21.02.2008
Gefahrstoffexpositionen in der Schädlingsbekämpfung
Zur Unterstützung der Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit Schädlingsbekämpfungsmitteln wurden bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege Informationen zu Inhaltsstoffen von Biozidprodukten gesammelt, nach arbeitsschutzrelevanten Aspekten ausgewertet und in einer Datenbank zusammengestellt.

Die von den Herstellern zur Verfügung gestellten Sicherheitsdatenblätter sind in Qualität und Informationsgehalt unterschiedlich zu bewerten. Ein Schwachpunkt liegt in der korrekten Bezeichnung der Inhaltsstoffe mit Angabe der CAS-Nummer (Registriernummern des Chemical Abstract Service). Zu 273 Produkten konnten 52 Inhaltsstoffe identifiziert werden, die 88 Prozent aller Stoffnennungen abdecken. Die Auswertung nach Häufigkeit der Kennzeichnungen mit Gefahrensymbolen und Risiko-Sätzen (R-Sätzen) in Abhängigkeit von den Zielorganismen (Gliedertiere oder Wirbeltiere) zeigt eine klare Tendenz: Produkte zum Einsatz gegen Gliedertiere – insbesondere die im Sprühverfahren ausgebrachten Mittel – sind deutlich stärker mit Gefahren behaftet und häufiger gekennzeichnet als solche gegen Wirbeltiere. Eine detaillierte Analyse der Wirkstoffe in Schädlingsbekämpfungsmitteln gibt Aufschluss darüber, welche Komponenten als gesundheitsschädlich, reizend, giftig oder hautsensibilisierend eingestuft sind oder im Verdacht stehen, eine kanzerogene Wirkung zu haben.
Der Artikel wurde veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Gefahrstoffe - Reinhaltung der Luft", Ausgabe Nummer 68 (2008) Nr. 1/2 - Jan./Febr. des Springer - VDI - Verlages.
Autor(en): U. Eickmann, U. Kießling
Medientyp: Fachartikel
Hilfen für die Gefährdungsbeurteilung bei der Schädlingsbekämpfung |
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