29.01.2008

Ausgabe 1/2008

Young Help 1/2008

Hier erfahren Sie unter anderem, wie Sie sich vor zu großen Belastungen schützen können und was zu tun ist, wenn die Arbeitsaufgaben in der Praxis nicht klar verteilt sind. Angehenden zahnmedizinischen Fachangestellten stellen wir interessante Fortbildungsmöglichkeiten vor.

Lesen Sie im Volltext: Sauberkeit und Hygiene in der Tierarztpraxis.



Sauberkeit und Hygiene

Als „Neue“ in der Tierarztpraxis haben Sie bestimmt schon gemerkt, dass es jede Menge zu lernen und zu beachten gibt. Wie wär?s also mit einem kleinen Wissens-Update? Im Praxis-ABC Ihrer YOUNG HELP geht?s nicht nur um so wichtige Themen wie Hygiene und den Schutz Ihrer Haut, sondern auch um das richtige Verhalten gegenüber den Patienten und ihren Besitzern.

Haare, Flecken & Co.: Tierhaare auf dem Behandlungstisch, Flecken auf dem Fußboden oder Blutspritzer auf dem Kittel der Tiermedizinischen Fachangestellten machen erstens gar keinen guten Eindruck. Und zweitens können dadurch Infektionserreger übertragen werden. Deshalb immer auf Sauberkeit achten und mehrere Kittel vorrätig halten, um notfalls wechseln zu können.

Um Infektionen vorzubeugen, ist es notwendig, die Geräte und Gebrauchsgegenstände auch zu desinfizieren und/oder zu sterilisieren. Hier die wichtigsten Maßnahmen.

Behandlungstisch: Jeweils nach Patientenkontakt und täglich – kurz vor Feierabend – den Tisch mit Flächendesinfektionsmittel wischen.
Technische Geräte: Verunreinigte Teile sofort, sonst regelmäßig in Feindesinfektionsmittel einlegen und die Schale abdecken.

Instrumentarium: Sofort nach Gebrauch mit Feindesinfektionsmittel in einer abgedeckten Schale 30 Minuten einwirken lassen. Alternativen: Heißluftsterilisator, Autoklav.

  • Schutz für Ihre Hände

Desinfizieren statt waschen: „Hauterkrankungen sind die am häufigsten gemeldeten Berufserkrankungen. Schlimmste Folge ist die Berufsaufgabe“, warnt der Tierarzt Dr. Lutz Nickau, Experte bei der BGW. Sein Rat: Die Hände lieber desinfizieren statt waschen, da beim Kontakt mit Wasser die Hautfette gelöst werden. Am besten: Waschen nur bei sichtbaren Verschmutzungen und die Händedesinfektion auf ein Mindestmaß beschränken.

Handschuhe benutzen: Den sichersten Schutz vor infektiösen Materialien sowie aggressiven Reinigungs- und Desinfektionsmitteln bieten Handschuhe. Verwenden Sie daher immer:

  • Medizinische Einmalhandschuhe bei Kontakt mit Blut, Sekreten und Ausscheidungen oder beim kurzzeitigen Kontakt mit Arzneimitteln wie Cremes und Präparaten zur Ektoparasitenbehandlung. Wenn Latex-Handschuhe benutzt werden, müssen diese puderfrei sein, weil sonst schwere Allergien drohen.
  • Flüssigkeits- und chemikaliendichte Haushaltshandschuhe bei Tätigkeiten mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln.
  • Praxis-Knigge

Besser zurückhaltend: Beim ersten Kennenlernen das Tier ruhig und mit leiser Stimme ansprechen. Um Drohgebärden zu vermeiden, nicht gleich die Hand ausstrecken.

Telefonauskunft: Bevor Sie einem Tierbesitzer am Telefon Diagnosen oder Untersuchungsergebnisse mitteilen, immer erst Rücksprache mit dem Tierarzt halten.

Schweigen ist Gold: Auch für Sie gilt die tierärztliche Schweigepflicht. Das heißt, dass Sie sowohl über die Krankengeschichte der Tiere als auch über familiäre, finanzielle oder gesundheitliche Umstände der Besitzer nur mit Ihrem Chef und Ihren Kolleginnen sprechen dürfen. Allen anderen gegenüber besteht ausnahmslos Schweigepflicht.

  • Extra-Tipp: Vorsicht, bissig!

Foto: Behandlungsszene in der Tierarztpraxis

Da Neulinge in der Tierarztpraxis überdurchschnittlich oft gebissen werden, rät Dr. Nickau ihnen zu besonderer Vorsicht rund um die Narkose. „In der Einschlaf- und Aufwachphase besteht erhöhte Schnapp- und Beißgefahr, sogar bei sonst sehr braven Tieren“, erklärt der BGW-Experte. Wenn es trotzdem passiert ist und Sie (selbstverständlich!) gegen Tetanus geimpft sind, genügt bei Biss- und Kratzwunden in den meisten Fällen eine Reinigung und Desinfektion der Wunde. Bei tiefen Verletzungen gehen Sie aber unbedingt zum Arzt. Wenn die Verletzung sich entzündet hat, Sie eine Schwellung, Rötung und Schmerzen haben und das typische Pochen einsetzt, müssen Sie sofort zum Arzt oder – nachts – die Notaufnahme des Krankenhauses aufsuchen.



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Medientyp: Magazin Young Help