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Eine verzweifelte Frau im Gespräch mit einer anderen Frau, die ihr Unterstützung bietet.

Hilfe nach Extremerlebnissen

Es kann jederzeit etwas passieren, das uns „aus der Bahn wirft“: ein schwerer Verkehrsunfall, eine Gewalttat, eine als lebensbedrohlich empfundene Situation oder ein anderes Erlebnis, das vielleicht sogar unsere bisherige Lebensplanung zerstört.

Während und nach einem Extremereignis sind Betroffene mit einer emotional hoch belastenden Situation konfrontiert. So erleben sie das Ereignis manchmal „wie in Zeitlupe“ immer wieder. Oder sie grübeln fast ununterbrochen über das Erlebte und vernachlässigen unbewusst andere Lebensbereiche. Manche meiden möglichst alles, was sie an das Extremereignis erinnert, und schränken dadurch ihren Handlungsspielraum immer mehr ein. Während sich Details in das Gedächtnis geradezu eingebrannt haben, können Beteiligte sich an andere Dinge vielleicht überhaupt nicht mehr erinnern.

Nach einer ersten Schockphase, in der sie sich „wie betäubt“ fühlen können, sind Wut, Verzweiflung, Angstzustände, aber auch Zweifel, Scham und Selbstvorwürfe normale Reaktionen auf eine emotionale Ausnahmesituation. Auch Schlafstörungen, nicht nachlassende Erinnerungen oder Konzentrationsschwierigkeiten können auftreten. Häufig kommt es zu länger anhaltenden, bisher nicht erlebten körperlichen und seelischen Reaktionen.

Beratungssituation zwischen Therapeutin und Patientin

Professionelle therapeutische Unterstützung kann notwendig werden.
(Foto: PhotoDisc)

Menschen, die Betroffene auffangen

Hilfreich sind in solchen Krisen Menschen, die auffangen, zuhören und zur Seite stehen. Besonders wichtig ist verständnisvolles Verhalten von Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten und Arbeitgebenden. Gleichgültige, vorwurfsvolle oder abwertende Reaktionen vergrößern die Not der Betroffenen. Mit der richtigen Unterstützung sind bei den meisten die emotionalen Reaktionen nicht sehr intensiv und klingen nach kurzer Zeit wieder ab. Es kann jedoch sein, dass Familie, privates und Arbeitsumfeld allein nicht ausreichen, um eine derartige Situation zu bewältigen. Unter Umständen sind auch Angehörige von der Situation genauso überfordert wie Betroffene. Dann ist eine möglichst frühzeitige psychologische Hilfe durch erfahrene psychotherapeutische Beratung oder Trauma-Ambulanzen sinnvoll und notwendig.

Die BGW hilft, das Erlebte zu verkraften

Versicherte der BGW stehen unter dem umfassenden Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Sie haben nach einem Arbeitsunfall Anspruch auf Leistungen, die dazu beitragen, dass ihre körperliche Leistungsfähigkeit und ihr seelisches Gleichgewicht so gut wie möglich wiederhergestellt werden. Wir helfen den Betroffenen dabei, Extremereignisse so gut und schnell es geht zu bewältigen und so zu einem normalen Leben zurückzufinden. Hierzu bieten wir ihnen unsere unverbindliche
und kostenlose Beratung an. Unsere erfahrenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen besprechen mit ihnen, wie wir sie in ihrer konkreten Situation am besten unterstützen können und informieren sie über Hilfsangebote (z. B. Vermittlung an erfahrene Psychotherapeuten und -therapeutinnen). Alle Gespräche behandeln wir selbstverständlich absolut vertraulich.

Helfen können wir jedoch nur dann, wenn Sie uns informieren.

Zwar ist jeder Betrieb verpflichtet, uns Arbeitsunfälle mit mehr als drei Tagen Ausfallzeit zu melden. Sind Betroffene nicht körperlich verletzt, wird aber häufig überhaupt keine Unfallmeldung erstellt. Und selbst wenn, dann geht aus der Unfallmeldung nicht immer hervor, ob Betroffene besondere Unterstützung benötigen.

Daher unsere Bitte: Wenden Sie sich in diesen Fällen möglichst frühzeitig direkt an uns!


Hinweis für Angehörige und den Kollegenkreis

Es ist normal, dass Betroffene sich nach Extremerfahrungen zurückziehen und nicht von sich aus Hilfe und Unterstützung suchen. Bei Hinweisen auf psychische Beeinträchtigungen kann daher auch eine Kontaktaufnahme durch Angehörige oder Arbeitskolleginnen oder Kollegen sinnvoll und unterstützend sein. Wir setzen uns dann unmittelbar mit dem Betroffenen in Verbindung.

Wenden Sie sich bitte direkt an die BGW-Bezirksverwaltung in Ihrer Nähe.

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