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Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel in der Coronavirus-Pandemie: Hinweise zu Beschaffung, Verwendung, Transport

Wegen der aktuellen Pandemie besteht deutschlandweit eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach zum Beispiel Schutzmasken, Händedesinfektionsmittel und anderen Produkten. Aktuelle Neuigkeiten für Betriebe zum Thema.

Person mit Mund-Nasen-Schutz, Desinfektionsmittelspender und Einweghandschuh

Allgemein: Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel

Betriebe stehen eventuell vor der Frage, ob und wie die Arbeit bei Fehlen von Schutzausrüstung möglich ist.

Antworten auf häufige Fragen zum Thema:

Die BGW ist Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung, die Aufgaben der BGW sind im Sozialgesetzbuch (SGB) Siebtes Buch (VII) - Gesetzliche Unfallversicherung festgelegt. Ein zentraler Einkauf von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) oder Desinfektionsmitteln und Weitergabe an die einzelnen Mitgliedsbetriebe gehört nicht zu den gesetzlich zugewiesenen Aufgaben der BGW und liegt daher außerhalb der Möglichkeiten der BGW.

Die Pflicht zur Beschaffung geeigneter PSA sowie von Desinfektionsmitteln liegt ausschließlich beim jeweiligen Unternehmer oder der Unternehmerin.
Jedoch werden die Mitgliedsbetriebe der BGW bei der Beschaffung von PSA und Desinfektionsmitteln durch koordinierende Stellen, wie z. B. von Kassenärztlichen Vereinigungen, Innungen sowie anderen Dach- und Standesorganisationen unterstützt.

Die BGW würde es daher begrüßen, wenn eventuelle Angebote zum Verkauf von PSA direkt an die koordinierenden Stellen oder Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Wohlfahrtspflege gerichtet werden.

Aktualisiert: 23.04.2020

 

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da wir aus der Ferne keine Einblicke in Ihre konkreten Tätigkeiten und mögliche Arbeitsschutz-Defizite haben und wir grundsätzlich keine Aussage über eine Unzumutbarkeit der Tätigkeit treffen können.

Grundsätzlich hat jede und jeder Beschäftigte ein Recht auf körperliche Unversehrtheit, auch auf der Arbeit.

Weiterführende Hinweise:

Aktualisiert: 14.04.2020

 

Robert-Koch-Institut: Hinweise zum beispielhaften An- und Ablegen von PSA für Fachpersonal

Videos und Poster zum Ausdrucken: Schutzhandschuhe sicher ausziehen. Atemschutzmaske und Schutzbrille sicher anlegen und ablegen. | mehr

 

Mund-Nase-Maske

Schutzmasken, Mund-Nasen-Schutz, Mund-Nasen-Bedeckung (Community-Masken)

Maske ist nicht gleich Maske. Deshalb gibt es hier Orientierung zu den verschiedenen Maskentypen sowie Hinweise auf weitere Informationsquellen.

Zum Beispiel bietet die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin eine Tabelle mit Empfehlungen zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2.

Antworten auf häufige Fragen zum Thema:

Wir unterscheiden zum einen Mund-Nasen-Bedeckung, die als Behelfs-Mund-Nasen-Masken aus handelsüblichen Stoffen hergestellt werden ("Community-Masken", selbstgenähter Gesichtsschutz).

Zum anderen unterscheiden wir solche, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben und technischer Normen Schutzmasken mit definierter Schutzwirkung darstellen:

  1. Medizinischer Mund-Nasen-Schutz
  2. Partikelfiltrierende Schutzmasken

Medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS) und medizinische Atemschutzmasken, z.B. FFP-Masken, sollen derzeit medizinischem und pflegerischem Personal vorbehalten bleiben.


Mund-Nasen-Bedeckung

Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) sollen nicht den Träger schützen, sondern dienen vorwiegend dem Fremdschutz. Die Bezeichnung Mund-Nase-Bedeckung wird inzwischen für jegliche Bedeckung des Mund-Nasen Bereiches verwendet, auch den zum Teil selbst genähten Mundschutz. Mund-Nase-Bedeckungen haben keine Zulassung als persönliche Schutzausrüstung oder als Patientenschutz.

Für nähere Informationen empfehlen wir die Seite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Unterschiede, Anwendung und Schutzwirkung von Mund-Nasen-Bedeckung. Unter der Frage: "Was ist beim Umgang mit Mund-Nase-Bedeckungen und selbst hergestellten Gesichts- und Behelfsmasken zu beachten?" erfahren Sie wichtige Informationen zur Wirkung, zur Handhabung und zur Reinigung der Mund-Nasen-Bedeckung.

 

Medizinischer Mund-Nasen-Schutz

Auch: Operations- oder OP-Masken oder chirurgische Masken. Sie bedecken Mund und Nase, dichten diesen Bereich aber nicht ab. Sie schützen die tragende Person vor Flüssigkeiten wie Spritzern und Tröpfchen und versehentliche Berührung von Mund und Nase. Da sie nicht dicht anliegen, schützen sie den Träger nicht ausreichend vor einer luftgetragenen Infektion. Sie dienen vorrangig dem Patientenschutz und sind für diese Schutzwirkung zertifiziert (DIN EN 14683).

Mund-Nasen-Schutz

Mund-Nasen-Schutz: muss die EN 14683 (deutsche Fassung: EN 14683:2019+AC:2019) erfüllen. Ein Mund-Nasen-Schutz ist kein Atemschutz!
(Foto: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin)

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Schutzmasken

Dem gegenüber bieten filtrierende Halbmasken vom Typ FFP2 und FFP3-Masken auch weitergehenden Schutz vor luftübertragenen Partikeln. Sie sind für den Arbeitsschutz als persönliche Schutzausrüstung (PSA) zugelassen.

Partikelfiltrierende Halbmaske

Partikelfiltrierende Halbmasken müssen den Anforderungen der EN 149 (deutsche Fassung: EN 149:2001+A1:2009) entsprechen; die Aufschrift gibt darüber Auskunft. Ebenso ist zu sehen, dass es sich hier um eine FFP2-Maske handelt.
(Foto: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin)

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Zudem bietet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Hinweise zur Verwendung von Schutzmasken eine Übersicht zu den Unterschieden und der Verwendung von Schutzmasken sowie filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3) einerseits und Mund-Nasen-Bedeckung/ "Community-Masken" andererseits im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 

Aktualisiert: 19.06.2020

Im Kontakt zwischen Beschäftigten und Kundinnen/Kunden (Klienten/Klientinnen, Patientinnen/Patienten), bei denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht sicher eingehalten werden kann, sind zusätzliche Schutzmaßnahmen nötig.

Kann der Kunde oder die Kundin während der Behandlung am Gesicht keinen Mund-Nasen-Schutz (MNS) tragen, muss von den Beschäftigten mindestens eine FFP2-Maske getragen werden. Es wird zusätzlich ein Gesichtsschild oder eine Schutzbrille empfohlen.

Aktualisiert: 29.04.2020

Beim beruflichen Umgang mit dem SARS-CoV-2-Virus oder Personen mit Covid-19-Erkrankung müssen die Beschäftigten nach der TRBA 250 und dem Beschluss 609 des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe Partikelschutzmasken vom Typ FFP2 oder FFP3-Masken tragen.

Wann diese zu tragen sind, richtet sich nach den Tätigkeiten und dem Ausmaß der Exposition. Dies ist durch eine erregerspezifische Gefährdungsbeurteilung festzulegen.

Gleichwertige Alternativen während der Corona Pandemie:

Sogenannter Mund-Nasen-Schutz (MNS) bedeckt Mund und Nase, dichtet am Gesicht aber nicht ab. MNS schützen die tragende Person vor Flüssigkeiten wie Spritzern und großen Tröpfchen, ersetzen aber nicht den Atemschutz (FFP2/ FFP3).

Hinweis: FFP-Masken mit Ausatemventil bieten keinen Fremdschutz. Das Ventil hat den Zweck, dem Träger das Atmen zu erleichtern. Wenn die Maske also sowohl den Träger als auch der Patient /Klient schützten soll, müssen FFP2/ FFP3 Masken ohne Ventil verwendet werden

Aktualisiert: 04.05.2020

 

Für die Schutzwirkung von Atemschutzmasken und Schutzbrillen ist die korrekte Anwendung von großer Bedeutung. Anleitungen hierzu und Hinweise zu häufigen Fehlern finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts.

Aktualisiert: 16.07.2020

FFPx-Masken können vor Viren schützen. Sie sind für den industriellen Eigenschutz gemäß DIN 149 genormt, nicht für den medizinischen Bereich. Die FFPx werden mit steigender Ziffer für kleinere Partikel immer undurchlässiger, jedoch nur wenn die Schutzmasken korrekt hergestellt und normiert werden.

Die FFP3 ist noch etwas "dichter" als FFP2, wenn der Luftstrom/die Atemluft durch den Filter geführt wird, nicht aber bei undichtem Sitz. Der Tragekomfort nimmt mit steigender Ziffer (1,2,3) durch den höheren Widerstand/Barriere deutlich ab. Auch Viren werden von FFP1 oder FFP2 bei gutem Sitz gut aber nicht vollständig zurückgehalten, auch nicht bei FFP3 oder anderen noch höherwertigen Systemen.

Allerdings ist für eine Infektion eine Mindestmenge an Viren nötig. Und deshalb ist in der Regel eine gute Schutzfunktion bei korrektem dichten Sitz der Maske (mindestens FFP2) zu erwarten.

Der Mund-Nasen-Schutz ist dagegen ein medizinisches Produkt gem. DIN 14683, der im Prinzip "keinen" Eigenschutz bietet, sondern die Ausbreitung von Tröpfchen der Atemluft des Trägers oder der Trägerin verhindert und somit den Fremdschutz die Mund-Nasen-Partie abdeckt.

Aktualisiert: 25.05.2020

FFP-Masken sind in Europa nach der EN 149 geprüft und zugelassen.

Auf der Maske befindet sich ein Hinweis auf diese Norm zusammen mit der Schutzstufe (FFP1, FFP2 oder FFP3) und dem CE-Zeichen, hinter dem sich eine 4-stellige Nummer befindet.

Filtrierende Halbmasken vom Typ FFP2 und FFP3-Masken bieten weitergehenden Schutz vor luftübertragenen Partikeln. Sie sind für den Arbeitsschutz als persönliche Schutzausrüstung (PSA) zugelassen.

Partikelfiltrierende Halbmaske

Partikelfiltrierende Halbmasken müssen den Anforderungen der EN 149 (deutsche Fassung: EN 149:2001+A1:2009) entsprechen; die Aufschrift gibt darüber Auskunft. Ebenso ist zu sehen, dass es sich hier um eine FFP2-Maske handelt.
(Foto: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin)

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Aktualisiert: 19.06.2020

Kohlendioxid (CO2) ist ein Atemgas und wird über die Lunge an die Ausatemluft abgegeben, es darf nicht mit Kohlenmonoxid (CO) verwechselt werden. Ob durch das Maskentragen tatsächlich CO2 in den Atemwegen mehr als üblich angereichert wird, kann im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden. Bei hohen Konzentrationen in der Atemluft bzw. im Körper kann CO2 zu Müdigkeit und Konzentrationsschwäche führen. Dieser Effekt ist auch aus überfüllten, ungelüfteten Räumen bekannt (zum Beispiel Konferenzräume oder Klassenzimmer).

Grundsätzlich kann jeder Atemschutz das Ein- und Ausatmen erschweren, da er eine Barriere zur Außenluft darstellt. Diese Barriere ist unterschiedlich stark je nach Filterleistung, nach Ausstattung der Maske mit oder ohne Ventil oder nach Art des Materials bei individuell hergestellten Mund-Nasen-Bedeckungen.

Gerade das Tragen von mehrlagigen, sehr dichten und enganliegenden Mund-Nasen-Bedeckungen oder Atemschutzmasken kann unter bestimmten Bedingungen sehr anstrengend sein. Deshalb sollte das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung, Mund-Nasen-Schutz und Schutzmasken auf das notwendige Maß beschränkt bleiben. Es ist nötig, in diesem Zusammenhang Regelungen zu Tragezeiten und Pausen in den jeweiligen Betrieben zu treffen.

Für Personen mit Vorerkrankungen wie zum Beispiel Heuschnupfen, Panikattacken, chronischen Lungen- oder Herzkrankheiten kann das Schutzmaskentragen durch die Behinderung der Atmung eine Überforderung sein, auch wenn das erschwerte Abatmen von CO2 nicht nachgewiesen werden kann. Sollen Beschäftigte Atemschutz tragen, müssen deshalb unter besonderen Voraussetzungen betriebsärztliche Beratungen/Vorsorge angeboten werden.

Wenn sich Beschäftigte mit Vorerkrankungen darüber hinaus bereits durch das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung oder Mund-Nasen-Schutz am Arbeitsplatz in ihrer Gesundheit gefährdet sehen, können sie über den Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin eine Wunschvorsorge bei der Betriebsärztin oder beim Betriebsarzt beantragen. In der betriebsärztlichen Beratung wird die individuelle gesundheitliche Situation und Wechselwirkungen mit Anforderungen am Arbeitsplatz sowie mögliche weitere Schutzmaßnahmen besprochen.

(Aktualisiert: 05.06.2020)

Für niedergelassene Arztpraxen, Krankenhäuser und Kliniken gibt es bauliche, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeitenden. Diese beinhalten auch Empfehlungen zum ressourcenschonenden Einsatz von Atemschutzmasken und medizinischem Mund-Nasen-Schutz (MNS).

Siehe hierzu:

Weiterhin ist der Einsatz von Gebläse unterstütztem Atemschutz als Alternative für Schutzmasken möglich und sinnvoll. Voraussetzung für den Einsatz dieses Atemschutzes ist, dass

  • diese Geräte gemäß der DIN EN 12 941 oder DIN EN 12942 zertifiziert sind und
  • die verwendeten Filtereinheiten mit P2 oder P3 gekennzeichnet sein (entspricht FFP2 oder FFP3).

Aktualisiert: 04.05.2020

 

Im Rahmen der individuellen Gefährdungsbeurteilung muss geprüft werden, ob bei dem Tragen einer FFP2- oder FFP-3 Maske eine entsprechende arbeitsmedizinische Vorsorge angeboten werden muss. FFP-Masken weisen nur einen geringfügig erhöhten Atemwiderstand sowie ein geringes Gewicht auf. Sie gehören nach der Einteilung der AMR 14.2 der Atemschutzgerätegruppe 1 an.

Laut Teil 4 Absatz 2 Nr. 2 der ArbMedVV ist für Maskentragende bei Tätigkeiten, die das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 1 erfordern, eine Angebotsvorsorge vorzusehen.

In Einrichtungen des Gesundheitsdienstes kann davon ausgegangen werden, dass sich die Maskenfilter beim Tragen nicht durch Stäube zusetzen, damit bleibt der Einatemwiderstand nahezu unverändert im Normbereich.

Bei Geräten der Gruppe 1 (Gerätegewicht bis 3 kg und Atemwiderstand bis 5 mbar) muss den Beschäftigten eine arbeitsmedizinische Vorsorge angeboten werden, wenn die Tragedauer 30 Minuten am Tag überschreitet. Die Teilnahme ist nicht verpflichtend..

Beispiele:

  • Filtergeräte mit Partikelfilter der Partikelfilterklassen P1 und P2
  • partikelfiltrierende Halbmasken, FFP 1, FFP 2 oder FFP 3 (Herstellerangaben beachten)
  • gebläseunterstützte Filtergeräte mit Voll- oder Halbmaske
  • Druckluft-Schlauchgeräte und Frischluft-Druckschlauchgeräte, jeweils mit Atemanschlüssen mit Ausatemventilen

Siehe:

(Aktualisiert: 04.05.2020)

Lediglich bei sehr schwerer körperlicher Arbeit oder ungünstigen klimatischen Verhältnissen kann es in sehr wenigen Einzelfällen erforderlich sein, dass das Tragen einer FFP3-Maske der Atemschutzgerätegruppe 2 zugeordnet werden muss. Dann muss der Träger oder die Trägerin der FFP3-Maske vor Beginn der Tätigkeit an einer Pflichtvorsorge gemäß Teil 4 Absatz 1 Nummer 1 Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) teilnehmen.

Informationen zur einer Arbeitsmedizinischen Pflicht-Vorsorge finden sich in der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) und der Arbeitsmedizinischen Regel (AMR) Nummer 14.2

Weitere Hinweise zur Nutzung von Atemschutz finden sich in der DGUV Regel 112-190 Benutzung von Atemschutzgeräten.

Aktualisiert: 04.05.2020

 

In der Gefährungsbeurteilung müssen sowohl beim Tragen von Mund-Nasen-Schutz (MNS) als auch bei der Nutzung von FFP-Masken Tragepausen zur Erholung eingeplant werden. Diese Pausen können auch dadurch erreicht werden, dass Tätigkeiten mit Maske und Tätigkeiten ohne Maske im Wechsel geplant werden.

Die Empfehlung der BGW zu den maximalen Tragezeiten und den nötigen Pausen bei der Nutzung von FFP2/FFP3-Masken beruht auf der DGUV Regel 112–190 "Benutzung von Atemschutzgeräten". Hiernach beträgt die maximale Tragezeit grundsätzlich längstens zwei Stunden mit anschließender Mindestserholungsdauer von 30 Minuten. Bei einer FFP-Maske ohne Ausatemventil beträgt die maximale Tragezeit längstens 75 Minuten mit anschließender Mindesterholungsdauer von 30 Minuten.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sollte gemäß DGUV Regel 112–190 berücksichtigt werden, ob aufgrund der Arbeitsschwere, durch Umgebungseinflüsse (wie zum Beispiel Lufttemperatur, Luftfeuchte, Wärmestrahlung) sowie aufgrund der Bekleidungseigenschaften (wie beispielsweise schwere Schutzkleidung) eine geänderte Tragedauer angezeigt ist. Denkbar ist auch nach kürzeren Tragezeiten entsprechend kürzere Tragepausen einzuplanen. Bei der Festlegung sollte der arbeitsmedizinische Sachverstand des Betriebsarztes bzw. der Betriebsärztin hinzugezogen werden.

DGUV Regeln stellen bereichs-, arbeitsverfahrens- oder arbeitsplatzbezogene Inhalte zusammen. Sie erläutern, mit welchen konkreten Präventionsmaßnahmen die Pflichten zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren erfüllt werden können. Aufgrund ihres besonderen Entstehungsverfahrens und ihrer inhaltlichen Ausrichtung auf konkrete betriebliche Abläufe oder Einsatzbereiche (Branchen-, Betriebsarten-, oder Bereichsorientierung) sind DGUV Regeln fachliche Empfehlungen zur Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheit. Sie haben einen hohen Praxisbezug und Erkenntniswert, werden von den beteiligten Kreisen mehrheitlich für erforderlich gehalten und können deshalb als geeignete Richtschnur für das betriebliche Präventionshandeln herangezogen werden.

Andere geeignete Schutzmaßnahmen, die ein vergleichbares Schutzniveau erzeugen, können im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festgelegt werden.

Aktualisiert: 05.10.2020

 

Wechseln Sie die MNB regelmäßig, insbesondere wenn Sie feucht wird. Eine feuchte MNB kann die Gesichtshaut reizen und verliert darüber hinaus ihre Schutzwirkung.

Achten Sie darauf, dass die MNB bequem sitzt, gut abschließt, aber nicht drückt.

In manchen Fällen kann eine bessere Hautverträglichkeit durch den Einsatz einer MNB aus einem anderen Material erreicht werden.

Sollten trotz dieser Maßnahmen die Hautprobleme fortbestehen, ist eine Abklärung durch einen Hautarzt oder eine Hautärztin empfehlenswert.

Aktualisiert: 02.06.2020

Mund-Nase-Bedeckungen (MNB) sind im beruflichen Bereich, wenn im Rahmen des SARS-CoV-2- Arbeitsschutzstandards erforderlich, vom Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin zur Verfügung zu stellen und von den Beschäftigten bei Unterschreiten des Sicherheitsabstandes von 1,5 Metern zu tragen.

Quelle: Koordinierungskreis für Biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), 27.5.2020

Aktualisiert: 02.06.2020

Gewerblich in Verkehr gebrachte MNB unterliegen dem Produktsicherheitsgesetz und müssen mit den Herstellerangaben (Name und Postanschrift des Herstellers) gekennzeichnet sein. Außerdem müssen Hinweise zur sicheren Verwendung, Reinigung und Aufbewahrung bzw. Entsorgung gegeben werden.

  • Mund-Nase-Bedeckungen sollten aus mehrlagigen Textilien mit hoher Fadendichte gefertigt sein. Durch die Mehrlagigkeit erfolgt eine elektrostatische Aufladung des Stoffes, die zu einer zusätzlichen Filterleistung führt.
  • Wer MNB anbietet, sollte zu Partikeldurchlässigkeit und Atemwiderstand der Produkte Auskunft geben können. Je geringer die Partikeldurchlässigkeit und der Atemwiderstand, desto besser.
  • Neben den textilen MNB aus Baumwolle sind MNB mit einem auswechselbaren Meltblown-Filterflies (z.B. aus Polypropylen) auf dem Markt. Diese Bedeckungen bieten gegenüber
    den reinen MNB aus Baumwolle einen besseren Schutz vor gegenseitiger Infektion.
  • Bei der Auswahl der MNB sollte auf eine gute Passform und hautverträgliche Materialien geachtet werden.
  • Sollen die MNB wiederverwendet werden, ist darauf zu achten, dass diese bei einer Temperatur von mindestens 60 Grad C gewaschen werden können.

Quelle: Koordinierungskreis für Biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), 27.5.2020

Aktualisiert: 02.06.2020

Die Reinigung der hierfür geeigneten textilen MNB soll durch den Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin durchgeführt bzw. veranlasst werden. Die Kosten hierfür dürfen nicht den Arbeitnehmerinnen oder den Arbeitnehmern auferlegt werden.

Aktualisiert: 02.06.2020

Bei der Tragedauer bzw. Wechsel der Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) sind neben den gesundheitlichen Voraussetzungen des Trägers oder der Trägerin und dem Maskenmaterial auch hygienische Aspekte zu berücksichtigen. Der Koordinierungskreis für biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) der DGUV hat zur Orientierung für Tragedauer und Pausen folgende Empfehlung gegeben, die durch Empfehlungen zur Hygiene vom Robert-Koch-Institut (RKI) ergänzt werden müssen:

"Die derzeit vorliegenden Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass Mund-Nasen-Bedeckungen aus Baumwolle, Leinen oder Seide sowie medizinische Gesichtsmasken ähnliche Atemwiderstände (Druckdifferenz) wie partikelfiltrierende Halbmasken mit Ausatemventil aufweisen.

Es werden daher für Mund-Nase-Bedeckungen ("Community-Masken") und medizinische Gesichtsmasken, wenn sie im Rahmen des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards getragen werden, Tragezeitbegrenzungen und Erholungspausen wie für filtrierende Halbmasken mit Ausatemventil nach DGUV Regel 112-190 Benutzung von Atemschutzgeräten empfohlen.

Die DGUV-Regel 112-190 empfiehlt für partikelfiltrierende Halbmasken mit Ausatemventil eine Tragedauer von zwei Stunden mit einer anschließenden Erholungsdauer von 30 Minuten. Möglich sind dann drei Einsätze pro Arbeitsschicht.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sollte gemäß DGUV Regel 112-190 berücksichtigt werden, ob aufgrund der Arbeitsschwere (Atemminutenvolumen), durch Umgebungseinflüsse (Lufttemperatur, Luftfeuchte, Wärmestrahlung) sowie aufgrund der Bekleidungseigenschaften (z.B. schwere Schutzkleidung) eine geänderte Tragedauer angezeigt ist. Hier sind dann im Einzelfall die speziellen Regelungen in den Handlungshilfen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger zu berücksichtigen.

Die Mund-Nase-Bedeckung ist bei Durchfeuchtung zu wechseln, spätestens arbeitstäglich."
Quelle, KOBAS, DGUV 27.05.2020

Diese Empfehlung dient als Anhaltspunkt und muss betriebsspezifisch an die dortigen Verhältnisse, Möglichkeiten und konkreten Belastungen sowie Notwendigkeiten des Wechsels aus hygienischen Aspekten angepasst werden. Hierzu sollte insbesondere der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin beraten sowie die Hygiene-Vorgaben des RKIs zum Mund-Nasen-Schutz analog berücksichtigt werden.

Bei körpernahen Kontakten (zum Beispiel beim Friseur, bei Therapiestunden, bei kosmetischen Behandlungen) ist die MNB vor der Bedienung eines neuen Kunden/Patienten zu wechseln.

Aktualisiert: 08.06.2020

 

ZEIT ONLINE: US-Studie bestätigt Unwirksamkeit von Gesichtsschilden

Viele bevorzugen Visiere und Masken mit Ventil. Diese lassen sich leichter tragen - als Infektionsschutz sind sie aber ungeeignet, wie US-Forscher zeigen. | mehr

 

 

Desinfektionsmittel-Spender wird benutzt

Desinfektionsmittel: Auswahl, Herstellung, Verwendung, Transport

Wegen der aktuellen Knappheit von Desinfektionsmitteln in der Coronavirus-Pandemie gelten Ausnahmen für die Herstellung solcher Produkte.

Jedoch ist bei der Produktion, beim Transport sowie bei der Verwendung von Händedesinfektionsmitteln und ähnlichen Erzeugnissen auf Sicherheit und Gesundheit zu achten.

Informieren Sie sich bitte auch über das sichere Umfüllen von Desinfektionsmitteln.

Antworten auf häufige Fragen zum Thema:

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden.

Mittel mit erweitertem Wirkbereich gegen Viren wie "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" können ebenfalls verwendet werden.

Einrichtungen außerhalb des Gesundheitsdienstes sollen sich vor dem zusätzlichen, breiten Einsatz von Desinfektionsmitteln unbedingt vom zuständigen Gesundheitsamt über deren Notwendigkeit und das aktuelle Infektionsgeschehen beraten lassen.

Infos über geeignete Desinfektionsmittel:

Aktualisiert: 16.04.2020

 

Das zeigt außer dem Video unten auch die Seite: Schonende Händehygiene: Desinfizieren statt waschen

 

 

(16.04.2020)

 

Neue Allgemeinverfügung zu Händedesinfektionsmitteln

Angaben zur Herstellung durch Apotheken, pharmazeutische Industrie, chemische Industrie sowie juristische Personen des öffentlichen Rechts. Rezepturen und Antworten auf häufige Fragen.

Die BAuA hat eine neue Allgemeinverfügung erlassen, um auch weiterhin die Verfügbarkeit von Händedesinfektionsmitteln sicherzustellen. Stand: 16.09.2020 | mehr

Aktualisiert: 05.10.2020

BGW: Händedesinfektionsmittel selbst herstellen - Brände und Explosionen in Apotheken vermeiden

Erlaubnis zum Herstellen von Händedesinfektionsmittel (bis 05.04.2021 verlängert). Sicher umfüllen, herstellen und konfektionieren - so sorgen Sie für Sicherheit. | mehr

Aktualisiert: 05.10.2020

 

Für den Transport gefährlicher Güter gelten im Straßenverkehr die Vorschriften des ADR (ADR - Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße). Für die Unternehmen, die kleinere Mengen transportieren möchten, gibt es gem. Kapitel 1.1.3.6 ADR eine 1000-Punkte-Regelung. Werden gemäß dieser Regelung 1000 Punkte für die Gesamtmenge an gefährlichen Gütern nicht überschritten, ist der Transport von bestimmten Vorschriften befreit.

Folgende Erleichterungen bestehen nach Anwendung der 1000-Punkte-Regelung:

  • Die Fahrer benötigen keine ADR Bescheinigung,
  • keine Weisung notwendig für unfallbedingte Notsituationen,
  • das Fahrzeug benötigt keinen orangefarbene Warntafel oder Großzettel (Placards),
  • keine Forderung nach einer Ausrüstung für den persönlichen und allgemeinen Schutz,
  • es muss kein zweiter Feuerlöscher mitgeführt werden,
  • ein Tunnelbeschränkungsverbot wird nicht angewendet.

Die Berechnung der Gesamtmenge bezieht sich auf das Fahrzeug oder auf die "Beförderungseinheit", bestehend aus Fahrzeug und Anhänger.

Zur Berechnung der 1000-Punkte-Regelung braucht man die Masse (Kg)/Volumen(l) des jeweiligen Gefahrguts. Gefährliche Güter sind einer Beförderungskategorie, siehe Tabelle A, Spalte 15 im Kapitel 3.2 ADR, zugeordnet. Es gibt die Beförderungskategorien 0, 1, 2, 3 und 4. Für jede Beförderungskategorie gibt es einen stoffspezifischen Faktor, siehe Kapitel 1.1.3.6 der ADR. Dieser stoffspezifische Faktor wird mit der Masse (Kg)/Volumen(l) des jeweiligen Gefahrguts multipliziert. Die Ergebnisse über jeweiligen Gefahrgut werden zusammenaddiert. Wenn die Zahl die Summe 1000 Punkte nicht überschreitet, dürfen die bereits aufgeführte Erleichterungen genutzt werden.

Beispiel: Es sollen 200 l Isopropylalkohol (2-Propanol) UN 1219 zur Herstellung des Desinfektionsmittels transportiert werden

Aus der Tabelle A, Spalte 15 im Kapitel 3.2 ADR unter UN 1219 für Isopropylalkohol steht Beförderungskategorie 2. Sie entspricht gem. Kapitel 1.1.3.6 der ADR dem stoffspezifischen Faktor 3. Berechnung 200 l x 3 =600 Punkte < 1000 Punkte (Erleichterungen in Bezug auf Transport, siehe oben). Insgesamt sind es maximal 333 l (1000 / 3), die gemäß 1000-Punkte-Regelung transportiert werden können.

Falls gefährliche Güter transportiert werden, müssen die Versandstücke korrekt gekennzeichnet sein. In der Regel durch Kennzeichnung mit UN-Nummer, Gefahrzettel, eventuell Kennzeichen für umweltgefährdende Stoffe und Ausrichtungspfeilen.

Detaillierte Hinweise dazu leistet z.B. die Schrift "Gefahrgut im Pkw und Kleintransporter" der BG RCI. Die Broschüre liefert auch eine einfache Checkliste zu den Transportbedingungen: Ladungssicherung, Verpackung, Lüftung, Rauchverbot etc.

Aktualisiert: 14.04.2020

 

 

 

Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) minimiert Infektionsrisiken.

Schutzbrillen, Handschuhe, sonstige Themen

Auch bei anderer Schutzausrüstung wie etwa Brillen oder Schutzhandschuhen aus Nitril oder anderen Materialien kommt es derzeit aufgrund der Coronavirus-Pandemie derzeit immer wieder zu Engpässen.

Hier sind Betriebe gefragt, sich zum Beispiel über die Möglichkeit der Desinfektion von Handschuhen zum einmaligen Gebrauch Gedanken zu machen. Hier erfahren Sie mehr.

Antworten auf häufige Fragen zum Thema:

Weil handelsübliche Korrektionsbrillen keine Schutzwirkung haben, muss die Unternehmerin oder der Unternehmer auch fehlsichtigen Versicherten geeigneten Augenschutz zur Verfügung stellen. Für kurzfristige Arbeiten über wenige Minuten können zum Beispiel Korb-, Überbrillen oder Visiere getragen werden.

Siehe: DGUV Regel 112-192 Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz

Kombinationen mit Korb- oder Überbrillen neigen zum Beschlagen, können dadurch zu zusätzlichen Gefährdungen führen und werden deshalb erfahrungsgemäß oft abgelehnt. Verschiedene Marken bieten durch unterschiedliche Verfahren der Oberflächengestaltung bzw. Beschichtung der Sichtscheiben "beschlagarmen" Augen- und Gesichtsschutz.

Beschlagarme Scheiben sind mit dem Symbol "N" gekennzeichnet.

Aktualisiert: 15.04.2020

 

Bereits bei Tätigkeiten mit Verdachtsfällen greifen die Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2 des Robert-Koch-Instituts. Die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung werden in der TRBA 250 und im ABAS-Beschluss 609 unter besonderer Beachtung einer Gefährdung durch luftübertragbare Krankheitserreger spezifiziert. Die Maßnahmen des Beschlusses 609 sind analog auf SARS-CoV-2 übertragbar.

Entsprechend Ziff. 6.2 des ABAS-Beschlusses 609 sind Schutzbrillen mindestens Gestellbrillen mit Seitenschutz zu tragen, wenn die Gefahr besteht, dass Spritzer oder makroskopische Tröpfchen, die Infektionserreger enthalten, auf die Augenschleimhäute gelangen. Das ist der Fall, wenn Tätigkeiten nicht weiter als ein Meter vom Patienten oder von der Patientin entfernt ausgeübt werden. Nach der DGUV Regel 112-192 Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz bieten sich Korbbrillen oder Gesichtsschutzschirme mit Schutz gegen Tröpfchen bzw. Spritzer an, um die Kontamination mit infektiösen Material zu verhindern.

Zu beachten ist, dass Korbbrillen die Tragenden belasten können, da der Innenraum der Brille weitgehend von der Außenluft abgeschlossen ist, auch wenn moderne Brillen spezielle Belüftungen haben. Das ganzschichtige Tragen dieser Brillen ist daher zu vermeiden.

  • Bei längerer Tragezeit kann aus ergonomischer Sicht ein Gesichtsschutzschirm eine Verbesserung darstellen.
  • Achtung: Gesichtsschutzschirme ersetzen nicht den erforderlichen Atemschutz

Aktualisiert: 14.04.2020

Behandschuhte Hände sollten nur in speziellen Fällen desinfiziert werden, z. B. in Situationen, in denen ein häufiger Handschuhwechsel erforderlich, aber erfahrungsgemäß schwierig realisierbar ist bzw. der Wechsel zu einer Unterbrechung des Arbeitsflusses führt. Hierzu hat das RKI auf seiner Homepage eine Stellungnahme veröffentlicht. Weitere Informationen geben das Positionspapier der "Aktion saubere Hände" und eine Stellungnahme durch den Arbeitskreis "Krankenhaus- & Praxishygiene" der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.).

Für die Desinfektion des Handschuhes müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Handschuh muss chemikalienbeständig gemäß EN 374 sein, wobei die Prüfung der sog. Durchbruchzeit von 30 min (Schutzindex Klasse 2) mindestens einen Alkohol einschließen soll.
  • Vom Hersteller der Handschuhe und vom Hersteller des Händedesinfektionsmittels darf es keine Angaben geben, die einer Desinfizierbarkeit des Handschuhs entgegenstehen.
  • Der Handschuh soll nur während der Versorgung an ein und demselben Patienten verwendet werden und ist nach Beendigung der jeweiligen Tätigkeit abzulegen.
  • Sofern es der Arbeitsablauf zulässt, sollte der Wechsel von Einmalhandschuhen parallel zu den Indikationen der Händedesinfektion erfolgen, d. h. immer dann, wenn die Indikation für eine Händedesinfektion gegeben ist, aber Handschuhe getragen werden. Im Ausnahmefall können behandschuhte Hände anstelle eines Handschuhwechsels desinfiziert werden, wenn andernfalls der Arbeitsablauf nicht gewährleistet werden kann, z. B. bei Tätigkeiten an derselben Patientin aber zwischenzeitlichem Kontakt mit unterschiedlich kontaminierten Körperbereichen.
  • Werden bei unterschiedlichen Patientinnen oder Patienten lediglich Blutentnahmen durchgeführt, so dass es zu keiner weiteren Kontamination der Handschuhe kommt, kann ebenfalls auf einen Handschuhwechsel verzichtet und stattdessen eine Desinfektion vorgenommen werden.
  • Der Handschuh darf keine sichtbare Perforation aufweisen und nicht mit Blut, Sekreten oder Exkreten erkennbar kontaminiert sein.

Kriterium für die Entscheidung ist, dass der spezifische Arbeitsablauf keine Zeitspanne für die Lufttrocknung der desinfizierten Hände nach der Desinfektion vor dem Anlegen der neuen Handschuhe gewährt.

Aktualisiert: 14.04.2020

Langärmlige Schutzkittel werden bei nicht Erkrankten nicht per se gefordert. Ein generelles Tragen von Schutzkitteln schützt vor der Kontamination der darunter liegenden Kleidung.

Aufbereitung: Textile Schutzkittel können durchaus aufbereitet werden. Bei der Auswahl der Schutzkittel sollten vor allem die Aspekte der fachgerechten Aufbereitung berücksichtigt werden. Da Schutzkittel als persönliche Schutzausrüstung definiert sind, obliegt die Reinigung dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin.

Arbeitsanweisung, Unterweisung: Um durch das An- und Ablegen des Schutzkittels keine zusätzlichen Infektionsrisiken zu schaffen, müssen die Beschäftigten eine Arbeitsanweisung und eine Unterweisung erhalten, wann sie die Kittel wo anzulegen, wann zu wechseln (bei Kontamination und Durchnässung) und wie wo abzulegen und zu sammeln haben.

Sammelbehältnisse, Wäsche: Die Sammelbehältnisse für kontaminierte Schutzkleidung müssen seitens des Betriebs gestellt werden. Die zu waschende Wäsche darf vor der Wäsche nicht erneut sortiert werden, sondern muss direkt in das hygienische Waschverfahren gegeben werden. Dieses Procedere muss innerhalb der Gefährdungsbeurteilung gemeinsam mit dem betriebsärztlichen Personal erarbeitet werden. All dies ist der TRBA 250 zu entnehmen.

Aktualisiert: 15.04.2020

 

Um sich selbst als Beschäftigter oder als Beschäftigte vor dem möglichen Kontakt mit Krankheitserregern in Tröpfchen zu schützen bieten sich auch Gesichtsschutzschilder an (Quelle: DGUV Regel 112-192).

Ein Gesichtsschutzschild oder Visier kann allerdings nicht als Ersatz einer Mund-Nasen-Bedeckung verwendet werden.

Sie können als zusätzlicher Schutz vor allem dann dienen, wenn mit direkten (infektiösen) Tröpfchen oder Spritzern zu rechnen ist: Anniesen, Anhusten oder medizinische Probenahmen wie z.B. beim Rachenabstrich. Ein Schutz vor potenziell virenbelastetem Aerosol (Schwebetröpfchen) in der Atemluft bietet ein solches Visier nicht.

Als Ersatz für die Mund-Nasen-Bedeckung (= Fremdschutz) ist ein Gesichtsschutzschild (Visier) abzulehnen, als zusätzliche Schutzmaßnahme jedoch möglich - etwa während einer Gesichtsbehandlung.

Gesichtsschutzschilder werden üblicherweise in medizinischen Einrichtungen wie z.B. Krankenhäusern als zusätzlicher Schutz des Gesichts vor direkten Spritzern (z.B. Blut) eingesetzt. Sie ersetzen dann eine Schutzbrille, aber weder medizinische Gesichtsmasken noch Atemschutzmasken.

Weitere Informationen und Empfehlungen finden Sie in der Übersichtsliste der BAuA zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2.

Aktualisiert: 08.06.2020

 

Unsere Bitte: Bleiben Sie auf dem Laufenden

Informieren Sie sich bitte laufend über relevante Aktualisierungen der Infos von Robert-Koch-Institut (RKI), Landesbehörden, Unfallkassen und BGW – und geben Sie diese weiter. Als Vorgesetzte oder Führungskraft sorgen Sie bitte dafür, getroffene Schutzmaßnahmen gegebenenfalls anzupassen.
Angaben von Landesbehörden und anderen Behörden: Beachten Sie bitte landesspezifische Unterschiede, etwa Vorgaben von Hygieneplänen.

 

 

01.07.2020

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