08.10.2009

Hautkrankheiten im Beruf: Deutsche Erfolge stehen Modell für Europa - Sozialpartner und Experten schließen Bündnisse: Kampagne „europrevention“ 2010

Die großen Erfolge bei der Prävention und Behandlung beruflich bedingter Hauterkrankungen in Deutschland haben in Europa für Aufmerksamkeit gesorgt. Sowohl auf der Ebene der Sozialpartner als auch im Bereich der Berufsdermatologie entstehen derzeit europäische Bündnisse, mit denen Arbeitsschutz-Standards für die Gesunderhaltung der Haut europaweit durchgesetzt werden sollen.

Dass nicht nur betroffene Arbeitnehmer, sondern auch die Arbeitgeber an einer Reduzierung der beruflichen Hauterkrankungen ein großes Interesse haben, zeigt eine aktuelle Initiative der Sozialpartner im Friseurhandwerk auf europäischer Ebene. Denn die hohen Kosten, die diese Erkrankungen nach sich ziehen, haben allzu oft die Unternehmen zu tragen. Ein Arbeitsausfall wirkt sich direkt auf die Lohnkosten aus, während die Ausgaben für Rehabilitation und Umschulungen die Sozialversicherungsbeiträge und somit die Lohnnebenkosten belasten.

Gemeinsame Arbeitsschutz-Standards noch vor der einheitlichen Steckdose

In Deutschland hat man aber auch schon die umgekehrte Erfahrung gemacht: Bei der BGW sanken zum Beispiel aufgrund der großen Präventionserfolge die Kosten für berufliche Rehabilitationsmaßnahmen bei Hauterkrankungen um über 60 Prozent von 35,5 Millionen Euro im Jahr 1998 auf 9,3 Millionen Euro im Jahr 2008 – die BGW konnte dadurch zum Beispiel die Beiträge für Unternehmen des Friseurgewerbes mehrmals senken, so 2001 um 25 Prozent und 2007 nochmals um 17 Prozent. Diese positiven Erfahrungen will man jetzt europaweit nutzen. Dazu hat der entsprechende Ausschuss der Europäischen Kommission das Arbeitsprogramm „Entwicklung einer gemeinsamen Gesundheits- und Arbeitsschutzempfehlung für den Friseurberuf in Europa“ in Auftrag gegeben. Prof. Swen Malte John von der federführenden Universität Osnabrück: „Wir warten in Europa immer noch auf die einheitliche Steckdose. Im Arbeitsschutz werden wir das haben – lange bevor sich die europäische Elektroindustrie auf einen gemeinsamen Standard verständigt haben wird. Was wir jetzt für das Friseurgewerbe entwickeln, wird wegweisend für viele andere hautbelastende Berufe in Europa sein.“

Kampagne „europrevention“ 2010

Auch auf wissenschaftlicher Ebene gibt es bei den beruflichen Hautkrankheiten immer mehr europäische Zusammenarbeit. Die „European Initiative for the Prevention of Occupational Skin Diseases“ (EPOS), eine Vereinigung innerhalb des europäischen Dermatologen-Dachverbands EADV („European Academy of Dermatology and Venereology“) bereitet derzeit die Kampagne „healthy skin @ work – europrevention“ vor. Sie soll die Erkenntnisse und Errungenschaften der dermatologischen Prävention jedem EU-Bürger zugänglich machen und startet 2010.

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Medientyp: Presseinformation

EADV for Imprived Prevention of Occupational Skin Diseases in Europe: EADV-Campain 2010