21.06.2007

Desinfektionsmittel im Gesundheitsdienst - Informationen für eine Gefährdungsbeurteilung

Zur Unterstützung der Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit Desinfektionsmitteln wurden frei zugängliche Produktinformationen zu 673 Produkten zur Flächendesinfektion, Haut- und Händedesinfektion, Instrumenten- und Wäschedesinfektion mit insgesamt 2193 Informationen zu Inhaltsstoffen in der Datenbank DESINFO gesammelt und unter Arbeitsschutzaspekten ausgewertet.

Die Analyse der Informationen ermöglichte die Reduktion der identifizierten Inhaltsstoffe auf nur 162, wobei 52 dieser Stoffe mehr als 90 % aller Nennungen ausmachten. Sie brachte aber eine Reihe von Schwachpunkten in der Kommunikation zwischen Herstellern/Lieferanten und den Anwendern zutage, da viele Informationen für den Anwender, meist chemische Laien, nicht hilfreich sind. So konnten selbst in der vorliegenden Arbeit 19,4 % der Stoffnennungen wegen ungenauer Inhaltsstoffangaben beziehungsweise fehlender Identifikationsmerkmale (zum Beispiel Chemical Abstracts Registry Number (CAS-Nr.)) nicht weiter ausgewertet werden. Eine intensive Verwendung von Synonymen in den Produktinformationen macht es den Anwendern quasi unmöglich, Produkte selbständig unter dem Aspekt der Gefährdungsminimierung, zum Beispiel zur Verhinderung von Haut- und Atemwegssensibilisierungen, zu bewerten.

Zur Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung steht Ihnen eine Liste mit deklarierten Inhaltsstoffen in Desinfektionsmitteln und ihre Häufigkeit in verschiedenen Anwendungen zur Verfügung.

Der Artikel wurde veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Gefahrstoffe - Reinhaltung der Luft", Ausgabe Nummer 1/2 2007 des Springer - VDI - Verlages.

Autor(en): Eickmann, U.; Türk, J.; Knauff-Eickmann, R.; Kefenbaum, K.; Seitz, M.

Medientyp: Fachartikel

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