BGW mitteilungen - Ausgabe 2/2010

Jahresrückblick

Rückblick: Geschäftsjahr 2009

Foto: Rollstuhlnutzerin steigt ins Auto.

Was hat die sichere Mobilität von Menschen mit Behinderungen mit dem trendbewussten Hautschutz von Friseuren zu tun? Ganz verschieden, aber dem gleichen Ziel verpflichtet zeigten zwei Kampagnen der BGW im vergangenen Jahr, wie maßgeschneiderte Präventionsarbeit aussieht.

Ihren Mitgliedsunternehmen bietet die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) kompetente Unterstützung in Sachen gesunde und sichere Arbeitsbedingungen. Das Angebot ist breit gefächert und reicht von individueller Beratung und Betreuung über vielfältige Informationsmedien und Seminare bis hin zu um fassenden Präventionsprogrammen. Das Ziel: Der Arbeits- und Gesundheitsschutz soll überschaubar werden – nicht als zusätzliche Belastung, sondern als wichtiger Baustein für ein erfolgreiches Unternehmen.

Haftpflichtschutz für Unternehmer

Mit fast sieben Millionen Versicherten in knapp 600.000 Unternehmen ist die BGW auch in einem veränderten Umfeld weiterhin Deutschlands zweitgrößte Berufsgenossenschaft. Die gesetzliche Unfallversicherung befindet sich derzeit im Umbruch: Einzelne Träger fusionieren und die bereits 2008 angestoßenen Reformen werden sukzessive umgesetzt. Für die Mitgliedsunternehmen der BGW brachte das im vergangenen Jahr vor allem veränderte Meldepflichten beim Entgeltnachweis und neue Berechnungsgrundlagen für die Beiträge mit sich.

Tabelle mit Angaben zu Versicherten, Unternehmen, Arbeitsunfälle und Wegeunfälle der Jahre 2000, 2008 und 2009.

Die gesetzliche Unfallversicherung stellt eine Haftpflichtversicherung für den Unternehmer gegen die Risiken von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten seiner Mitarbeiter dar. Nach einem Versicherungsfall steuert und koordiniert die BGW die medizinische Behandlung sowie die Wiedereingliederung in den Beruf und in das soziale Umfeld.

Mitgliederzuwachs bei der BGW

Beim Versicherungsgeschehen machte sich 2009 bemerkbar, dass die BGW einen deutlichen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen hat. Dabei kamen mehr als 300.000 versicherte Personen hinzu, hauptsächlich in den Berufsgruppen Kosmetik, Tagespflege, Friseure und Berufsbetreuer. Die Entwicklung der Versicherungsfälle verläuft weitgehend parallel – die absoluten Zahlen haben sich deshalb auch hier erhöht.

Grafik mit Angaben zu Berufskrankheiten 2009

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist im vergangenen Jahr nur leicht gestiegen. Dass die Wegeunfälle dagegen deutlich zugenommen haben, ist zu einem großen Teil auf die schlechte Witterung zu Jahresbeginn zurückzuführen. Ebenfalls ein Anstieg von rund 8 Prozent war bei den Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit zu verzeichnen. Neben fast 18 Prozent mehr Atemwegserkrankungen nahm vor allem die Zahl der Hauterkrankungen weiter zu – sie machen nach wie vor über die Hälfte aller Verdachtsmeldungen aus.

Friseure für Hautschutz gewinnen

Foto: (von links nach rechts) Marco Küveler, Boris Entrup und Maria FeußnerDurch Feuchtarbeit tragen insbesondere Friseurinnen und Friseure ein hohes Hauterkrankungsrisiko. Im Sommer 2009 hat die BGW deshalb die Kampagne »Lebe Deinen Traum« gestartet: Sie zeigt einfache Lösungen, die Hände bei der Arbeit zu schützen (siehe auch Artikel "Friseurkampagne Newsticker"). Die wichtigste Empfehlung ist, beim Haarewaschen stets Handschuhe zu tragen. Weil Schönheit und Ästhetik im Friseurberuf im Mittelpunkt stehen, greift die Kampagne diesen Aspekt heraus und macht deutlich, dass schöne, gepflegte Hände wesentlich zum beruflichen Erfolg beitragen. Botschafter der Kampagne ist der Beauty-Experte Boris Entrup. Als Kommunikationsmittel werden neben einer umfassenden Website und Messeauftritten eigene Produkte wie spezielle champagnerfarbene Einmalhandschuhe eingesetzt. Zum Auftakt der Aktion wurden rund 65.000 Pakete mit den Handschuhen und weiteren Materialien an die Friseursalons in Deutschland verschickt.

Eine zweite maßgeschneiderte Kampagne nahm ebenfalls im vergangenen Jahr die Arbeit auf: Mit »sicher mobil« engagiert sich die BGW gemeinsam mit dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband (DRS) dafür, dass auch diejenigen uneingeschränkt am Leben teilnehmen können, die im Rollstuhl sitzen (siehe Artikel "Kliniktour 2010: Bewegung verbindet"). Ziel ist die sichere Mobilität von Menschen mit Behinderungen. In diesem Rahmen unterstützt die BGW besonders das Kraftknoten-Sicherungssystem.

Praxishilfen für Unternehmen

Auch in anderen Bereichen hat die BGW ihr Angebot für die versicherten Branchen ausgebaut, unter anderem mit Handlungshilfen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement und einem sowie einer Veranstaltung zum Umgang mit dem demografischen Wandel in der Pflege. Mitte des Jahres konnte zudem der 500. Betrieb zertifiziert werden, der das Präventionsprogramm BGW qu.int.as – Qualitätsmanagement mit integriertem Arbeitsschutz – erfolgreich nutzt.

Foto: Dr. Richard Röhrig, Geschäftsführer des  Alice-Hospital in Darmstadt, mit dem Gesundheitspreis 2009.Zu den Veranstaltungshighlights gehörte das BGW forum 2009. Mehr als 800 Fachbesucher informierten sich im September über einen passgenauen Gesundheitsschutz in Krankenhaus und Klinik. Dabei wurde auch der Gesundheitspreis 2009 an drei Krankenhäuser verliehen, die sich besonders für die Gesundheit ihrer Beschäftigten einsetzen. Bereits Anfang des Jahres waren die 25 »Besten Arbeitgeber im Gesundheitswesen 2009« ausgezeichnet worden – die BGW ist Kooperationspartner des jährlich durchgeführten Wettbewerbs (siehe Artikel "Beste Arbeitgeber im Gesundheitswesen 2010").

Wechsel der Geschäftsführung

Intern kam es im Jahr 2009 bei der BGW zu Veränderungen: Nach dem Ausscheiden von Prof. Dr. Gerhard Mehrtens aus dem aktiven Dienst fand ein Wechsel der Geschäftsführung statt. Seit dem 1. Juni 2009 stehen der neue Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Stephan Brandenburg und sein Stellvertreter Arthur Montada an der Spitze der Verwaltung.

Autor(en): Anja Hirschberger

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