24.11.2009

Mehr Arbeitsunfälle in Kindertagesstätten - BGW: Immer höhere körperliche und psychische Belastungen für Erzieherinnen

Grafik: Bei der BGW gemeldete Arbeitsunfälle von Beschäftigten in nicht staatlichen Kindertagesstätten und Schulen (meldepflichtige Unfälle 2004 bis 2008) Die Arbeitsunfälle in Kindertagesstätten nehmen zu
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In Kindertagesstätten passieren nicht nur mit Kindern immer wieder kleinere oder größere Unfälle - auch die Erzieherinnen und Erzieher verletzen sich. Im letzten Jahr so viele wie nie zuvor, meldet die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Ursache ist auch die immer höhere körperliche und psychische Arbeitsbelastung.

Die Zahl der Arbeitsunfälle in den bei der BGW versicherten nicht staatlichen Kindertagesstätten und Schulen hat in den letzten fünf Jahren um über 30 Prozent zugenommen - von knapp 3.000 im Jahr 2004 auf fast 4.000 im Jahr 2008. Dies liegt jedoch nur zum Teil an der gestiegenen Zahl der Beschäftigten, die im selben Zeitraum um 16 Prozent von rund 535.000 auf knapp 621.000 Personen zulegte. Davon arbeiteten 85 Prozent in Kindertagesstätten und 15 Prozent in Schulen.

Steigende Belastung der Erzieherinnen

„Eine wesentliche Ursache für die starke Zunahme der Unfälle ist gewiss die steigende physische und psychische Belastung der Erzieherinnen durch noch immer zu große Gruppen, mehr auffällige Kinder, Arbeitsverdichtung und Zeitmangel sowie einen enormen Dokumentationsaufwand in den Kindertagesstätten“, vermutet Jörg Stojke, Leiter der BGW-Akademie in Dresden. Viele Arbeitsunfälle passieren durch Stolpern und Stürzen oder Klemmen und Quetschen. Außerdem werden die Beschäftigten zum Beispiel von Gegenständen getroffen oder von Kindern gebissen.

Empfohlene Impfungen anbieten

Eine weitere, häufig vernachlässigte Gesundheitsgefahr für Erzieherinnen und Erzieher ist das Sitzen auf Kinderstühlen und anderen nicht erwachsenengerechten Möbeln. „Dadurch entsteht eine Zwangshaltung, die, täglich über längere Zeit praktiziert, zu erheblichen Rückenbelastungen und -schmerzen führen kann“, so der BGW-Experte. Außerdem spielt die Gefahr von Infektionen durch den engen Kontakt - auch mit Blut, Speichel oder beim Wickeln von Kleinkindern - eine nicht zu bagatellisierende Rolle. Die BGW rät Kinderbetreuungseinrichtungen, den Angestellten die empfohlenen Impfungen anzubieten, zum Beispiel gegen Keuchhusten, Masern, Mumps, Windpocken und Röteln.

Arbeitsorganisation und -abläufe kritisch beleuchten

Um ihr Personal im Hinblick auf die steigenden Arbeitsbelastungen zu unterstützen, sollten Kindertagesstätten zudem Supervisionen und gesundheitsfördernde Maßnahmen anbieten sowie Arbeitsorganisation und -abläufe immer wieder kritisch beleuchten. Hierbei erhalten sie auch Unterstützung von der BGW. Damit tragen die Einrichtungen dazu bei, Arbeitsunfälle zu verhindern und Ausfallzeiten zu reduzieren. Die BGW ist die gesetzliche Unfallversicherung für Kindertageseinrichtungen und Schulen, die von Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Stiftungen und privaten Organisationen getragen werden. Die betreuten Kinder sind über die öffentlichen Unfallkassen versichert.

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Medientyp: Presseinformation

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