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Gefahrstoffe: GHS/CLP-Verordnung – was ist neu?

GHS – das steht für "Global Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals".

 Totenkopfsymbol für "akute Toxizität"

Totenkopfsymbol für "akute Toxizität"

Bisher haben sich nicht nur die nationalen Einstufungen und Kennzeichnungen der Gefahrstoffe unterschieden, es galten auch unterschiedliche Einstufungen für Transport und Verwendung. Das führte zu verwirrenden und widersprüchlichen Kennzeichnungen und Angaben im globalen Handel und Transport.

Neues Einstufungs- und Kennzeichnungssystem

Die CLP-Verordnung - beziehungsweise das GHS - wurde von den Vereinten Nationen entwickelt und ist inzwischen in europäisches Recht umgesetzt. Sie beinhaltet ein völlig neues Einstufungs- und Kennzeichnungssystem.


Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick:

Mensch mit Strahlenstern: Symbol für giftig wirkende Stoffe

Symbol für giftig wirkende Stoffe

  • Neue Gefahrenpiktogramme: Das Totenkopfsymbol (siehe oben) kennzeichnet nur noch akut toxische Stoffe. Das neue Piktogramm der menschlichen Silhouette mit "Strahlen" markiert die chronisch toxischen wie beispielsweise CMR-Stoffe (krebserzeugend, mutagen und reproduktionstoxisch).Ein Ausrufezeichen gilt nun für reizende, sensibilisierende und erst in höheren Dosen akut toxische Stoffe.Und das Gasflaschensymbol kennzeichnet alle Druckgase.

Ausrufezeichen für reizende, langfristig toxische Stoffe

Ausrufezeichen für reizende, langfristig toxische Stoffe

  • Neue, meist höhere Einstufung bekannter Stoffe und Gemische: Alle Gasflaschen, auch nicht-explosive Gase, gehören zur neuen Gefahrklasse "Gase unter Druck" und werden mit dem Gasflaschenpiktogramm gekennzeichnet. Atemwegssensibilisierende Stoffe werden als gefährlich eingestuft und mit dem Symbol des menschlichen Umrisses ausgewiesen.
  • Neue Gefahren- und Sicherheitshinweise: Die neuen H-Sätze (Hazard Statements) zur Gefahrenbeschreibung sind wesentlich differenzierter als die alten R-Sätze (Gefahrenhinweise). Die neuen P-Sätze (Precautionary Statements) geben Sicherheitshinweise zu den Punkten "Allgemeines", "Prävention", "Reaktion", "Lagerung" und "Entsorgung".


Flaschensymbol für Gase unter Druck

Flaschensymbol für Gase unter Druck

Für eine schnelle Übersicht bietet die BGW ein Plakat an, das die bisherige der neuen Gefahrenkommunikation gegenübergestellt.

Handlungsbedarf in den Betrieben und Einrichtungen

Aufgrund der neuen Systematik müssen die Unternehmen ihr Gefahrstoffverzeichnis aktualisieren. Auch die Gefährdungsbeurteilung sollten sie entsprechend fortschreiben und um die Gefahrenhinweise und die Maßnahmen aus den neuen H- und P-Sätzen ergänzen.
Betriebsanweisungen und betriebliche Unterweisungsunterlagen müssen überarbeitet werden sowie die Kennzeichnung betriebseigener Behälter angepasst.

Termine und Fristen

Die CLP-Verordnung ist seit Anfang 2009 in Kraft:

  • Die Kennzeichnungspflicht gilt für Stoffe ab 1. Dezember 2010, für Stoffgemische ab 1. Juni 2015.

Für Hersteller und Handel gelten Übergangsfristen bei der Kennzeichnung und Einstufung ihrer Produkte. Vor den Stichtagen hergestellte Stoffe oder Stoffgemische dürfen noch zwei Jahre lang mit der alten Kennzeichnung verkauft werden. Bis 2015 enthalten die Sicherheitsdatenblätter die Einstufung nach dem alten und nach dem neuen System. Die Kennzeichnung auf der Verpackung/Etikett darf allerdings nur entweder nach altem oder nach neuem System erfolgen.

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