22.04.2010
Ausgabe 2/2010
Was tun, wenn die Stressampel auf Gelb steht? Das verrät eine Psychologin in der neuen Ausgabe der YOUNG HELP. Stürzen, Stolpern und Ausrutschen kann schlimme Folgen haben – ein Präventionsexperte der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege erklärt deshalb, wie man Fehltritte verhindert. Außerdem in diesem Heft: Sicherheit hat Vorfahrt – so lässt sich das Unfallrisiko im Straßenverkehr reduzieren.
Lesen Sie im Volltext: Ein kleiner Flirt in der Praxis? Wie Ärger und peinliche Situationen vermieden werden können.

Ein kleiner Flirt – na und?
Es liegt was in der Luft. Das spürte Lisa sofort, als der sympathische junge Patient sie vom Wartezimmer aus immer wieder anlächelte. Aber als er sie wenig später nach ihrer Telefonnummer fragte, wusste die 20-Jährige nicht, wie sie reagieren sollte. Durfte sie darauf eingehen oder würde der Flirt nur zu peinlichen Situationen und Ärger mit dem Chef führen? In YOUNG HELP gibt Ihnen eine erfahrene Praxismitarbeiterin Orientierungshilfe.
Expertentipp:
„Sie sollten dem Patienten immer mit einer natürlichen Freundlichkeit, höflich und nett gegenübertreten. Alles, was darüber hinaus geht, wie zum Beispiel das Austauschen von Telefonnummern oder eine Verabredung zum Eisessen, gehört nicht in die Praxis“, erklärt Annette Gennburg (46), zahnmedizinische Fachangestellte in der Flensburger Zahnarztpraxis Carsten Boisen. Der Grund: Die Praxis ist ein öffentlicher Ort, an dem zwischen Praxispersonal und Patient ein Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnis besteht, das nicht ausgenutzt werden darf.
Flirten in der Praxis ist also nicht angesagt. Aber kann jemand etwas dagegen einwenden, wenn die medizinische Fachangestellte die Initiative ergreift, sich die Telefonnummer des Patienten besorgt und ihn nach Feierabend anruft oder ihm eine SMS schickt?
„Auch das geht eindeutig zu weit“, warnt die Expertin, „erstens könnte der Patient sich belästigt fühlen und nicht mehr wiederkommen. Und zweitens kann es für das ganze Praxis-Team richtig Ärger geben. Denn solch eine Aktion verstößt gegen den Datenschutz. Wer Patientendaten für persönliche Zwecke nutzt, missbraucht das in ihn gesetzte Vertrauen und gefährdet den Ruf der Praxis.“
Was tun, wenn vom Patienten heftige Flirtversuche ausgehen?
„Dann kommt es auf die Art und Weise an. Wenn er höflich bleibt, sollte die Praxismitarbeiterin freundlich darüber hinweggehen“, rät Annette Gennburg. Wenn das nicht genügt und es ihr unangenehm ist, kann sie eine Kollegin oder ihren Chef um „Beistand“ bitten. Deren Anwesenheit hält die meisten von weiteren Flirtattacken ab. Nicht zuletzt könnten sich auch andere Patienten dadurch belästigt fühlen.
Und wenn sich der Patient und die Mitarbeiterin zufällig außerhalb der Praxis begegnen?
„Was die medizinische Fachangestellte nach Feierabend macht und mit wem sie sich trifft, ist ihre private Angelegenheit. Sie sollte aber auch hier darauf achten, nicht die Schweigepflicht zu verletzen. Alles, was in der Praxis geschieht, darf nicht nach außen getragen werden“, betont Annette Gennburg.
Medientyp: Magazin Young Help




