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Zytomegalie

Die Zytomegalie (CMV-Infektion) wird von humanen Herpesviren (HHV 5) hervorgerufen. Da sie Blutzellen verändern kann, wird sie auch „Riesenzellen=Zytomegalie -“ oder auch „Eulenaugen-Zellen“- Krankheit genannt. CMV ist weltweit der häufigste Erreger fruchtschädigender Infektionen in der Schwangerschaft.

Besonders Kleinkinder können über Monate bis zum Alter von drei Jahren größere Virusmengen ausscheiden, wenn sie nach der Geburt durch Muttermilch oder weniger häufig während der Schwangerschaft mit Zytomegalie (CMV) infiziert wurden. Ungefähr ein Drittel der Stillkinder sind davon betroffen, ohne selbst Schaden zu nehmen. Diese Gruppe birgt somit durch die Ausscheidung von CMV in Speichel und Urin besonders für Frauen bzw. kurz vor oder zu Beginn der Schwangerschaft ein Risiko. Diejenigen Ungeborenen, deren Mütter noch nie zuvor mit CMV Kontakt hatten und deshalb noch keine CMV-Antikörper im Blut haben, sind besonders gefährdet. Andererseits können schwerkranke Personen, die früher schon einmal einen CMV-Kontakt hatten und durch ihre Abwehrschwäche wieder zu Ausscheidern werden, über Körperflüssigkeiten wie Speichel und Urin CMV auf andere übertragen (Robert-Koch-Institut).

Zytomegalie (CMV) wird im Gegensatz zu Windpocken, Masern, Mumps und Röteln hauptsächlich über direkten, ungeschützten Kontakt übertragen („Schmierinfektion“). Oft ist ein wiederholter, enger Kontakt notwendig, wie bei Intimkontakten oder in Familien üblich. Das Virus kann in Tränenflüssigkeit, Speichel, Urin, Genitalsekret sowie Muttermilch und Blut enthalten sein. Somit kann das Virus bei Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten z.B. durch Stillen, Küssen, Sexualkontakte, aber auch durch Blutprodukte und Organtransplantate übertragen werden. Während der Stillperiode wird CMV von nahezu allen seropositiven Frauen mit der Milch ausgeschieden und geht nur mit einer Häufigkeit von ca. 35% auf die gestillten Kinder über (Robert-Koch-Institut).

Der direkte Kontakt mit Speichel und Urin soll vermieden werden, deshalb wird allgemein empfohlen:

  • Kleinkinder nur auf Stirn und Wangen zu Küssen und zu umarmen
  • häufiges gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife, besonders

    • nach Windelwechsel
    • nach Fütterung oder Baden des Kindes
    • nach Abwischen von Nasensekret, Tränen und Speichel
    • nach Berühren von eingespeichelten Spielsachen

Es soll vermieden werden

  • Kinder auf den Mund zu küssen
  • Schnuller in den Mund zu nehmen
  • von einem Löffel oder Fläschchen eines Kindes zu essen
  • Reste einer Kindermahlzeit zu essen
  • gemeinsam Zahnbürsten, Essgeschirr, Besteck und Handtücher zu gebrauchen
  • mit Speichel oder Urin benetzte Gegenstände oder Textilien ohne Handschuhe zu berühren oder zu reinigen

Personen, die einen engen therapeutischen und/oder pflegerischen Umgang zu Kindern unter drei Jahren haben, sollen den direkten Kontakt mit Urin und Speichel vermeiden und auf Händehygiene achten. Da der direkte Kontakt zu Körperflüssigkeiten in diesen Einrichtungen auch durch das situationsgerechte Tragen von Handschuhen vermieden werden kann sowie eine gute Händehygiene und Verwendung von Desinfektionsmitteln eingeübt sind, bestehen im Routinebetrieb meist bereits genug Schutzmaßnahmen, um zuverlässig CMV-Infektionen zu reduzieren. Am Arbeitsplatz wird zur CMV-Prävention in jedem Fall ein alkoholisches Händedesinfektionsmittel mit nachgewiesener begrenzt viruzider Wirksamkeit empfohlen (Robert-Koch-Institut).

Das betrifft besonders Beschäftigte, die zum Beispiel in folgenden Bereichen arbeiten:

  • Kinderkrankenhäusern (Neonatologie, Onkologie)
  • Kinderkrippen
  • Kindertagesstätten bei gemischten Gruppen
  • Frühförderung mit entwicklungsverzögerten Kindern unter drei Jahren

Personen, die pflegerischen oder therapeutischen Umgang mit immungeschwächten Patienten haben, die möglicherweise nach einer früheren CMV-Infektion wieder zu CMV-Ausscheidern werden, sollen den direkten Kontakt zu Urin und Speichel vermeiden.
Das betrifft besonders Beschäftigte, die zum Beispiel in folgenden Bereichen arbeiten:

  • Intensivstationen
  • Onkologie oder
  • Transplantationschirurgie

Außerdem sollen Beschäftigte den direkten Umgang mit Muttermilch vermeiden.
Das betrifft Personen, die zum Beispiel in folgenden Bereichen arbeiten:

  • Geburtshilfe- und Wöchnerinnenstationen
  • Säuglingszimmer

CMV-seronegative Frauen mit Kinderwunsch sollten bei engem Kontakt zu Kleinkindern und immungeschwächten Patienten eine konsequente, sorgfältige Händehygiene durchführen. Da der direkte Kontakt zu Körperflüssigkeiten in diesen Einrichtungen auch durch das situationsgerechte Tragen von Handschuhen vermieden werden kann sowie eine gute Händehygiene und Verwendung von Desinfektionsmitteln eingeübt sind, bestehen im Routinebetrieb meist bereits genug Schutzmaßnahmen, um CMV-Infektionen zu reduzieren. Am Arbeitsplatz wird zur CMV-Prävention in jedem Fall ein alkoholisches Händedesinfektionsmittel mit nachgewiesener begrenzt viruzider Wirksamkeit empfohlen (Robert-Koch-Institut).

  • Im Krankenhaus stellen eine konsequente Basishygiene mit Händedesinfektion, das generelle Tragen von Handschuhen und Schutzkitteln angemessene Präventionsmaßnahmen dar.
  • Nach einer möglichen Exposition durch z.B. Windelwechsel, Nase putzen, Waschen oder Füttern eines Kleinkindes und Kontakt mit Tränen und eingespeicheltem Spielzeug wird eine Händedesinfektion empfohlen.

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