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Coronavirus: Arbeitsschutzstandard und Antworten auf häufige Fragen für Beratungs- und Betreuungseinrichtungen sowie soziale Dienste

Um sich beim Arbeiten in der Pandemie nicht anzustecken, gibt es den Arbeitsschutzstandard zur Risikoreduzierung in Beratungs- und Betreuungseinrichtungen sowie sozialen Diensten. Außerdem bietet die BGW die Datenschutzinformation und Antworten auf häufig gestellte Fragen.

BGW: SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für Beratung- und Betreuungseinrichtungen sowie soziale Dienste
(Stand: 24.07.2020)

Worauf muss geachtet werden? Wie schützen Sie sich und andere möglichst gut vor der Infektionsgefahr durch das Coronavirus? Der Arbeitsschutzstandard gibt die Regeln vor. | mehr

Datenschutzinformation für die Kundschaft in Corona-Zeiten

Dokumentieren Sie die Kontaktdaten der externen Personen, um bei Bedarf die Infektionskette nachverfolgen zu können. Unsere Info hilft dabei, externen Personen die Maßnahme nach Art. 13 DSGVO zu erklären. | mehr

Antworten auf häufige Fragen

Verantwortlich für die Umsetzung notwendiger Arbeits- und Infektionsschutzmaßnahmen sind Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen entsprechend dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung. Die gesetzliche Pflicht dazu ergibt sich aus § 2 und § 3 DGUV Vorschrift 1.

Die Pandemie-Arbeitsschutzstandards konkretisieren diese Maßnahmen. Allerdings sind daneben auch die zwingenden Vorgaben im Infektionsschutzrecht, vor allem in den Rechtsverordnungen und Allgemeinverfügungen der Länder, zu beachten und umzusetzen. Diese können im Einzelfall höhere Anforderungen enthalten als die Pandemie-Arbeitsschutzstandards. Das heißt: Sie müssen die Maßnahmen umsetzen, die weitreichender sind.

Die Regelungen können in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich ausfallen.
Ob eine Einrichtung bzw. ein Betrieb wieder öffnen darf, ist auch Entscheidung der Bundesländer.

Aktualisiert: 03.06.2020

 

Ventilatoren einzusetzen ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber es gilt zu bedenken:

  • Der Einsatz von Geräten im Umluftbetrieb wie Ventilatoren (z. B. Standventilatoren), Anlagen zur Kühlung (z.B. mobile und Split-Klimaanlagen) oder Heizung (z.B. Heizlüfter) soll nur in Räumen mit Einzelbelegung erfolgen.
  • Der Luftstrom sollte nicht direkt auf Personen gerichtet sein, da dies zu einer schnelleren und weiteren Ausbreitung etwaiger Aerosole beitragen kann. 
  • Eine bessere Wirkung wird erzielt durch allgemeine Maßnahmen zur Raumkühlung wie z. B. Raumlüftung über Nacht, Außenjalousien und Ähnliches. 
  • Zur Reduktion der Aerosolkonzentration in Innenräumen ist ein Luftwechsel durch Öffnen von Fenstern oder Einsatz von Lüftungsanlagen die wirksamere Maßnahme.

Aktualisiert: 09.07.2020

Der Arbeitgeber, die Arbeitgeberin oder die Beschäftigten wünschen sich häufig, dass der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin zum Beispiel für eine chronisch kranke, immunsupprimierte Person wegen eines besonders hohen individuellen Infektionsrisikos ein Beschäftigungsverbot ausspricht.

Das fällt nicht in die Befugnis des Betriebsarztes oder der Betriebsärztin, weil es im Rahmen der betriebsärztlichen Tätigkeit und deren gesetzlichen Grundlagen nicht möglich ist (ASiG, ArbSchG und ArbMedVV).

Es ist keine gesetzliche Handhabe für Beschäftigungsverbote für chronisch Kranke analog zum Mutterschutzgesetz bekannt. Es handelt sich um innerbetriebliche Regelungen aus Fürsorge gegenüber den Beschäftigten. Die Kosten für den Arbeitsausfall trägt im Regelfall die Firma.

Es empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin führt eine Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung besonderer Personengruppen im Betrieb (zum Beispiel immunsupprimierte Beschäftigte) durch und bietet diesen Beschäftigten eine betriebsärztliche Wunschvorsorge nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) an.

Der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin gibt den Beschäftigten nach der Beratung auf deren Wunsch persönlich ein Empfehlungsschreiben für Homeoffice, Versetzung in einen anderen Tätigkeitsbereich mit positivem und negativem Tätigkeitsprofil oder etwas Ähnliches an die Hand (ohne Diagnosen). Die Beschäftigten können diese Bescheinigung dem Betrieb aushändigen.
Für Schwangere und Stillende erstellen die staatlichen Länderbehörden die Vorgaben für Beschäftigungsbeschränkungen oder Beschäftigungsverbote nach Mutterschutzgesetz.

(05.06.2020)

Ja.

Die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, gilt für alle Personen, soweit dies nicht aus gesundheitlichen Gründen unmöglich ist. Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass eine Person, die nachweislich an Covid-19 erkrankt war, bei Kontakt mit dem Virus erneut erkrankt und/oder das Virus an andere Menschen überträgt.

(05.06.2020)

 

Wenn Sie sich einer verletzten Person nähern um Erste Hilfe zu leisten, sollten Sie nach Möglichkeit eine Mund-Nasen-Bedeckung (bei großer Nähe eine FFP2-Maske und ggf. Schutzbrille) tragen. Wenn der Zustand der verletzten Person es zulässt, sollte auch diese eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Medizinische Einmalhandschuhe schützen die Hände von Ersthelfenden vor dem Kontakt mit Körperflüssigkeiten und vor einer möglichen Übertragung von Sars-CoV-2. Diese Handschuhe finden Sie in allen Verbandkästen.

Sollte es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommen, ist die wichtigste Maßnahme, sofort mit der Herzdruckmassage zu beginnen. Diese ist durchzuführen bis die Rettungskräfte eintreffen. Inwiefern Beatmungstücher bzw. Beatmungsmasken vor einer Ansteckung mit dem CoV 19-Virus schützen können, sollte beim jeweiligen Hersteller erfragt werden, da es unterschiedliche Produkte gibt. Eine Atemspende (Mund-zu-Mund- bzw. Mund-zu-Nase-Beatmung) durchzuführen, ist für Laien nicht zwingend erforderlich.

Bei Kindern, die wiederbelebt werden müssen, spielt die Atemspende eine besondere Rolle. Daher ist die Atemspende beim Kind, besonders zu Beginn der Wiederbelebung, wichtiger als beim Erwachsenen. Der Ersthelfende muss in der Pandemiezeit für sich selbst abwägen, ob er bei Kindern die Atemspende leistet.

Nach Beendigung der Hilfeleistung ist es wichtig, sich die Hände gründlich zu waschen oder sie zu desinfizieren.

Schauen Sie sich auch die „Handlungshilfe für Ersthelfende - Erste Hilfe im Betrieb im Umfeld der Corona (SARS-CoV-2)-Pandemie" der DGUV an.

(05.06.2020)

Unser Ansinnen ist es, Ihren Betrieb bei der Schaffung sicherer Arbeitsbedingungen zu unterstützen und Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

Dazu führen wir Vor-Ort-Überwachungen in Form von Betriebsbegehungen durch. Diese finden sowohl angemeldet als auch unangemeldet statt. Anhand des branchenspezifischen Arbeitsschutzstandards prüfen wir die Arbeitsbedingungen in Ihrem Betrieb. Beim ersten Termin findet eine Prüfung sowie eine Beratung statt. Jeder Betrieb hat die Chance nachzubessern, es werden nicht sofort Bußgelder oder Zwangsgelder verhängt. Eine sogenannte Nachbesichtigung führen wir nur bei gravierenden Mängeln durch.

Außerdem bieten wir Ihnen die Möglichkeit der telefonischen Nachfrage bzw. Beratung an. Hierbei sollen offene Fragen geklärt werden und es wird sichergestellt, dass Ihr Betrieb mit dem Standard zurechtkommt.

Aktualisiert: 19.05.2020

Die Fahrzeuge sind mit Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion sowie mit Papiertüchern und Müllbeuteln auszustatten. Bei betrieblich erforderlichen Fahrten ist die gleichzeitige Nutzung von Fahrzeugen durch mehrere Beschäftigte möglichst zu vermeiden. Darüber hinaus ist der Personenkreis, der ein Fahrzeug gemeinsam – gleichzeitig oder nacheinander – benutzt, möglichst zu beschränken, beispielsweise indem einem festgelegten Team ein Fahrzeug zu gewiesen wird. Die Innenräume der Fahrzeuge sind regelmäßig zu reinigen, insbesondere, wenn sie von mehreren Personen genutzt werden.

(03.06.2020)

Das richtet sich nach der TRBA 250 (Schutzstufe 3) und wird im Beschluss 609 spezifiziert.

  • Schutzkittel
  • Einweghandschuhe (DIN EN 455 bzw. DIN EN 374 tätigkeitsspezifisch)
  • dicht anliegende Atemschutzmaske (Geräteklasse FFP2; FFP3 oder Respirator insbesondere bei ausgeprägter Exposition, zum Beispiel Bronchoskopie oder bei anderen Tätigkeiten, bei denen große Mengen Aerosole entstehen können)
  • Schutzbrille
  • langärmlige, wasserdichte Einwegschürze bei entsprechenden pflegerischen, diagnostischen oder therapeutischen Tätigkeiten am Patienten
    Siehe hierzu auch die Empfehlung "Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten".

Aktualisiert: 12.03.2020

Absolut notwendige Begleitpersonen (z.B. bei Menschen mit Behinderung) sind nur nach entsprechender Rücksprache, Symptomfreiheit und wenn die Anzahl der Anwesenden im Raum nicht zu hoch ist, erlaubt. Anwesende Begleitpersonen müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und wenn möglich auf den nötigen Abstand achten.

(30.06.2020)

Wenn ein Kunde oder eine Kundin bzw. ein Patient oder Patientin wegen körperlicher oder psychischer Einschränkungen nicht in der Lage sein sollten, die aktuell geforderten Arbeitsschutzauflagen und Hygienestandards zu erfüllen (z. B. Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung), empfehlen wir, bereits bei der telefonischen Terminvereinbarung zu besprechen, welche alternativen Möglichkeiten bestehen.
Eine Virusübertragung durch Kleidung, Haare oder Utensilien muss zum Schutz der Beschäftigten und ihrer Angehörigen verhindert werden. Dieses Schutzziel muss bei alternativen Maßnahmen gewährleistet sein.

Stand: 08.06.2020

Die Patienten/Patientinnen oder Kunden/Kundinnen müssen beim Betreten der Praxis/Einrichtung bzw. der Geschäftsräume die Möglichkeit haben, ihre Hände zu waschen oder zu desinfizieren; es ist darauf zu achten, dass sie hiervon Gebrauch machen.

(20.05.2020)

Derzeit wird es allgemein empfohlen, im öffentlichen Raum Mund-Nasen-Bedeckungen (hier ist nicht der medizinische MNS gemeint) zu tragen. Sie sind verpflichtend, sowohl für die Beschäftigten als auch für die Kundschaft. Die Kunden und Kundinnen sollten eine eigene Mund-Nasen-Bedeckung mitbringen. Diese müssen sie während der Behandlung tragen bzw. Mund und Nase müssen durchgehend abgedeckt bleiben.

Nur bei gesichtsnahen Dienstleistungen, bei denen die Kundschaft keine MNB tragen kann, darf sie abgenommen werden. Die Beschäftigten haben während dieser Zeit verpflichtend eine FFP2-Maske ohne Ausatemventil (alternativ FFP3, KN95, N95) und zusätzlich eine Schutzbrille oder einen Gesichtsschutz zu tragen.

Der Betrieb muss für die Beschäftigten ausreichend viele Mund-Nasen-Bedeckungen zur Verfügung stellen. Diese müssen nach Durchfeuchtung, sowie spätestens nach jedem Kunden bzw. jeder Kundin, gewechselt werden. Textile Mund-Nasen-Bedeckungen sind zwischenzeitlich zu sammeln und am Ende des Tages bei mindestens 60 °C im Studio zu waschen und zu trocknen. Einwegmasken sind nach jedem Wechsel sofort zu entsorgen. Je nach Anzahl der Kunden oder Kundinnen muss eine entsprechende Anzahl Mund-Nasen-Bedeckungen für jede/jeden Beschäftigte/n bereitgehalten werden.

Der Einsatz von Mund- und Nasenschutz, selbst hergestellten Mund-Nasen-Bedeckungen, Gesichtsmasken, Papiermasken oder FFP2-Masken darf nicht dazu führen, dass gute Händehygiene, Husten- und Abstandsetikette (sofern möglich mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen) vernachlässigt werden. Nur wenn die grundlegenden Hygieneregeln berücksichtigt sind und die Mund-Nasen-Bedeckung wie empfohlen getragen wird, reduziert das die Verbreitung von Tröpfchen aus der Atemluft.

Eine Übersicht über mögliche Schutzmasken für Beschäftigte mit Personenkontakt finden Sie auf der Seite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Plakat: Schutzmasken - Wo liegt der Unterschied

Mund-Nasen-Schutz oder Atemschutz-Maske? Um die Einordnung zu erleichtern, hat das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) eine Übersichtsgrafik erstellt, die die Unterschiede einfach erklärt. | mehr

Aktualisiert: 17.07.2020

Bedenken Sie bitte, dass die Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten und für Sie selbst getroffen wurden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie die Maßnahmen im häuslichen Umfeld des Patienten/der Patientin bzw. des Kunden/der Kundin einhalten können und der Termin aufgrund des Gesundheitszustands verschoben werden kann, sollten Sie dies auch tun und einen neuen Termin vereinbaren, möglichst in der Praxis/Einrichtung bzw. in den Geschäftsräumen.

In jedem Fall absagen und verschieben müssen Sie Termine bei bestätigt an COVID-19 Erkrankten. Auch bei Personen, die unter Quarantäne stehen, muss der Termin verschoben werden.

(13.05.2020)

Kohlendioxid (CO2) ist ein Atemgas und wird über die Lunge an die Ausatemluft abgegeben, es darf nicht mit Kohlenmonoxid (CO) verwechselt werden. Ob durch das Maskentragen tatsächlich CO2 in den Atemwegen mehr als üblich angereichert wird, kann im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden. Bei hohen Konzentrationen in der Atemluft bzw. im Körper kann CO2 zu Müdigkeit und Konzentrationsschwäche führen. Dieser Effekt ist auch aus überfüllten, ungelüfteten Räumen bekannt (zum Beispiel Konferenzräume oder Klassenzimmer).

Grundsätzlich kann jeder Atemschutz das Ein- und Ausatmen erschweren, da er eine Barriere zur Außenluft darstellt. Diese Barriere ist unterschiedlich stark je nach Filterleistung, nach Ausstattung der Maske mit oder ohne Ventil oder nach Art des Materials bei individuell hergestellten Mund-Nasen-Bedeckungen.

Gerade das Tragen von mehrlagigen, sehr dichten und enganliegenden Mund-Nasen-Bedeckungen oder Atemschutzmasken kann unter bestimmten Bedingungen sehr anstrengend sein. Deshalb sollte das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung, Mund-Nasen-Schutz und Schutzmasken auf das notwendige Maß beschränkt bleiben. Es ist nötig in diesem Zusammenhang Regelungen zu Tragezeiten und Pausen in den jeweiligen Betrieben zu treffen.

Für Personen mit Vorerkrankungen wie zum Beispiel Heuschnupfen, Panikattacken, chronischen Lungen- oder Herzkrankheiten kann das Schutzmaskentragen durch die Behinderung der Atmung eine Überforderung sein, auch wenn das erschwerte Abatmen von CO2 nicht nachgewiesen werden kann. Sollen Beschäftigte Atemschutz tragen, müssen deshalb unter besonderen Voraussetzungen betriebsärztliche Beratungen/ Vorsorge angeboten werden.

Wenn sich Beschäftigte mit Vorerkrankungen darüber hinaus bereits durch das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung oder Mund-Nasen-Schutz am Arbeitsplatz in ihrer Gesundheit gefährdet sehen, können sie über den Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin eine Wunschvorsorge bei der Betriebsärztin oder beim Betriebsarzt beantragen. In der betriebsärztlichen Beratung wird die individuelle gesundheitliche Situation und Wechselwirkungen mit Anforderungen am Arbeitsplatz sowie mögliche weitere Schutzmaßnahmen besprochen.

(Aktualisiert: 05.06.2020)

24.07.2020

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