31.05.2010
1. Symposium zu Gesundheitsrisiken in Pflegeberufen - Inhalte der Fortbildungsveranstaltung für Betriebsärzte am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Fortbildungsveranstaltung: Tuberkulosevorsorge nach beruflicher Exposition, vor immunsuppressiver Therapie
Die Anzahl der Tuberkulose (TB)-Erkrankungen in Deutschland war 2009 erstmalig seit vielen Jahren nicht rückläufig. Nur ein Zufall oder müssen wir die Anstrengungen zur Bekämpfung der Tuberkulose intensivieren?

In Ländern mit niedriger TB-Inzidenz sind Identifizierung und Therapie einer latenten Tuberkulose Infektion (LTBI) ein Kernelement moderner TB-Vorsorge. Für den MTB-Komplex typische Antigene, die von den meisten Umweltmykobakterien und BCG-Vaccine-Stämmen nicht geteilt werden, konnten isoliert werden. Dadurch war es möglich, einen Interferon-γ-Release Assays (IGRA) zu entwickeln, der wesentlich spezifischer, kostengünstiger und effektiver als der Tuberkulin-Hauttest nach Mendel-Mantoux (THT) für die Diagnose der LTBI ist.
IGRAs werden sowohl in Vorsorgeuntersuchungen durch Gesundheitsämter und Betriebsärzte als auch in der Klinik eingesetzt. Vor Therapie mit Anti-TNF-α bei einer Psoriasis wird die Diagnose und Therapie einer LTBI empfohlen, um die Progredienz zu einer aktiven TB unter immunsuppressiver Therapie zu verhindern. Hartnäckige Lumboischialgien oder untypische heftige Arthralgien müssen im hohen Alter auch an eine TB denken lassen.
Die Therapie der LTBI gehört in die Hände eines Pneumologen. Bisher bestehen in Deutschland aber kaum praktische Erfahrungen mit der Chemoprävention der LTBI.
Die Erkenntnisse und Entwicklungen der Forschung wurden im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung am 26.05.10 im Hörsaal Frauenheilkunde am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) vorgestellt. Eingeladen wurden Betriebsärzte, Dermatologen, Pneumologen, Rheumatologen und Orthopäden mit dem Ziel, nicht nur zu informieren, sondern auch Verfahrensweisen rund um das Thema Tuberkulose zu diskutieren.
Diese Fortbildungsveranstaltung ist entstanden aus einer Kooperation zwischen der BGW und dem Competenzzentrum Epidemiologie und Versorgungsforschung bei Pflegeberufen (CVcare), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, welches mit der Stiftungsprofessur unter der Leitung von Prof. Dr. med. Albert Nienhaus geschaffen wurde.
Die Inhalte dieser Veranstaltung können hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden:
- Epidemiologie der aktiven Tuberkulose sowie der latenten Tuberkulose-Infektion
- TB-Vorsorge bei Beschäftigten im Gesundheitsdienst - die BGW-Studie
- Risiko einer aktiven TB nach positivem IGRA, Indikation und Durchführung der präventiven Chemotherapie
- Steckbrief einer vergessenen Differential-Diagnose in der Orthopädie
- Erfahrungen mit dem TB-Screening vor immun-suppressiver Therapie in der Dermatologie und Rheumatologie
Medientyp: Fachartikel




