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Corona: Informationen zu den BGW-Beiträgen 2019

Ende April wurden die Beitragsbescheide für 2019 versandt. Der BGW-Beitragsfuß bleibt weitgehend stabil. Angesichts der besonderen Situation zurzeit hat die BGW die Zahlungsfrist bis Mitte Juni verlängert. Darüber hinaus bestehen Möglichkeiten zur Ratenzahlung/Stundung.

Frist bis 15. Juni verlängert

Die BGW benötigt die Beitragseinnahmen zur Finanzierung der Leistungen an ihre Versicherten (z.B. Behandlungskosten, Verletztengeld und Unfallrenten).

Erstmalig seit Gültigkeit dieses Systems der Beitragserhebung ist die Fälligkeit für die Zahlung der Beiträge nicht der 15. Mai, sondern der 15. Juni.

Damit soll den durch die Corona-Krise betroffenen Unternehmen etwas Luft verschafft werden, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten. Länger wird die BGW die Leistungsausgaben allerdings nicht vorfinanzieren können. Sollten Sie trotz dieses Zahlungsaufschubs um einen Monat Schwierigkeiten haben, die Forderung zu begleichen, beachten Sie bitte die unten stehenden FAQ für Unternehmen in einer Notlage .

Direkt zum Antragsformular: Ratenzahlung/Stundung

Statement Prof. Dr. Stephan Brandenburg, Hauptgeschäftsführer der BGW:

"Das Coronavirus und die Covid-19-Pandemie haben unser aller Leben durcheinandergebracht. Auch für die BGW als gesetzliche Unfallversicherung sind die Auswirkungen spürbar. Umso wichtiger ist es, in der Krise handlungsfähig zu bleiben und den Versicherungsschutz uneingeschränkt aufrechtzuerhalten. Die Beiträge sorgen dafür, dass wir weiter zuverlässig allen Versicherten im Ernstfall zur Seite stehen können. Uns ist bewusst, dass unsere Beitragsforderung auf die Bemühungen der Unternehmen trifft, die durch die Pandemie verursachten wirtschaftlichen Folgen zu bewältigen. Wir werden daher erstmals seit Einführung des aktuellen Beitragssystems die Zahlungsfrist deutlich verlängern, Damit möchten wir mehr finanziellen Handlungsspielraum ermöglichen."

FAQ zum Beitragsbescheid und zur Entwicklung der Beiträge:

Gäbe es die gesetzliche Unfallversicherung nicht, so könnten bei Arbeitsunfällen und berufsbedingten Erkrankungen die Beschäftigten Schadensersatzansprüche gegenüber ihren Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern geltend machen. Stattdessen springt jedoch die Unfallversicherung ein und trägt die Kosten für alle Leistungen an versicherte Personen. Mit ihren Beiträgen geben Unternehmerinnen und Unternehmer also ihre Haftung ab ("Haftungsablösung"). Sie können aber auch selbst versichert sein (freiwillige oder Pflichtversicherung). Damit es gar nicht erst zu einem Versicherungsfall kommt, unterstützt die gesetzliche Unfallversicherung die Unternehmen zudem umfassend bei der Prävention.

(17.04.2020)

Beitragsformel

Der Beitrag errechnet sich als Produkt der Entgelte der Beschäftigten (bzw. der Versicherungssumme), der Gefahrklasse und des Beitragsfußes, geteilt durch 1.000.

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Ausgangspunkt ist jeweils der Finanzbedarf für das abgelaufene Kalenderjahr. Denn ein Jahr lang finanziert die Berufsgenossenschaft die Kosten für die Versicherungsleistungen und die Unfallverhütung vor. Diese Kosten werden dann auf die versicherten Unternehmen umgelegt. Gewinne werden im System der gesetzlichen Unfallversicherung nicht erzielt.

Nachdem der Finanzbedarf ermittelt ist, sind drei Faktoren für die Verteilung auf die beitragspflichtigen Unternehmen ausschlaggebend:

  • die Entgelte, das heißt die Löhne und Gehälter der Beschäftigten - sie sind der BGW jährlich mit dem digitalen Lohnnachweis zu melden; bei persönlichen Versicherungen zählt hier die Versicherungssumme
  • der Beitragsfuß, den die BGW anhand ihrer Ausgaben berechnet (Finanzbedarf)
  • die Gefahrklasse, die für den individuellen Gewerbezweig/die Gefahrtarifstelle gilt

Während die ersten beiden Faktoren jährlich variieren können, ist die Gefahrklasse mit dem Gefahrtarif jeweils für sechs Jahre festgelegt.

Der Beitragsbescheid beruht auf den Daten aus dem digitalen Lohnnachweis. Welche Daten Sie dort für 2019 gemeldet haben, können Sie online einsehen. Für die Nutzung von "Meine BGW" ist eine einfache Registrierung erforderlich. Nach dem Login kann dann per Freischaltcode auf die Daten des Lohnnachweises zugegriffen werden. Wer noch keinen Freischaltcode für sein Unternehmen erhalten hat, kann ihn im Login-Bereich anfordern.

(30.03.2020)

Den Beitragsfuß beschließt der Vorstand der BGW jährlich neu. Vereinfacht gesagt, spiegelt der Beitragsfuß das Verhältnis zwischen den Entgelten/den Versicherungssummen und den Ausgaben der BGW wider. Der Beitragsfuß beträgt für:

  • gemeinnützige, kirchliche oder mildtätige Unternehmen 1,94 (2019)
  • alle anderen Unternehmen 2,06 (2019)

Mit den Beiträgen deckt die BGW grundsätzlich rückwirkend ihre Aufwendungen ab. Die Entwicklung des Beitragsfußes ist seit vielen Jahren auf niedrigem Niveau stabil. Auch diesmal beträgt der Beitragsfuß für gemeinnützige, kirchliche und mildtätige Unternehmen wie im Vorjahr 1,94. Dieser Basiswert ist auch Ausgangspunkt des Beitragsfußes für alle anderen Unternehmen. Dort kommt allerdings noch eine Fremdlast zusätzlich zum Tragen: Die BGW ist am finanziellen Ausgleich zwischen den Berufsgenossenschaften beteiligt (Lastenverteilung). Die Höhe dieser Fremdlast wird vom Bundesamt für Soziale Sicherung festgelegt und kann von der BGW nicht beeinflusst werden. Durch diese Fremdlast kommt es gegenüber dem Vorjahr zu einer geringfügigen Steigerung des Beitragsfußes für nicht gemeinnützige Unternehmen von 2,05 auf 2,06.

(17.04.2020)

Zum Jahresbeginn 2019 trat der 5. Gefahrtarif der BGW in Kraft. Da jedoch die Beiträge jeweils rückwirkend berechnet werden, ist die jetzige Beitragsrechnung für das abgelaufene Jahr 2019 die erste auf Basis dieses neuen Gefahrtarifs. Der Gefahrtarif bestimmt die Gefahrklasse des Unternehmens – ein Faktor in der Beitragsrechnung, der das spezifische Unfallrisiko in einem Tätigkeitsfeld widerspiegelt: je höher das Risiko, desto höher die Gefahrklasse. Welche Gefahrklasse für das Unternehmen gilt, ist dem Veranlagungsbescheid zum 5. Gefahrtarif zu entnehmen. Mitgliedsunternehmen haben ihn im Oktober 2018 erhalten. Unternehmen, die erst nach Oktober 2018 bei der BGW aufgenommen wurden, haben ihren Veranlagungsbescheid mit den Mitgliedsunterlagen erhalten. Der aktuelle 5. Gefahrtarif gilt für die Versicherungsjahre 2019 bis 2024.

Hinweis: Unabhängig vom neuen Gefahrtarif greift bei den persönlichen Versicherungen von Unternehmerinnen und Unternehmern erstmals auch die neue Mindestversicherungssumme. Sie wird, wie andere Rechengrößen der Sozialversicherung in Deutschland auch, automatisch an die allgemeine Einkommensentwicklung angepasst. Bei einer Erhöhung der Versicherungssumme steigt auch die Geldleistung im Versicherungsfall. Die Mindestversicherungssumme war zum 01.01.2019 von 22.000 auf 23.000 Euro gestiegen. Auch das kann dazu führen, dass Ihr Beitragsbescheid in diesem Jahr anders ausfällt als im Vorjahr.

(Aktualisiert: 27.04.2020)

Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit unterliegen erfahrungsgemäß Schwankungen und lassen sich in der Regel erst nach Ablauf des Geschäftsjahres feststellen. Das Geschäftsjahr muss nicht unbedingt mit dem Kalenderjahr übereinstimmen. Letztlich wäre der Steuerbescheid abzuwarten. Sowohl die Leistungen im Schadensfall als auch die Beiträge könnten damit nicht zeitgerecht berechnet werden. Die BGW hat sich für die Versicherung nach festen Summen (Versicherungssumme) entschieden. Seit 01.01.2019 beträgt die Pflicht- beziehungsweise Mindestversicherungssumme für das gesamte Bundesgebiet einheitlich 23.000 Euro (bis 31.12.2018 22.000 Euro). Sie wird, wie andere Rechengrößen der Sozialversicherung in Deutschland auch, automatisch an die allgemeine Einkommensentwicklung angepasst. Bei einer Erhöhung der Versicherungssumme steigt auch die Geldleistung im Versicherungsfall.

Unternehmer beziehungsweise Selbstständige können sich auf Antrag bis zum Höchstbetrag von zurzeit 96.000 Euro versichern (bis 31.12.2018 84.000 Euro).

Versicherungsberechtigt sind auch Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner beziehungsweise Lebenspartnerinnen im Sinne des Lebenspartnerschaftsgesetzes ohne Beschäftigungsverhältnis, die im Unternehmen mitarbeiten.

Illustration Menschenkette

Hintergrund: Erstmals neuer Gefahrtarif Basis des Beitragsbescheids

Wenn der Beitragsbescheid in diesem Jahr anders ausfällt als im Vorjahr, ist das in vielen Fällen auf den neuen Gefahrtarif zurückzuführen. | mehr

Hilfestellung zum Gefahrtarif

(Foto: Fotolia/Jan Engel)

FAQ zum Gefahrtarif

Wann und warum gibt es einen neuen Gefahrtarif? Wie hat die BGW die Gefahrklassen berechnet? Was hat sich vom 4. auf den 5. Gefahrtarif geändert? Antworten auf diese und weitere Fragen. | mehr

FAQ für Unternehmen in einer Notlage:

Mit einer verlängerten Zahlungsfrist für die Beiträge 2019 und Möglichkeiten zur Ratenzahlung/Stundung bemühen wir uns, Ihnen in der aktuellen Krise Handlungsspielraum zu verschaffen. Die BGW muss aber auch sicherstellen, dass die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung verlässlich bereitgestellt werden können. Mit den Beiträgen werden jeweils rückwirkend die Ausgaben für das Versicherungsgeschehen des Vorjahres umgelegt, das heißt von den Beiträgen hängen unter anderem Rentenzahlungen an Versicherte, Heilbehandlungskosten und weitere Entschädigungsleistungen ab. Daher sind wir auf die Beitragserhebung auch in der jetzigen Situation angewiesen. Für in Not geratene Betriebe stehen verschiedene Hilfsprogramme zur Verfügung, beispielsweise über den Schutzschirm für die deutsche Wirtschaft und andere Institutionen. Informationen erhalten Sie vielfach auch über Branchenverbände.

(Aktualisiert: 24.04.2020)

Sie können mit der BGW gegebenenfalls eine Ratenzahlung/Stundung vereinbaren. Wichtig ist, dass Sie dazu mit uns Kontakt aufnehmen, sobald Sie den Beitragsbescheid erhalten haben! So vermeiden Sie den sonst anfallenden, gesetzlich vorgeschriebenen Säumniszuschlag von 1 Prozent pro Monat. Informieren Sie sich auf unserer Infoseite zu den Möglichkeiten für Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten (mit Antragsformular).

(Aktualisiert: 24.04.2020)

Die Beiträge werden rückwirkend für das abgelaufene Kalenderjahr, jetzt also für das Jahr 2019, erhoben. Falls Sie Ihr Unternehmen im Laufe des Jahres 2020 auf Dauer eingestellt haben, hat dies keinen Einfluss auf die Beitragshöhe für das vorangegangene Jahr. Informieren Sie uns bitte umgehend über die Einstellung des Unternehmens (Geschäftsaufgabe) und teilen Sie uns auf dem üblichen Weg (digitaler Lohnnachweis) die in diesem Jahr noch gezahlten Lohnsummen mit. Dann werden der reguläre Beitragsbescheid für 2019 sowie ein anteiliger Beitragsbescheid für 2020 erstellt.

(Aktualisiert: 24.04.2020)

Ein Vorschuss wird nur von größeren Unternehmen erhoben, deren aktueller Beitrag 15.000 Euro und mehr beträgt. Zugrunde gelegt werden die bekannten Unternehmensverhältnisse und damit der aktuelle Beitrag. Durch die Corona-Krise kommt es jedoch möglicherweise zu Kurzarbeit, Verzicht auf Vertragsverlängerungen oder gar Entlassungen im Unternehmen. Bitte teilen Sie uns solche absehbaren Änderungen in den Unternehmensverhältnissen mit. Dann ist es möglich, angesichts der reduzierten Beschäftigtenzahl und geringeren Lohnsummen auch den Beitragsvorschuss zu senken.

(Aktualisiert: 30.03.2020)

Lohnnachweis einreichen

Online-Verfahren erleichtern die Beitragsberechnung
(Foto: fotolia/Laurent Delhourme)

Möglichkeiten zur Ratenzahlung/Stundung

Infomieren Sie sich über die Voraussetzungen für eine Ratenzahlung und nutzen Sie unser Online-Antragsformular. | mehr

Mehr zum Beitragssystem:

Euromünzen

Beiträge in der BGW

Hintergrundinformationen zur Berechnung der Beiträge, zum Beitragsbescheid und zum Gefahrtarif. | mehr

FAQ

FAQ
(Foto: © iStock.com/ blackred)

FAQ zum Thema Beitrag

Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um Meldeverfahren, Ausgleichsumlage, Beitragsbescheid ... | mehr

Kontakt für Versicherungs- und Beitragsfragen
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Montag bis Donnerstag: 9 - 12 Uhr und 13 - 16 Uhr
Freitag: 9 - 12 Uhr und 13 - 14.30 Uhr
Telefon: (040) 202 07 - 11 90 oder Kontaktformular

27.04.2020

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