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Eine Reihe Dominosteine, die umkippen. Eine Hand stoppt die umfallenden Steine.

Hilfe bei psychischer Überlastung

Wird andauernde hohe psychische Belastung langfristig ignoriert, kann das Folgen haben: Arbeitsunzufriedenheit, Erschöpfung, Leistungsverweigerung, Depression oder Burn-out können auftreten. Aber auch auf körperlicher Ebene können sich durch ungesunde psychische Belastung Beschwerden einstellen: etwa chronische Rückenschmerzen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magenprobleme, Kopfschmerzen oder andere psychosomatische Symptome.

Wer kann weiterhelfen, wenn Beschäftigte ihre persönliche Belastungsgrenze erreicht haben?

Leiden Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen unter Überforderung, Erschöpfung oder auch Burn-out, lässt sich das nicht ausschließlich auf die Arbeitsumstände oder personenbezogene Faktoren zurückführen. Ursachen können natürlich auch im privaten Bereich liegen. Wichtig ist jedoch, Hinweise auf mögliche Probleme nicht zu ignorieren. Aber wo finden Betroffene Hilfe?

Ansprechpersonen für Betroffene im Betrieb können folgende sein:

  • Betriebsarzt oder Betriebsärztin
  • Vorgesetzte
  • betriebliche Sozialberatung
  • betriebliche Interessenvertretung, Schwerbehindertenvertretung

Führungskräfte sensibilisieren und qualifizieren

Führungskräfte haben viele Aspekte selbst in der Hand, um ihr Team vor Überlastung zu schützen. Hilfreich ist, wenn sie Hinweise auf Erschöpfung bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern frühzeitig erkennen. Bemerken Vorgesetzte Erschöpfungsanzeichen, sollten sie angemessen darauf reagieren können: beispielsweise Betroffenen Gespräche anbieten, um ihre Wahrnehmung zu thematisieren und gegebenenfalls für Entlastung sorgen, etwa Aufgaben und Arbeit neu strukturieren.

Um Frühwarnsymptome zu bemerken und Gespräche mit auffälligen Beschäftigten kompetent und sensibel zu führen, sollten Führungskräfte geschult werden.

Die BGW bietet im Rahmen des Programms BGW Personalkompetenz das Modul "Burn-out: Umgang mit erschöpften Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern" an. Zentrales Thema ist: Wie erkennen Führungskräfte frühzeitig Anzeichen für eine chronische Erschöpfung bei den Beschäftigten und wie reagieren sie richtig? Ein Schwerpunkt liegt auch auf der Gesprächsführung.

Eine Spirale, die sich in die Höhe schraubt: auf der einen Seite das Wort "Stressoren" größer, auf der anderen "Stressfolgen"

Wird nichts gegen die Ursachen unternommen, schraubt sich die Stressspirale immer höher.

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Auf professionelle Beratung hinweisen

Arbeitgeber, Arbeitgeberin oder Führungskräfte können selbstverständlich keine therapeutische Hilfe ersetzen, wenn sie nötig ist. Manche größeren Unternehmen bieten ihren Beschäftigten aber ein sogenanntes Employee Assistance Programm (EAP, Mitarbeiter-Unterstützungs-Programm): Sie arbeiten mit einem externen Beratungsinstitut zusammen, das zum Beispiel bei Krisen wie Burn-out oder Depression berät.

Externe professionelle Hilfe finden Betroffene außerdem hier:

  • ärztliche Beratung (Hausarzt oder Hausärztin, Psychiaterin bzw. Psychiater)
  • Psychologische und ärztliche Psychotherapeuten bzw. Psychotherapeutinnen (Psychotherapie)
  • Ambulanzen der Psychiatrischen Krankenhäuser im Notfall
  • Sozialpsychiatrischer Dienst für Notfälle
  • Krankenkassen Selbsthilfegruppen für Erkrankte und Angehörige
  • Selbsthilfegruppen für Erkrankte und Angehörige

Extreme Ereignisse am Arbeitsplatz

Schlimme Erlebnisse wie Gewalttaten, als lebensbedrohlich empfundene Situationen – etwa ein Brand im Betrieb – oder ein Verkehrsunfall auf dem Arbeitsweg können traumatische Auswirkungen haben. Damit Betroffene mit dem Erlebten nicht allein gelassen werden, hilft die BGW: Wir beraten sie, damit sie die extremen Ereignisse bewältigen können – so gut und schnell es geht.

Wiedereingliederung nach Langzeiterkrankung: Aufgabe für Unternehmen

Fallen Beschäftigte länger aus, stellt das alle Beteiligten vor Probleme. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind verpflichtet, Betroffenen Unterstützung im Rahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) anzubieten, wenn sie innerhalb eines Jahres insgesamt länger als sechs Wochen krank sind. Das BEM kommt dabei nur mit Einverständnis der Beschäftigten tatsächlich zum Einsatz. Unternehmen profitieren von einem gut organisierten und durchgeführten BEM genauso wie die Beschäftigten: Gemeinsam lassen sich Wege finden, auch unter schwierigen Umständen – wie beispielsweise nach einer psychischen Erkrankung – den Wiedereinstieg in den Beruf erfolgreich zu gestalten.

Lesen Sie mehr zum BEM und zu den Unterstützungsangeboten der BGW für Betriebe.

 

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