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Arbeitsschutzbetreuung: Änderungen für Betriebe mit mehr als 10 Mitarbeitern

Zum Anfang des Jahres 2011 hat die neue DGUV Vorschrift 2 die BGV A2 abgelöst. Sie regelt – wie bisher die BGV A2 – die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung für Unternehmen. Für Betriebe mit mehr als 10 Mitarbeitern änderten sich dadurch zum 01.01.2011 die Betreuungsregeln.

Warum eine neue Vorschrift?

Ziel ist, bundesweit einheitliche Regeln für die Betreuung der Betriebe durch Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit zu schaffen. Dabei sollen zukünftig für vergleichbare Betriebe aller Branchen die gleichen Anforderungen gelten - egal bei welcher Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse sie versichert sind. Während die jeweilige Gefährdungssituation im Unternehmen stärker berücksichtigt wird, bekommt der Arbeitgeber gleichzeitig mehr Eigenverantwortung und Spielraum.

Was hat sich gegenüber der BGV A2 geändert?

Die "Regelbetreuung" für Betriebe mit mehr als 10 Beschäftigten setzt sich jetzt aus zwei Bausteinen zusammen, aus der Grundbetreuung und der betriebsspezifischen Betreuung.

Für die Grundbetreuung legt die Vorschrift fixe Einsatzzeiten fest. Dabei ist jeder Betrieb einer Gruppe zugeordnet, je nach Gefährdungssituation im Unternehmen.

Gruppe abhängig von der Betriebsart
Gruppe IGruppe IIGruppe III
Einsatzzeit Std./Jahr je Beschäftigtem2,51,50,5

Der Arbeitgeber verteilt die vorgesehenen Aufgaben und gemeinsamen Einsatzzeiten so an den Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit, wie es für seinen Betrieb sinnvoll ist. Empfohlen wird, die Zeiten zu je 50 Prozent zu vergeben – keiner der Beteiligten sollte jedoch weniger als 20 Prozent des Aufwands übernehmen.

Den betriebsspezifischen Teil der Betreuung ermittelt der Arbeitgeber auf der Basis des Leistungskatalogs im Anhang 4 der DGUV Vorschrift 2. Dabei beurteilt er, welche Aufgaben über die Grundbetreuung hinaus in seinem Unternehmen anfallen. Zur betriebsspezifischen Betreuung zählen auch die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen.

Welche Vorteile hat der Unternehmer?

Die Arbeitsschutzbetreuung wird individueller, da sie auf die jeweilige Gefährdungslage im Betrieb zugeschnitten ist. Außerdem wird der Dialog zwischen Betriebsarzt und der Fachkraft für Arbeitssicherheit gefördert. Weil die "additiven" und "nicht additiven" Regeln bei den Einsatzzeiten für die Sicherheitsfachkräfte entfallen, erübrigen sich komplizierte Berechnungen. Gestaffelte Einsatzzeiten abhängig von der Betriebsgröße gibt es nicht mehr.

Änderungen für Einsatzzeiten

Branche Kliniken, Einsatzzeiten bisher

Branche Kliniken, Einsatzzeiten ab 01.01.2011

Betriebsarzt: 1,2 Std./Jahr pro Beschäftigtem

plus

Sicherheitsfachkraft - additiv
11-50 Beschäftigte = 2 Std.
51-100 Beschäftigte = 1,5 Std.
101 und mehr Beschäftigte = 0,75 Std.


- insgesamt 1,95 bis 3,2 Std./Jahr pro Beschäftigtem

Betriebsarzt und Sicherheitsfachkraft gemeinsam
1,5 Std./Jahr pro Beschäftigtem für die Grundbetreuung.

Hinzu kommt ein individuell vom Unternehmer zu ermittelnder, betriebsspezifischer Betreuungsanteil. Darunter fallen zum Beispiel die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen. Auch Vorhaben wie die Weiterentwicklung des betrieblichen Gesundheitsmanagements, die Einführung neuer Arbeitsverfahren oder der Umgang mit dem demografischen Wandel können Bestandteil der betriebsbedingten Betreuung sein.

Weitere Informationen zu den neuen Regelungen – wie zum Beispiel eine Handlungshilfe mit Erläuterungen und Hintergrundinfos – finden Sie auch auf den entsprechenden Internetseiten der DGUV.

  • Die interaktive Information der DGUV zur Vorschrift 2. Das Informationsmodul liefert einen kompakten Überblick und kann online bearbeitet oder auf den eigenen Rechner geladen werden.

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