10.06.2009
Viele Arbeitsunfälle bei Tierärzten - BGW: Am sichersten sind Arztpraxen und Apotheken
Der Beruf des Tierarztes ist um einiges gefährlicher als andere Berufe im Gesundheitswesen. Dies zeigen Zahlen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), der gesetzlichen Unfallversicherung für Gesundheits- und Pflegeberufe. Das Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden, liegt bei Veterinären und ihren Angestellten elf Mal höher als zum Beispiel bei Humanmedizinern.

Hatten in Arzt- und Zahnarztpraxen im Jahr 2008 nur zwei von 1.000 Beschäftigten einen Arbeitsunfall, so waren es in Tierarztpraxen fast 26. Damit führen diese die Arbeitsunfall-Statistik der Gesundheitsberufe an. Erst mit weitem Abstand und mit weniger als der Hälfte an Unfällen folgen Alten-, Pflege- und sonstige Heime, Krankenhäuser und ambulante Pflegedienste. Im Mittelfeld liegen Massage-, Therapie-, Hebammen- und Fußpflegepraxen. Wenig unfallträchtig sind neben Arzt- und Zahnarztpraxen auch Apotheken mit knapp drei Unfällen pro 1.000 Beschäftigte.
Stress und Hektik häufig Ursache
Einer der häufigsten Gründe für Unfälle und Verletzungen bei der Arbeit sind Stress und Hektik. „Arbeitsunfälle passieren oft, wenn man drei Dinge auf einmal erledigen will oder muss und dadurch Sicherheitsvorkehrungen ignoriert und nachlässig wird“, berichtet Albrecht Liese, Präventionsexperte bei der BGW. „Einen großen Teil der Unfälle machen zum Beispiel Sturz- und Stolperunfälle aus, die durch eiliges Laufen entstehen.“ Insofern ist es ein Symptom für zunehmende Arbeitsverdichtung im Gesundheitswesen, dass gerade Krankenhäuser sowie Pflegeheime und -dienste die oberen Ränge einnehmen.
Erhöhte Unfallquote in Tierarztpraxen
Auch auf Tierarztpraxen treffen Zeitnot und Stress zu, insbesondere wenn Großtiere behandelt werden. Veterinäre, die landwirtschaftliche Betriebe betreuen, müssen in ständiger Rufbereitschaft sein; wenig geregelte Arbeitszeiten, Nachtdienste und viele Autofahrten von Hof zu Hof gehören zum Alltag. Hinzu kommen zum Teil erhebliche Verletzungen durch Tritte und Bisse der behandelten Tiere. Aber auch in Kleintierpraxen tragen Kratz- und Bisswunden zu der stark erhöhten Arbeitsunfallquote bei.
ca. 2.055 Anschläge
Medientyp: Presseinformation

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