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FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Thema "Hautschutz".

Was sind eigentlich hautgefährdende Tätigkeiten?

Die Haut kann durch verschiedene äußere Einflüsse wie zum Beispiel Hitze, Kälte, organische Lösungsmittel, waschaktive Substanzen, Wasser usw. geschädigt werden. Im Arbeitsschutzgesetz ist geregelt, dass der Arbeitgeber eine Gefährdungsanalyse des Arbeitsplatzes erstellen muss. Dabei wird auch festgestellt, ob es sich um eine hautgefährdende Tätigkeit handelt.

Wichtige Aspekte im Gesundheitsdienst sind:

  • Feuchtarbeit (siehe TRGS 401)

    Gemäß dieser Regel liegt eine Hautgefährdung vor, wenn

    - Beschäftigte einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit, das heißt regelmäßig mehr als 25 Prozent der Schichtdauer (cirka 2 Stunden) mit ihren Händen Arbeiten im feuchten Milieu ausführen oder

    - sie während eines entsprechenden Zeitraumes feuchtigkeitsdichte Handschuhe tragen oder

    - sie häufig und intensiv ihre Hände reinigen müssen.

Muss der Unternehmer seine Mitarbeiter zum Thema Hautschutz unterweisen?

Ja. Der Unternehmer hat die Versicherten laut § 12 Arbeitsschutzgesetz regelmäßig, mindestens einmal jährlich, mündlich und arbeitsplatzbezogen über die am Arbeitsplatz auftretenden Gefahren und die entsprechenden Schutzmaßnahmen zu unterweisen. Das schließt natürlich das Thema Hautschutz ein.

Wann muss der Arbeitgeber Schutzhandschuhe bereitstellen?

Zeigt sich durch die Gefährdungsbeurteilung, dass eine hautgefährdende Tätigkeit vorliegt, und sind alle technischen und organisatorischen Gegenmaßnahmen ausgeschöpft, muss der Arbeitgeber eine sogenannte Persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung stellen. Das bedeutet auch, dass er seine Beschäftigten mit geeigneten Handschuhen (Arbeitsschutzgesetz) ausstatten muss. Bestehen am Arbeitsplatz verschiedene (Haut-)Gefährdungen, muss der Arbeitgeber eventuell unterschiedliche Handschuhe bereitstellen.

Im Gesundheitsdienst bedeutet dies in der Regel, dass zwei Kategorien von Handschuhen vorhanden sein müssen:

  • 1. Handschuhe für Pflegetätigkeiten als Schutz vor Infektionsgefahren. Diese Handschuhe müssen dünnwandig, flüssigkeitsdicht und allergenarm sein (siehe BGR 250/TRBA 250, Pkt. 4.1.3).

Der Arbeitgeber ist außerdem verpflichtet, Persönliche Schutzausrüstung zu beschaffen, die den gesundheitlichen Erfordernissen der Beschäftigten entspricht (PSA-BV §2 (1) 4.): Das bedeutet, dass Allergien bei der Auswahl des Hautschutzes und der Handschuhe zu berücksichtigen sind.

Wieso sind gepuderte Latexhandschuhe nicht erlaubt?

Die Proteine aus der Milch des tropischen Gummibaumes verursachen Allergien. Das Allergierisiko steigt mit zunehmendem Gehalt von Latexproteinen im Handschuh. Gepuderte Handschuhe sind besonders gefährlich. Sie enthalten in der Regel deutlich höhere Proteinkonzentrationen, die sich zudem am Puder anlagern. Beim An- und Ausziehen werden die Allergieauslöser durch die Luft gewirbelt und verteilt. Gepuderte Latexeinmalhandschuhe zu benutzen, ist deshalb nicht mehr gestattet.

Muss ein Unternehmen mit einem Beitragszuschlag rechnen, wenn der BGW ein Mitarbeiter mit einer Hauterkrankung gemeldet wird?

Nein, laut Satzung der BGW werden zwar Beitragszuschläge für bestimmte Versicherungsfälle erhoben, die Meldung eines hauterkrankten Mitarbeiters stellt aber noch keinen solchen dar. Im Gegenteil: Mit adäquater medizinischer Behandlung und geeigneten Hautschutzmaßnahmen soll, möglichst schon im Frühstadium, verhindert werden, dass daraus eine schwere Erkrankung entsteht, die den Betroffenen zur Berufsaufgabe zwingen könnte. Erst das wäre gegebenenfalls eine Berufskrankheit und damit ein Versicherungsfall im Sinne der Satzung der BGW.

Sollten vor Lehrbeginn in hautbelastenden Berufen vorsichtshalber Allergietests durchgeführt werden?

Nein, nach wie vor ist es nicht möglich, vor der ersten Exposition gegenüber einer bestimmten Substanz herauszufinden, wer für eine Sensibilisierung durch diesen Stoff prädisponiert sind. Sogenannte prophetische Allergietestungen sind daher nicht möglich.

Muss im Gesundheitsdienst der Unternehmer den Beschäftigten Schutzhandschuhe zur Verfügung stellen?

Ja, beim Umgang mit Körperflüssigkeiten oder -ausscheidungen müssen die Beschäftigten geeignete Schutzhandschuhe tragen, die das Unternehmen zur Verfügung stellen muss. Da zunehmend mehr Handschuhträger eine Empfindlichkeit (Allergie) gegen Latex entwickeln, empfiehlt die BGW

  • puderfreie Latexhandschuhe (gepuderte sind nicht mehr erlaubt!)
  • Vinylhandschuhe oder
  • Handschuhe aus anderen Materialien wie etwa Nitril, PVC oder Neopren

zu verwenden.

Wer bezahlt den Hautschutz (Handschuhe, Pflegesalben)?

Grundsätzlich muss der Arbeitgeber die Kosten tragen. Betroffene Hauterkrankte, die an einem BGW-Hautschutzseminar teilgenommen haben, bekommen von der BGW ein Starterpaket.

Gibt es einen Handschuh, den man generell empfehlen kann?

Den "optimalen Handschuh" gibt es leider nicht. Unterschiedliche Risiken erfordern unterschiedliche Materialien. Der Einsatz gepuderter Latexhandschuhe jedoch ist aufgrund ihrer hohen Allergiegefahr grundsätzlich nicht gestattet.

Friseure:
Für chemische Tätigkeiten im Friseurhandwerk empfehlen wir Einmalhandschuhe aus Nitril oder Vinyl. Sie sind beständig gegen die verwendeten Friseurchemikalien.

Wichtig:
Diese Handschuhe dürfen nur einmal verwendet werden, da sonst der Schutz Ihrer Hände nicht gewährleistet ist! Zum Haarewaschen benutzen Sie am besten einen Wasch- oder Haushaltshandschuh mit längerer Stulpe, den Sie mehrmals verwenden können. Wichtig ist, dass Sie die Handschuhe nach dem Gebrauch gut trocknen.


Pflege:
Auch für die Grundpflege in Pflegeeinrichtungen bieten sich Einmalhandschuhe aus Nitril oder Vinyl an. Tipp: Ungepuderte Handschuhe sind hautfreundlicher.
Für Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten verwenden Sie am besten Haushaltshandschuhe aus Nitril oder Vinyl. Diese mehrfach verwendbaren Handschuhe sind reißfest, schützen gegen die verwendeten Chemikalien und haben ausreichend lange Stulpen, die die Unterarme schützen.

Wie finde ich für meine Hände die richtigen Hautschutz- und Pflegeprodukte? Woher bekomme ich sie?

Lassen Sie sich am besten von Ihrem Betriebsarzt beraten. Entsprechend Ihrer Tätigkeit und der damit verbundenen Gefährdung wählt er die geeigneten Mittel aus. Präparate mit Duft- und Konservierungsstoffen sollten Sie möglichst vermeiden.

Bei beruflichen Tätigkeiten, bei denen die Haut angegriffen wird, ist der Arbeitgeber verpflichtet, für die entsprechenden Schutzmaßnahmen zu sorgen (Handschuhe, milde Hautreinigungsmittel, Hautschutz- und Pflegeprodukte).

Wichtig ist eine regelmäßige Pflege der Haut auch in der Freizeit.

Wo kann ich mich regelmäßig über Hautschutz und -pflege informieren?

Das Haut-Blog der BGW bietet mehrmals pro Monat neue Artikel zum Thema Haut. Wie schütze ich meine Haut beim Arbeiten? Welcher Lebensstil ist gut für dieses wichtige menschliche Organ? Wer oder was hilft bei Problemen und Krankheitssymptomen? Diese und viele weitere Fragen beantworten Expertinnen und Experten im BGW Haut-Blog. Interessierte können die Beiträge kommentieren. So tauschen sie sich mit den Autorinnen und Autoren sowie mit anderen Interessierten aus.

Gegen welche Stoffe bestehen im Gesundheitsdienst die häufigsten Allergien?

Latex, Flächen- und Instrumentendesinfektionsmittel, Duft- und Konservierungsstoffe, Gummiinhalts- und Zahnfüllstoffe. Die meisten Handekzeme unserer Versicherten (Gesundheitsdienst, Friseure) sind jedoch nicht allergisch bedingt, sondern Abnutzungsekzeme aufgrund der massiven Belastung der Haut durch Feuchtigkeit.

Mir stehen am Arbeitsplatz keine Handschuhe und Hautschutzcremes zur Verfügung. Was kann ich tun?

Ihr Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen geeignete Schutzmaßnahmen zur Verfügung zu stellen. Wenden Sie sich zunächst an Ihren Abteilungsleiter. Auch Betriebsarzt, Sicherheitsingenieur, Dienstleitung, Hygienebeauftragte oder die betriebliche Interessenvertretung sind mögliche Ansprechpartner.

Benötigen Sie weitergehende Hilfe, wenden Sie sich bitte an unser Schulungs- und Beratungszentrum (BGW schu.ber.z).

Ich arbeite in der Pflege und habe rote, raue und rissige Hände. Besteht eine Allergie gegen das Desinfektionsmittel?

Der größte Risikofaktor für Hautschäden im Gesundheitsdienst ist die Feuchtarbeit: der Kontakt mit Wasser und das Tragen von Handschuhen. Es ist daher besonders wichtig, zu häufiges Händewaschen zu reduzieren. Waschen Sie die Hände nur, wenn Verschmutzungen sichtbar sind. Meistens liegt keine Allergie gegen das Desinfektionsmittel vor. Dies können Sie bei Ihrem Hautarzt testen lassen. Sollten Sie eine Allergie gegen einen Inhaltsstoff des Desinfektionsmittels haben, lässt sich in der Regel ein gut verträgliches Ersatzprodukt finden.

Ich glaube, dass meine Hautveränderungen durch meinen Beruf verursacht sind. Was kann ich tun?

Wenden Sie sich an Ihren Betriebs- oder Hautarzt. Wenn Sie einverstanden sind, meldet er Ihre Erkrankung der Berufsgenossenschaft. Sie können natürlich auch direkt Kontakt mit dem BGW schu.ber.z, dem Schulungs- und Beratungszentrum der BGW, aufnehmen. Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir dann ein individuelles Rehabilitationskonzept. Zusätzlich bieten wir für verschiedene Berufsgruppen Hautschutzseminare an.

In der Vielzahl der Fälle gehen die Hauterscheinungen durch geeignete Schutz- und Pflegemaßnahmen zurück, und es ist ein nahezu beschwerdefreies Arbeiten möglich.

Habe ich eventuell eine Berufskrankheit an den Händen?

Eine Berufskrankheit der Haut (BK Nr. 5101, Berufskrankheitenverordnung) liegt vor, wenn:

  • die Hauterkrankung durch den Beruf verursacht ist,
  • sie schwer oder wiederholt rückfällig ist,
  • Sie aus medizinischen Gründen gezwungen sind, Ihre Tätigkeit aufzugeben und
  • Sie die Tätigkeit tatsächlich bereits aufgegeben haben.

Dies trifft zum Glück in den meisten Fällen (noch) nicht zu. Die Berufsgenossenschaft als Ihr Partner bietet Ihnen aber schon im Vorfeld Hilfe an. Wenden Sie sich an uns. Wir haben verschiedene Möglichkeiten, vorbeugend aktiv zu werden. Auch das BGW schu.ber.z, das Schulungs- und Beratungszentrum der BGW, hilft Ihnen weiter.

Wenn ich Handschuhe trage, schwitzen meine Hände stark. Was kann ich dagegen tun?

Tragen Sie Handschuhe grundsätzlich nur so lange wie nötig. Wechseln Sie zwischen Feucht- und Trockenarbeiten, so oft es geht. Viele haben gute Erfahrungen mit Baumwollhandschuhen als Unterziehhandschuh gemacht. Diese müssen Sie regelmäßig wechseln, wenn sie durchfeuchtet sind. Unterstützend gibt es gerbstoffhaltige Hautschutzprodukte, die der Schwitzneigung in Handschuhen entgegenwirken. Ihr Betriebsarzt berät Sie.

21.05.2013

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