01.12.2000
Berechnung von Gefahrstoffkonzentrationen am Arbeitsplatz
Arbeitsschutzfachleute benötigen an Arbeitsplätzen mit Gefahrstoffexpositionen regelmäßig Informationen über die Schadstoffkonzentrationen in der Luft. Dabei stehen ihnen nicht immer einfache Messverfahren zur Verfügung, die sofort die gewünschte Information liefern. Dennoch ist es in vielen Fällen möglich, durch eine systematische Betrachtung des Arbeitsplatzes zu beurteilen,
ob die Luftkonzentrationen soweit unterhalb der Luftgrenzwerte (zum Beispiel MAK- Werte) liegen, dass eine Grenzwertüberschreitung mit ausreichender Sicherheit ausgeschlossen werden kann, oder
ob die Schadstoffkonzentrationen in der Luft mit Sicherheit oberhalb der zulässigen Luftgrenzwerte liegen, oder
ob die Schadstoffkonzentrationen so nahe an den Luftgrenzwerten liegen, dass zusätzliche Informationen (evtl. durch Messungen) eingeholt werden müssen, um ein zuverlässiges Urteil abgeben zu können.
Im Rahmen dieses Beitrages werden die wesentlichen Einflussgrößen auf die Schadstoffkonzentration in der Luft an Arbeitsplätzen vorgestellt und ihre gegenseitigen Abhängigkeiten in Form von Modellgleichungen präsentiert. Die Modellgleichungen können auch zur Planung von Schutzmaßnahmen herangezogen werden.

Grundlagen
Grundsätzliche Zusammenhänge
Die Belastung von Beschäftigten durch luftgetragene Gefahrstoffe wird in Deutschland in der Regel durch Messungen bestimmt. Zwar lässt die für die Ermittlung und Beurteilung der Konzentration gefährlicher Stoffe in der Luft in Arbeitsbereichen gültige Rechtsnorm TRGS 402 /1/ auch zuverlässige Berechnungen zur Beurteilung zu, ohne jedoch diese genauer zu definieren. Daher wurde von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ein Expositionsmodell erarbeitet, welches zur Expositionsermittlung und Arbeitsplatzbeurteilung angewendet werden kann /2/.
Unter der Differenzierten Expositionsanalyse (Abb. 1) wird die systematische Sammlung und Auswertung der Daten verstanden, die die Expositionsverhältnisse am Arbeitsplatz bestimmen. Bei der Analyse einer Schadstoffbelastung am Arbeitsplatz kann danach differenziert werden in
die stofflichen Eigenschaften des Schadstoffes,
die Analyse der Schadstoffquelle,
die Einflüsse des Raumes um die Schadstoffquelle und um die betroffenen Menschen,
die Aspekte der Arbeitsorganisation.
Gelingt es, die genannten vier Bereiche mathematisch, semiempirisch oder rein empirisch zu beschreiben und über Modellgleichungen zu verknüpfen, erhält man ein Expositionsmodell, das die Belastung durch Gefahrstoffe am Arbeitsplatz in Abhängigkeit von den wesentlichen Parametern beschreibt. Somit werden Abschätzungen der Arbeitsplatzbelastung unter Variation der Arbeitsbedingungen möglich, die sonst nur mit großem Messaufwand zu erhalten sind.
Medientyp: Infomaterial


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