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Grundbetreuung

Die Grundbetreuung umfasst Basisaufgaben, die unabhängig von betriebsspezifischen Gegebenheiten anfallen und in Anlage 2 der DGUV Vorschrift 2 aufgeführt sind. Es handelt sich um die neun Aufgabenfelder

  1. Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung (Beurteilung der Arbeitsbedingungen)
  2. Unterstützung bei grundlegenden Maßnahmen der Arbeitsgestaltung – Verhältnisprävention
  3. Unterstützung bei grundlegenden Maßnahmen der Arbeitsgestaltung – Verhaltensprävention
  4. Unterstützung bei der Schaffung einer geeigneten Organisation und Integration in die
    Führungstätigkeit
  5. Untersuchung nach Ereignissen
  6. Allgemeine Beratung von Arbeitgebern und Führungskräften, betrieblichen Interessen-
    vertretungen, Beschäftigten
  7. Erstellung von Dokumentationen, Erfüllung von Meldepflichten
  8. Mitwirken in betrieblichen Besprechungen
  9. Selbstorganisation

Die Einsatzzeit in der Grundbetreuung richtet sich nach der Betreuungsgruppe des Betriebs, die durch die Betriebsart bestimmt wird. Jeder Betrieb ist entsprechend seinem Unternehmenszweck einem sogenannten WZ-Kode zugeordnet. Die Liste der bei der BGW vorkommenden WZ-Kodes befindet sich in der Anlage 2, Abschnitt 4 der DGUV Vorschrift 2. Je nach Betreuungsgruppe beträgt die Einsatzzeit 0,5 bis 2,5 Stunden pro Jahr und Beschäftigten.

Es handelt sich um die Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008). Sie berücksichtigt die Vorgaben der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft (Nomenclature statistique des activités économiques dans la Communauté européenne (NACE ). Quelle: www.destatis.de.

Die Klassifikation dient in der DGUV Vorschrift 2 der Zuordnung zu den Betreuungsgruppen gemäß Anlage 2 Abschnitt 4 der DGUV Vorschrift 2. Nach den Betreuungsgruppen richtet sich die Mindesteinsatzzeit in der Grundbetreuung.

Eine vollständige Liste der Zuordnung der Betriebsarten zu den Betreuungsgruppen mit den Angaben aller Unfallversicherungsträger finden Sie auf den Seiten der DGUV. Die Liste der bei der BGW vorkommenden Wirtschaftszweige finden Sie in der DGUV Vorschrift 2 - Fassung der BGW - in der Anlage 2, Abschnitt 4.

Die Aufgaben von Fachkräften für Arbeitssicherheit und Betriebsärzten nach den §§ 3 und 6 ASiG entsprechen sich grundsätzlich bis auf wenige Ausnahmen. Beide Fachexperten sollen den Unternehmer und die Beschäftigten beraten und unterstützen. Da die Anforderungen des Arbeitsschutzes immer komplexer werden, erfordert dies die Kooperation der verschiedenen Kompetenzen sowohl bei der Analyse und Beurteilung als auch bei der Problemlösung. Dies drückt sich in Form einer gemeinsamen Einsatzzeit aus, die den individuellen Erfordernissen des jeweiligen Betriebes entsprechend aufgeteilt werden soll.

Bei grundlegenden betrieblichen Veränderungen kann sich auch das erforderliche Verhältnis hinsichtlich betriebsärztlicher und sicherheitstechnischer Betreuung ändern. Im Zusammenhang mit temporär anfallenden betriebsspezifischen Aufgaben sind weitere Schwankungen möglich.

Nein (s . Anlage 2 Abschnitt 1 der DGUV Vorschrift 2)

Die Grundbetreuung umfasst Basisberatungsleistungen nach dem Arbeitssicherheitsgesetz, die unabhängig von Art und Größe eines Betriebs anfallen. Die Einsatzzeiten pro Beschäftigtem und Jahr sind in der DGUV Vorschrift 2 vorgegeben.

Zunächst ist die Summe der Einsatzzeiten zu ermitteln. Die Aufteilung erfolgt anhand einer Betrachtung der Aufgaben der Grundbetreuung und deren Bewertung hinsichtlich der betrieblichen Betreuungserfordernisse. Dabei ist die Einhaltung der Mindestzeitanteile (20%, mindestens 0,2 Std. pro Beschäftigten) zu beachten.

Bisher mussten Teilzeitbeschäftigte in Unternehmen, die bei uns versichert sind, grundsätzlich mit dem Faktor 1 gezählt werden. Bei einigen anderen Unfallversicherungsträgern (UVT) sind auch Berechnungen möglich, die zu kleineren Faktoren als 1 kommen. Wir wollen mit allen UVT zu einer einheitlichen Berechnungsweise kommen. Unter anderem dazu soll die DGUV Vorschrift 2 entsprechend angepasst werden. Das wird noch etwas andauern. Deshalb wurde im Mai 2017 entschieden, dass bis auf weiteres vom Faktor 1 für die Anrechnung von Teizeitbeschäftigten abgewichen werden kann. Bei der Berechnung der Grundeinsatzzeit können Teilzeitkräfte somit anteilig eingerechnet werden. Hierfür sind diese mit ihrer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit anteilig zu einer vollen wöchentlichen Arbeitszeit zu berücksichtigen. Bei der Wahl dieser Vorgehensweise kann es zu höheren bedarfsorientierten Betreuungszeiten kommmen.

Hinweis:
Wer jetzt bei der Berechnung vom Faktor 1 abweicht und damit auf niedrigere Grundeinsatzzeiten umstellt, schließt damit nicht aus, dass er mit Inkrafttreten der zu erwartenden geänderten DGUV Vorschrift 2 eine erneute Anpassung in Richtung höherer Grundeinsatzzeiten vornehmen muss.

Die Einsatzzeitenberechnung der Grundbetreuung und deren Aufteilung sind bei wesentlichen betrieblichen Veränderungen, z.B. hinsichtlich der Zahl der Beschäftigten oder bei neuen Gefährdungen, zu überprüfen.

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