BGW mitteilungen - Ausgabe 2/2010
Vorwort von Prof. Dr. Stephan Brandenburg
Erwerbstätige sehen sich immer mehr mit neuen Gesundheitsrisiken durch Gefahrstoffe konfrontiert, meldete die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) im letzten Jahr. Ein Bericht der Agentur zeigt zudem, dass rund 80 Prozent aller durch chemische Stoffe verursachten Berufskrankheiten in kleinen und mittleren Unternehmen auftreten.

Den meisten ist zwar klar, dass das Thema Gefahrstoffe ein wesentlicher Bestandteil eines systematischen Arbeits- und Gesundheitsschutzes ist. Doch gerade Kleinbetriebe tun sich oft schwer, die tatsächliche Gefährdung der Beschäftigten einzuschätzen.
Gefahrstoffe können in allen Branchen und Zusammenhängen vorkommen, das Vorgehen ist aber vergleichbar. Eine zentrale Rolle fällt der Gefährdungsbeurteilung zu. Damit diese greift, muss der Arbeitsschutz im Betrieb konsequent organisiert werden. Dabei geht es um Fragen wie: An welchen Stellen delegiert der Unternehmer beziehungsweise die Unternehmerin Verantwortung? Wer nimmt welche Aufgaben wahr? Welche Abläufe und Strukturen stellen sicher, dass Gefährdungen identifiziert und wirksame Schutzmaßnahmen ergriffen werden? Wenn für all diese Punkte verlässliche Regelungen vorliegen, ist es auch einfacher, ein Fachthema wie Gefahrstoffe im Betrieb sicher zu handhaben. Hier kommen dann spezielle Fragestellungen wie die Vorgaben des Gefahrstoffrechts oder die Kennzeichnung von Gefahrstoffen hinzu.
Eine Einführung in das Themenfeld »Sicher arbeiten mit Gefahrstoffen« lesen Sie im Titelthema dieser Ausgabe der BGW mitteilungen.
Ihr
Prof. Dr. Stephan Brandenburg
Autor(en): BGW

