10.06.2009

Unfälle finden oft am Boden statt - Banale Ursache und dramatische Folgen: glatte, rutschige und schmutzige Fußböden

Foto: Pflegekraft neben Warnschild auf nass gereinigtem Boden Vorsicht bei rutschigen Böden
Download (0.04MB)

Ein Arbeitsunfall - da denkt man an große Maschinen, an denen Menschen sich verletzen. Die meisten Unfälle finden jedoch am Boden statt: buchstäblich auf dem Fußboden. Es sind Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle, von denen viele aufgrund von glatten, rutschigen und schmutzigen Bodenbelägen oder Stolperfallen passieren, teilt die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) mit.

Etwas verschüttete Flüssigkeit, ein herumliegendes Kabel, ein welliger Fußbodenläufer - und schon ist es passiert. Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle machen in der Statistik der BGW, des zweitgrößten Trägers der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland, mehr als ein Viertel aller Arbeitsunfälle aus. „Auch wenn ein Ausrutscher als etwas Alltägliches angesehen wird“, weiß Werner Reick, Präventionsexperte der BGW, „so sind die Unfallfolgen oft mit schwerem menschlichen Leid verbunden: Knochen- und Schädelbrüche, die einen langwierigen Heilungsprozess und hohe Behandlungskosten nach sich ziehen.“

Für rutschhemmende Fußböden sorgen

In Betrieben muss daher dafür gesorgt werden, dass die Fußböden rutschhemmend sind (siehe Tabelle mit R-Kategorien). Vom Aussehen her lässt sich allerdings oft nicht darauf schließen, wie rutschig ein Boden ist. „Viele gängige Beläge gibt es in rutschhemmenden Ausführungen“, so Werner Reick weiter, „außerdem können Fußböden durch eine Nachbehandlung griffiger gemacht werden.“

Sauberlaufzonen einrichten

Viele Fußböden werden vor allem zur Rutschbahn, wenn sie nass sind. Daher empfiehlt die BGW Sauberlaufzonen im Eingangsbereich. Sie verhindern, dass Schmutz und Nässe aus dem Außenbereich ins Gebäude getragen werden. Verschüttete Flüssigkeiten sollten sofort aufgewischt und nass gereinigte Bereiche durch Warnschilder gekennzeichnet werden. Optimal wäre es, den Fußboden trocken nachzuwischen. Das Reinigungspersonal kann sich mit flachen, fersenumschließenden Schuhen mit rutschfester Sohle vor Ausrutschen schützen.

Stolperfallen vermeiden

Typische Stolperfallen sind herumliegende oder auf dem Fußboden abgestellte Gegenstände. Auch Strom- und Verbindungskabel, die auf dem Boden verlaufen, werden schnell zu Fußangeln. „Sehr unfallträchtig sind Übergänge zwischen unterschiedlichen Bodenoberflächen“, erläutert der BGW-Präventionsfachmann. „Das gilt besonders für Ränder von Fußmatten und Teppichbelägen: Diese sollten gut zu erkennen sein.“ Matten mit hochgebogenen Ecken oder ausgebrochenen Rändern sollten sofort aussortiert und Übergänge immer mit fest montierten Teppichleisten gesichert werden, so die BGW.

Empfohlene Rutschfestigkeit von Bodenbelägen (Beispiele)

Je größer die Rutschgefahr, desto höher die erforderliche Rutschfestigkeit (R):

R 9 Eingangsbereiche innen, Büros, Verkaufsräume, Innentreppen, Kantinen
R 10 Sanitärräume, Pausenräume, Teeküchen
R 11 Treppen und Eingangsbereiche außen, Küchen, Gehwege außen
R 12 Großküchen, Spülräume, Produktionsräume Lebensmittelindustrie
R 13 Produktionsräume Fleisch und Fisch verarbeitende Betriebe

ca. 2.495 Anschläge

Medientyp: Presseinformation

Download (0.12MB)