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Coronavirus: Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen und Hygiene in Apotheken

Apothekerin übergibt Medikament an Kundin

(Foto: Fotolia/contrastwerkstatt)

Apotheken haben eine wichtige Funktion - gerade während der Corona-Pandemie. Hinweise zum Schutz der Beschäftigten.

Grundlagen: Gefährdungsbeurteilung und Gesetze

Die Apotheken haben auf Grundlage einer fachkundig und betriebsspezifisch durchgeführten Gefährdungsbeurteilung die erforderlichen Maßnahmen festzulegen und umzusetzen (gem. § 3 DGUV Vorschrift 1 u. § 5 Arbeitsschutzgesetz).

Bei der Festlegung der Maßnahmen muss die Rangfolge nach dem TOP-Prinzip (Technische, Organisatorische, Persönliche Maßnahmen) beachtet werden. Bereits bestehende Schutzmaßnahmen müssen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Grundsätzlich sind bei allen Tätigkeiten mit Biostoffen die Hygienemaßnahmen gemäß Biostoffverordnung (§ 9 Absatz 1 oder 2) zu treffen.

Allgemeine Hygienemaßnahmen

  • Regelmäßige Reinigung/Wischdesinfektion der Arbeitsplätze, Arbeitsmittel, Fußböden und Oberflächen,
  • Waschgelegenheiten für Beschäftigte,
  • vom Arbeitsplatz getrennte Umkleidemöglichkeiten, sofern Arbeitskleidung erforderlich ist; die Arbeitskleidung ist regelmäßig sowie bei Bedarf zu wechseln und zu reinigen.

Technische Maßnahmen

Mögliche technische Maßnahmen zum Schutz vor Tröpfcheninfektion zwischen dem Apothekenpersonal und Kunden sind zum Beispiel Trennvorrichtung aus Plexiglas oder eine vergleichbare Vorrichtung.

Organisatorische Maßnahmen

Folgende organisatorische Maßnahmen zur Verringerung der Häufigkeit und Dauer der Exposition können getroffen werden:

  • Händedesinfektion im Eingang der Apotheke zur Verfügung stellen,
  • Hinweisschilder: "Bei Symptomen die Apotheke nicht betreten! Bitte Botendienst (mit der Telefonnummer der Apotheke) nutzen!"
  • Anzahl der Apothekenbesucher und Besucherinnen im Raum unter Berücksichtigung des Sicherheitsabstandes 1,5 m anpassen und beschränken,
  • Bodenmarkierungen anbringen,
  • häufiges Lüften des Wartebereiches je nach Witterung, Lüftungszeiten festlegen,
  • wechselnde Tätigkeiten für Apothekenpersonal zwischen Medikamentenlagerung und Kundenbedienung anbieten,
  • Anzahl der Mitarbeiterinnen auf notwendiges Minimum beschränken, stattdessen zum Beispiel Schichtarbeit einführen,
  • Sicherheitsabstand von 1,5 m zwischen Mitarbeitenden einhalten, Alleinpausen festlegen,
  • Notfallmaßnahmen festlegen und Mitarbeiter unterweisen

    • Vorgehen im Falle der Erkrankung:
    • Wer ist zu informieren?
    • Was ist zu tun?

Persönliche Maßnahmen

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzmasken (FFP2/ FFP3), Schutzbrille mit Seitenschutz und Schutzhandschuhe (Einmalhandschuhe) gehört nach dem TOP-Prizip zu den "persönlichen Maßnahmen". Benutzung der PSA ist die rangletzte Maßnahme und daher nur als Ergänzung zu den bereits getroffenen technischen und organisatorischen Maßnahmen zu sehen.

Ist PSA gemäß der Gefährdungsbeurteilung erforderlich, ist es dem Apothekenpersonal zur Verfügung zu stellen. Dabei muss beachtet werden, dass das Tragen der PSA belasten kann, etwa weil Hände in Schutzhandschuhen feucht werden.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Im Anhang der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) sind je nach Art und Dauer der Tätigkeit mit der Benutzung der PSA folgende Pflicht- und Angebotsvorsorgen definiert:

  1. Pflichtvorsorge beim Tragen von feuchtigkeitsdichten Handschuhe : „Feuchtarbeit von regelmäßig vier Stunden oder mehr je Tag“.
  2. Angebotsvorsorge beim Tragen von feuchtigkeitsdichten Handschuhe: „Feuchtarbeit von regelmäßig mehr als zwei Stunden je Tag“.
  3. Angebotsvorsorge beim Tragen der Schutzmasken: „Tätigkeiten, die das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 1 (z.B. partikelfiltrierende Halbmasken, FFP1, FFP2, FFP3) erfordern“.

 

07.04.2020

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