16.04.2009

Ausgabe 2/2009

Titelbild Young Help 2/2009

Zeitmanagement in der Praxis und der Umgang mit Konflikten im Wartezimmer, das sind Themen in der neuen YOUNG HELP. Dazu kommen Informationen über interessante Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel zur reisemedizinischen Assistentin. Für alle, die mit dem Rauchen aufhören möchten, gibt es Tipps für den Weg zum erfolgreichen Nichtraucher.

Lesen Sie im Volltext:

Besser auf Nummer sicher – Wie Sie Infektionen im Praxisalltag vermeiden.

Besser auf Nummer sicher


Sie sind mit viel Power in die Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten gestartet und die Arbeit macht Ihnen richtig Spaß? Super! Trotzdem sollten Sie die Risiken nicht unterschätzen und bei der Verhütung von Infektionen besonders aufmerksam sein. YOUNG HELP gibt Ihnen Tipps für den Praxisalltag.

Ob ein Patient infektiös ist, können Ärzte und das Praxisteam nie ganz ausschließen. Daher sollten Sie sich bei Kontakt mit Blut, Sekreten und Körperausscheidungen immer schützen und die folgen den Empfehlungen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) berücksichtigen.

Hier lauert Gefahr.

  • Bei Stich- und Schnittverletzungen an kontaminierten Kanülen, Lanzetten oder Skalpellen.
  • Wenn wunde Hautstellen mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten in Berührung kommen.
  • Durch Blutspritzer auf die Schleimhäute von Augen, Mund oder Nase.

Hochwirksam, gut verträglich.

  • Den sichersten Schutz vor Hepatitis B, einer ernst zu nehmenden Viruserkrankung mit häufig schwerem Verlauf, bietet die Schutzimpfung. Die Grundimmunisierung ist gut verträglich und schützt auch vor Hepatitis D. Sie wird vom Arbeitgeber bezahlt und sollte alle zehn Jahre wiederholt werden. Gegen Hepatitis C und Aids konnte dagegen noch kein wirksamer Impfstoff entwickelt werden.

Sicher mit System.

  • Es gibt Instrumente, die so konstruiert sind, dass sie das Risiko von Stichverletzungen
    um bis zu 80 Prozent verringern. Zum Beispiel Injektionsnadeln, die sich nach Gebrauch in eine Schutzhülle zurückziehen oder nach der Injektion beim Herausziehen stumpf werden.

Wichtiger Schutz.

Bei gefährdenden Arbeiten sollten Sie grundsätzlich Ihre "Persönliche Schutzausrüstung" (PSA) tragen. Dazu gehören:

  • Latexfreie Schutzhandschuhe. Bei Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen empfiehlt die BGW medizinische Einmalhandschuhe. Beim Umgang mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln schützen flüssigkeits- und chemikaliendichte Haushaltshandschuhe.
  • Schutzkleidung. Ebenfalls bei Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten, Ausscheidungen. Die Schutzkleidung über der Berufskleidung vorn geschlossen tragen, bei Verunreinigung sofort wechseln, keine Aufenthalts- und Essräume damit betreten.
  • Atemschutz und Schutzbrille. Wichtig, wenn Blut oder Körperflüssigkeiten verspritzt oder als Aerosole frei werden könnten. Atemschutz nicht mit Mundschutz verwechseln. Geeignet sind Partikelfiltermasken.

Wenn es trotzdem passiert ist.

Um das Infektionsrisiko zu mindern, helfen folgende Sofortmaßnahmen:

  • Bei einer Stich- oder Schnittverletzung sofort Blutung der Wunde anregen, mit alkoholischem Präparat desinfizieren, Verband anlegen.
  • Bei Blutspritzern im Gesicht betroffene Schleimhaut mit PVP-Jod desinfizieren, gründlich mit Wasser oder – wenn vorhanden – mit destilliertem Wasser abspülen.
  • Wunde Hautstellen nach Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten mit PVP-Jod
    desinfizieren, bei intakter Haut zur Sicherheit die Stelle mit alkoholhaltigem Präparat desinfizieren.

Nicht vergessen.

  • Informieren Sie Ihren Betriebsarzt. Denken Sie außerdem daran, die Verletzung in jedem Fall zu dokumentieren und bei Ihrer BGW-Bezirksverwaltung zu melden. Nach den Sofortmaßnahmen die je nach Infektionsrisiko erforderlichen Blutuntersuchungen vornehmen lassen.

Medientyp: Artikel