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Psychotraumatologie: Wunden heilen, doch Narben bleiben

Donnerstag, 14.15-15.45 Uhr

Oft werden traumatische Erlebnisse zunächst verdrängt, finden aber zu einem späteren Zeitpunkt ihren Weg ins Bewusstsein zurück.

Fachkräfte in der Altenhilfe erleben häufig, dass bei alten Menschen plötzlich traumatische Kriegserlebnisse und über Jahrzehnte verdrängte Traumen hervorbrechen. Alte Menschen in Deutschland – mit Geburtsdatum in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – tragen vielfach historisch bedingte Erlebnisse und Prägungen mit sich herum. Deren Auswirkungen tauchen beim Altwerden häufig erstmals auf und können von der Umwelt falsch gedeutet werden.

Immer wieder werden alte Menschen in ihrem Umfeld mit Triggern konfrontiert. Diese spielen in der Psychotraumatologie eine große Rolle, da jetzige Sinneseindrücke die Erinnerung an ein zurückliegendes Trauma wieder wachrufen. Die Betroffenen sind meist nicht in der Lage, zwischen "damals" und "heute" zu unterscheiden, sondern nehmen die in der traumatisierenden Situation erlebten massiven Gefühle der Angst, des Ausgeliefertseins, der Hilflosigkeit wahr.

Der Umgang damit stellt eine große Herausforderung dar und verlangt den Pflegekräften eine besondere Achtsamkeit und Verantwortlichkeit für die Bedürfnisse der traumatisierten Menschen ab. Die respektvolle und liebevolle Annahme der Situation ist eine wesentliche Basis der Arbeit mit den Betroffenen.

Der Vortrag gibt einen Einblick in die Psychotraumatologie und die Folgen von Traumaerfahrungen. Er gibt praxisbezogene Hinweise zum Umgang mit alten Menschen, die an Traumafolgestörungen leiden, und lädt zum Erfahrungsaustausch ein.

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