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Zytostatika – Zubereitung

Nutzen Sie die vorliegenden BGW-Einschätzungen als Vorinformationen im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung.

Branche

Gesundheitsdienst

Tätigkeit

Zytostatika – Zubereitung

Kurzbeschreibung

Zentrale Zubereitung von Zytostatika in Apotheken unter Standards des "Zytostatika-Labors"

Eingesetzte Produkte

Arzneimittel, die Zytostatika-Wirkstoffe enthalten, insbesondere alkylierende Substanzen

Arbeitsverfahren

Patienten-individuelle Zubereitung von Infusionen unter Laborbedingungen

Einzelne Arbeitsschritte

  1. Auspacken aus Transportverpackung und Lagern der Vials (Warenannahme)
  2. Desinfizieren und Einbringen in die Zytostatikasicherheitswerkbank/ den Isolator (Vorbereitung)
  3. Unter Zytostatikasicherheitswerkbank beziehungsweise im Isolator: Auflösen von Trockensubstanz in Trägerlösung, Aufziehen von Spritzen mit Arzneimittellösung, Dosieren eines aufgelösten Zytostatikums zu Trägerlösung (Zubereitung)
  4. Reinigen der Zytostatikasicherheitswerkbank/ des Isolators
  5. Entsorgen von Zytostatikaresten sowie mit Zytostatika verunreinigten Materialien

 

Dauer der Tätigkeit

Wenige Minuten je Arbeitsgang; gegebenenfalls über eine ganze Arbeitsschicht

Expositionsmindernde Maßnahmen

Maßnahmen gemäß TRGS 525 sowie der BGW-Schrift M620 "Zytostatika im Gesundheitsdienst"

Beispiel inhalativ: Technische Lüftung; Arbeiten in Sicherheitswerkbänken beziehungsweise Isolatoren; Verwendung von Überleitsystemen

Beispiel dermal: Schutzhandschuhe gemäß EN 374

  • Nach Vorgabe des Herstellers des Zytostatikums (eventuell Sicherheitsdatenblatt)
  • Falls keine anderen Informationen vorliegen: Einmalhandschuhe aus Nitril
  • Regelmäßiger Handschuhwechsel (spätestens alle 30 Minuten)

 

Informationen zur Exposition

Inhalativ: Eine messbare inhalative Belastung entspricht nicht dem Stand der Technik (Beispiel: Cyclophosphamid < 100 ng/m3)

Dermal: Eine Übertragung einzelner Zytostatika-Partikel, zum Beispiel von Vials mit Außenkontaminationen, kann nicht ausgeschlossen werden

Beurteilung der Exposition (Schritte 1 - 5)

Inhalativ: Bei Einhaltung der Schutzmaßnahmen liegt keine relevante inhalative Exposition vor

Dermal: Bei konsequenter Verwendung von Handschuhen liegt keine Gefährdung durch CMR-Eigenschaften vor

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Angebotsvorsorge, weil wiederholte Exposition nicht ausgeschlossen werden kann; ArbMedVV Anhang Teil 1 Abs. 2 Nr. 2 d)aa)

Arbeitsmedizinische Nachsorge

Nicht sinnvoll

Expositionsverzeichnis (§14 (3) GefStoffV)

Nicht notwendig. Es handelt sich um laborübliche Tätigkeiten, die von erfahrenem Personal mit laborüblichen Mengen und unter laborüblichen Schutzmaßnahmen durchgeführt werden und somit als "nicht gefährdend" im Sinne der TRGS 410 gelten

Weitere Informationen: Literatur
Hadtstein et al.: Methods of risk assessment for the occupational handling of cytotoxic drugs. GefStoffe- RdL; 72 (2012) Nr. 1/2; Seite 25-33

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