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Ein Fahrrad auf einem Schneebedeckten Weg vor einem Fahrradwegschild

Auch im Winter sicher unterwegs

Regelmäßig häufen sich in der dunklen und kalten Jahreszeit die Wegeunfälle und Dienstwegeunfälle – nicht nur mit dem Auto und dem Fahrrad, sondern auch zu Fuß. Teils mit gravierenden Folgen: Neben persönlichem Leid ziehen Winterunfälle oft Fehlzeiten nach sich. Diese führen im Betrieb zu zusätzlichen Kosten, organisatorischen Problemen und einer Mehrbelastung der verbleibenden Beschäftigten.

Wie Sie sicher vorankommen

Die winterlichen Unfallrisiken lassen sich mit einfachen Mitteln senken. Dazu gehört:

  • Bei winterlicher Witterung mehr Zeit für den Weg einplanen.
  • Sich unterwegs noch stärker als sonst auf das Gehen oder Fahren konzentrieren.
  • Stets bedenken, dass man Personen ohne Reflektoren und unbeleuchtete Gegenstände im Dunkeln erst aus relativ geringer Distanz erkennt.
  • Gegebenenfalls Brille überprüfen: Wer schlecht sieht, schätzt häufig auch Distanzen falsch ein. Mehrfach entspiegelte Qualitätsgläser können zudem die Sicht bei schwierigen Bedingungen verbessern.
  • Darauf gefasst sein, dass andere im Verkehr Fehler machen.

Je nach Verkehrsmittel empfehlen sich weitere Schutzmaßnahmen:

  1. Zu Fuß
  2. Mit dem Auto
  3. Mit dem Fahrrad
  • Helle und/oder reflektierende Kleidung tragen. Auch Taschen und Rucksäcke lassen sich mit Reflektoren oder neonfarbigen Schutzhüllen ausstatten und verbessern so das Gesehenwerden. Am auffälligsten sind große leuchtende Flächen.
  • Geeignete Schuhe tragen: Wichtig ist eine breitflächige, gut profilierte Sohle aus möglichst rutschhemmendem Material. Modelle mit höherem, in der Weite regulierbarem Schaft geben darüber hinaus dem Fußgelenk besseren Halt als Halbschuhe.
  • Wenn es glatt sein könnte, langsam gehen und kurze Schritte machen.
  • Bei Schnee und Eis gegebenenfalls Spikes über die Schuhe ziehen, die Metallstifte im Fersenbereich haben. Dort muss der Fuß beim Aufsetzen Halt finden, um nicht ins Rutschen zu kommen. Spikes unter dem Fußballen reichen nicht aus. Weiter unterscheiden sich die erhältlichen Modelle unter anderen in ihrer Handhabung beim An- und Ablegen. Wichtig: Schuhspikes können auf glatten harten Böden wie etwa Fliesen die Rutschgefahr noch erhöhen und Kratzer hinterlassen. Sie sollten deshalb vor dem Betreten von Gebäuden abgestreift werden.
  • Darauf achten, dass das Fahrzeug wintertauglich ausgestattet ist. Dazu gehört neben dem Frostschutz für Kühler und Scheibenwischanlage sowie dem Eiskratzer auch die richtige Bereifung. Fachleute empfehlen Winterreifen mit M+S- und Schneeflockensymbol bereits, sobald die Außentemperatur unter sieben Grad Celsius fällt. Vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern, die deutsche Verkehrswacht empfiehlt jedoch mindestens vier Millimeter. Unabhängig davon sollten die Reifen spätestens alle sechs Jahre ausgetauscht werden, da ihre Haftreibung mit zunehmendem Alter nachlässt.
  • Beleuchtung regelmäßig überprüfen und auch tagsüber mit Licht fahren. Bei schlechter Sicht reicht Tagfahrlicht nicht – das Abblendlicht muss eingeschaltet werden.
  • Scheiben auch von innen sauber halten, sonst kann es zu Blendungen kommen.
  • Bei Schnee und Eis vor Beginn der Fahrt sämtliche Scheiben sowie Scheinwerfer, Blinker und Rücklichter freikratzen. Gegebenenfalls auch Schnee vom Dach und von der Motorhaube fegen – andernfalls kann er bei der Fahrt aufwirbeln und dem Fahrer oder anderen Verkehrsteilnehmern die Sicht nehmen.
  • Den Fahrstil den Sichtverhältnissen und der Witterung anpassen: Geschwindigkeit reduzieren, Sicherheitsabstand erhöhen. Der Bremsweg verlängert sich bei Regen, Eis und Schnee oder Laubresten erheblich.
  • Mit heller Kleidung und großflächigen Reflektoren die eigene Sichtbarkeit erhöhen – etwa mit Warnwesten in Neonfarben. Nach Möglichkeit eine Sicherheitsweste gemäß DIN EN ISO 20471 über der Kleidung tragen.
  • Beleuchtung überprüfen: Sind alle vorgeschriebenen Reflektoren vorhanden und ist die Lichtanlage funktionsbereit?
  • Licht rechtzeitig anschalten, wenn es dämmert.
  • Batteriebetriebene Standleuchten vorn und hinten erhöhen die Sichtbarkeit zum Beispiel beim Warten an Kreuzungen.
  • Zusätzliche Sichtbehinderungen, wie eine zu tief heruntergezogene Kapuze oder Mütze, vermeiden.
  • Bei Schnee und Eis möglichst auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Wenn das nicht möglich ist, gegebenenfalls Spikereifen aufziehen.

Was Betriebe tun können

Das sichere Unterwegssein im Winter ist auch ein Thema für den betrieblichen Arbeitsschutz. Dazu gehört nicht nur, dass etwaige Dienstfahrzeuge wintertauglich ausgestattet sind und regelmäßig gewartet werden. Unternehmen können ihre Beschäftigten hier auf mehreren Ebenen unterstützen:

  • Die Beschäftigten beispielsweise bei Versammlungen, bei Besprechungen im kleineren Kreis, im individuellen Gespräch oder per E-Mail an das witterungsgerechte Verhalten im Fußgänger- und Straßenverkehr erinnern.
  • Appelle an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstreichen, indem man ihnen Reflektorbänder, Eiskratzer oder Schuhspikes zur Verfügung stellt.
  • Als Chef, Chefin oder Führungskraft selbst mit gutem Beispiel vorangehen und auf die eigene Sicherheit unterwegs achten.
  • In größeren Unternehmen das Thema Verkehrssicherheit regelmäßig im Arbeitsschutzausschuss thematisieren.
  • Die Beschäftigten von Zeitdruck auf den Arbeitswegen entlasten, wenn man ihnen Zeitpuffer beim Dienstbeginn gewährt und witterungsbedingte Verspätungen in gewissem Rahmen toleriert.
  • Im Schichtbetrieb gegebenenfalls längere Überlappungszeiten zwischen Dienstbeginn der einen und Dienstende der anderen Schicht einplanen.
  • Termine, die Dienstwege verursachen, etwa in der ambulanten Pflege, so planen, dass sie auch bei ungünstigen Witterungs- und Verkehrsverhältnissen gut realisierbar sind.
  • Den Beschäftigten klarmachen, dass sich Zeitverluste auf kurzen Strecken nicht durch schnelleres Fahren ausgleichen lassen. Bei Verspätungen kann der Innendienst betroffene Personen informieren.

Indirekt trägt auch gesundheitsförderndes Führen zur Sicherheit auf Arbeits- und Dienstwegen bei.

  • Die Handlungsfelder reichen von der effektiven Arbeitsorganisation über Entscheidungs- und Handlungsspielräume für die Beschäftigten sowie soziale Unterstützung und Wertschätzung bis zur Kommunikation und Konfliktlösung.
  • Befragungen und Arbeitssituationsanalysen – bei Bedarf mit Unterstützung der BGW – helfen, Stressbelastungen der Beschäftigten auf die Spur zu kommen.

Unverzichtbar ist der richtige Winterdienst vor und auf dem Betriebsgelände.

  • Wo auch vor sieben und nach 20 Uhr gearbeitet wird, reicht das Schippen und Streuen während der allgemein üblichen Zeiten nicht aus.
  • Bei Gefahrenschwerpunkten außerhalb des Betriebsgeländes kann es sich anbieten, Kontakt zu den verantwortlichen Stellen aufzunehmen und um Abhilfe zu bitten.

Die winterliche Rutschgefahr der Beschäftigten auf dem Weg zur Arbeit endet nicht an der Eingangstür des Betriebsgebäudes. Schneereste aus Schuhprofilen können gerade im Eingangsbereich zu gefährlichen Wasserlachen führen.

  • Möglichst Schmutz- und Feuchtigkeitsaufnehmer auslegen. Diese sollten die gesamte Eingangsbreite abdecken und in Laufrichtung mindestens 1,50 Meter lang sein.
  • Wo das nicht möglich ist: Feuchtigkeit regelmäßig aufwischen und Warnschilder aufstellen.

Wie die BGW nach Unfällen hilft

Und falls doch etwas passiert: Nach Wege- und Dienstwegeunfällen bietet die BGW ihren Versicherten – wie nach anderen Arbeitsunfällen und bei Berufskrankheiten – ein umfassendes Leistungsspektrum.

22.11.2017

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