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Hintergrundinformationen zu Infektionen

Wer zuverlässig vorbeugen will, muss wissen, wie es zu Infektionen kommt und welche Anforderungen für Arbeitsschutz und Hygiene gelten.

Wie werden Infektionskrankheiten übertragen?

  1. Kontaktinfektion
  2. Luftübertragene Infektion
  3. Verletzungsbedingte Infektion
  • direkte Kontakte: Übertragung von Krankheitserregern von einem erkrankten Menschen oder Tier durch direkten Körperkontakt oder direkten Kontakt zu infektiösen Körperflüssigkeiten (zum Beispiel Spritzer ins Auge)
  • indirekte Kontakte: Übertragung durch Kontakt mit kontaminierten Gegenständen, zum Beispiel durch anschließende Nahrungsaufnahme bei mangelnder Händehygiene
  • Tröpfchen (Anhusten, Anniesen)
  • sonstige Aeorosole (zum Beispiel bei Nutzung rotierender Instrumente oder Druckluft- beziehungsweise Dampfdruckverfahren)
  • Stich- und Schnittverletzungen
  • Bisse und Kratzer von Menschen und Tieren
  • Insektenstiche

Wie häufig kommt es zu Infektionserkrankungen?

7.271 Mal wurde der BGW 2015 der Verdacht auf eine berufsbedingte Infektionskrankheit gemeldet. 890 dieser Verdachtsfälle waren meldepflichtig - mit einem Anteil von 7 Prozent unter allen Berufskrankheiten liegen Infektionen somit an dritter Stelle, deutlich hinter Erkrankungen der Haut oder des Rückens.

Es treten vor allem Tuberkulose beziehungsweise latente Tuberkuloseinfektionen, Hepatitis B und C, aber auch Krätze und multiresistente Erreger auf.

Nadelstichverletzungen, die als Arbeitsunfall gemeldet werden, stehen häufig in Zusammenhang mit chirurgischen Tätigkeiten oder der Entsorgung, gefolgt von Injektionen und Blutentnahmen. Besonders betroffen sind Pflegekräfte - ihnen sind 50 bis 75 Prozent der Unfälle zuzuordnen.

Um zumindest einer Ansteckung mit Hepatitis B vorzubeugen, ist eine Immunisierung sehr sinnvoll: Das entsprechende Impfangebot ist damit ein wichtiges Thema für die arbeitsmedizinische Vorsorge im Betrieb (siehe ArbMedVV).

Welche Vorschriften und Regeln sind zu beachten?

Die Biostoffverordnung beschreibt wesentliche Arbeitsschutzanforderungen für Bereiche, in denen Beschäftigte mit infektiösen Biostoffen wie Viren oder Bakterien in Kontakt kommen können. Als Handlungshilfen dazu gibt es Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe, kurz TRBA.

Für viele bei der BGW versicherte Branchen ist die TRBA 250 relevant. Sie konkretisiert, welche Schutzmaßnahmen geeignet sind, und geht insbesondere auf Sicherheitsgeräte als Schutz gegen Nadelstichverletzungen ein.

Nach § 23 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) müssen Leiterinnen und Leiter von medizinischen Einrichtungen sicherstellen, dass "die nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden, um nosokomiale Infektionen zu verhüten und die Weiterverbreitung von Krankheitserregern, insbesondere solcher mit Resistenzen, zu vermeiden." Dass die Maßnahmen dem Stand der Wissenschaft entsprechen, wird vermutet, wenn die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) beachtet werden.

Ebenfalls im IfSG geregelt ist, in welchen Bereichen Hygienepläne aufgestellt werden müssen, die das betriebliche Hygienemanagement beschreiben. Dies ist insbesondere der Fall in Krankenhäusern, Einrichtungen für ambulantes Operieren, aber auch Dialyse- oder Entbindungseinrichtungen. Hygienepläne verbinden idealerweise Regelungen zum Schutz der Beschäftigten mit solchen zum Schutz der Patientinnen und Patienten.

Zu beachten ist außerdem die Lebensmittelhygiene-Verordnung.

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