisher keine Aussage.

Aktualisiert: 14.04.2020

Langärmlige Schutzkittel werden bei nicht Erkrankten nicht per se gefordert. Ein generelles Tragen von Schutzkitteln schützt vor der Kontamination der darunter liegenden Kleidung.

Aufbereitung: Textile Schutzkittel können durchaus aufbereitet werden. Bei der Auswahl der Schutzkittel sollten vor allem die Aspekte der fachgerechten Aufbereitung berücksichtigt werden. Da Schutzkittel als persönliche Schutzausrüstung definiert sind, obliegt die Reinigung dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin.

Arbeitsanweisung, Unterweisung: Um durch das An- und Ablegen des Schutzkittels keine zusätzlichen Infektionsrisiken zu schaffen, müssen die Beschäftigten eine Arbeitsanweisung und eine Unterweisung erhalten, wann sie die Kittel wo anzulegen, wann zu wechseln (bei Kontamination und Durchnässung) und wie wo abzulegen und zu sammeln haben.

Sammelbehältnisse, Wäsche: Die Sammelbehältnisse für kontaminierte Schutzkleidung müssen seitens des Betriebs gestellt werden. Die zu waschende Wäsche darf vor der Wäsche nicht erneut sortiert werden, sondern muss direkt in das hygienische Waschverfahren gegeben werden. Dieses Procedere muss innerhalb der Gefährdungsbeurteilung gemeinsam mit dem betriebsärztlichen Personal erarbeitet werden. All dies ist der TRBA 250 zu entnehmen.

Aktualisiert: 15.04.2020

 

Um sich selbst als Beschäftigter vor dem möglichen Kontakt mit Krankheitserregern in Tröpfchen zu schützen, die beim Sprechen, Husten und Niesen vom Kunden oder Kundin abgegeben werden, bieten sich auch Gesichtsschutzschirme an (Quelle: DGUV Regel 112-192). Diese sollten nicht als Ersatz, sondern zusätzlich zur Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, um nicht nur sich selbst sondern auch andere zu schützen.

Hinweis: Bei medizinisch/pflegerischen Tätigkeiten reicht eine Mund-Nasen-Bedeckung nicht aus. Hier muss aus hygienischen Gründen (Patientenschutz) medizinischer Mund-Nasen-Schutz oder zum Arbeitsschutz tätigkeitsabhängig eine FFP 2-Maske getragen werden.

Weitere Informationen und Empfehlungen finden Sie in der Übersichtsliste der BAuA zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2.

Aktualisiert: 23.04.2020

 

 

Unsere Bitte: Bleiben Sie auf dem Laufenden

Informieren Sie sich bitte laufend über relevante Aktualisierungen der Infos von Robert-Koch-Institut (RKI), Landesbehörden, Unfallkassen und BGW – und geben Sie diese weiter. Als Vorgesetzte oder Führungskraft sorgen Sie bitte dafür, getroffene Schutzmaßnahmen gegebenenfalls anzupassen.
Angaben von Landesbehörden und anderen Behörden: Beachten Sie bitte landesspezifische Unterschiede, etwa Vorgaben von Hygieneplänen.

 

12.05.2020

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