18.06.2008
Ausgabe 3/2008
In der neuen YOUNG HELP geben wir Ihnen Tipps, wie Sie sich richtig verhalten, wenn Sie bei der Betreuung von Patienten mit einer Behinderung manchmal etwas befangen und unsicher sind. Außerdem sagen wir Ihnen in diesem Sommerheft, wie Sie sich vor Krankheiten im Mittelmeerraum schützen, wie Sie Unfälle beim Grillen und Baden vermeiden, warum auch Ihre Füße Schutz und Pflege brauchen und wie Sie Ihre Zähne richtig pflegen.
Lesen Sie im Volltext: Immer mit Respekt – Wenn Patienten mit Behinderungen in die Praxis kommen.

Immer mit Respekt
"Was darf ich tun? Was sollte ich lieber lassen?"
Wenn Patienten mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen in die Praxis kommen, fühlen sich vor allem unerfahrene medizinische Fachangestellte häufig etwas unsicher. Wie Sie diese Situationen mit Einfühlungsvermögen meistern können, verrät Ihnen YOUNG HELP.
Bei der Betreuung von Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit dieser Patienten im Vordergrund steht.
Hier ein paar Beispiele:
- Drängen Sie sich niemals auf, aber bieten Sie Ihre Hilfe an. Auf keinen Fall ältere, gebrechliche Patienten mit "Oma" oder "Opa" ansprechen.
- Behinderte Menschen nicht bevormunden und wie Unmündige behandeln, jedoch durch gezieltes Fragen ermuntern, selbst über ihre Fähigkeiten und Vorlieben Auskunft zu geben.
- Unterstützen Sie die Patienten dabei, sich mit ihrer Krankheit oder Behinderung aktiv auseinanderzusetzen. Etwa durch den Umgang mit Medikamenten, Spritzen, orthopädischen Hilfsmitteln oder der Zubereitung ihrer Diät.
- Nehmen Sie sich Zeit, um Hilfestellungen zum Lernen zu geben. Motivieren Sie, bieten Sie Wiederholungen und Übungen an.
In Deutschland gibt es rund 145.000 Blinde und etwa 500.000 stark sehbehinderte Menschen. Da ihnen aber nicht immer ihre Sehbehinderung sofort anzusehen ist, hier ein paar Merkmale, die dar auf hindeuten können: Augenzittern, unsicheres Greifen, eingeschränkte Mimik, Unsicherheiten in der Gesamtorientierung und Schwierigkeiten, Blickkontakt aufzunehmen. Und so können Sie helfen:
- Bieten Sie dem Patienten an, sich an Ihrem Oberarm festzuhalten. Begleiten Sie ihn zum Vorgespräch in einen ruhigen Raum.
- Bereiten Sie den Patienten auf die weiteren Untersuchungen und die voraussichtliche Dauer vor.
- Schildern Sie dem Arzt Ihren ersten Eindruck. So merkt der Patient, dass das Praxisteam in seinem Sinne zusammenarbeitet.
- Fragen Sie den Patienten, ob Sie für ihn Erkundigungen nach Hilfsangeboten in der Nähe seines Wohnortes einholen sollen.
Zwischen 30 und 40 Prozent der über 65-jährigen Deutschen leiden an Hörschäden. Typische Anzeichen dafür sind: falsche oder gar keine Antworten, lautes Sprechen, häufiges Nachfragen, undeutliches Formulieren von Wörtern, ein fragender Gesichtsausdruck oder ein sehr konzentrierter Blick beim Gespräch. Da viele Schwerhörige verunsichert und ängstlich sind, sollten Sie besonders einfühlsam und geduldig mit ihnen sein. Hier die Tipps:
- Deutlich und akzentuiert sprechen, aber nicht schreien. Das erschwert das Ablesen von den Lippen.
- Nebengeräusche ausschalten.
- Während des Gesprächs Blickkontakt halten.
- In einfachen, klaren, kurzen Sätzen sprechen. Durch Gesten das Gesagte verstärken.
- Ausreichend Zeit zum Antworten geben, immer eine Reaktion abwarten.
- Den Patienten im Wartezimmer nicht aufrufen, sondern persönlich abholen.
- Im Sprechzimmer Zettel und Stift bereithalten.
- Vor jedem Eingriff und jeder Untersuchung das Vorgehen erklären.
- Wichtige Infos, Adressen und Daten aufschreiben. Vor allem, wenn es die Einnahme oder Änderung von Medikamenten betrifft.
Medientyp: Magazin Young Help




