10.03.2003
Berechnung von luftgetragenenen Gefahrstoffbelastungen
Im Arbeitsschutz ergibt sich häufig die Notwendigkeit, Informationen über die Exposition von Beschäftigten gegenüber chemischen Substanzen zu sammeln oder zu ermitteln.
Zu den Vor- und Nachteile von Berechnungsverfahren, dem Prinzip der Differenzierten Expostionsanalyse-DEA, den Möglichkeiten und Anwendungsvoraussetzungen des Berechnungsprogramms und den Perspektiven des Berechnungssystems äußert sich dieser Fachartikel.

Während sich im Immissionsschutz, im Katastrophenschutz, aber auch bei der Bewertung der Gefährdung von chemischen Substanzen (zum Beispiel Altstoffen) die Anwendung von Modellen und Computerprogrammen etabliert haben, stehen Arbeitsschutzfachleute den Berechnungsverfahren bisher distanziert gegenüber, wenn sie der Expositionsermittlung dienen. So hat die TRGS 402 "Ermittlung und Beurteilung der Konzentrationen gefährlicher Stoffe in der Luft in Arbeitsbereichen" zwar schon seit vielen Jahren "zuverlässige Berechnungsverfahren" als Ermittlungsmethode zur Bestimmung der luftgetragenen Gefahrstoffbelastungen benannt, dennoch wurden sie nur sehr selten eingesetzt, da die Qualität der Berechnungsverfahren für Außenstehende schwer zu beurteilen war.
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitssicherheit (BIA) haben daher in den letzten Jahren das Wissen um Berechnungsverfahren in der Arbeitsbereichsanalyse zusammengetragen und in einem umfangreichen BIA-Report veröffentlicht. Dabei wurde ein pragmatisches Berechnungsverfahren (Differenzierte Expostionsanalyse-DEA) entwickelt, um Schadstoffkonzentrationen und personenbezogene Expositionen praxisnah berechnen zu können.
Nun liegt ein Berechnungsprogramm vor, das Arbeitsschutzfachleuten hilft, dieses Berechnungsverfahren bequem anzuwenden und professionell zu dokumentieren.
Im folgenden Beitrag sollen die Vor- und Nachteile von Berechnungsverfahren angesprochen und das Prinzip der Differenzierten Expostionsanalyse-DEA erläutert werden. In einem weiteren Abschnitt werden die Möglichkeiten und Anwendungsvoraussetzungen des Berechnungsprogramms beschrieben, aber auch sichtbare Grenzen der Anwendung. Der Beitrag schließt mit einem Ausblick auf die Weiterentwicklung dieses Berechnungssystems, zum Beispiel für die Visualisierung von Expostionen im Rahmen der Unterweisungen nach § 20 GefStoffV.
Autor(en): Dr. Udo Eickmann
Medientyp: Fachartikel


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