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Coronavirus: Arbeitsschutzstandard und Antworten auf häufige Fragen für Apotheken

Apotheken haben eine wichtige Funktion - gerade während der Corona-Pandemie. Die BGW bietet den Arbeitsschutzstandard sowie Hinweise zum Schutz von Beschäftigten sowie Kundinnen und Kunden in Apotheken.

BGW: SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für Apotheken
(Stand: 02.07.2020)

Worauf müssen Beschäftigte in Apotheken achten? Wie schützen Sie sich möglichst gut vor der Infektionsgefahr durch das Coronavirus? Der Arbeitsschutzstandard gibt die Regeln vor. | mehr

Abbildung: Hautschutz- und Händehygieneplan für die Kosmetik

Hautschutz- und Händehygieneplan für Apotheken
(Stand: 06/2018)

Hautschutz ist aufgrund der aktuellen Infektionsrisiken besonders wichtig. Bitte beachten Sie unseren Hautschutzplan. | Download

Aushang für Kundinnen und Kunden: Verhaltensregeln in der Apotheke in Corona-Zeiten

Während der Pandemie gibt es für die Kundinnen und Kunden einiges zu beachten. Nutzen Sie diesen Aushang: damit alle wissen, wie sie sich verhalten sollen, um Infektionsrisiken möglichst gering zu halten. | mehr

Antworten auf häufige Fragen

Grundsätzlich sind Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung gesetzlich verpflichtet. Eine bereits erstellte Gefährdungsbeurteilung muss bei neuen Gefährdungen, wie beispielsweise die SARS-CoV-2-Infektionsgefahr, aktualisiert werden.

Hinsichtlich der SARS-CoV-2-Infektionsgefahr wurden zudem Standards, Regelungen und konkretisierende Empfehlungen und Hilfestellungen zum Schutz von Beschäftigten und Versicherten entwickelt.

Vorrangig sind der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard sowie die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard ist zu berücksichtigen und wird durch die konkretisierende SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel auf eine rechtlich verbindliche Ebene gehoben. Hält der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin die Maßnahmen der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel ein, so sind die Anforderungen erfüllt.

Der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard sowie auch die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS sind branchenübergreifend, das heißt sie legen keine branchenspezifischen Regelungen fest. Daher ist die gesetzliche Unfallversicherung - so auch die BGW - durch das BMAS aufgefordert, den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel durch entsprechende SARS-CoV-2-Branchenstandards für die jeweilige Branche zu konkretisieren.

Die SARS-CoV-2-Branchenstandards der BGW sollen als Hilfestellung zur Gefährdungsbeurteilung von Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen hinzugezogen werden. Sie enthalten wichtige branchenbezogene Empfehlungen zur Erfüllung des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS. Sie sind somit eine wichtige Hilfestellung für die Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen.

Weitere, teilweise branchenbezogene Empfehlungen zum Infektionsschutz finden Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen in den Veröffentlichungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Regelungen der Länder sind immer verpflichtend und sind ebenfalls von Arbeitgebern sowie Arbeitgeberinnen umzusetzen.

Es ist nicht auszuschließen, dass Regelungen der Länder zum Infektionsschutz höhere Anforderungen festlegen, als der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard sowie die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS, oder umgekehrt. Hier sollte jeweils die höhere Anforderung von Arbeitgebern sowie Arbeitgeberinnen erfüllt werden.

Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) regeln nicht spezifisch den Arbeitsschutz, legen jedoch wichtige Hygieneregeln, insbesondere zum Schutz der Bevölkerung fest. Diese sind ebenfalls zu berücksichtigen.

Aktualisiert: 08.10.2020

Die Bedienung der Kundschaft über ein Notdienstfenster bietet den Vorteil, dass sich erregerhaltige Tröpfchen im Außenbereich stark verdünnen. Dadurch wird verhindert, dass sich diese in den geschlossenen Räumlichkeiten anreichern können.

Allerdings eignen sich nicht alle Notdienstfenster gleichermaßen. Es besteht die Möglichkeit, dass ein Luftzug die erregerhaltigen Tröpfchen frontal in das Gesicht eines Beschäftigten in der Apotheke transportiert.

Daher muss die Eignung des Notdienstfensters individuell in der Gefährdungsbeurteilung beurteilt und gegebenenfalls eine transparente Abtrennung im Gesichtsbereich installiert werden, die einen wirksamen Schutz für die Beschäftigten darstellt.

(21.07.2020)

Beim Sprechen, Niesen und Husten entstehen feinste Tröpfchen, die durch eine transparente Abtrennung teilweise abgefangen werden sollen. In Abhängigkeit der Gefährdungsbeurteilung richtet sich die Geometrie der Installation nach den räumlichen Gegebenheiten der Offizin und des Wartebereichs der Kundschaft. Die Installation ist so zu gestalten, dass eine wirksame Barriere auf Gesichts- und Körperhöhe zwischen Kundschaft und Beschäftigten vorhanden ist. Ein seitlicher Schutz soll die Beschäftigten schützen, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass Kunden oder Kundinnen auch seitlich vom Handverkaufstisch stehen. Die Abtrennung kann Öffnungen - außerhalb des Atembereichs - zum Bedienen des EC-Kartengerätes und für die Warenherausgabe aufweisen.

(21.07.2020)

BGW: Händedesinfektionsmittel selbst herstellen - Brände und Explosionen in Apotheken vermeiden

Erlaubnis zum Herstellen von Händedesinfektionsmittel (bis 05.04.2021 verlängert). Sicher umfüllen, herstellen und konfektionieren - so sorgen Sie für Sicherheit. | mehr

Aktualisiert: 05.10.2020

 

Ventilatoren einzusetzen ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber es gilt zu bedenken:

  • Der Einsatz von Geräten im Umluftbetrieb wie Ventilatoren (z. B. Standventilatoren), Anlagen zur Kühlung (z.B. mobile und Split-Klimaanlagen) oder Heizung (z.B. Heizlüfter) soll nur in Räumen mit Einzelbelegung erfolgen.
  • Der Luftstrom sollte nicht direkt auf Personen gerichtet sein, da dies zu einer schnelleren und weiteren Ausbreitung etwaiger Aerosole beitragen kann. 
  • Eine bessere Wirkung wird erzielt durch allgemeine Maßnahmen zur Raumkühlung wie z. B. Raumlüftung über Nacht, Außenjalousien und Ähnliches. 
  • Zur Reduktion der Aerosolkonzentration in Innenräumen ist ein Luftwechsel durch Öffnen von Fenstern oder Einsatz von Lüftungsanlagen die wirksamere Maßnahme.

Aktualisiert: 03.11.2020

Der Arbeitgeber, die Arbeitgeberin oder die Beschäftigten wünschen sich häufig, dass der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin zum Beispiel für eine chronisch kranke, immunsupprimierte Person wegen eines besonders hohen individuellen Infektionsrisikos ein Beschäftigungsverbot ausspricht.

Das fällt nicht in die Befugnis des Betriebsarztes oder der Betriebsärztin, weil es im Rahmen der betriebsärztlichen Tätigkeit und deren gesetzlichen Grundlagen nicht möglich ist (ASiG, ArbSchG und ArbMedVV).

Es ist keine gesetzliche Handhabe für Beschäftigungsverbote für chronisch Kranke analog zum Mutterschutzgesetz bekannt. Es handelt sich um innerbetriebliche Regelungen aus Fürsorge gegenüber den Beschäftigten. Die Kosten für den Arbeitsausfall trägt im Regelfall die Firma.

Es empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin führt eine Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung besonderer Personengruppen im Betrieb (zum Beispiel immunsupprimierte Beschäftigte) durch und bietet diesen Beschäftigten eine betriebsärztliche Wunschvorsorge nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) an.

Der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin gibt den Beschäftigten nach der Beratung auf deren Wunsch persönlich ein Empfehlungsschreiben für Homeoffice, Versetzung in einen anderen Tätigkeitsbereich mit positivem und negativem Tätigkeitsprofil oder etwas Ähnliches an die Hand (ohne Diagnosen). Die Beschäftigten können diese Bescheinigung dem Betrieb aushändigen.
Für Schwangere und Stillende erstellen die staatlichen Länderbehörden die Vorgaben für Beschäftigungsbeschränkungen oder Beschäftigungsverbote nach Mutterschutzgesetz.

(05.06.2020)

Bei der Tragedauer bzw. beim Wechsel der Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) sind neben den gesundheitlichen Voraussetzungen des Trägers oder der Trägerin und dem Maskenmaterial auch hygienische Aspekte zu berücksichtigen. Der Koordinierungskreis für biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) der DGUV hat zur Orientierung für Tragezeitbegrenzung folgende Empfehlung gegeben, die durch Empfehlungen zur Hygiene vom Robert-Koch-Institut (RKI) ergänzt werden müssen:

"Die derzeit vorliegenden Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass Mund-Nasen-Bedeckungen aus Baumwolle, Leinen oder Seide sowie medizinische Gesichtsmasken ähnliche Atemwiderstände (Druckdifferenz) wie partikelfiltrierende Halbmasken mit Ausatemventil aufweisen.

Es werden daher für Mund-Nase-Bedeckungen ("Community-Masken") und medizinische Gesichtsmasken, wenn sie im Rahmen des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel getragen werden, Tragezeitbegrenzungen und Erholungspausen wie für filtrierende Halbmasken mit Ausatemventil nach DGUV Regel 112-190 Benutzung von Atemschutzgeräten empfohlen.

Die DGUV Regel 112-190 empfiehlt für partikelfiltrierende Halbmasken mit Ausatemventil eine Tragedauer von zwei Stunden mit einer anschließenden Erholungsdauer von 30 Minuten. Möglich sind dann drei Einsätze pro Arbeitsschicht."

Die DGUV Regel 112-190 empfiehlt für partikelfiltrierende Halbmasken ohne Ausatemventil eine Tragedauer von 75 Minuten mit einer anschließenden Erholungsdauer von 30 Minuten. Möglich sind dann fünf Einsätze pro Arbeitsschicht.

"Während der Erholungsdauer geht es darum, nicht die Maske zu tragen, es ist keine Arbeitspause gemeint. Tätigkeiten, die ohne Maske durchgeführt werden können, sind weiterhin in der Erholungsdauer möglich.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sollte gemäß DGUV Regel 112-190 berücksichtigt werden, ob aufgrund der Arbeitsschwere (Atemminutenvolumen), durch Umgebungseinflüsse (Lufttemperatur, Luftfeuchte, Wärmestrahlung) sowie aufgrund der Bekleidungseigenschaften (z.B. schwere Schutzkleidung) oder auch auf Grund individueller Dispositionen der Beschäftigten eine geänderte Tragedauer angezeigt ist. Hier sind dann im Einzelfall die speziellen Regelungen in den Handlungshilfen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger zu berücksichtigen. So ist bei leichter Arbeit eine Verlängerung der Tragedauer auf 3 Stunden möglich.

In der betrieblichen Praxis ist es außerdem oft möglich, situationsbedingt öfter für kurze Zeit die MNB abzunehmen, ohne dabei sich und andere zu gefährden. In diesen Fällen sollte in der Regel bereits eine ausreichende Erholung möglich sein.

In der betrieblichen Praxis ist es außerdem oft möglich, situationsbedingt öfter für kurze Zeit die MNB abzunehmen, ohne dabei sich und andere zu gefährden. In diesen Fällen sollte in der Regel bereits eine ausreichende Erholung möglich sein.

Die Mund-Nase-Bedeckung ist bei Durchfeuchtung zu wechseln, spätestens arbeitstäglich."

Quelle: KOBAS, DGUV 07.10.2020

Diese Empfehlung dient als Anhaltspunkt und muss betriebsspezifisch an die dortigen Verhältnisse, Möglichkeiten und konkreten Belastungen sowie Notwendigkeiten des Wechsels aus hygienischen Aspekten angepasst werden. Hierzu sollte insbesondere der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin beraten.

Bei körpernahen Kontakten (zum Beispiel beim Friseur, bei Therapiestunden, bei kosmetischen Behandlungen) ist die MNB vor der Bedienung eines neuen Kunden/Patienten zu wechseln.

Zum Thema:

 

Illustration verschiedener Masken


(Foto: BGW/GDA)

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Aktualisiert: 23.11.2020

Durch das Ausatmen beschlägt oft die Brille, vor allem wenn es große Temperaturunterschiede zwischen Brillenglas, Umgebungsluft und Ausatemluft gibt. Wenn eine Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) getragen wird, kann dieses Phänomen verstärkt auftreten. Tipps um das zu verhindern, sind z. B.:

  • oberen Rand der MNB nach innen umschlagen
  • dafür sorgen, dass die MNB im Nasenbereich gut sitzt (Drahtbügel gut an die Nasenkontur anpassen)
  • die Brille über dem Rand der MNB tragen (Luftstrom kann besser unter Brille hinweg ziehen)
  • spezielle Fabrikate verwenden, die durch eine Lamelle am oberen Rand den Ausatemstrom von der Brille wegführen

(16.06.2020)

Nein.

Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin hat auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz zu entscheiden, welche Schutzmaßnahmen im Betrieb zu treffen sind. Diese Beurteilung umfasst alle Aspekte des jeweiligen Arbeitsplatzes und der verschiedenen Tätigkeiten ebenso wie mögliche individuelle Einschränkungen auf Seiten der einzelnen Beschäftigten.

Konkret heißt das, dass der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festlegt, welche Tätigkeiten nicht ohne Mund-Nasen-Bedeckung ausgeführt werden dürfen, um Mitarbeitende ausreichend zu schützen. Kann eine Tätigkeit nicht ohne Mundschutz durchgeführt werden, umfasst dieses - ohne Ausnahme - alle Personen, die diese Tätigkeit ausführen.

Wenn eine Beschäftigte/ein Beschäftigter die Mund-Nasen-Bedeckung aus gesundheitlichen Gründen nicht tragen kann und daher von der Tragepflicht befreit wurde, hat der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin den Arbeitsschutz auf andere Weise sicherzustellen. Diese Alternativen sind so zu gestalten, dass sowohl die Person, die von der Tragepflicht befreit ist, als auch die anderen Mitarbeitenden und etwaige Kunden und Kundinnen gleichermaßen geschützt sind. In diesem Fall sollte gemeinsam mit der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt besprochen werden, an welchen Arbeitsplätzen und für welche Tätigkeiten im Betrieb der oder die Beschäftigte eingesetzt werden kann. Dieses könnte beispielsweise im Home-Office sein oder in Arbeitsbereichen, in denen ohne Mund-Nasen-Bedeckung gearbeitet werden darf.

(05.06.2020)

 

Unser Ansinnen ist es, Ihren Betrieb bei der Schaffung sicherer Arbeitsbedingungen zu unterstützen und Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

Dazu führen wir Vor-Ort-Überwachungen in Form von Betriebsbegehungen durch. Diese finden sowohl angemeldet als auch unangemeldet statt. Anhand des branchenspezifischen Arbeitsschutzstandards prüfen wir die Arbeitsbedingungen in Ihrem Betrieb. Beim ersten Termin findet eine Prüfung sowie eine Beratung statt. Jeder Betrieb hat die Chance nachzubessern, es werden nicht sofort Bußgelder oder Zwangsgelder verhängt. Eine sogenannte Nachbesichtigung führen wir nur bei gravierenden Mängeln durch.

Außerdem bieten wir Ihnen die Möglichkeit der telefonischen Nachfrage bzw. Beratung an. Hierbei sollen offene Fragen geklärt werden und es wird sichergestellt, dass Ihr Betrieb mit dem Standard zurechtkommt.

Aktualisiert: 19.05.2020

20.07.2020

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