Navigation und Service

Illustration in den Farben orange und weiß zur Kampagne "kommmitmensch", mit Schriftzug "Gute Beteiligung ist ..."

Mit Beteiligung: das Wissen aller nutzen

Handlungsfeld der Kampagne "kommmitmensch"

Ergonomische Arbeitshilfen sind angeschafft, Arbeitsabläufe rückengerecht gestaltet, die Weichen für die Umsetzung der Projektergebnisse gestellt – doch im betrieblichen Alltag geht es nicht voran. Die Geräte verstauben in der Ecke, alte Verhaltensweisen schleichen sich wieder ein. Erfahrungen, die jede und jeder an seinem eigenen Arbeitsplatz bereits erlebt hat. Woran das liegt? Ein Grund dafür könnte sein, dass vergessen wurde die Beschäftigten auf breiter Basis zu beteiligen.


Besser mit Beteiligung

Betriebe, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei wichtigen Entscheidungen zu Sicherheit und Gesundheit aktiv beteiligen, nutzen ihr wichtigstes Potenzial: das Wissen und die Erfahrung ihrer Beschäftigten. Das ist ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg – und gewinnbringend für alle. So profitiert das Unternehmen von praxisnahen Lösungsideen und gemeinsam erarbeiteten strukturellen Veränderungen. Gleichzeitig motiviert und stärkt es Beschäftigte, wenn ihre Meinung wertschätzend erfragt und berücksichtigt wird. Und: Gemeinsam getroffene Entscheidungen haben die beste Chance angenommen und gelebt zu werden.

Beteiligung lebt: vom Mitmachen

Gelungene Beteiligung ist kein Selbstläufer. Um gemeinsam zu guten Ergebnissen zu kommen, müssen die Voraussetzungen stimmen. Beteiligung darf nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, sondern muss sich in den Strukturen und Abläufen des Betriebs widerspiegeln. Dazu gehören Möglichkeiten sich einzubringen und Führungskräfte, die sich aktiv und glaubwürdig für Beteiligung einsetzen. So entstehen Verlässlichkeit und das Vertrauen, dass Mitmachen ausdrücklich erwünscht ist. Gewinnbringende Beteiligung ist ein Lernprozess für Führungskräfte und Beschäftigte. Sie erfordert von allen Beteiligten Kritikfähigkeit, Transparenz und eine gute Kommunikation, warum beispielsweise etwas abgelehnt wird.

Mitmachaktion

Was Leitung und Führungskräfte tun können

  • Geeignete Rahmenbedingungen schaffen: Klären Sie ab, bei welchen Prozessen und in welchen Bereichen Beteiligung sinnvoll ist und bei welchen nicht. Definieren Sie, wer sich wie und in welcher Form beteiligen soll. Wenn Sie dies zusätzlich im Leitbild oder in Betriebsvereinbarungen verankern, schaffen Sie Verbindlichkeit und damit bessere und überzeugende Arbeitsergebnisse.
  • Möglichkeiten für Beteiligung anbieten: Niemand kennt seinen Arbeitsplatz besser als die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst. Erfragen Sie daher ihr Fachwissen bei der Beschaffung von Hilfsmitteln, beim Gestalten flexibler Arbeitszeiten oder der Arbeitsorganisation. Nutzen Sie den Input Ihrer Beschäftigten bei der Beurteilung ihrer Arbeitsplätze und beteiligen sie aktiv an der Gefährdungsbeurteilung.
  • Zum Mitmachen einladen: Beteiligung braucht Ermutigung. Schaffen Sie Möglichkeiten sich aktiv einzubringen. Zum Beispiel mit Lernteams, Ideen-Treffen, beim Gesundheitszirkel, als fester Punkt auf der Dienstbesprechung oder mit einem betrieblichen Vorschlagwesen. Führen Sie Personalbefragungen durch, kommunizieren Sie deren Ergebnisse und entwickeln daraus gemeinsam Maßnahmen, die zeitnah umgesetzt werden.
  • Alle relevanten Personengruppen ins Boot holen: Jede Veränderung braucht Menschen, die sich dafür einsetzen. Neben den Sicherheitsbeauftragten, die im Unternehmen ein wichtiges Bindeglied zwischen Beschäftigten, Vorgesetzten, Arbeitsschutzfachleuten und Unternehmensleitung darstellen, sind die betrieblichen Interessenvertretungen wichtige Ansprechpersonen. Sie verfügen über umfassende Mitwirkungsrechte und können an entscheidender Stelle etwas bewegen.

Wie funktioniert das in der Praxis?

Auf der Suche nach neuen Anstößen für ein gesundes Arbeiten sollten Betriebe auf die Expertise ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vertrauen, sagt Dr. Peter Wendt. Er hat, unterstützt durch einen BGW-Berater, gemeinsam mit seinen Beschäftigten eine Arbeitssitutationsanalyse durchgeführt, um die Arbeitsbelastung in der Großküche unter die Lupe zu nehmen. Sein Fazit: Die Beschäftigten erleben, "dass sie die Dinge selbst in die Hand nehmen können. Und dass sie das durchaus mal müssen, statt etwas einfach nur hinzunehmen."

Auch anderswo hat man gute Erfahrungen mit moderierten Workshops gemacht, in denen Teams gemeinsam Lösungen für Belastungen im Arbeitsalltag entwickeln. Der Inhaber eines auf technische Tiefenhygiene spezialisierten Unternehmens, Jörg Schönfelder, sagt: "Wenn man etwas ändern möchte, müssen die Leute mitziehen. Das heißt auch, sie zu fordern. So kamen eine Menge Ideen zusammen."

Wie Sie den Einstieg finden

25.04.2018

Diese Seite

BGW online (Link zur Startseite)

Start­sei­te