24.10.2011
Berufliche MRSA-Infektionen bei Beschäftigten im Gesundheitsdienst
Infektionen durch Methicillin-restistente Staphylococcus-aureus-(MRSA-)Erreger können bei den Beschäftigten im Gesundheitsdienst zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. In Deutschland gibt es in dieser Berufsgruppe bislang keine Untersuchung zur Häufigkeit von beruflich bedingten MRSA-Infektionen. In dieser Arbeit werden die Daten einer Unfallversicherung zu den beruflich verursachten MRSA-Infektionen präsentiert.

Aus dem Datenbestand der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege wurden Verdachtsanzeigen auf eine MRSA-Infektion ausgewählt, die zwischen 2006 und 2007 gemeldet und als Berufskrankheit (BK) anerkannt wurden. Die Fälle wurden anhand der BK-Akten analysiert. Angaben zum Infektionsrisiko am Arbeitsplatz, Erkrankung und den Gründen für die Anerkennung als BK wurden dokumentiert.
Von den 389 registrierten MRSA-Verdachtsanzeigen wurden 17 Fälle als BK anerkannt. Die an MRSA erkrankten Beschäftigten arbeiteten überwiegend in Pflegeheimen und Krankenhäusern. Die MRSA-Infektionen befanden sich am häufigsten im Hals-Nasen-Ohrenbereich und an der Haut. In drei Fällen trat eine Sekundärinfektion nach einer Hautverletzung auf. In vier Fällen kam es infolge der MRSA-Infektion zu einer langjährigen Arbeitsunfähigkeit. In acht Fällen waren Indexpatienten bekannt, in einem dieser Fälle bestand ein genetischer Zusammenhang zwischen dem Indexpatienten und dem Beschäftigten. In fünf Fällen war die Möglichkeit einer außerberuflichen Ursache der Infektion gegeben. Kriterien für die Anerkennung von MRSA-Infektionen als BK sind Kontakte zu MRSA-positiven Patienten und Tätigkeitsbereiche mit einem erhöhtem MRSA-Risisko.
Das Risiko einer berufsbedingten MRSA-Infektion scheint gering zu sein. Für die betroffenen Beschäftigten kann eine Infektion jedoch schwerwiegende Folgen haben. Da nicht identifizierte MRSA-Patienten ein erhöhtes Risiko darstellen, ist eine verbesserte Infektionssurveillance von Risikopatienten zur Prävention von MRSA-Infektionen erforderlich.
Der Artikel wurde veröffentlicht unter:
F. Haamann, M. Dulon, A. Nienhaus. Berufliche MRSA-Infektionen bei Beschäftigten im Gesundheitsdienst, Arbeitsmed Sozialmed Umweltmed 46, 10, 2011; 46:585-589.
Autor(en): Haamann, F.; Dulon, M.; Nienhaus, A.
Medientyp: Fachartikel
MRSA als Berufskrankheit |
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