17.12.2007

BGW-Stresskonzept - Das arbeitspsychologische Stressmodell | EP-SKM1

Titelbild: BGW-Stresskonzept.

Stress im Gesundheits- und Sozialwesen

Die Arbeit im Gesundheits- und Sozialwesen ist nachweislich mit hohen psychischen Belastungen und deutlichem Stresserleben verbunden. Zeitdruck, verantwortungsvolle Tätigkeiten oder der Umgang mit schwierigen Patienten gehören zu den typischen Stressauslösern in diesen Arbeitsfeldern. So leiden Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen überproportional häufig unter Gesundheitsstörungen.

Das Projekt
Die Prävention von arbeitsbedingtem Stress und die Rehabilitation von Erkrankungen, die mit Stress in Zusammenhang stehen, zählen somit zu den bedeutenden und dringlichen Handlungsfeldern der BGW. Die Selbstverwaltung hat deswegen das "Stressprojekt" ins Leben gerufen. Im Juni 2004 startete in der BGW ein Projekt zum Thema "Stress". In der Projektgruppe waren 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen der Prävention und Rehabilitation aktiv. Vergleichbar mit den Projektergebnissen aus dem Projekt "Hautkrankheiten und Hautschutz" besteht jetzt das "BGW-Stresskonzept". Es ist für die künftige Arbeit der BGW zum Thema Stress der maßgebliche Hintergrund. Das Projekt wurde bis Mai 2005 von Frau Pamela Ostendorf und anschließend von Frau Annett Zeh geleitet.

Projektziel
Ziel der Projektgruppe war es, die Organisation und Koordination zum Thema Stress innerhalb der BGW und die BGW-Angebote für die Mitgliedsbetriebe zu optimieren.
Dazu sollten die Begrifflichkeiten und der theoretische Hintergrund eindeutig festgelegt werden. Alle Ergebnisse betreffen sowohl die Prävention von arbeitsbedingtem Stress als auch die Rehabilitation von arbeitsbedingten Erkrankungen, die mit Stress in Zusammenhang stehen.
Im Stressprojekt erfolgte eine Sammlung und Systematisierung der vorliegenden BGW-Produkte und -Ansprechpartner zum Themenbereich Stress. Die aktuellen Produkte beziehen sich vor allem auf Stressoren wie Arbeitsorganisation, Arbeitsaufgabe, Arbeitsumgebung und soziale Beziehung. Aktuelle Interventionsansätze beziehen sich auf die Arbeitsbedingungen und/oder auf das Verhalten von Individuen. Derzeit stehen Produkte für die Pflege zahlenmäßig im Vordergrund.

Ergebnisse
Es wurde ein Theoriemodell ausgewählt, das zukünftig als verbindliche Grundlage für die Entwicklung aller neuen BGW Produkte zur Thematik Stress dient. Neu an dem Modell ist, dass es das Belastungs- und Beanspruchungsmodell mit innerpsychischen Verarbeitungsprozessen und Bewältigungsmöglichkeiten (Ressourcen) verbindet. Das Modell enthält für die BGW neue Kernaussagen: Zum Beispiel, dass Stress immer negativ ist. Die BGW wird nur dann von Stress sprechen, wenn die Auswirkung von Stress mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit zu einer Beeinträchtigung oder Schädigung führt.
Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist das Koordinations- und Kooperationsgremium Stress (KoKoS). Das KoKoS ist eine übergeordnete interne Fachinstanz, die im Sinne einer Qualitätssicherung genutzt und frühzeitig in die Entwicklung neuer Produkte zum Thema Stress eingebunden werden soll. Das KoKoS berät Entwickler stressrelevanter Produkte und gibt Entscheidungsträgern der BGW Empfehlungen.
Das Koordinierungs- und Kooperationsgremium Stress ist per Mail unter kokos@bgw-online.de erreichbar.

Ihre Ansprechpartnerinnen für Fragen und Anregungen im Bereich GPR, Fachbereich Gesundheitsschutz/Psychologie:

  • Annett Zeh
    Projektleitung
    Telefon: (040) 202 07 - 78 91
    E-Mail: Psychologie@bgw-online.de

  • Heike Pieper
    Assistenz
    Telefon: (040) 202 07 - 78 92
    E-Mail: Psychologie@bgw-online.de

Autor(en): Prof. Dr. Eva Bamberg, Universität Hamburg; Monika Keller, BGW; Claudia Wohlert, BGW; Annett Zeh, BGW

Medientyp: BGW forschung

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