Studie "Evaluation des Rückenkolleg"
Muskuloskelettale Erkrankungen sind in entwickelten Industriestaaten die führende Ursache von chronischen Schmerzen, körperlichen Funktionseinschränkungen und Verlust an Lebensqualität. Die sozioökonomischen Folgen für den Einzelnen, das Gesundheitswesen und die Gesellschaft sind enorm. Pflegekräfte haben ein erhöhtes Risiko für muskuloskelettale Erkrankungen aufgrund berufstypischer, wirbelsäulenbelastender Tätigkeiten. Um eine Berufsaufgabe aufgrund einer bandscheibenbedingten Erkrankung der Lendenwirbelsäule (LWS) durch schweres Heben und Tragen (BK 2108) zu verhindern, bietet die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ihren Versicherten das 3-wöchige stationäre "Rückenkolleg" an.

Der Erhalt beziehungsweise die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit und damit Sicherung der Erwerbsfähigkeit ist ein wesentliches Ziel dieser interdisziplinären, berufsbezogenen Präventionsmaßnahme. Studien zeigen, dass sich in der Therapie chronischer Rückenschmerzen Interventionsformen als wirksam erwiesen haben, die arbeitsplatzspezifische Merkmale berücksichtigen. Die Präventionsmaßnahme wird auf Grundlage des § 3 der Berufskrankheitenverordnung durchgeführt, wonach die Unfallversicherungsträger der Gefahr der Entstehung, Wiederauflebung oder Verschlimmerung einer Berufskrankheit mit allen Mitteln entgegenwirken müssen.
Das Curriculum des Rückenkollegs umfasst neben physikalischer Therapie und Physiotherapie eine sportmedizinische Trainingstherapie, die Unterweisung in berufsspezifischen, wirbelsäulenentlastenden Bewegungs- und Arbeitstechniken und ein intensives Muskelaufbautraining. Auf diese Weise soll die Gesamtbelastbarkeit im Alltag und Beruf verbessert werden. Ergänzt wird das Angebot durch psychologische Betreuung beim Umgang mit Schmerzen und Stress. Mit der Schulung soll die individuelle Handlungskompetenz der Teilnehmer in Bezug auf die Gesunderhaltung des Rückens gefördert und die Betroffenen für rückenfreundliche Bewegungsabläufe im Alltag sensibilisiert werden.
Die Studie soll zur Qualitätsentwicklung der Patientenschulung am Rückenkolleg beitragen. Die Rekrutierung der Probanden erfolgt in der Einführungsveranstaltung der jeweiligen Standorte des Rückenkollegs.
Standorte des Rückenkollegs, an denen die Studie durchgeführt wird:
- Berufsgenossenschaftliche Nordsee Reha-Klinik, St. Peter-Ording, Klinik für Orthopädie, Traumatologie und Sportmedizin
- Berufsgenossenschaftliche-Kliniken Bergmannstrost Halle, Klinik für Physikalische und Rehabilitative Medizin
- Berufsgenossenschaftliches Unfallkrankenhaus Hamburg, Zentrum für Rehabilitationsmedizin
Die Versicherten werden mündlich und schriftlich über die Ziele und den Ablauf der Befragung und ihre Rechte als Probanden informiert.
Wenn sie bereit sind, an der Studie teilzunehmen, werden sie gebeten, die unterschriebene Einverständniserklärung zusammen mit dem ausgefüllten Fragebogen in einem verschlossenen Umschlag zurückzugeben. Zum Ende der Präventions-Maßnahme erhalten die Versicherten einen zweiten Fragebogen, den sie ausgefüllt im verschlossenen Briefumschlag zum Abschlussgespräch mitbringen sollen. Nach 6 Monaten und nach 2 Jahren bekommen die Teilnehmer einen Fragebogen mit frankiertem Rückumschlag per Post zugestellt.
Für die Teilnehmer der Studie entstehen aufgrund der Pseudonymisierung keine Nachteile und Risiken. Darüber hinaus können die Probanden jederzeit ihre Einwilligung zur Teilnahme zurückziehen und ihre Daten löschen lassen. Die Teilnehmer werden vorab ausführlich über ihre Rechte informiert.
Unsere Serviceangebote für die Studienteilnehmer:
Haben Sie Fragen oder Anregungen? Wir freuen uns, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.
Ihre Ansprechpartner:
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Informationen für Studienteilnehmer "Untersuchung der Schulungsqualität im Rückenkolleg" |
download (0.18MB) |
Einwilligungserklärung zur Teilnahme an der Studie "Untersuchung der Schulungsqualität im Rückenkolleg" |
download (0.04MB) |
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