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Kraftknoten: Moderne Rollstuhl- und Personensicherung im Kleinbus

Der Kraftknoten ist ein Adaptersystem, das den Rollstuhl im Fahrzeug sichert. Gleichzeitig dient er zum Anschnallen der Person, die im Rollstuhl sitzt. Bereits seit 1999 ist der Kraftknoten durch eine DIN als Stand der Technik ausgewiesen.

Stabiler Sitz, Dreipunktgurt, Airbag: Jeder Autofahrerin und jedem Autofahrer steht bei einem Unfall bewährte Sicherheitstechnik zur Seite. Aber nicht jeder Mitfahrerin und jedem Mitfahrer. Wer während der Fahrt im Kleinbus im Rollstuhl sitzt, ist bei einem Unfall besonders gefährdet: Der Rollstuhl kann zerbrechen, der Dreipunktgurt lässt oft zu wünschen übrig oder fehlt sogar. Von Airbags ganz zu schweigen.

Deshalb sollten auch Rollstuhlnutzerinnen und -nutzer während der Fahrt im Kleinbus nach Möglichkeit auf einem Fahrzeugsitz sitzen. Ist das nicht möglich, kann der Kraftknoten ihr Verletzungsrisiko deutlich senken.

Viele Fahrzeuge von Fahrdiensten erfüllen die Anforderungen des Kraftknotensystems bereits. Dagegen fehlen nach Einschätzung der BGW an vielen während der Fahrt genutzten Rollstühlen noch die nachrüstbaren Kraftknoten-Elemente: vier fest montierte Adapter für die Abspanngurte sowie ein integrierter Beckengurt, in den sich ein Schulterschräggurt aus dem Fahrzeug einklicken lässt.

Bitte beachten Sie: Rollstühle ab Baudatum September 2009 benötigen aufgrund einer Änderung in der europäischen Normung (DIN EN 12183 beziehungsweise DIN EN 12184) für den Einsatz als Fahrgastsitz eine entsprechende Herstellerfreigabe.

Position+des+Rollstuhls (Bild anzeigen)Position des Rollstuhls in Fahrtrichtung, nah am Schulterschräggurt, mittig und symmetrisch zu den Bodenschienen, die hinteren Spanngurte müssen im 45 Grad Winkel abgespannt werden können (siehe auch Bild 2 dieser Reihe), die Rollstuhlbremsen anziehen(Foto: BGW / Eva Häberle)

Grafische+Darstellung%3A+Position+der+Statik+bzw.+Retraktionsgurte (Bild anzeigen)Position der Statik bzw. Retraktionsgurte(Foto: BGW / Eva Häberle)

Spanngurte+in+den+Bodenschienen (Bild anzeigen)Die vier Spanngurte in die Bodenschienen einrasten (siehe auch Bild 1 und 8 der Reihe): Abstand der Gurte: Breite des Rollstuhls plus max. 10 Grad, zum Einrasten Fitting seitlich in Bodenschiene einziehen (ohne Betätigung des Schnäpperrings).(Foto: BGW / Eva Häberle)

Ausziehen+der+Spanngurte (Bild anzeigen)Ausziehen der Spanngurte aus den Retraktoren mit Betätigung des Arretierungsknopfes(Foto: BGW / Eva Häberle)

Alle+vier+Gurtschl%C3%B6sser+der+Spanngurte+in+die+vier+Schlosszungen+des+Rollstuhls+einklicken. (Bild anzeigen)Alle vier Gurtschlösser der Spanngurte in die vier Schlosszungen des Rollstuhls einklicken.(Foto: BGW / Eva Häberle)

Spanngurte+spannen (Bild anzeigen)Alle vier Spanngurte zuerst vorne, dann hinten über Betätigung der Handräder leicht spannen. Die Rollstuhlbremsen lösen und mithilfe der Handräder alle vier Spanngurte so stramm wie möglich spannen. Die Rollstuhlbremsen wieder anziehen. Sollten keine Gurte mit Retraktoren und Handräder zum Spannen vorhanden sein, sind die dann zum Einsatz kommenden Statik-Gurte grundsätzlich über die Längenverstellung zu spannen.(Foto: BGW / Eva Häberle)

Beckengurt+%C3%BCber+L%C3%A4ngenverstellung+spannen (Bild anzeigen)Beckengurt eng um den Beckenknochen (nicht um den Bauch) legen und spannen, Beckengurt nicht über Gurtnähte oder Bauteile (z.B. Armlehnen) spannen, Beckengurt auch niemals verdreht anlegen.(Foto: BGW / Eva Häberle)

Gurtschloss+einklicken (Bild anzeigen)Gurtschloss des Schulterschräggurts in Schlosszunge des roten Beckengurts einklicken.(Foto: BGW / Eva Häberle)

Rotes+Warndreieck+mit+wei%C3%9Fem+Ausrufezeichen+auf+gelbem+Hintergrund+mit+roter+Aufschrift+Endkontrolle (Bild anzeigen)Vor der Fahrt sollte noch folgendes kontrolliert werden: Sind die Fittinge fest in Bodenschienen verankert und die Spanngurte fest verspannt? Keine Spannung über Kanten? Sind alle Gurtschlösser sicher verschlossen und ist der Beckengurt eng am Beckenknochen angelegt? Sind die Schulterschräggurte eng und mittig angelegt? Ist kein Gurt verdreht oder über Kreuz angelegt? Sitzt der Fahrgast aufrecht? Sind alle Anbauteile (z.B. Sitzkissen) vom Rollstuhl abgenommen und sicher verstaut? Ist die Kopfstütze sachgerecht angebracht? (Kopfstütze bitte nur verwenden, wenn für Beförderung geeignet oder notwendig - aufgrund Instabilität des Oberkörpers.)(Foto: BGW / Eva Häberle)

L%C3%B6sen+der+Spanngurte (Bild anzeigen)Lösen der gespannten Gurte nur über die Gurtschlösser und mithilfe der Handräder.(Foto: BGW / Eva Häberle)

L%C3%B6sen+der+Retraktoren (Bild anzeigen)Lösen der Retraktoren über Hochziehen des Schnäpperrings, Rollstuhlbremsen lösen und die Retraktoren und Gurte in den vorgesehenen Behältern (nicht am Boden liegen oder befestigt lassen!).(Foto: BGW / Eva Häberle)

 

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