Navigation und Service

Raster einer Gefährdungsbeurteilung für das Dekonnektieren von Shuntkanülen

Ein Expertenkreis aus Anwendern, Betreibern und Herstellern von Shuntpunktionskanülen in der Dialyse sowie Unfallversicherungsträgern und einer Länderaufsicht hat sich mit der Frage befasst, wie die Sicherheit der Beschäftigten und der Patienten bei der Shuntpunktion in der Dialyse verbessert werden kann.

Zu diesem Zweck wurde die Anwendung der seit einigen Jahren auf dem Markt befindlichen Kanülen mit Sicherheitsmechanismus betrachtet und mit der Anwendung herkömmlicher Kanülen verglichen, beurteilt und dem Ausschuss Biologisch Arbeitsstoffe (ABAS) beim Bundesarbeitsministerium zur Entscheidung vorgelegt. Der ABAS stellte in seinem Beschluss 7/2010 vom 18.05.2010 fest, "dass Shunt-Punktionskanülen für die Dialyse mit eingebautem Sicherheitsmechanismus zurzeit die Sicherheit der Patienten nicht gewährleisten können.

Damit ist die Forderung aus TRBA 250 Nr. 4.2.5 (4) Nr. 4 Zitat: "Sie dürfen weder Patienten noch Beschäftigte gefährden.", wonach durch den Einsatz sicherer Systeme Patienten nicht gefährdet werden dürfen, nicht erfüllt.

Begründung:

Die Funktionsfähigkeit des Shunt ist Voraussetzung für die Durchführung der Dialyse und somit lebensnotwendig für den Patienten. Die zurzeit angebotenen Kanülen mit Sicherheitsmechanismus gefährden den Shunt auf folgende Weise:

  1. Das Arretieren/Entarretieren beziehungsweise Positionieren des Sicherheitsgehäuses führt sehr leicht zu unbeabsichtigten Bewegungen des Kanülensystems. Diese Bewegungen übertragen sich automatisch auf die Kanülenspitze im Shunt. Dadurch kann es zu einer Verletzung der Gefäßinnenwand (Intima) mit dem damit einhergehenden erhöhten Risiko einer Gerinnselbildung beziehungsweise Verengung kommen.
  2. Das Sicherheitsgehäuse erfordert eine zusätzliche Fixierung durch Pflaster und eine "Unterfütterung" der längeren Kanüle. Beim Lösen dieser zusätzlichen Pflaster kann es zu einer weiteren Bewegung der Kanülenspitze im Blutgefäß mit einhergehender Verletzungsgefahr kommen.
  3. Die vorhandenen Sicherheitsmechanismen verlängern das Instrument um zirka 2 cm, was dazu führt, dass die nutzbare Gefäßstrecke des Shunt verkürzt wird. Durch die intensivere Nutzung des kürzeren nutzbaren Shunt-Abschnittes bleibt der Shunt nicht so lange komplikationsfrei, wie bei herkömmlichen Systemen. Die Experten schätzen die Verkürzung der Shunt-Lebensdauer auf zirka 50 % ein.

Für die Auswahl von Schutzmaßnahmen beim Dekonnektieren von Shunt-Punktionskanülen kommt der Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung eine besondere Bedeutung zu."

Dafür hat der oben genannte Expertenkreis ein Raster entwickelt, das arbeitsplatzspezifisch angepasst werden muss Sie können das Raster hier herunterladen. Es muss jedoch an die Besonderheiten im jeweiligen Betrieb angepasst werden.

Ihr Ansprechpartner:
Fachbereich Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (FBWoGes)
der deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
Leitung: Dr. Andreas Albrecht
Geschäftsstelle:
BGW-Präventionsdienst Köln
Bonner Str. 337, 50968Köln
Telefon: (0221) 3772 - 5206
E-Mail: fbwoges@bgw-online.de

Diese Seite

BGW online (Link zur Startseite)

Start­sei­te