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Bekleidung

Schutzkleidung

Diese soll die Beschäftigten vor Infektionen schützen und ist Teil der Hygienemaßnahmen. Der in der Pflege wahrscheinlichste Infektionsweg ist die Schmierinfektion. Schutzkleidung soll verhindern, dass die darunter getragene Arbeitskleidung oder die Hände mit infektiösen Ausscheidungen oder Körperflüssigkeiten kontaminiert werden.

Auch bei der Arbeit mit ätzenden, reizenden oder Allergien auslösenden Chemikalien (z.B. Reinigern) müssen die Beschäftigten geeignete Schutzkleidung tragen. Bei OP-Personal kann diese aus OP-Kittel und -Schuhen, OP-Handschuhen, Mund-Nasen-Maske oder Atemschutzmaske und manchmal auch Schutzbrille bestehen.

Dienstkleidung

Viele Unternehmen lassen ihre Pflegekräfte in einheitlicher Dienstkleidung arbeiten und übernehmen den Einkauf, die Wäsche und Aufbewahrung. Soll die Kleidung mit industriellen oder desinfizierenden Waschverfahren gereinigt werden, kann das eine normale Haushaltswaschmaschine ohnehin nicht leisten. Dienstkleidung, die vom Arbeitgeber bzw. der Arbeitgeberin gestellt wird, ist auch durch diese zu reinigen und ggf. zu desinfizieren. Arbeitskleidung, d.h. Kleidung der Beschäftigten, ist dann vom Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin zu reinigen oder desinfizieren, wenn diese Schutzfunktion übernommen hat und kontaminiert worden ist. Dabei muss auch nicht jede Kontamination tatsächlich sichtbar sein.

Der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin ist nach § 9 Absatz 1 Nummer 4 BioStoffV dafür verantwortlich, dass vom Arbeitsplatz getrennte Umkleidemöglichkeiten vorhanden sind, sofern Arbeitskleidung erforderlich ist; die Arbeitskleidung ist regelmäßig sowie bei Bedarf zu wechseln und zu reinigen. Die Beschäftigten haben die bereitgestellten Umkleidemöglichkeiten zu nutzen.

Was ist zu beachten?

In den Pausenräumen oder beim Essen darf die Schutzkleidung nicht getragen werden. Pflegekräfte legen die Schutzkleidung ab, bevor sie einen Pausenraum aufsuchen. Umkleideräume und Spinde müssen es ermöglichen, dass die Beschäftigten Schutzkleidung getrennt von der Arbeits- oder Privatkleidung aufbewahren können. Die Schutzkleidung wird vom Arbeitgeber bzw. der Arbeitgeberin gesammelt und gereinigt, sofern es sich nicht um Einwegkleidung handelt. Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin stellt den Beschäftigten die Schutzkleidung in den erforderlichen Größen und in ausreichender Zahl.

Wer macht was?

Auch die weitere Persönliche Schutzausrüstung, wie die verschiedenen Handschuhe, stellt der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin in den erforderlichen Größen und in ausreichender Zahl. Was an welcher Stelle jeweils an Persönlicher Schutzausrüstung erforderlich ist, legt der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin in der Gefährdungsbeurteilung fest.

Von oben bis unten sicher und geschützt

Sie sind bei allen Tätigkeiten erforderlich, bei denen ein Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen möglich ist. Auch bei Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten sind Schutzhandschuhe erforderlich.

Achtung: Schutzhandschuh ist nicht gleich Schutzhandschuh. Medizinische Einmalhandschuhe schützen vor Infektionen, sind aber nicht lange beständig gegen scharfe Reinigungs- und Desinfektionsmittel.



Verschiedene Arten

  • Latexhandschuhe als medizinische Einmalhandschuhe sind sehr elastisch, komfortabel und eignen sich besonders für Tätigkeiten, die ein hohes Fingerspitzengefühl erfordern. Manche Menschen reagieren allerdings allergisch auf Latex. Wegen der hohen Allergiegefahr sind gepuderte Latexhandschuhe im Gesundheitsdienst verboten.
  • Nitrilhandschuhe eignen sich ebenfalls als medizinische Einmalhandschuhe. Nitril, ein elastischer und synthetischer Kautschuk, ist die Alternative für Latexallergiker und -allergikerinnen.
  • Vinylhandschuhe empfehlen sich, wenn z. B. Pflegekräfte ihre Hände beim Anwenden wirkstoffhaltiger Produkte (z. B. Aktivgel, Rheumasalbe, Cortisonpräparate, etc.)schützen wollen.
  • Haushaltshandschuhe aus Nitril oder Vinyl (PVC) eignen sich gut zur Reinigung und Desinfektion. Sie sind reißfest, wasserdicht und beständig gegenüber Chemikalien. Optimal sind langstulpige Handschuhe: Die Stulpen lassen sich umschlagen. So kann kein Wasser auf die Unterarme und in die Handschuhe hineinlaufen.

Handschuhe tragen ist gleichbedeutend mit Feuchtarbeit. Häufige und lange Feuchtarbeit belastet die Haut und kann Hautkrankheiten und Allergien verursachen. Wie lässt sich Feuchtarbeit hautschonend organisieren? Wann ist eine Vorsorgeuntersuchung erforderlich? Wie kann jeder Einzelne seine Haut schützen? Die Broschüre "Gesunde Haut mit Schutz und Pflege" gibt dazu umfassende Informationen. Für viele Berufe bieten wir die "BGW-Hautschutz und Händehygienepläne" als Aushang an.

Mund-Nase-Maske

Die Schleimhäute von Mund und Nase und auch der Augen sind die Haupteintrittspforten für Krankheitserreger. Ein Mund-Nasen-Schutz schützt hier vor Tröpfcheninfektion. Der Mund-Nasen-Schutz liegt nicht ausreichend dicht an und soll in erster Linie die Verbreitung von Tröpfchen aus dem Nasen-Rachen-Raum des Trägers bzw. der Trägerin verhindern. Er dient somit vornehmlich dem Patienten- und nicht dem Beschäftigtenschutz.

Das Auftreten von Infektionskrankheiten, die durch die Luft übertragen werden – wie zum Beispiel Tuberkulose – erfordert einen besseren Infektionsschutz, beispielsweise eine Atemschutzmaske mit mindestens FFP2. Welche Atemschutzmaske mit welchem Filtertyp die richtige ist, muss im Einzelfall entschieden werden.

Natürliches Obermaterial wie Leder und atmungsaktive, antimikrobielle Innenmaterialien sorgen für ein angenehmes Fußklima. Das Obermaterial sollte aus hygienischen Gründen flüssigkeitsabweisend sein.

Je nach Gefährdungslage am Arbeitsplatz kann es Pflicht der Arbeitgeber oder -geberinnen sein, Beschäftigten geeignete Schuhe als Persönliche Schutzausrichtung (PSA) zu stellen. Unternehmen sind verantwortlich, wenn laut Gefährdungsbeurteilung besondere Gefährdungen vorliegen. Zum Beispiel, wenn mit Fußverletzungen durch äußere Einwirkungen - Stoßen, Einklemmen, Durchnässen oder Ähnliches - zu rechnen ist.

Informationen zu sicherem Schuhwerk bietet Ihnen unser Artikel "Gut zu Fuß im Pflegeberuf – Kriterien für den sicheren Auftritt".

Schutzschürzen schützen die Arbeitskleidung vor Verunreinigungen.

Es gibt wiederverwendbare Schürzen und Einwegschürzen. Eine Schürze sollte unbedingt flüssigkeitsdicht sein, vom Oberkörper bis über die Knie reichen und dabei die Arbeitskleidung vollständig bedecken.

Bei wiederverwendbaren Schürzen müssen die Reinigungshinweise des Herstellers beachtet werden.

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