BGW mitteilungen - Ausgabe 2/2010

Gesundheitsschutz

Starthilfe ins Leben

Hebammen und Entbindungspfleger haben einen der schönsten Berufe der Welt. Wer Mutter und Kind von Anfang an begleitet, weiß, dass Gesundheit dabei das Wichtigste ist.

Schwangere Frau sitzt und unterhält sich mit der Hebamme. Gesundheitsschutz ist nicht nur ein Thema für Mutter und Kind, sondern auch für die Geburtshelfer. Auch der schönste Beruf der Welt hat seine Belastungen. Mal genügt ein winziger Tropfen Blut, um eine schwerwiegende Infektion auszulösen, mal sind es Dauerbeanspruchungen wie das Knien und Hocken bei Hausgeburten, die den Geburtshelfern zu schaffen machen. Hinzu kommen Termindruck, unregelmäßige Arbeitszeiten, Nachtdienst und Rufbereitschaften.

In Deutschland arbeiten rund 18.000 Hebammen und Entbindungspfleger. Sie sind überwiegend bei der BGW versichert. BGW-Experten beraten und betreuen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Krankenhäusern, Geburtshilfepraxen und Geburtshäusern sowie Hebammenschülerinnen und angehende Entbindungspfleger. Wer selbstständig arbeitet, ist als Unternehmer bei der BGW pflichtversichert und bezahlt seine Beiträge selbst. Angestellte Hebammen oder Entbindungspfleger sind über ihren Arbeitgeber versichert, er übernimmt die Versicherungsbeiträge. Arbeiten angestellte Hebammen zusätzlich freiberuflich, müssen sie sich dafür selbst bei der BGW versichern.

Wie können die Gesundheitsprofis im Berufsalltag ihre eigene Gesundheit schützen und wo bekommen sie Unterstützung? Eine neue Broschüre gibt einen Überblick – unter anderem mit den folgenden Themen:

Vorsicht Viren

Da sich nie ganz ausschließen lässt, dass eine Patientin infektiös ist, müssen sich Hebammen und Entbindungspfleger konsequent vor Kontakten mit Blut, Sekreten und Körperausscheidungen schützen. Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist die einfachste Methode, krank machende Keime abzuwehren. Vor stärkeren Verunreinigungen und Nässe bewahren Kittel, flüssigkeitsdichte Schürzen und geschlossene Schuhe. Schutzbrille und Mundschutz sind eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme, wenn bei Eingriffen mit Blut oder Flüssigkeitsspritzern zu rechnen ist.

Erste Wahl: Handschuhe

Handschuhe schützen wie eine zweite Haut vor Infektionen, Verschmutzungen und Nässe. Nur die richtigen müssen es sein – insbesondere Handschuhe aus allergenarmen Materialien wie Vinyl oder Nitril. Wird längere Zeit mit den Händen im Wasser gearbeitet, etwa bei Unterwassergeburten, bieten extralange Handschuhe aus PE-Folie Schutz. Wer in Handschuhen leicht schwitzt, trägt am besten Baumwollhandschuhe unter den Schutzhandschuhen.

Für einen starken Rücken

Hebammen brauchen einen starken Rücken: Oft arbeiten sie in gebeugter Haltung oder in der Hocke, fahren lange Auto und sind stundenlang auf den Beinen. Und nicht immer können sie auf eine professionelle technische Ausstattung zählen. Vor allem bei Hausgeburten müssen sie meist unter improvisierten Bedingungen arbeiten. Hier können möglicherweise kleine Hilfsmittel wie Gleitmatten, Rutschbretter oder Transferhilfen Unterstützung leisten. Aber auch darüber hinaus gibt es vielfältige Ansatzpunkte für einen gesunden Rücken, zum Beispiel eine bewusste, stabile und gleichzeitig dynamische Körperhaltung.

Sicher unterwegs

Da Hebammen und Entbindungspfleger, insbesondere wenn sie ambulant tätig sind, bei jedem Wetter und zu jeder Tages- und Nachtzeit rausmüssen, ist ihr Unfallrisiko hoch. Termindruck und Notfälle steigern das Risiko weiter. Konzentration, Pausen, Pufferzeiten und ein bewusstes »Herunterkommen« nach dem Dienst sind deshalb wichtige Bausteine für eine sichere Fahrt. Ausführliche Praxistipps bietet die Broschüre »Starthelfer ins Leben«, die mit dem Bestellformular angefordert oder heruntergeladen werden kann

Autor(en): BGW/Anja Hirschberger

 Leserbrief verfassen